Ra(n)dnotizen #86

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich wurde neben der Planung und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auch die gesetzliche Regelung des Straßenverkehrs in Form der StVO komplett den Bedürfnissen des Autoverkehrs angepasst. Zwar gab es auch dort einige wenige Anpassungen an den Fahrradverkehr, aber die waren eher pseudokosmetischer Natur, ähnlich denen in Deutschland.

Der österreichische Verband Radlobby, der sich als Bundesverband der lokalen Radlerverbände sieht, hat nun einen zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog veröffentlicht, der dringend notwendige Änderungen der StVO beinhaltet. Diese Forderungen sollen den Radverkehr deutlich sicherer machen und das Verkehrsmittel Fahrrad den motorisierten Verkehrsmitteln ein Stück weit gleichstellen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #85

Beginnen wir doch zur Abwechslung mal mit guten Nachrichten, denn genau diese hat es am letzten Donnerstag gegeben. Berlin wird sein Radgesetz bekommen. Zwar nicht exakt in der Form, in der es durch die Initiative Volksentscheid Fahrrad entworfen wurde, dieser Entwurf diente allerdings als Grundlage für die Arbeit einer Dialoggruppe aus Vertretern von Senat, Initiative, ADFC und BUND.

Und genau diese Dialoggruppe hat sich nun darauf geeinigt, das Berlin als bundesweit erstes Land ein eigenes Radgesetz bekommt. Dabei ist geplant, den Radverkehrsanteil in der Umweltzone, also innerhalb des S-Bahnringes auf 30%, in Gesamtberlin auf 20% zu steigern und die Anzahl der Verkehrtoten auf null zu senken. Umgesetzt werden soll das unter anderem durch, wie man auf zeit.de lesen kann, durch verschiedene Maßnahmen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #84

Fangen wir mit den schlechten Nachrichten an. In Berlin wurde mal wieder ein Radfahrer getötet. Wieder mal bog ein LKW ab, wiedermal fuhr der Fahrer obwohl er nicht alles sah und wieder einmal lag am Ende der Radfahrer tot auf der Straße. Damit wird fast nahtlos an 2016 angeknüpft, wo ganze 17 Radfahrer allein in Berlin getötet wurden.

Wenn man nun aber denkt, es würde sich deshalb etwas ändern, dann irrt man gewaltig. Zwar hat der rot-rot-grüne Senat Kraft seiner Koalitionsvereinbarung versprochen, bis zum März 2017 ein Mobilitätsgesetz auf den Weg zu bringen, das in weiten Teilen das Radgesetz der Initiative Volksentscheid Fahrrad beinhaltet und somit Radfahrer schützen soll. Und der März ist nun vorbei. Einzig die Politik hat nicht geliefert. Grund genug, darüber nachzudenken, ob und wie man auch die Politik haftbar machen kann. Haftbar für die vielen toten Radfahrer. Mit genau diesem Thema befasst sich ein Gastkommentar in der taz. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #83

Bei Amsterdam gibt es seit einem Jahr ein 70 Meter langes Stück Radweg, das komplett aus Solarzellen besteht und somit nicht nur eine feine und gut befahrbare Oberfläche hat, sondern eben auch gleich noch Strom produziert. Nach diesem ersten Jahr hat man nun resümiert, das der Radweg in Sachen Stromerzeugung eine wirklich gute Performance an den Tag legt.

In den ersten 6 Monaten brachte er ganze 3.000 Kilowattstunden, also den Verbrauch eines Einfamilienhauses, in kompletten ersten Jahr waren es ganze 9.800 Kilowattstunden. Grund genug, auch gleich ein wenig größer zu denken:

Solar- und Radweg-Spezialisten berechneten nun die Kapazität des niederländischen Gesamtwegenetzes. Rund ein Fünftel der 140.000 Kilometer Radwege könnten dort zur Erzeugung des Ökostroms genutzt werden.
„Straßen könnten künftig so auch den Strom produzieren, den Elektroautos, die darauf fahren, verbrauchen”, hatte Projektleiter Sten de Wit schon vor dem Start der Solarroad gehofft.

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Ra(n)dnotizen #82

Na da wurde ja wieder etwas ins Gespräch gebracht, was insbesondere deutschen Autofahrern zu manch Extrasystole gelangt. Rechtsabbiegen für Radler bei Rot. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, denkt das Bundesverkehrsministerium tatsächlich darüber nach, diese doch recht sinnvolle Einrichtung, die in anderen europäischen Ländern schon jetzt hervorragend funktioniert, auch in Deutschland zuzulassen.

