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Tourenplanung mit QLandkarteGT

Geschrieben von +Maik Bischoff am 5. Februar 2011 um 11:31

Wenn es nicht gerade ein wenig Cachen zwischendurch sein soll, sondern bspw. für den Urlaub eine schöne Tour angedacht ist, dann empfiehlt es sich diese Tour auch entsprechend vorzubereiten. Solche Touren werden nun mit Sicherheit unterschiedlich gut oder schlecht vorbereitet, der Eine lässt sich eben etwas mehr treiben wogegen der Andere alles gern perfekt geplant hat. Ich selbst plane die meisten Touren auch eher mit einem groben Blick auf die Cachekarte, manchmal aber jedoch soll die Planung auch Generalsstabscharakter tragen und dann kommt man ohne entsprechende Tools nicht aus. Wie man eine solche Tour mit QLandkarteGT planen kann, will ich hier mal kurz am Beispiel einer kleinen Fahrrad-Cachetour zeigen.

Benutzerdefinierte WegpunktsymboleZunächst benötigt man die zu suchenden Caches. Dazu empfiehlt es sich in OpenCacheManager entsprechende Filter oder Lesezeichenlisten zu setzen. Hat man die Caches des Zielgebietes auf dem Schirm, übergibt man sie mittels Tools -> Alle in QLandkarteGT zeigen... an QLGT und kann loslegen. Wenn man in QLGT benutzerdefinierte Wegpunktsymbole für Garmin GPS-Empfänger eingerichtet hat, dann kann man den einzelnen Geocaches und zusätzlichen Wegpunkten der besseren Übersicht wegen diese Icons zuordnen.

EXIF-Informationen werden extrahiertWenn man bereits in der Gegend unterwegs war und dabei Fotos von besonders netten Orten hatte und diese Fotos auch noch Geotags in den EXIF-Daten haben, dann kann man gleich noch ganz simpel Wegpunkte aus diesen Fotos erzeugen. Dazu wählt man über Wegpunkt -> Von Bildern... das Verzeichnis aus in dem sich die Bilder befinden uns QLGT sucht nach Geodaten in den Bildern. Wählt man dann einen dieser Wegpunkte aus, so wird das zugehörige Bild als Vorschaugrafik auf der Karte gezeigt. Hier im Bild mal ein Beispiel von einer Fahrradtour im letzten Sommer, das an einem Rastplatz an einem netten Teich aufgenommen wurde.

Bildanzeige auf der Karte

Nun haben wir eigentlich alles zusammen was wir für die Tourenplanung benötigen: Das Zielgebiet, diverse Geocaches die zu einer Fahrradtour passen und einige darüber hinaus, falls man doch mal den einen oder anderen Abstecher machen will und sogar noch ein paar Wegpunkte von schönen Orten, die wir ebenfalls mit einbinden können.

RoutenplanungSchon der Blick auf die Karte ermöglicht es ja, eine brauchbare Route zu erkennen und so sieht man, welche Geocaches denn tatsächlich für die Runde in Frage kommen. Nun schauen wir mal, was denn da auf uns zukommen kann und lassen die Software ein wenig rechnen. Als erstes brauchen wir ja die genaue Route. Dazu klickt man links in der Wegpunktübersicht auf einen beliebigen Wegpunkt und wählt im Kontextmenü den Punkt Route erzeugen. Im nun folgenden Dialog wählt man die Wegpunkte aus, die zur Route hinzugefügt werden sollen, gibt der Route gleich einen passenden Namen.

Berechnete RouteNun erzeugt QLGT die gewünschte Route, die sieht jedoch noch recht holperig aus, denn in unserem Fall schnappt die Routenführung nicht auf die Wege. Das liegt daran, das hier im Beispiel durch die Lage der anzusteuernden Wegpunkte auch Feldwege dabei sind. Klar, es wird ja auch eine Fahrradtour. Liegt nun aber einer der Wegpunkte für die Route mehr als 300 Meter abseits von offiziell mit dem PKW befahrbaren Straßen, dann erfolgt keine Berechnung. Aber kein Problem, im Routenmenü kann man ganz einfach auf Fahrrad umstellen und schon danach die Route neu berechnen lassen. Und schwuppdiwupp ist die berechnete Route zu sehen.

