Denn die Geocacher selbst sind nicht unsichtbar…

Gerade erst wurde es bei dosensucher.de thematisiert, da schlägt das Problem auch hier in der Gegend auf: Unbedacht gelegte Caches einer IMHO fragwürdigen Serie, die allein durch ihre Position nicht nur das Potenzial für großangelegte Polizeieinsätze haben, sondern auch gar nicht hätten gepublished[tm] werden dürfen.

Diesmal führt uns das Abenteuer Geocaching auf den Hof einer Freiwilligen Feuerwehr. An deren schickem Gerätehaus hängt nun auch ein Geocache und wartet auf Besucher. Ansich ist das erstmal eine recht normale Sache, es soll auf die Kameraden der Feuerwehr hingewiesen werden, die einen tollen Job für die Allgemeinheit machen. Dumm nur, das das Gerätehaus auf einem Behördengrundstück steht und obendrein das Grundstück zwingend betreten werden muß, um diesen Cache zu heben.

Huch? Ein fremdes Grundstück betreten?

Aber nicht nur das, viel schlimmer wiegt eigentlich die Aufmerksamkeit, die Gebäuden wie diesen für gewöhnlich entgegengebracht wird. Wo ein Privathaus oft unbeachtet am Straßenrand steht, wird ein Feuerwehrgerätehaus selbst von vorbeifahrenden Fahrzeugen aus oft angeschaut. Und jetzt stelle man sich vor, das dort gerade eine Gestalt herumlungert und einen nicht erkennbaren Gegenstand am Gerätehaus deponiert. Wie schnell ist da das Handy gezückt und der Polizeinotruf gewählt.

Was dann folgt, haben wir vor gar nicht allzu langer Zeit ganz in der Nähe an der Lichtenberger Brücke erlebt. Allein wenn man Tante Guhgel nach der Kombination geocache bombenfund befragt gibt es über zwei Millionen Treffer. Alle davon waren vermeidbar. Aber nicht nur die mögliche Verwechslung mit USBV, allein schon die klare Aussage im Listing „Der cache ist direkt auf dem Gelände zu suchen.“ zeigt, das sich da jemand ganz klar zu wenig Gedanken um diesen Cache gemacht hat. Das hier wohl auch der Reviewer gepennt hat, sei nur am Rande erwähnt.

Schlimm ist nur, das es mal wieder so läuft wie üblich: Ich habe einen SBA geloggt und bin nun erstmal der Buhmann. Kein Ding, damit kann ich um und Schmähmails kann ich ganz fix löschen, mir tut das nicht weh. Aber manch anderer hat da ein deutlich weniger dickes Fell und spart sich deshalb den SBA, selbst wenn er ihn für angebracht hält. Und schon bleiben solche Dosen liegen, nur weil wegen der fast schon garantierten SBA-Folgehäme niemand den SBA loggt. Verständnis kann ich da nur für diejenigen aufbringen, die sich den SBA klemmen, nicht jedoch für die, die es gleich als Sakrileg erachten wenn jemand mit einer guten Begründung SBA loggt.

Oben erwähnter Cache wurde übrigens als Premium Member Only gelistet, hier liegt ganz klar auf der Hand warum. Es zielt darauf ab, den Cache aus öffentlichen Karten und Listen rauszuhalten. Logisch, wenn man schon beim Legen weiß, das man das dort nicht darf. Nur wurde da eines ganz gewaltig vergessen, wenn auch das Cachelisting halbwegs¹ gut versteckt ist und die Dose selbst auch nicht weiter auffällt:

Der suchende Geocacher selbst ist eben nicht unsichtbar…! 😥

¹Halbwegs eben nur, weil jede Behörde auf Anfrage von Groundspeak einen kostenlosen PM-Account gestellt bekommt und somit für ihren Bereich überprüfen kann, ob illegale Caches liegen. Inwieweit die Behörden davon regen oder weniger regen gebrauch machen, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

9 thoughts to “Denn die Geocacher selbst sind nicht unsichtbar…”

  1. Ich bin ja selbst bei der Feuerwehr und habe deswegen den Ort gleich mal blockiert in dem ich etwas abseits davon die Stage eines Multis platziert habe. Sollte dennoch ein Cache auf dem Hof der Feuerwehr freigeschaltet werden wird dieser sofort NA geloggt. Bei jeder Einsatzfahrt steht man quasi mit einem Fuß im Gefängnis wenn etwas passiert. Da fehlt es gerade noch das solche Intelligenzbestien diese Grundstücke verdosen und dann im weg stehen. :angry:

  2. Ich habe auf dem Weg zu unserer Garage auch ne schöne alte Feuerwache und ich muss zugegeben, dass ich auch schon mal dran gedacht habe ein Döschen zu platzieren, weil ich die Tore so schön finde. Viel Gelände auf der Straßenseite haben die dort nicht, nur die Ausfahrt zur Straße mit knapp 5m Länge.
    Aber nur weil mir die Tore gefallen, muss das ja für andere nicht so sein und ein ordentliches Versteck für eine vernünftige Dose bietet diese Straßenseite auch nicht.
    Maximal eine QTA wäre möglich und ein Versteck in sicherer Entfernung, aber eigentlich gibt es ja genug Dosen in der Gegend :D.

