Das Leben mit der Sucht

Heute jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem ich gemeinsam mit $BESTEEHEFRAUVONALLEN in den benachbarten Park getigert bin, um dort nach etwas zu suchen das uns zwar namentlich bekannt war, wovon wir aber nicht wussten wie es aussieht. Die Rede ist, der geneigte Stammleser wird es wissen, von einem Geocache. Völlig ahnungslos tappten wir seinerzeit durch den Südpark, das man beim GPSr verschiedene Zoomstufen hat nahmen wir gar nicht wahr, aber dennoch wurden wir fündig. Ein PETling, also nicht wirklich eine Zierde seiner Art, aber dennoch waren wir stolz wie Bolle das wir ihn gefunden hatten. Als ich das ein paar Tage später hier im Blog erwähnte, kam sofort eine Warnung vor dem enormen Suchtpotenzial.

Und ja, das Suchtpotenzial darf man nicht unterschätzen. Und gerade in unserem Falle hatte die Sucht leichtes Spiel. Schließlich waren wir ohnehin schon sehr viel draußen unterwegs, es gab kaum ein Stück Wald in der Umgebung das wir nicht schon erkundet hatten. Aber nun gab es ja einige hundert neue Gründe durch die Wälder der Umgebung zu streifen. Fortan hieß es dann also nicht nur andern, sondern wandern und Schätze suchen.

So manches mal schmunzeln wir noch, wenn wir uns an unsere unbeholfenen Anfänge erinnern. So wussten wir bspw. nicht, das man mit dem GPSr auch ganz exakt Peilen, sprich Wegpunkte projizieren kann. Immer wenn gepeilt werden musste, dann kalibrierte ich den Kompaß, peilte mit den Augen darüber in die korrekte Richtung und dann wurden Schritte gezählt. Einmal ging die Peilung über ganze 3000 Meter. Da halfen 4 Jahre Bundeswehrerfahrung enorm, denn ich fand die Dose auf Anhieb. Heute machen wir das dann aber doch deutlich einfacher unter Zuhilfenahme der vorhandenen Technik.

Durch diverse Umstände war es uns im vergangenen Jahr obendrein vergönnt, fast täglich längereTouren zu unternehmen. So ergab es sich dann, das wir bereits im ersten Jahr aktiven Geocachings ganze 1134 Dosen fanden. Das wird sich jetzt sicher ändern, zum Einen ist deutlich weniger Zeit und zu Anderen sind die Wege zu den Dosen ja nun immer weiter, aber ans Aufhören wird trotzdem nicht gedacht.

Manch einer kriegt ja so seine Sinnkrise, ob nun nach 1000 Dosen, oder nach einem bestimmten Zeitraum. Solcherlei Dinge kann ich überhaupt nicht feststellen. Man geht halt mit der Zeit nur deutlich lockerer an die ganze Sache heran. Wo man früher noch bei der Tourenplanung darauf achtete, das es auch ein brauchbares Verhältnis zwischen Anmarschweg und Anzahl der potenziellen Funde gibt, wird heute eher ausgewählt. Wenn es auf eine schöne Wanderrunde gehen soll, dann lieber ein paar Dosen weniger finden, dafür dann aber wirklich schöne.

Seltsame Tüddeldosen werden inzwischen fast ausschließlich als Beiwerk mitgenommen, eben immer dann wenn man sowieso gerade daran vorbeikommt. Was mich gleich zum nächsten Thema bringt, das ja die Cacherwelt doch oft zu heißen Diskussionen animiert. Sinn und Unsinn von ollen Filmdosen am fallenden Wasser oder der Leitplanke. Gerade hier in der großen Stadt sind diese Dinge enorm verbreitet. Ich glaube, wären die in unseren Anfangszeiten die Hauptausbeute gewesen, wir hätten irgendwann entnervt aufgegeben und das Geocaching gelassen.

Glücklicherweise wohnen wir in direkter Nachbarschaft zum Havelland, und dort sind ein paar Geocacher umtriebig, die selbst die kleinsten Dosen so gestalten, das da handwerkliche Glanzstücke auf ihren Fund warten. Jedesmal war man aufs neue gespannt, welche Überraschung am nächsten Wegpunkt wartete. Das dürfte ganz klar die Sucht gefördert haben. Naja, und inzwischen ist es sowieso zu spät. Allerdings hat man irgendwann auch ein Auge dafür, ob sich ein Cache lohnt oder nicht und kann somit ganz gezielt losziehen. Und wenn man mal in der Fremde etwas ganz besonderes suchen möchte, dann gibt es ja noch gewisse Foren, in denen sich die Insider austauschen, jenseits von Leitplanken und Statistikpunkten.

Lange Rede, gar kein Sinn. Das erste Jahr ist auf jeden Fall geschafft und nach wie vor juckt es schon nach kurzer Zeit ohne Dose in den Fingern. Also wurde hier ein Hobby zur Lebensaufgabe. :w00t:

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

7 thoughts to “Das Leben mit der Sucht”

  1. Gratulation, 1163 in einem Jahr, aber Hallo! Ich sag mal: „nichschlecht“, um nicht medizinische Diagnosevokabeln ins Spiel zu bringen:roll:. Allerdings…Frau werderkirsche wird not amused sein:angry:. Ist sie doch von uns beiden der Punktegeier und das hier liegt ihr doch schwer im Magen:

    gsak orakelt: glurak + die werderkirsche sollte…1000 Funde in 773:w00t: Tagen (205 Cache-Tage) am 09.09.2011 erreichen:cry:

    Sport, äh, Cache frei, Gevatter Schrottie
    Es grüßt der glurak

    1. Naja, 1163 waren es dann ja doch nicht, es waren nur 1134. 😉

      Aber immerhin, ihr beiden seid durch eure Kreativdosen durchaus mit in den Kreis der Hauptschuldigen zu rechnen. 🙂

  2. Auch von mir Gratulation, zum einem zu dem gelungenem Artikel zum anderen natürlich zu den über 1000 Dosen. Und das in einem Jahr. Respekt!

    Lieben Gruß, mach weiter mit dem Cachen
    Martina

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