#Twitterfundstücke

1. JEDER (Radfahrer) kennt es: Autofahrer interessieren sich einen Scheiß für auf die Straße gemalte Radstreifen. Selbst dann nicht, wenn sie von Radfahrern benutzt werden. Somit darf man dann erstmal Slalom fahren. Und nein liebe Autofahrer, so etwas übt nicht, ist also wirklich unnötig! 🙁

2. WENN vor Falschparkern kapituliert wird: Anstatt die Karre einfach mal umsetzen zu lassen, verzichtet man hier einfach auf ein Stück Radwegmarkierung. Okay, wie wir unter 1 gelernt haben, nutzt die ja ohnehin nicht viel, aber hey, wenn schon, denn schon! weiterlesen

Ra(n)dnotizen #109

Erstkürzlich hatte ich mit einem Freund das Thema „chinesische Leihfahrräder“. Wir beide hatten dabei das obligatorische Halbwissen am Start: Stehen überall herum, bilden irgendwann riesige Schrotthaufen, die Bewegungsdaten der Benutzer werden gewinnbringend nach China verhökert. Umso erstaunter war ich dann, als ich just zwei Tage später über einen Artikel zu diesem Thema stolperte, der so richtig entspannt an die Sache herangeht. Dabei werden dann sowohl die Vorurteile, als auch die Möglichkeiten beleuchtet, die solche große Leihfahrradsystem mit sich bringen.

Ich glaube, dass die Räder für viele Städte eine gute Chance sein können. Zum einen könnte es sein, dass Städte, die selber kein Geld in eigene Leihsysteme ausgeben auf einmal eins bekommen. Das betrifft auch Städte, die seit Jahren planen, ein System einzuführen aber noch keine Ergebnisse vorweisen können. Aber auch die Städte, die bereits Systeme betreiben, sollten am Ende vom Innovationsdruck, der jetzt auf die deutschen Anbieter zukommt, profitieren. Der stationslose Betrieb der neuen Anbieter könnte Bikesharing auch für neue Zielgruppen interessant machen – etwa für Menschen, die nicht in der Nähe von bestehenden Ausleihstationen wohnen. Die asiatischen Anbieter betreiben alle ihre Systeme Stationslos, das heißt die Räder können an jeder Straßenecke abgestellt werden und eben dort auch wieder ausgeliehen werden. Gleichzeitig wird sich bei einer großen Anzahl an Rädern auch die Wahrnehmung von Verkehr ändern, Bewusstsein für andere Fortbewegungsmittel fördern.

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Ra(n)dnotizen #108

Alter Verwalter, da hat sich ja die Berliner Regierung ein echt dickes Ding geleistet. Hier in Person der Chef der Senatskanzlei für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Björn Böhning. Der nämlich schlägt vor, „um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen“, in eine geplante Bundesratsinitiative für mehr Verkehrssicherheit eine Helmpflicht für Kinder aufzunehmen, ebenso wie schärfere Sanktionen gegen Radfahrer, die trotz bestehender Benutzungspflicht eines Radweges auf der Fahrbahn radeln.

Gut, das muss man erstmal sacken lassen. Fangen wir mit den Sanktionen an. Auf den ersten Blick hört sich das ja durchaus gerecht an. Man will einerseits den Radverkehr fördern, packt deshalb aber auch das „Problem“ Verkehrsverstöße durch Radfahrer mit an. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn will man tatsächlich Verkehrsverstöße stärker ahnden, muss hier jeder Verstoß gleichermaßen in Angriff genommen und dabei seine Gefährlichkeit ins Verhältnis zur Strafe gesetzt werden. weiterlesen

Als Fahrradpendler in Berlin unterwegs, oder: How to survive your Heimweg!

Ich fahre nun schon seit einigen Jahren generell mit dem Fahrrad zur Arbeit und wieder heim. In Berlin ist das einfach die schnellste Lösung, denn so spare ich mir etliche Stunden Stau, schon meine Nerven und die Umwelt, tue etwas für meine Gesundheit und habe immer etwas zu berichten. Also immer dann, wenn die Nerven doch mal nicht geschont wurden.