Und bitte nicht wundern das es hier eine One-way-Route ist, ist ja nur ein Beispiel! 8)

Track, passend zur RouteDie Route ist berechnet, die Tour sieht schön aus und die berechnete Strecke scheint zu schaffen zu sein. Alles gut. Normalerweise könnte es ja jetzt losgehen, aber wenn wir nun diese Route in den GPS-Empfänger übertragen, dann besteht ja die Gefahr das er sie anders berechnet. Das wäre sicher nicht unbedingt ein Problem, es sei denn, wir wollen wirklich exakt so radeln wir wir es am Reißbrett geplant haben. Außerdem interessiert uns ja jetzt noch eine ganz andere Größe: Ist mit heftigen Steigungen zu rechnen, die uns schnell die Puste ausgehen lassen? Um das zu ermitteln brauchen wir Höhendaten für die Route, und die bietet uns ein Track über die gleiche Strecke.

Ein Rechtsklick auf die Route (links in der Liste) ermöglicht nun das Erzeugen eines zur Route passenden Tracks. Zur Trackberechnung kann QLGT auf die Höhendaten von geonames.org zurückgreifen, so das wir recht zuverlässige Höhenangaben im frisch erzeugten Track haben. Der Track zeigt uns nun auf der Karte neben der Fahrtrichtung den höchsten und den niedrigsten Punkt der Route und für jeden Streckenabschnitt können zusätzlich Höhenangaben aufgerufen werden. Obendrein wird uns nun das Streckenprofil angezeigt.

TrackauswertungÜbrigens: Auch von selbst ‘erfahrenen’ oder ‘erlaufenen’ Tracks kann QLGT solche Profile erstellen, ebenso wie QLGT aus solchen Tracks weiterführende Statistiken wie Geschwindigkeit/Distanz oder Zeit/Distanz erstellen kann. Gerade für Sportler kann diese Funktion von erheblichem Interesse sein.

Nun haben wir also auch den Track und der bringt uns die Möglichkeit, auf die Routenberechnung im GPS-Empfänger verzichten zu können. Wer bspw. kommerzielles Kartenmaterial von Garmin verwendet, der wird das Problem kennen: Es ist kein Routing über Wald- und Feldwege möglich. Und spätestens dafür braucht man nun den Track, denn der wird ja auf der Karte angezeigt und man kann ihn abfahren.

Also muß jetzt nur noch alles auf den GPS-Empfänger geladen werden und schon kann es losgehen. Alternativ richtet man sich über die integrierte Datenbankfunktion einen entsprechenden Datenbankordner ein und speichert alles darin. Auf diese Weise lassen sich dann mehrere solcher Touren vorab planen und dann erst bei Bedarf auf den GPS-Empfänger laden.

TagebucheditorWem nun die Geocaches, die Wegpunkte zu den besonderen Orten aus den Bildern sowie Route und Track nicht ausreichen, der kann auch noch etwas Papier mit auf seine Tour nehmen. Die integrierte Tagebuchfunktion ermöglicht es, mit einem Klick alle Wegpunkte in eine Tabelle zu stecken. Diese Tabelle wird dann auf einem editierbaren Tagebuchblatt (selbstverständlich inklusive zugehörendem Editor) angezeigt und kann nachträglich bearbeitet werden. Weiterer Text kann ebenfalls hinzugefügt werden, so dass man sich noch reichlich Notizen zur Tour machen kann.

Tourenplanung Hohe TauernUnd wem das noch nicht ausreicht, zum Beispiel weil er auf dem Fahrrad lieber eine richtige Landkarte dabei hat, weil das Display des GPS-Empfängers zu klein oder bei Sonne zu schlecht lesbar ist, der kann sich die komplette Kartenansicht inkl. Wegpunkte, Routen und Tracks gleich drucken oder als Grafikdatei speichern.

