Collateral Damage

Die Planung

Wie bereits angekündigt, hier der Bericht zu unserer chaotischen Hochzeitsvorfete. Zugetragen haben sich die Ereignisse im Juni 2005.

Da ich bei der Feuerwehr arbeite, kamen wir nicht umhin eine kleine Feier für die Kollegen zu organisieren. Das ist so Tradition und man wird wohl gesteinigt, wenn man den Kollegen vor einem so großen Ereignis nicht ausreichend die Kehle spült. Also machten wir uns auf die Suche nach einer geegneten Lokalität, die wir in Form eines sehr gemütlichen Biergartens fanden. Die Wirtsleute waren uns gut bekannt, so das es ein Kinderspiel war, recht gute Konditionen auszuhandeln. Da es ein Umtrunk und keine Megafeier werden sollte, wurde auf ein Buffett verzichtet, statt dessen sollte es nur Würstchen und Kartoffelsalat geben, falls doch mal jemand Hunger bekommt. Getränke waren frei, allerdings nur Bier und alkoholfreie getränke, da weder $BESTEEHEFRAUVONALLEN noch ich Schnaps oder andere hochprozentge Sachen Trinken. Okay, Sekt und Wein für Frauen war auch erlaubt.

Die Begrenzung des Akoholgehaltes der Getränke auf unsere Kosten hatte auch noch einen weiteren Grund: Die lieben Kollegen schaffen reichlich und wir wollten Totalausfälle auf jeden Fall vermeiden.

Also ging es an die Einldungen. Sowohl meine Kollegen, als auch die von $BESTEEHEFRAUVONALLEN bekamen Plakate an die jeweiligen schwarzen Bretter genagelt, in denen auf das bevorstehende Fest hingewiesen wurde. Ebenfalls geladen waren die Trauzeugen, denn irgendjemand musste uns ja im Notfall nach Hause bringen können. 😉

Zu Ablauf dachten wir uns, das gegen 10 Uhr begonnen wird und gegen 15 Uhr der Spuk mehr oder weniger vorbei ist und wir uns noch mit den Wirtsleuten zusammensetzen um einen Happen zu essen und uns dann seelisch und moralisch auf die bevorstehende Trauung vorzubereiten. Zwischen Feier und Trauung sollte ein freier Tag liegen, wie sich später herausstellte war das eine sehr weise Entscheidung.

Ihre Teilnahme zugesagt hatten dann 25 von meinen Kollegen, mein Trauzeuge, die Trauzeugin von $BESTEEHEFRAUVONALLEN und eine Kollegin von $BESTEEHEFRAUVONALLEN in Vertretung für die anderen die wegen Schichtdienst nicht teilnehmen konnten. Die Trauzeugin von $BESTEEHEFRAUVONALLEN wollte gemeinsam mit ihrem Mann kommen, da die beiden in der Nähe von Hamburg wohnen und somit die „Reise in die alte Heimat“ als kleinen Urlaubstrip nutzten. Ihren Sohn lieferten die beiden gleich bei unserem Sohnemann ab, der sich um ihn kümmern wollte. Zwei Tage vor der Feier nahm das Schicksal dann eine bedeutende Wendung: Trauzeugin ruft an und fragt, ob sie ihre Tochter mitbringen darf, die in Potsdam studiert und gern dabei sein möchte. Kein Problem, jederzeit gerne. Wie sich später dann herausstellte hatte eben diese Tochter entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Ereignisse… 😉

Die Fete

Frohen Mutes ob der anstehenden Feierlichkeit machten wir uns am Morgen auf den Weg zum Ort des Geschehens. Ca. 09:30 Uhr waren wir vor Ort und stießen mit dem ersten Weißbier an. Anwesend waren zu diesem Zeitpunkt $BESTEEHEFRAUVONALLEN, mein Trauzeuge und ich. Dann trafen nach und nach die ersten Kollegen ein und die Party nahm ihren Lauf.

Der Weißbierkonsum stieg schon in den ersten Stunden der Party ins schier Unermessliche, da jeder der einzeln eintreffenden Kollegen ein Bier mit mir trinken wollte. Das Personal im Biergarten leistete ganze Arbeit, niemals saß jemand vor einem leeren Glas. Ungefähr gegen 18 Uhr waren alle Anwesenden, $BESTEEHEFRAUVONALLEN und mich eingeschlossen, schwer angeschlagen und standen kurz vor dem Verlust der Muttersprache. Der Einzige, der noch ein wenig Überblick hatte, war mein Trauzeuge.

