Ra(n)dnotizen #90

Eins gleich vorab: Die Leipziger neuseenclassics stehen vor der Tür bzw. fanden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Ra(n)dnotizen schon statt. Ich mittendrin und somit ist die freie Zeit in dieser Woche vornehmlich fürs Training reserviert. Man möge mir also verzeihen, das es diesmal etwas knapper wird. 🙂

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Jawoll, es geht doch. In Berlin-Kreuzberg ist gerade ein Logistikunternehmen dabei sich zu etablieren, das auf Cargobikes setzt. Dicke Dreiräder mit Elektrounterstützung ermöglichen es dabei, bis zu 250 Kilogramm Ladung zu transportieren. Ich rede ja schon lange davon, das es innerstädtisch Unfug ist, alle Transporte mit Transportern oder gar LKW zu erledigen. Alles was über wirklich große Lasten hinaus geht, schafft so ein Cargobike viel besser. Und es ist vor allem auf die kleinen Mengen zu transportierender Güter zugeschnitten, von denen wir in der Stadt reden. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #89

Beginnen wir gleich mal mit einer Leseempfehlung, und zwar einer dringenden. Wie so oft bei Radverkehrspolitik.de handelt es sich dabei um jede Menge Buchstaben, man muss also etwas Zeit mitbringen, die es sich aber durchaus zu investieren lohnt. Dabei geht es um eine Buchbesprechung. Wait, what?! Ja, eine Buchbesprechung. Das Buch um das es dabei geht wurde von keinem geringeren als Wolf Wegener verfasst, dem langjährigen Vorsitzenden des ADAC Berlin/Brandenburg.

Das Buch mit dem Titel “Deutschland schafft das Auto ab” will dabei nach Aussage des Autors mit “Vorurteilen gegen und Fehlinformationen über das Automobil” aufräumen, will “vor einem ideologisch geführten Kampf gegen die Mobilität, der nicht zuletzt die Freiheit der Menschen einschränkt und die Kraft der deutschen Wirtschaft unterminiert” warnen. Nun, dieses Vorhaben ist durch eine ziemlich beschränkte Sichtweise geprägt und wird im Artikel ganz genüßlich auseinandergenommen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #88

In Berlin-Kreuzberg läuft ja schon seit letztem Dezember eine Aktion, die tatsächlich begrüßenswert ist. Und die gern auch bundesweit Schule machen darf. Es werden, an drei ausgesuchten Straßen, Radwegparker konsequent umgesetzt.

Erkämpft hat die Sonderaktion der Polizei ein einzelner Bürger: Andreas Schwiede, vielen als Falschparkeraktivist bekannt (auf Twitter als @poliauwei unterwegs). Gerasch spricht von einem „Abkommen“ mit Schwiede. Ausgewählt wurde die Ecke Duden-/Katzbachstraße und Großbeerenstraße, weil dort vermutlich meist Anwohner die Radstreifen als Parkplatz missbrauchen. Ziel der auf einige Monate befristeten Aktion sei es, einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, sagt Polizeidirektor Gerasch. Sprich: Wer einmal die hohen Abschleppkosten zahlen musste, parkt beim nächsten Mal korrekt.

Normalerweise wimmelt die Polizei bei entsprechenden Meldungen ja gern ab, da für den ruhenden Verkehr die Ordnungsämter zuständig sind. Was im Fall zugeparkter Radwege jedoch falsch ist, denn ein zugeparkter Radweg stellt eine Verkehrsgefährdung dar, deren Beseitigung tatsächlich in der Zuständigkeit der Polizei liegt. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #87

Angesichts immer vollerer Städte werden sie zunehmend beliebter, denn sie ermöglichen die Mitnahme in Nahverkehrsmitteln ebenso wie die Lagerung “unter dem Schreibtisch” im Büro: Falträder. Quasi state-of-the-art sind dabei ja die Brompton-Falträder, für die es letztes Jahr beim Berliner Velothon sogar ein ganz eigenes Rennen gab. Eine ganz nette Alternative dazu, obendrein mit Elektroantrieb, habe ich hier in den Radnotizen ja auch schon mal erwähnt.

