Anonyme „Rechtsausseher“

glatze01.JPGDer Logistikblogger hatte ja bereits eine recht aktuelle Negativerfahrung damit, mir selbst ist es auch nicht wirklich unbekannt. Wenn man kurze bis keine Haupthaare trägt, und dazu noch mit Fandevotionalien der Böhsen Onkelz bekleidet ist, dann wird von von vielerlei Menschen sofort in eine Schublade gesteckt: Der ist ein Nazi!

Aber warum ist das so? Geprägt durch die Aussagen miserabel informierter Journalisten für die älteren Semester und durch Musiktexte bekannter Bands („…zwischen Störkraft und den Onkelz, steht ne Kuschelrock LP…„) für die jüngeren Semester, werden Vorurteile geprägt und verfestigt. Und so baut sich, wie der Kommentator „nettermann“ ganz treffend formuliert, ein Feindbild auf:

Als Urmensch bist du auf der Jagd. Du entdeckst einen anderen. Jetzt musst du entscheiden und zwar schnell: Freund oder Feind. den kannst du nicht anschwatzen und fragen. Er könnte ja dich auch gleich töten! also nutzt du äußere Informatition , um diese Entscheidung zu treffen. Dieser Überlebnesmechanismus wirkt auch heute noch.

Sollte es nicht inzwischen so weit sein, das man Aussagen über die Böhsen Onkelz nicht etwas kritischer betrachtet und nicht jedem kleinen Journalisten Glauben schenkt? Gerade nach dem fulminanten Abschiedskonzert, als Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ganze Familien, Studenten und Arbeiter, Schüler und Beamte, ja sozusagen der komplette Bevölkerungsschnitt Deutschlands gemeinsam eine gigantische und vor allem friedliche Party feierten, sollte doch recht klar sein, das die Schublade völlig umsonst geöffnet wurde.

Auch in Bezug auf die sehr geringfügige Hauptbehaarung sollten doch heutzutage alle Schubladen zubleiben, denn ob es ein Student an der Uni oder der Filialleiter einer Bank sind, kurze bis keine Haare sind doch heutzutage mehr als normal. Und dennoch wird man oftmals sofort abgestempelt, ohne das sich jemand Gedanken über die tatsächlichen Gegebenheiten macht.

Liebe Leute, werdet erwachsen, glaubt nicht alles was man euch erzählt und schaut auch mal hinter die Fassaden derjenigen, die ihr beim ersten Anblick in irgendeine Schublade steckt, denn jede Medaille hat zwei Seiten (siehe auch obiges Bild)!

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 thoughts to “Anonyme „Rechtsausseher“”

  1. Witzig – das mit dem Bild. 🙂
    Wir haben auch jemanden im Freundeskreis mit rasiertem Schädel und der ist der liebste Kerl wo gibt und dann kenne (kannte) ich mal einen, als rechtsradikal einzustufenden, Kerl, der sah ganz „normal“ aus.
    Ich habe es also schon gelernt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

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