Ausprobiert: Kopfrasur mit dem Elektrorasierer – Der Philips Series 9000 (S9711/31)

Ich trage ja seit einigen Jahren eine ungemein kleidende und feine Frisur: Die Glatze. Die hat den Vorteil, das man nach dem Duschen nur schnell mit dem Handtuch ran muss, man benötigt keinen Festiger, keinen Fön und keinen Friseur. Einfach fix drüber rasieren und fertig ist die Laube! Nun mache ich das ganz klassisch nass, also mit Schaum und Klinge, wobei ich Systemrasierer von Mornin‘ Glory verwende.

Aber nun hört man ja oft, wie toll doch Elektrorasierer sein sollen, die man sowohl trocken als auch nass verwenden kann. Ganz fix soll es gehen, schnell unter der Dusche das Ding übers Gesicht geschoben und fertig. Und das wollte ich probieren, allerdings nicht nur im Gesicht, sondern auch auf dem Kopf. Ich schrieb also einige namhafte Unternehmen an, die Elektrorasierer herstellen und schilderte mein Vorhaben. Ebenso schrieb ich gleich dazu, das ein mögliches Testgerät auch die Rasur der Glatze leisten muss.

Philips Series 9000 Elektrorasierer

Eines der angeschriebenen Unternehmen stellte sich dumm. Ich wurde nach einem Mediakit gefragt. Dabei hatte ich alles bei der Anfrage mitgeliefert und darauf verwies ich. Als nächstes wollte man Besucherzahlen wissen. Die hatte ich ebenso mitgeliefert und verwies auch darauf. Anschließend kam keine Reaktion mehr. Alles klar? Alles klar! 😉

Bei Philips hingegen war man sehr entspannt und meinte ein Gerät im Portfolio zu haben, das genau den Anforderungen entspricht und neben dem Gesicht auch die Glatze stemmen kann. Und dieses Gerät stellte man mir nun freundlicherweise direkt zum Test zur Verfügung.

Geliefert wurde mir das derzeitige Spitzenmodell, der S9711/31. Das Gerät kommt im dicken Paket daher, in dem sich neben dem Rasierer selbst noch eine Reinigungsstation inkl. Reinigungslösung, ein Trimmkopf, ein Scherkopflöser und eine feine Aufbewahrungsbox für den Rasierer befand. Der Trimmkopf hat noch eine Längenverstellung mit dabei, so dass er im Grunde selbst für einfache Frisuren verwendet werden kann.

Philips S9711/31 Rasierer - Lieferumfang

Die erste Rasur

Beim ersten Versuch hatte der S9711 gleich richtig zu tun, denn ich hatte mich 4 Tage lang nicht rasiert und das bedeutet, das Bart und Haare ungefähr 3mm lang waren. Den ersten Anlauf durfte dabei der Trimmaufsatz erledigen, der das ganz souverän erledigte. Der „normale“ Scherkopf hatte dann schon deutlich mehr zu tun. Im Lieferzustand war er dabei auf die zweite von drei Intensitätsstufen gestellt und da es sich um die erste Trockenrasur handelte, wehrte sich mein Bart natürlich entsprechend.

Insgesamt stellte ich fest, das Trockenrasur ohnehin nicht mein Ding ist. Aber das ist kein Problem, denn der S9711 kann ja auch nass verwendet werden. Also half ich kurz mit Rasierschaum nach und er durfte sich weiter austoben. An dieser Stelle muss ich natürlich eines anmerken: Um von Klinge auf Elektrorasur umzustellen, sollte man Bart und Haut gut drei Wochen Zeit geben, bis alles auch wirklich das gewünschte Ergebnis bringt. Allerdings war das Ergebnis der ersten Rasur deutlich besser als erwartet.


Der S9711 fühlt sich übrigens ganz toll an und liegt wirklich gut ausbalanciert in der Hand. Dabei spielt es keine Rolle, wie herum man ihn hält. Hier hat Philips also wirklich ganze Arbeit geleistet. Unter dem Kinn, vorn im Gesicht, oben auf dem Kopf, hinten im Genick – egal wo und wie man den S9711 hält, er fühlt sich super an und liegt stets stabil und gut zu führen in der Hand.

Der Philips S9711/31

Täglicher Gebrauch

Fortan nutzte ich den S9711 täglich gleich unter der Dusche, wobei ich mal Rasierschaum und mal einfach nur Shampoo benutzte. Mit beidem kam er ausgezeichnet klar und von Tag zu Tag wurde das Ergebnis besser. Wobei hier noch zwischen Gesicht und Kopfhaut unterschieden werden muss. Den Bart selbst hatte der S9711 schon ab dem dritten Tag wunderbar im Griff. Kurz etwas Duschbad drauf und schwupp war alles richtig fein glatt rasiert. Selbst der Rand des Goaties war dabei richtig ordentlich getrimmt.