Jetzt ist mir ein weiterer, wirklich interessanter Vertreter der Gattung Faltrad üder den Weg gelaufen, das Kwiggle. Ähnlich wie auch das Mate, das über Indigogo crowdfunded wurde, handelt es sich beim Kwiggle um ein Kickstarter-Projekt. Dabei ist das Rad so klein, das man es gefaltet sogar auf Flugreisen mitnehmen könnte. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #86

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich wurde neben der Planung und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auch die gesetzliche Regelung des Straßenverkehrs in Form der StVO komplett den Bedürfnissen des Autoverkehrs angepasst. Zwar gab es auch dort einige wenige Anpassungen an den Fahrradverkehr, aber die waren eher pseudokosmetischer Natur, ähnlich denen in Deutschland.

Der österreichische Verband Radlobby, der sich als Bundesverband der lokalen Radlerverbände sieht, hat nun einen zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog veröffentlicht, der dringend notwendige Änderungen der StVO beinhaltet. Diese Forderungen sollen den Radverkehr deutlich sicherer machen und das Verkehrsmittel Fahrrad den motorisierten Verkehrsmitteln ein Stück weit gleichstellen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #85

Beginnen wir doch zur Abwechslung mal mit guten Nachrichten, denn genau diese hat es am letzten Donnerstag gegeben. Berlin wird sein Radgesetz bekommen. Zwar nicht exakt in der Form, in der es durch die Initiative Volksentscheid Fahrrad entworfen wurde, dieser Entwurf diente allerdings als Grundlage für die Arbeit einer Dialoggruppe aus Vertretern von Senat, Initiative, ADFC und BUND.

Und genau diese Dialoggruppe hat sich nun darauf geeinigt, das Berlin als bundesweit erstes Land ein eigenes Radgesetz bekommt. Dabei ist geplant, den Radverkehrsanteil in der Umweltzone, also innerhalb des S-Bahnringes auf 30%, in Gesamtberlin auf 20% zu steigern und die Anzahl der Verkehrtoten auf null zu senken. Umgesetzt werden soll das unter anderem durch, wie man auf zeit.de lesen kann, durch verschiedene Maßnahmen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #84

Fangen wir mit den schlechten Nachrichten an. In Berlin wurde mal wieder ein Radfahrer getötet. Wieder mal bog ein LKW ab, wiedermal fuhr der Fahrer obwohl er nicht alles sah und wieder einmal lag am Ende der Radfahrer tot auf der Straße. Damit wird fast nahtlos an 2016 angeknüpft, wo ganze 17 Radfahrer allein in Berlin getötet wurden.

Wenn man nun aber denkt, es würde sich deshalb etwas ändern, dann irrt man gewaltig. Zwar hat der rot-rot-grüne Senat Kraft seiner Koalitionsvereinbarung versprochen, bis zum März 2017 ein Mobilitätsgesetz auf den Weg zu bringen, das in weiten Teilen das Radgesetz der Initiative Volksentscheid Fahrrad beinhaltet und somit Radfahrer schützen soll. Und der März ist nun vorbei. Einzig die Politik hat nicht geliefert. Grund genug, darüber nachzudenken, ob und wie man auch die Politik haftbar machen kann. Haftbar für die vielen toten Radfahrer. Mit genau diesem Thema befasst sich ein Gastkommentar in der taz. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #83

Bei Amsterdam gibt es seit einem Jahr ein 70 Meter langes Stück Radweg, das komplett aus Solarzellen besteht und somit nicht nur eine feine und gut befahrbare Oberfläche hat, sondern eben auch gleich noch Strom produziert. Nach diesem ersten Jahr hat man nun resümiert, das der Radweg in Sachen Stromerzeugung eine wirklich gute Performance an den Tag legt.

In den ersten 6 Monaten brachte er ganze 3.000 Kilowattstunden, also den Verbrauch eines Einfamilienhauses, in kompletten ersten Jahr waren es ganze 9.800 Kilowattstunden. Grund genug, auch gleich ein wenig größer zu denken:

Solar- und Radweg-Spezialisten berechneten nun die Kapazität des niederländischen Gesamtwegenetzes. Rund ein Fünftel der 140.000 Kilometer Radwege könnten dort zur Erzeugung des Ökostroms genutzt werden.
„Straßen könnten künftig so auch den Strom produzieren, den Elektroautos, die darauf fahren, verbrauchen”, hatte Projektleiter Sten de Wit schon vor dem Start der Solarroad gehofft.

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