Wie man sieht, war der ursprünglich gesteckte Zeitrahmen nun um mehr als 2 Stunden überschritten und kein Ende war in Sicht. Plötzlich aber überschlugen sich die Ereignisse, allerdings sozusagen zweigleisig, denn tunnelblickend war es niemandem mehr möglich alle Einzelheiten zu erfassen.

Die erste Wendung wurde durch die Trauzeugin von $BESTEEHEFRAUVONALLEN herbeigeführt, die sich dachte das $BESTEEHEFRAUVONALLEN genug des guten Schluckes hätte, sie schnappte und zu uns nach Hause schliff. Nach 20 bis 30 Minuten Fußmarsch und zwei Tassen starken Kaffees war sie wieder soweit hergestellt, das es ihr nun arg missfiel, dass ich noch am Ort des Geschehens war. Also rief sie mich an und orderte mich nach Hause. Ich hatte ihr Verschwinden bis dato nicht gemerkt und flitzte nun los, schließlich bin ich ja ein braver Junge und höre auf meine zukünftige Gattin.

Mein Trauzeuge hatte inzwischen schwer damit zu tun, die Tochter der Trauzeugin loszuwerden. Hier muss erwähnt werden, das eben diese normalerweise nicht auf das andere Geschlecht steht, was dazu führte das alle sehr verwundert waren, als sie sich nun an des Trauzeugen Hals zu werfen versuchte. Als sie kurz auf der Toilette war erkundigte sich mein Trauzeuge nach meinem Verbleib und erfuhr, dass ich unterwegs nach Hause sei. Wie ein geölter Blitz verließ er das Lokal und folgte mir.

Somit war der Teil im Lokal abgeschlossen, zumindest für uns. Dass die Ereignisse dort ganz fröhlich ihren Lauf nahmen erfuhren wir erst 3 Wochen später. Dazu aber im nächsten Teil mehr.

Auf halbem Weg nach Hause sammelte mich also mein Trauzeuge ein und wir gingen schlenderten wankten gemeinsam weiter. Zu Hause angekommen standen wir vor der Tür, wo $BESTEEHEFRAUVONALLEN bereits wartete. Dadurch das sie von ihrer Trauzeugin wieder „nüchtern“ gemacht wurde, war sie natürlich schwerste Sorte erbost, das wir beide nun völlig volltrunken auftauchten, dazu hätten wir außerdem wohl viel zu lange für den Weg gebraucht. Was dann passierte ist nicht mehr nachvollziehbar, auf jeden Fall kamen mein Trauzeuge und ich zunächst nicht in die Wohnung sondern krachten gemeinsam die Treppe runter. Volle Länge runter und unten lagen wir dann irgendwie ineinander verknotet herum.

Filmriss.

auge.pngMitten in der Nacht wurde ich im Arbeitszimmer wach und stellte fest dass ich noch völlig bekleidet war. Ein wenig desorientiert zog ich mich dann aus und kletterte ins Bett. Wie der Morgen danach war, muss wohl nicht wirklich erwähnt werden. Am nächsten Tag, der war ja zu Erholungszwecken extra freigehalten, brauchte ich so bis 19.00 Uhr um wieder einen halbwegs klaren Kopf zu bekommen. Die Auswertung von Fotos und zählen aus dem Gedächtnis ergaben, das ich wohl so zwischen 27 und 29 halbe Liter Weißbier getrunken hatte, $BESTEEHEFRAUVONALLEN war mit 23 bis 24 am Start. Kein Wunder also, das es uns total dreckig ging. Hinzu kam, das mein rechtes Auge eine seltsame Rotfärbung hatte, von der man nicht ausgehen konnte das sie bis zum nächsten Tag weg sein würde.

Glücklicherweise wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sich weiterhin so alles abgespielt hatte, also fuhren wir nach der Trauung in die Flitterwochen und ließen es uns gut gehen. Als wir wieder zu Hause waren, kamen dann nach und nach Infos rüber, was sich noch so alles abgespielt hatte. Dazu aber mehr im nächsten Teil.