So wie heute, denn auch wenn ich eher zu der Gruppe Radfahrer gehöre, die inzwischen hupresistent sind, bei Nahtoderlebnissen tendenziell eher gelassen bleiben und sich auch sonst nicht wirklich aus der Ruhe bringen lassen, war der heutige Heimweg nach der Nachtschicht irgendwie bezeichnend für Berlin, für das, was viele Radfahrer hier tagtäglich erleben und woraus – in Notwehr – der so genannte Radelrambo hervorgeht. Ein Hindernisparcour. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #107

In Potsdam will man den Worten nun tatsächlich Taten folgen lassen. Das Radverkehrskonzept wurde ja bereits fortgeschrieben, es fehlte jedoch eines: Ein Zeitplan und die Finanzierung. Daran scheitern dann ja in den meisten Fällen derartige Vorhaben und das „wollen“ bleibt auf dem Papier stehen.

Nun hat man in der brandenburgischen Landeshauptstadt aber offenbar wirklich den Willen, zur echten Fahrradstadt zu werden und macht Gelder locker. 4,4 Millionen sollen es 2018/19 ein. Sicher nicht die Welt, aber Potsdam ist im Vergleich zu manch anderer Stadt ja eher ein Dorf und da sind solche Beträge schon jede Menge. Mit dabei ein Radschnellweg, für den es sogar eine eigene Brücke geben soll. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #106

Was viele Radfahrer schon immer wussten, aber nie mit echten Zahlen untermauern konnten, wurde nun von der Hamburger Polizei nicht nur festgestellt, sondern auch frei heraus veröffentlicht. Auch Autofahrer fahren bei rot über die Ampel. Ja ja, nichts wirklich neues, folgt man jedoch den Diskussionen in sozialen Netzwerken oder den Kommentarspalten der Nachrichten/Zeitungen/Magazine, dann wird dort ein ganz anderes Bild gezeichnet.

Denn immer dann, wenn über einen toten Radfahrer berichtet wird, ist selten von der Schuld des Autofahrers die Rede, sondern von Kampfradlern, die immer nur bei rot fahren, die ohne Licht auf der falschen Straßen Seite unterwegs sind und die junge Enten rückwärts in den Teich schubsen. Umso interessanter sind also die Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen der Hamburger Polizei: weiterlesen

Novellierung der StVO zum Januar 2037

Wir schreiben das Jahr 2037. Gerade erst wurde die Straßenverkehrsordnung novelliert, um der aktuellen Situation auf deutschen Straßen hinreichend Rechnung zu tragen. Während noch vor zwanzig Jahren die Radfahrer versuchten, den verfügbaren Verkehrsraum an sich zu reißen, war die Autofahrerlobby, vertreten durch den ADAC, jedoch weitsichtig genug zu erkennen, dass es ohne Automobilverkehr nicht geht.

Die Menschen wollen ganz individuell mit ihrem Automobil fahren, der Einzelhandel ist auch innerstädtisch auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angewiesen – angeblich erfolgreiche Experimente mit Belieferung durch E-Cargobikes erwiesen sich als Fake-News – und insgesamt waren es eigentlich nur sehr wenige, die mit dem Fahrrad fahren wollten. Eigentlich sogar fast niemand. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #105

Wer hätte das gedacht, die bösen, bösen Berliner Kampfradelrowdies sind doch nicht so schlimm, wie es für gewöhnlich dargestellt wird. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine aktuelle Untersuchung und auch wenn es Autofahrer vermutlich ganz anders sehen, ich kann das durchaus bestätigen. Denn ich achte immer recht genau auf das Verhalten anderer Radfahrer, zu sehr ärgert mit schließlich, das es immer einzelne sind, die mit ihrem Verhalten dafür sorgen, das „die Radfahrer“ einen schlechten Ruf haben.

Die Untersuchung, über die demletzt die Berliner Zeitung berichtete, geht davon aus, das vor allem die Fahrradstaffel der Berliner Polizei zu dieser Entwicklung führte. weiterlesen