Altmetallentsorgung

Im Großen und Ganzen dient mein Blog ja nur einem einzigen Zweck: Den erlebten, gehörten und sonstigen Schrott meines Lebens loszuwerden, also quasi Altmetall zu entsorgen. Gut. Passt schon. Ist meistens so. Aber eines gibt mir doch so langsam zu denken: Bei inzwischen ca. 500 eindeutigen Besuchern am Tag, muss man mal sehen woher die so alle kommen, auch den Grund des Besuches gilt es zu ergründen. Aber analysieren wir die Sache mal:

Gut 25% aller Besucher kommen nicht ins Blog oder um des Blogs wegen, die sind nämlich von zdnet.de, shareware.de oder freeware.de. Also klammern wir die mal aus. Von den verbleibenden 75% kommen 20%, weil sie nach Schrottentsorgungsmöglichkeiten in Berlin suchen. Bleiben 55%, von denen nochmal gute 10% auf der Suche nach sexueller Freude mit „übergewichtigen älteren Damen“ sind.

Es bleiben 45%. Und das sind in der Regel Blogleser und zu ca. 3 bis 5% Leute. die erstens nicht wissen was ein Blog ist, oder nicht erkennen, das es sich um einen Blog handelt. 🙁

Und wenn ich mir das so alles ansehe, dann wird mir schlagartig klar, aus welchem Grunde das Verhältnis Besucher:Kommentare derzeit nur 400:15 beträgt. 🙁

Was mich aber noch viel mehr ärgert: Eigentlich bin ich ja selbst schuld! Klar, Kommentare kommen immer dann, wenn man selbst kommentiert. Nur fehlt mir irgendwie die Zeit dafür. Bei derzeit in diesem Jahr knappen 1000 Stunden ehrenamtlich abgeleisteter Stunden beim Deutschen Roten Kreuz bleibt zu wenig Zeit.

Aber wo soll man zuerst kürzen? Beim DRK, das ja auf die ehrenamtliche, und somit unentgeltliche Mitarbeit bzw. Hilfe angewiesen ist, oder soll man private Interessen voranstellen? Ich persönlich kürze eigentlich eher privat, aber eines interessiert mich:

Was würdet ihr machen? Welchen Stellenwert würdet ihr ehrenamtlicher (unentgeltlicher) Tätigkeit bei Hilfsorganisationen in eurem Leben oder im Allgemeinen einräumen? Hat das Ehrenamt eine Chance auch in Zukunft zu überleben?

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “Altmetallentsorgung”

  1. Bei der heutigen Arbeitslage, wo mehr oder weniger jeder 3 einen Nebenjob hat um seine täglichen Unkosten zu decken. Wo der der Arbeit hat, die Arbeit von 2 Leuten erledigt und dadurch nach Feierabend meistens richtig fertig ist.
    Wo leider der überwiegene Teil von den die keine Arbeit haben auch keine suchen wollen, da sie mehr bekommen wenn sie zu Hause bleiben und beim Ehrenamt vergeuden sie ja ihre Wertvolle Zeit, die sie sonst vorm Fernseher verbringen.
    Außerdem wird die ganze Umwelt mehr und mehr online, also nach dem Motto „Ihr braucht Hilfe? Ich spende online, jetzt geht es mir besser.“, wird wohl die ehrenamtliche Tätigkeit immer mehr nach hinten rücken.

    Dann gibt es noch die Leute die Samstag Notrufnummer, ihr Kind (nach Trennung von Frau nicht mehr täglich bei einem) und eine arbeitene Freundin haben. 😉

  2. Wahre Worte, denn so sieht es derzeit wirklich aus. Dazu kommt, das diejenigen, die sich dann doch engagieren eher „etwas erleben“ wollen, also in die Bereiche gehen, in denen man an vorderster Front kämpfen kann.

    Die soziale Schiene bleibt da völlig unbeachtet, sie ist eben nicht attraktiv genug, da wird das Gewissen beruhigt, indem mal eben ein Paar Schuhe in die Altkleidersammlung gegeben wird. Traurig, aber wahr. 🙁

  3. Und sind wir doch mal ehrlich, es glaubt doch keiner in unserem Bundesland, das wir einen Katastrophenschutz brauchen. Flutwellen, kommen hier nie her, auch Erdbeben erschüttern nicht unsere Häuser. Die Flugzeugabstürze, Bomben und andere Terrortaten sind Meilen weit weg und wenn sie „zu Viel“ werden macht man halt die Nachrichten aus.

    Doch wenn es dann zu einer Katastrophe kommt, schreien sie: „Warum wurde nix getan!“ Dann sind die meisten für ein paar Wochen dabei aus Imagegründen, um vor ihren Nachbarn sagen zukönnen „Ich war dabei“!

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