Die Nachlese

Zurück aus den Flitterwochen erwartete uns zu Hause erstmal die aktuelle Böhse Onkelz DVD. Aber was hat die mit den Ereignissen vor der Hochzeit zu tun? Eigentlich nichts, allerdings dachte ich es erst. 😉

Was war also alles passiert? Noch spät am Abend der exzessiven Feier gab es ein ausgesetztes Mädchen. Am Tag danach erfuhren wir von der Trauzeugin, die bei Sohnemann in der Wohnung einquartiert war, das sie mitten in der Nacht einen Anruf von ihrer Tochter erhalten hatte, die mitten in Spandau saß und nicht mehr wusste wie sie nach Hause kommen sollte. Da Sohnemann mit dem Strassennamen etwas anfangen konnte, setzten sich die beiden ins Auto und sammelten die Tochter ein. Aber wie zum Henker war sie dahin gekommen? Des Rätsels Lösung wurde mir dann wesentlich später zugetragen, ich werde es aber erst an geeigneter Stelle des „Schadensreportes“ erwähnen.

Alle weiteren Infos kamen dann aber wirklich nach den Flitterwochen. Am Abend unserer Rückkehr wollte sich $BESTEEHEFRAUVONALLEN unbedingt noch die Böhse Onkelz DVD anschauen, die bei einem Konzert aufgenommen wurde bei dem wir auch zugegen waren. Also hat sie von 23 bis 1 Uhr das Konzert laufen lassen, und zwar in voller (!) Lautstärke. Am nächsten Morgen hatte ich schon schwer ein schlechtes Gewissen, als mir unsere direkte Nachbarin über den Weg lief, meinte ich einen bösen Ausdruck in ihrem Gesicht wahrzunehmen. Aber sie sagte nichts.

Unten vor dem Haus, ich hatte schnell das Auto geholt um das restliche Gepäck auszuladen, lief mir plötzlich mein Vermieter über den Weg und sprach mich prompt an. Er wollte ganz beiläufig wissen, ob ich in der letzten Zeit eine größere Party gefeiert habe. Aua! Meint der jetzt den enormen Krach von letzter Nacht? Also erstmal ablenken und von der Hochzeit erzählt. Daraufhin erzählte er mir eine Geschichte, woher er denn nun wusste das ich irgendwann mal fett gefeiert habe. Wie schon geschrieben polterte ich mit meinem Trauzeugen die Treppe runter. Just in diesem Moment muss die beste Freundin unserer Nachbarin von eben dieser gekommen sein und wollte wohl ins Hinterhaus in ihre Wohnung. Und da lagen wir nun. Blitzschnell rannte sie ins Gartenhaus, wo der Vermieter wohnt, und klingelte ihn raus: „Kommen Sie schnell, der Herr Bischoff wird im Vorderhaus gerade von einem betrunkenen Glatzkopf verdroschen!“ Der Vermieter also ins Vorderhaus, aber da waren wir nicht mehr. Da er zu dieser späten Stunde nicht mehr bei uns klingeln wollte, ist er in die im Haus befindliche Kneipe gestürmt und hat die Kneipersche zusammengfaltet wie frische Wäsche und ihr bei Strafe verboten, nochmal ihre betrunkenen Gäste ins Haus zu lassen. 😉

Nachdem nun die kleine Episode um unseren Treppensturz klar ist, ist es an der Zeit zu berichten was sich im Lokal der Feier nach unserer Heimkehr abgespielt hat. Die Wirtin des Lokals hatte mich, nachdem sie mir alles erzählt hatte, um die Filmrechte gebeten… 😉

Am Tag nach unserer Rückkehr aus den Flitterwochen gingen wir nochmal ins Lokal, in dem die Fete stattgefunden hatte, da wir dort einen Schirm vergessen hatten, den wir Sicherheitshalber mitgenommen hatten, da Regen angesagt war. Kaum waren wir dort stürzte uns die Wirtin entgegen und fragte uns, ob wir denn vom weiteren Verlauf der Party wüssten. Wir verneinten das und sie erzählte:

Nachdem mein Trauzeuge fluchtartig den Saal verlassen hatte um mir zu folgen, kam die Tochter der Trauzeugin vom Klo und fragte nach ihm. Ihr wurde erklärt das er weggerannt sei, was sie wohl persönlich nahm und sich mit Bier und Zigarette vor dem Lokal auf der Treppe platzierte. Zwei Kollegen von mir saßen zusammen mit unseren Zugführer noch im Lokal. Die beiden waren schon recht voll und auf die Frage ob sie noch einen Wunsch hätten antworteten die beiden mit: „Ficken!„. „Na dann nehmt euch doch die da draußen.„. Ich erinnere nochmal, die Tochter der Trauzeugin bevorzugt das eigene Geschlecht für Zweisamkeiten. Aber einer der beiden ging raus und holte sie an den Tisch. Sie saß nun zwischen den beiden und einer fing an ihr in der Hose zu spielen. Der andere beschäftigte sich damit ihre Gesichtspiercings abzulecken.