Aber nicht nur fürs Geocaching lassen sich Touren planen, denn man ist ja nicht auf vorhandene Wegpunkte angewiesen. Mit ein paar selbst angelegten Wegpunkten lassen sich recht einfach Touren für alle nur erdenklichen Zwecke planen. So beispielsweise für Wanderungen im Gebirge, wo es ja oft recht interessant ist, schon vorher einen ungefähren Eindruck davon zu bekommen, was einen dann im Berg tatsächlich erwartet. Hier im Bild habe ich das mal beispielhaft für eine, übrigens ganz schwer empfehlenswerte Tour in den Hohen Tauern gemacht, die wir bereits zweimal gegangen sind.

Insgesamt ist dies sicherlich nur ein kleiner Abriß dessen, was mit QLGT alles möglich ist, aber ich denke mal es zeigt in aller Deutlichkeit, wie mächtig und vielseitig diese Software tatsächlich ist.

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Kommentare

7 Reaktionen zu “Tourenplanung mit QLandkarteGT”

  1. Max

    Cache-Touren hab ich zwar noch nie geplant, sondern bin meist einfach drauf los, aber der Artikel war dennoch interessant. Mal schauen ob und wie gut sich QLandkarte für Motorradtouren-Planung nutzen läßt und ob man dort auch eine ähnliche Funktion wie ‘landschaftlich schöne Strecke bevorzugen’ nutzen kann.

    Ansonsten kann ich ja auch die vom Motorradtourenplaner erzeugten GPX mit QLandkarte weiterverarbeiten ;)

    Die Bedienung ist für mich als Vektor- und Pixelschubser zwar noch gewöhnungsbedürftig, aber schon besser als bei Mapsource.

  2. mm

    Ich bin letztens über die Möglichkeit gestolpert QlandkarteGT als WMS-Client zu nutzen. Das ist zwar ziemlich nerdig, aber man spart sich die kommerziellen Top50 Karten und TTQV u.ä. wenn man die Topokarten (Top10, 25,50, gut aufgelöste Luftbilder) der Landesvermessungsämter nutzt. Und man hat “echte” Karten auch dort, wo OSM noch nicht so gut aussieht.
    Dazu muss man sich ein GDAL-verständliches XML-File zusammenbauen (http://www.gdal.org/frmt_wms.html) und es als Karte laden. Zumindest für Berlin, Brandenburg und MV funtkioniert es bestens.

  3. kiozen

    Schrottie blogt ja, dass es qualmt :) Der Artikel ist so schön, den werde ich im Wiki verlinken. Toll wäre es, wenn sich noch jemand findet, der das ins Englische übersetzt.

  4. Schrottie

    Also wenn das mit der Übersetzung jetzt nicht so sehr exakt sein muß, dann wäre da http://bit.ly/epzg0t im Angebot… 8)

  5. kiozen

    :eek: Das lassen wir besser. Ich finde schon ein Opfer. Da gibt es oft Leute die großzügig ihre Hilfe anbieten würde, wenn sie doch nur programmieren könnten. Für die habe ich dann immer solche Sachen in petto. Soll ja keine sagen ich hätte nichts abgeben wollen. :evil:

    ….

    frag jetzt nicht wie gut das bisher funktioniert hat…

  6. kiozen

    Hm, ich finde es jetzt nicht mehr, aber wollt nicht jemand bei dem Tagebuch auch Cachebeschreibungen haben? Nachdem ich das Tagebuch jetzt komplett überarbeitet habe, sind auch Caches dabei. Hint: Ein Tagebuch kann jetzt in der Geodatenbank zu einem Projektordner (grün) hinzugefügt werden.

  7. Schrottie

    Das klingt mal mal allerfeinstens. Sobald ich aus dem Urlaub wieder daheim bin, wird das umgehend ausprobiert. :)

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