Anlegemanöver

Bei uns „um die Ecke“ ist ein kleiner, aber äußerst netter, Biergarten. Dieser befindet sich direkt am Wasser, genauer gesagt direkt am Pichelssee. Bei schönem Wetter kann man dort wunderbar bei einem frisch gezapften Weißbier entspannen, gänzlichst unbehelligt vom Berliner Strassenlärm, und dabei den herrlichen Blick aufs Wasser genießen. Und da sich der kleine Biergarten eben direkt am Wasser befindet liegt es nahe, dort auch einen Bootsanleger zu haben, damit auch Sportbootfahrer einkehren können.

Bootsanleger

Der Spruch, „Hier sehen Sie die schönsten Anlege-Manöver Berlin’s“, passt wie die Faust aufs Auge. Als ich ihn das erste mal gelesen hatte, musste ich noch wegen des sinnlosen Bindestrichs und wegen des Deppenapostrophs belächeln, aber im Laufe der Zeit stellte sich heraus, das die falsche Schreibweise gar nicht mal so unpassend ist.

Abgesehen von einigen Stammgästen, die auch in der Lage sind ein Sportboot zu fahren, kommen meistens irgendwelche Charterbootfahrer an den Anleger. Gut zu erkennen an den nicht eingeholten Fendern. Nun ist es ja inzwischen auf den meisten Gewässern rund um Berlin erlaubt, auch ohne Sportbootführerschein ein Boot zu chartern und damit durch die Gegend zu gondeln. Vor Fahrtantritt gibt es eine kurze Einweisung und dann geht es ab.

Tja, und dann kommen ebengenau diese Hobbykapitäne auch am Biergarten an und wollen zeigen was sie so können. Das erfolgt dann sehr zur Belustigung der Kundschaft, denn ein Anlegemanöver bei ordentlicher Strömung und Düseneffekt durch die Lage des Anlegers ist zwar für einen ausgebildeten Bootsfahrer kein Problem, aber der Hobbykapitän wird vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt.

So geschah es dann gestern, das ein besonders eiliger Hobbykapitän knapp 35 Minuten wie ein Wilder immer wieder am Anleger „vorbeiflog“, bis er dann irgendwann hochroten Kopfes sein Vorhaben unterlassen hat. Damit hat er sozusagen eine Premiere hingelegt, denn auch wenn es bisher mehrfach Anlegemanöver gab, die sich durchaus bis zu einer Stunde hinzogen, so hat es doch letzten Endes noch jeder geschafft. Und das Sahnehäubchen gab es direkt bei seiner „Flucht“ obendrauf: Anstatt einfach kurz zu wenden, legte er die aus dem Strassenverkehr bekannte Dreipunktwendung hin. Zu seinem Glück war genug Platz, denn er benötigte dafür locker 100m Wendekreis. Wer weiß wie es geht, braucht gerade mal 5m… :w00t:

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

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