Inzwischen kam ein anderer Kollege nochmal vorbei, er war recht früh gegangen da er noch einiges zu erledigen hatte und wollte auf dem Rückweg nun nochmal schnell reinschauen. Er setzt sich also mit an den Tisch und das erste was ihm dargeboten wird ist eine Hand, die gerade noch in der Hose der Tochter der Trauzeugin steckte. „Riech mal!„.

Es wurde berichtet, das dieser Kollege dann fluchtartig den Ort des Geschehens verliess, immerhin stand er 2 Jahre vor der Pensionierung und in diesem Alter kann man über derartiges kaum lachen. Allerdings geschah diese Flucht sehr zum Leidwesen des anderen noch vor Ort befindlichen Kollegen, der nun wiederum keine Möglichkeit zur Flucht sah. Diese bot sich ihm wohl erst ca. 20 Minuten später als er mal für kleine Feuerwehrmänner musste und vom Klobesuch nie wieder kam. 😉

Die Gegenseitigen Lustbekundungen nahmen ihren Lauf. Blöderweise saßen die 3 an einem Tisch, der auch von einem anderen Raum im Lokal einsehbar war. Und die dort befindlichen Gäste fanden das Schauspiel alles andere als lustig. Nach diversen Beschwerden bei der Bedienung wollte die Wirtin, der vielen Entschuldigungen bei den anderen Gästen leid, nach hinten und ein Machtwort sprechen. Just in diesem Moment kam den dreien die Idee, man könnte ja den Kneipentisch prima für ein gemütliches Schäferstündchen zu dritt nutzen. Glücklicherweise konnte die Wirtin das Ganze noch kurz vor der Entkleidungsaktion stoppen und die 3 des Lokals verweisen.

Hausverbot auf Lebenszeit.

Damit aber nicht genug. Die 3 waren angepiekt und wollten ihren Spaß. Da sich kein vernünftiges Plätzchen für eine Nummer unter freiem Himmel finden liess, gingen sie zu einem der beiden Kollegen nach Hause. Was sich dort abgespielt hat, lässt sich nur erahnen, ich habe später einen der beiden Kollegen interviewt und er konnte sich nicht wirklich genau erinnern. Ende vom Lied war jedenfalls, das der Kollege in dessen Wohnung sie nun waren einfach nur noch schlafen wollte und der andere die Tochter der Trauzeugin etwa 20 Minuten später wortlos vor die Tür setzte. Was die beiden in der Zwischenzeit noch so alles getrieben gemacht haben, wird leider auf ewig unserer Phantasie überlassen bleiben.

Tja, und nun stand die Tochter der Trauzeugin mitten in der Nacht mutterseelen allein in Berlin, wusste nicht wo sie war und rief bei Mama an, um sie abholen und zum Bahnhof bringen zu lassen.

Interessanterweise sagte die Trauzeugin zu $BESTEEHEFRAUVONALLEN, das sie „sowas“ nicht von ihr gedacht hätte, gemeint war das nette Saufgelage. Wenn sie wüsste was ihre Tochter wirklich in abgelegene Spandauer Strassen gebracht hat, dann wäre sie ganz sicher froh, wenn ihre Tochter nur gezecht hätte… 😉

Das Fazit

Fassen wir also mal die Ereignisse rund um unsere „Hochzeitsvorfeier“ kurz zusammen.

Geplant war:

  • ein netter Umtrunk mit Kollegen
  • Zeitansatz: 10.00 bis ca. 15.00 Uhr

Heraus kam:

  • ein netter Umtrunk mit Kollegen
  • Zeitverbrauch: 09.30 Uhr bis irgendwann
  • ein Treppensturz
  • eine entsetzte Nachbarin
  • ein erboster Vermieter
  • eine verwarnte Wirtin bei uns im Haus
  • eine Lesbe auf Männerjagd
  • Sex in der Öffentlichkeit
  • Hausverbot im Lokal für 3 Leute
  • ein ausgesetztes Mädchen

Fazit: Ein überaus gelungenes Fest! 🙂

13 thoughts to “Collateral Damage”

  1. Hier ist was los! 😯
    Mein Mann (der Jay) hat sich beim Polterabend übrigens auch etwas verschätzt – was die Menge des Alkohols angeht. Da wir danach keinen Tag frei hatten, hing er dementsprechend derangiert auf unserer Hochzeit rum. Männer…

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