Datenschaufelei

Das mir das Glück mit Festplatten nicht wirklich hold ist, haben die letzten zwei Jahre gezeigt. Zunächst verabschiedete sich im Februar 2005 meine damalige Western Digital Platte mit 250 GB Fassungsvermögen, von denen gut 190 GB belegt waren. Aus, Ende, kaputt. Nach einer Investition in ein Datenrettungsprogramm (GetDataBack) konnte die Platte noch ausgelesen werden, und das obwohl die MFT komplett zerhackt war und die Platte an keinem IDE-Kanal mehr angesprochen werden konnte (weder unter Windows noch unter Linux oder BeOS). Ist eben schon blöd wenn das benötigte Backup immer genau das ist, das man nicht hat. 🙁
Da die „Reserveplatte“ nur 10 GB groß war, habe ich also mit einem riesigen Stapel DVDs am Rechner gesessen und alles STück für Stück gesichert. Das einzige was damals wirklich hinüber war, waren einige VB-Projekte, die dann nicht mehr geladen werden konnten. Aber das war halb so wild, denn von denen hatte ich relativ aktuelle Backups.

Die 250er Platte wurde mir dankenswerterweise vom Teiledealer meines geringsten Mißtrauens anstandslos und sofort umgetauscht. Blöd war dann nur, das das Austauschteil kurz darauf ebenfalls abrauchte. 🙁

Diesmal erfolgte kein Umtausch sondern das obligatorische Einsenden an den Hersteller. Die dann gelieferte Platte arbeitete dann endlich so wie sie es sollte. Ich schiebe das mal darauf, das ich dafür dann extra ein USB-Gehäuse gekauft hatte, da ich vermutete das die Platte trotz aktiver Kühlung im inneren des Rechners einfach zu heiß lief. Im Januar 2006 kam dann eine weitere 250er dazu, diese gleich im USB-Gehäuse. Fortan liefen beide Platten parallel, also auf einer wurde gearbeitet und alle Stunde wurden beide Platten komplett synchronisiert.

Dies war auch sehr gut so, denn im August rauchte die neuere der beiden Platten ab. 😯

Also musste mal wieder eine RMA besorgt und ein Paket gepackt werden. Ganz blöd daran: Die ältere Platte macht inzwischen Geräusche die irgendwie sehr ungesund klingen, also wurden nur die wichtigsten Daten für den täglichen Bedarf auf eine Reserveplatte geschaufelt und die große Platte ausgeschaltet. Sicher ist sicher, komplett ohne Backup ist nämlich blöd. Am Freitag dann durfte ich endlich die Austauschplatte vom Hersteller in Empfang nehmen. Nun konnte es ja wieder weitergehen. Aber erst müssen ja die Daten wieder drauf und das sollte am Samstag geschehen.

Blöd ist dann, wenn man die Platte nicht anschliessen kann weil der Hersteller vergessen hat das dazu nötige USB-Kabel mitzuliefern. Glücklicherweise hatte ich noch ein passendes Kabel von meinem alten ISDN-Adapter herumliegen, so das auch das kein Problem mehr war. Als die ersten Daten flossen, mein Fotoarchiv mit gemütlichen 27,3 GB Daten, kam mir das alles sehr langsam vor. Ist da schon wieder etwas nicht in Ordnung? Am Sonntag Mittag fiel mir dann auf, das ich die ältere Platte, die die Daten lieferte, an einen USB 1 Kanal angeschlossen hatte. Blöderweise inmitten des Transfers meine eigentlichen Arbeitsverzeichnisses, und das waren dann gute 140 GB Daten die bereits zu Hälfte drüben waren. Nochmal abbrechen und alles von vorn? Lieber nicht, ich liess also durchlaufen und nahm in Kauf das es zusätzliche Stunden kosten wird. 🙁

Jetzt ist endlich alles umgeschaufelt und vor allem gleich etwas besser sortiert. Das nun die Backup-Platte auch wieder komplett neu bespielt werden muss um weiterhin ganz einfach die Platten zu synchronisieren, muss ich nicht erwähnen, oder? Und wenn sie nicht gestorben sind transferieren sie heute noch… 😉

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 thoughts to “Datenschaufelei”

  1. Erinnert mich an die drei Notebookfestplatten, die ich gegrillt hab…
    Warum die futsch gegangen sind weiss ich immer noch nicht aber sie haben so komisch angefangen zu rattern und dann warn se weg.

  2. Hab in meiner laufbahn erst einen Komplettausfall zu beklagen… interessanterweise ebenfalls eine WD. Deshalb hab ich mir aktuell auch wieder ne 250er Samsung gegönnt – da hab ich gute Erfahrungen und noch keine bösen Geschichten gehört.

    LG, Neri

  3. Ausfälle hatte ich bisher nur bei IBM-Platten (obwohl das die coolsten waren, als sie noch funktioniert haben).
    Droht eigentlich auch bei meiner privaten Backup-Platte (mit ca. 1x-2x Zugriff pro Woche) die Gefahr eines akuten Crashes oder liegt das eher an der pausenlosen Nutzung in Deinen Fällen?

  4. @Neri: Eine Samsung hatte ich früher auch. Die hat auchgt durchgehalten. Nur war sie etwas lauter und wurde immer ziemlich heiß.

    @Jay: Das lag wohl eher an der durchgehenden Nutzung, da die Platte ja al Arbeitsplatte im System baumelt. Also bei der Backup-Platte mit recht wenigen Zugriffen dürfte keine Gefahr lauern. Und wenn sie extern ist, kann sie ja auch einfach abgeschaltet werden.

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