Ra(n)dnotizen #106

Was viele Radfahrer schon immer wussten, aber nie mit echten Zahlen untermauern konnten, wurde nun von der Hamburger Polizei nicht nur festgestellt, sondern auch frei heraus veröffentlicht. Auch Autofahrer fahren bei rot über die Ampel. Ja ja, nichts wirklich neues, folgt man jedoch den Diskussionen in sozialen Netzwerken oder den Kommentarspalten der Nachrichten/Zeitungen/Magazine, dann wird dort ein ganz anderes Bild gezeichnet.

Denn immer dann, wenn über einen toten Radfahrer berichtet wird, ist selten von der Schuld des Autofahrers die Rede, sondern von Kampfradlern, die immer nur bei rot fahren, die ohne Licht auf der falschen Straßen Seite unterwegs sind und die junge Enten rückwärts in den Teich schubsen. Umso interessanter sind also die Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen der Hamburger Polizei: weiterlesen

Novellierung der StVO zum Januar 2037

Wir schreiben das Jahr 2037. Gerade erst wurde die Straßenverkehrsordnung novelliert, um der aktuellen Situation auf deutschen Straßen hinreichend Rechnung zu tragen. Während noch vor zwanzig Jahren die Radfahrer versuchten, den verfügbaren Verkehrsraum an sich zu reißen, war die Autofahrerlobby, vertreten durch den ADAC, jedoch weitsichtig genug zu erkennen, dass es ohne Automobilverkehr nicht geht.

Die Menschen wollen ganz individuell mit ihrem Automobil fahren, der Einzelhandel ist auch innerstädtisch auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angewiesen – angeblich erfolgreiche Experimente mit Belieferung durch E-Cargobikes erwiesen sich als Fake-News – und insgesamt waren es eigentlich nur sehr wenige, die mit dem Fahrrad fahren wollten. Eigentlich sogar fast niemand. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #105

Wer hätte das gedacht, die bösen, bösen Berliner Kampfradelrowdies sind doch nicht so schlimm, wie es für gewöhnlich dargestellt wird. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine aktuelle Untersuchung und auch wenn es Autofahrer vermutlich ganz anders sehen, ich kann das durchaus bestätigen. Denn ich achte immer recht genau auf das Verhalten anderer Radfahrer, zu sehr ärgert mit schließlich, das es immer einzelne sind, die mit ihrem Verhalten dafür sorgen, das „die Radfahrer“ einen schlechten Ruf haben.

Die Untersuchung, über die demletzt die Berliner Zeitung berichtete, geht davon aus, das vor allem die Fahrradstaffel der Berliner Polizei zu dieser Entwicklung führte. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #104

Gerade hier in Berlin sind ja Diskussionen rund im die (geplante) Förderung des Radverkehrs an der Tagesordnung und insbesondere die Oppositionsparteien reden gern von „ideologisch beeinflusstem Aktionismus“, der zum totalem Kollaps führen wird. Immerhin, so meinen viele, würden mehr Radwege letztlich dafür sorgen, das die Fahrbahnen für den Kraftfahrzeugverkehr nicht wenigstens verdoppelt werden können. Und das würde dann zum Kollaps führen.

Aber mal ehrlich, der Kollaps ist schon da. Es gibt einfach zuviele Autos auf unseren Straßen und mehr Fahrbahnen würden am Ende einfach nur zu noch mehr Verkehr führen. Deshalb fand ich auch einen Artikel in der Hamburger Morgenpost ganz witzig, der genau auf dieses Problem abzielt. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #103

Nach langer Zeit soll es hier mal wieder ein Lebenszeichen geben. Ich selbst bin nach dreiwöchiger Abwesenheit wieder zu Hause und so ist mal wieder ein wenig Zeit, die aktuellen Meldungen rund um den Radverkehr unter die Lupe zu nehmen. Nicht ganz in gewohnt epischer Breite, aber immerhin. Er lebt noch. Als erstes gibt es da aber mal einen eher technischen Hinweis.

Mir selbst wäre es ja so überhaupt nicht in den Sinn gekommen, aber auch ein E-Bike hat eine Uhr und seit heute früh gilt wieder die richtige Zeit. Es muss also umgestellt werden. Bei eMTB-News gab es diesbezüglich dann auch einen Artikel, wie dies bei Bosch- und Shimanoantrieben funktioniert. Ich selbst habe an meinem Pedelec einen Yamaha-Antrieb, muss da also entweder suchen oder – weil ich die Uhr sowieso nie angezeigt lasse – auf eine Einstellung verzichten. 😉 weiterlesen

Ra(n)dnotizen #102

Manch einer wird es ja bemerkt haben, meine Ankündigung von Ende August, das es hier zuweilen etwas ruhiger wird, ist schneller eingetreten als erwartet. Aber aktuell fehlt es an jeder Ecke an Zeit, so dass die Ra(n)dnotizen derweil eher ruhen. Es gibt zuviel zu lesen, zuviel aufzubereiten und dann eben auch zuviel zu schreiben.

Aktuell kann ich also schon einmal ankündigen, dass sich die Ruhe hier wohl noch bis Ende des Jahres halten wird. So ganz in der Hoffnung, das es kommendes Jahr insgesamt wieder ruhiger wird und damit ausreichend Zeit bleibt, hier wieder etwas Leben in die Bude zu bringen. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #101

Die Niederlande sind ja bekannt dafür, das sie in Sachen Fahrrad immer eine Nasenlänge voraus sind. Was jetzt allerdings für Töne zu hören sind, klingt hingegen recht, sagen wir eigenartig. Man stimmt, so die Frankfurter Allgemeine, einen Abgesang aufs klassische Herrenfahrrad an. Also das Ding mit dem Oberrohr, welches bei Frauen ja entfällt, da hier einerseits Platz für einen Rock gelassen werden soll und andererseits ein Einstieg anstelle des beinschwingenden Aufstieges ermöglicht werden soll.

Begründet wird das mit Verletzungen. Auf einem Damenrad ist angeblich das Risiko schwerer Kopfverletzungen geringer. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #100

Dreistellig, soso. Eigentlich eine Zahl, zu der man auch mal etwas ändern kann. Inzwischen ist es zeitlich nämlich gar nicht mehr so einfach, hier Woche für Woche ein wenig Leben in die Bude zu bringen. Und so trage ich mich mit dem Gedanken, die Frequenz ein wenig zu lockern und nicht mehr fest am Wochenrhythmus festzuhalten. Also die Sache eher so zu drehen, das es mit meiner freien oder vielmehr verfügbaren Zeit korreliert. Und heute fange ich gleich mal damit an, denn das Cyclassics-Wochenende hat irgendwie erfolgreich verhindert, das ich die Nummer 100 rechtzeitig fertig bekommen habe. Na mal schauen, was das demnächst so wird.

Gleiches gilt übrigens auch für die inhaltliche Gestaltung. So langsam drehen sich ja die Fahnen und während es zu Beginn der Ra(n)dnotizen noch Woche für Woche viele Aufreger gab, die Politik eine Steilvorlage zu geäußertem Entsetzen nach der anderen lieferte, stehen die Zeichen inzwischen sehr gut für den Radverkehr. Aufreger sind inzwischen eher kleinteiliger Natur, lokale Gemetzel und regionale Probleme. Und da lohnt es nicht immer, die Sache auch zu kommentieren. Aber auch hier werden wir mal schauen. weiterlesen