Das Bundesverkehrsministerium prüft nach Informationen der Süddeutschen Zeitung, ob neue Schilder eingeführt werden können, die Radfahrern künftig das Rechtsabbiegen bei Rot an Kreuzungen erlauben. Die Bundesanstalt für Straßenwesen solle die Frage klären, ob eine solche Regelung für die Verkehrssicherheit sinnvoll ist und ob die “Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung” entsprechend geändert werden könne.

Ich persönlich würde ja generell für den so genannten Idaho-Stopp plädieren, bei dem Radler rote Ampeln wie Stoppschilder und Stoppschilder wie Vorfahrt-beachten-Schilder zu beachten haben. Aber jetzt erklär mal dem deutschen Autofahrer, das der Radler etwas darf was ihm verwehrt bleibt. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #81

Ein Skandal bahnt sich an und das ausgerechnet in der Hauptstadt. Nachdem #R2G nun einen Testprojekt angekündigt hatte, bei dem auf der Frankfurter Allee eine Fahrspur an die Radler gehen soll – ja, ja, Augenwischerei weil nur ein kurzer Abschnitt und nur stadtauswärts – kommt jetzt das “next big thing” auf die Autofahrer zu. Ihnen sollen in Kreuzberg Parkplätze weggenommen werden. Um sie dann, wie gemein, an Fahrradfahrer zu geben.

Der Fahrradbezirk Friedrichshain -Kreuzberg tritt kräftig in die Pedale. Beseelt vom Rückenwind durch die radfreundliche Politik des rot-rot-grünen Senats soll es auf Antrag der bezirklichen Grünen auf dem Kottbusser Damm sowie auf der Zossener Straße Fahrradstreifen geben. Dafür müssten Parkplätze weichen.

Besonders fein an dieser Sache ist, das die entstehenden Fahrradstreifen durch Poller baulich von der Fahrbahn getrennt werden sollen. Damit dürfte dann das übliche Radspurparken wirkungsvoll verhindert werden, was die Sache besonders begrüßenswert macht. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #80

Ein ganzes Jahr ist es jetzt schon her, dass in Berlin das erste deutsche Radgesetz vorgelegt wurde.

Am 23. Februar 2016 stellte die Initiative Volksentscheid Fahrrad den Entwurf des ersten Berliner Radverkehrsgesetzes der Presse und der Öffentlichkeit vor, über das seit dem viel diskutiert wird. Innerhalb von nur drei Monaten wurde das Gesetz nach dem ersten deutschen Gesetzes-Hackathon mit 30 Juristen, Verkehrs- und Mobilitätsexperten erarbeitet. Nach bundesweiten Web-2.0-Lesungen, Insider-Tipps von Verwaltungsmitarbeitern und diversen Anhörungen lag das Gesetz Anfang April dem Senat zur Kostenschätzung vor. Die Initiative hat dafür einen Bundesnachhaltigkeitspreis erhalten.

Und tatsächlich spaltet dieser Gesetzentwurf die Szene und die Bevölkerung. Die einen sehen darin den ganz großen Wurf, andere sind eher skeptisch, wieder welche meinen, damit würde der Fahrradverkehr unverhältnismäßig stark bevorzugt, der nächste findet, man müsse da noch mehr fordern. Und der damals zuständige Senator hat es blockiert und damit geschafft, dass es ganz sicher nicht wie geplant im Rahmen der Bundestagswahl 2017 zum Volksentscheid kommt.

Aber es hat insgesamt zu einem Umdenken geführt, nicht nur in Berlin. Viele Kommunen haben seither erkannt, das der Radverkehr durchaus gefördert werden muss und versuchen – mehr oder weniger erfolgreich – die Verkehrswende herbeizuführen. Und somit ist es schon ein recht denkwürdiges Jubiläum. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #79

Manch einer ist ja quasi aus dem Stand auf Krawall gebürstet, wenn es um ein Thema geht, das in Niedersachsen gerade zu einem Modellprojekt führt. Tempo 30 auch auf Hauptstraßen innerorts. Und dabei ist das eigentlich kein Problem. Jeder, der mit dem Auto schon einmal Urlaub in Österreich gemacht hat, der kennt es. Der gesamte Ort wird zur Tempo-30-Zone erklärt, lediglich die großen Durchfahrtstraßen haben dann gezielt Tempo 50 angeordnet. Und alle kommen ganz entspannt und dennoch flott ans Ziel.

Und der Clou: Niemand stirbt daran. Denn genau das, so meinen offenbar einige Tempo-30-Gegner, würde ja bei einer innerörtlichen Regelgeschwindigkeit von 30 km/h geschehen. Dabei kann man auf den meisten städtischen Hauptstraßen sowieso nicht schneller fahren, denn im Stau drehen sich bekanntlich ohnehin recht wenig Räder. Nur ist eben eines zutiefst im deutschen Autofahrer verwurzelt, er will wenigstens dürfen. Wenn er schon nicht kann. (mehr …)

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