Schwieriger hatte es der S9711 dabei auf dem Kopf. Die Kopfhaut ist ja deutlich dünner als die Gesichtshaut und hat obendrein deutlich weniger Fett- und Muskelgewebe zwischen sich und den Schädelknochen, was wirklich eine Herausforderung für den Scherkopf darstellt. Hier die Konturen zu halten und wirklich sauber zu rasieren ist ein hartes Stück Arbeit.

Aber auch diese Herausforderung konnte irgendwann mit gutem Ergebnis bewältigt werden. Zwar war der Kpf nie wirklich „glatt wie ein Babypopo“, so wie es eine Klinge schafft, aber „optisch glattrasiert“ ist ja im Grunde auch ein ausreichendes Ergebnis. Und ich vermute mal, das nach weiteren drei oder vier Wochen ein noch besseres Ergebnis erzielt werden kann.

Aber es gibt einen ganz deutlichen Minuspunkt: Die Zeit.

Mit der Klinge ist es eine Sache von zwei bis drei Minuten und der komplette Kopf ist rasiert. Mit dem Elektrorasierer braucht man ungefähr drei- bis fünfmal soviel Zeit, bis auch wirklich alles erledigt ist. Wenn man ohnehin sehr lange unter der Dusche steht, dann mag das kein Problem darstellen, aber ich für meinen Teil fand das durchaus störend.

Philips Reinigungssystem

Reinigung

So ein Gerät will natürlich auch gereinigt werden. Schon während der Rasur meldet sich der S9711, wenn zuviel Schnitthaare im Scherkopf hängen. Dabei erscheint ein kleines Wasserhahnsymbol auf dem Display. Dann genügt es, den Rasierer kurz unter den Wasserhahn zu halten und fertig ist die Laube. Nach dem Gebrauch genügt es, ihn ordentlich auszuspülen, wobei man auch ganz einfach den Scherkopf öffnen und spülen kann.

Im Ladezyklus kann und sollte dann eine gründliche Reinigung mit dem mitgelieferten Reinigungssystem erfolgen. Man kann den S9711 zwar auch direkt ans Ladekabel anschließen, aber im Reinigungssystem schlägt man ja quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Das „Smart Clean“ System wird dabei mit einer Kartusche versehen, die eine Reinigungslösung enthält. Setzt man den S9711 in dieses System ein, erfolgt zunächst eine 15minütige Reinigung des Scherkopfes, dem eine 4stündige Trocknung folgt. Parallel wird der S9711 dabei komplett aufgeladen.

Geöffneter Scherkopf Aus dem Scherkopf entnommene Klinge

Hin und wieder muss der Scherkopf etwas gründlicher gereinigt werden. Für diesen Fall, oder falls mal ein etwas hartnäckigeres Barthaar eingeklemmt ist, kann man den Scherkopf ganz einfach zerlegen. Mit einem Klick sind die drei Klingenmodule entfernt und wenn man das mitgelieferte Tool verwendet, dann kann man den Scherkopf soweit zerlegen, das die Klingen frei liegen. Dabei gehen sowohl zerlegen als auch zusammensetzen kinderleicht.

Fazit

Zunächst kann ich eines ganz klar festhalten: Der Philips S9711/31 ist durchaus in der Lage neben dem Bart auch den Kopf zu rasieren. Gerade bei Verwendung mit Duschbad oder Rasierschaum, also als Nassrasierer, ist er sehr angenehm zu gebrauchen. Leider, und das macht ihn für mich leider nicht zur dauerhaften Option, muss man deutlich mehr Zeit für die Rasur einplanen, als man sie mit Klingen braucht.

Wer nur den Bart rasiert, wird mit diesem Gerät viel Freude haben, denn wenn sich die Haut erst einmal auf die elektrische Rasur eingestellt hat, ist der Bart auch trocken ganz fix rasiert. Die drei Intensitätsstufen ermöglichen dabei, die Rasur auch wirklich gut an die eigenen Bedüfnisse anzupassen.

Der Philips S9711/31 liegt super in der Hand und auch wenn man ihn „kopfüber, verdreht, mit links und hinter dem Kopf“ verwendet, verliert man zu keinem Zeitpunkt Kontrolle und Führung. Und so kann ich guten Gewissens eine uneingschränkte Empfehlung für dieses Gerät aussprechen. Wäre da nicht die Sache mit der Zeit, weil eben ein Rasierer bei mir den kompletten Kopf rasieren muss, würde ich nichts anderes mehr nehmen wollen.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)