  3. Bei fast allen „Häusern der Helfer“-Caches wird man nicht umher kommen, das Grundstück, auf dem das Gebäude liegt zu betreten. Gleiches gilt auch für die meisten „Gotteshäuser“ und viele andere auch.

    Für mich stellt sich die Frage, was akzeptabel ist und was nicht. Die Grenzen liegen für jeden anderes.

    Der Erste stoppt bereits an der Grundstücksgrenze, der nächste geht noch bis zum Schaukasten am Haus, ein anderer schlägt sich ins Gebüsch um bis zur Regenrinne zu gelangen, der nächste würde noch bis auf das Gebäude klettern. Ein jeder dieser Cachertypen würde ein Versteck über seine persönliche Grenze hinaus für SBA-würdig halten.

    Sowohl als Owner, aber auch als Suchender sollte man ständig hinterfragen, wie mein Handeln auf Außenstehende wirken könnte, und meine Handlungsweise entsprechend anpassen. Daraus folgt dan ggf. auch mal ein NA-Log.

  4. seh ich auch so. Überall muss ja letztendlich keine Dose hin, gibt genug Orte, welche nicht gleich einen Polizeieinsatz zur folge haben. Und, gibt es nicht schon genug Dosen in Ortschaften/Städten? Wie wärs mal mit etwas mehr Kreativität? ne tolle Dose im Wald, aufm Berg, irgendwo wo es für uns Cacher was zu sehen gibt. Ne Feuerwache is in meinen Augen langweilig. Sicher machen die Jungs da nen sehr guten Job, aber das wissen wir doch alle auch ohne ne Dose.
    Wann hört das endlich auf, mit dem unüberlegten Dosenweitwurf?

  5. [quote]Allein wenn man Tante Guhgel nach der Kombination geocache bombenfund befragt gibt es über zwei Millionen Treffer.[/quote]

    Weißt Du etwa nicht wie man Google richtig bedient … oder gerade doch?

    So handelt es sich um eine ODER-Suche mit Priorisierung der UND Ergebnisse.
    Wenn man eine reine UND-Suche durchführt, und sich so nur die Artikel anzeigen lässt die tatsächlich beide Schlagwörter beinhalten reduziert sich die Zahl der Treffer um das 14782-fache…

  6. @DasLangeSuchen: Klar, bei vielen Serien muss man auf das Grundstück, aber in fast allen Fällen ist das ein frei zugängliches, weil öffentliches Grundstück. Bei einem Behördengrundstück sieht die Sache jedoch grundsätzlich anders aus. Hier ist es nämlich nicht nru das Betreten, sondern das betreten eines besonders beachteten und beobachteten Grundstückes, bei dem schnell ein falscher Verdacht aufkommen und reichlich ungewünschte sowie unangenehme Folgen nach sich ziehen kann.

    @DerTonLebt: Ich kann Guhgel ganz gut bedienen, ebenso könnte ich auch Krümel kacken und sogar Haare spalten. Muß ich aber nicht, denn manchmal reicht das Einfache als Beispiel auch gut aus. Okay? :angel:

  7. @Schrottie:
    Der falsche Verdacht könnte auch bei z.B. Telefonzellen/Säulen aufkommen, da diese gerne mal als Drogenversteck genutzt werden.

    Ähnliches gilt auch für die „Gotteshäuser“, welche je nach aktueller Sicherheitslage mit zu den besonders gefährdeten Objekten gehören und z.B. mit häufigeren Polizeistreifen überwacht werden. Aktuell gilt dies mancherorts für Synagogen, aber auch für koptische Einrichtungen in Deutschland. Zumindest an ersterem habe ich bereits Geocaches der „Gotteshäuser“-Serie gefunden.

    Daher mein Standpunkt, dass immer -von jeder Seite- abgewägt werden muss, ob ein Cache guten Gewissens angegangen werden kann, oder ggf. ins Archiv gehört.

  8. Klar muss sowas grundsätzlich aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln angeschaut werden. So sehe ich bspw. Caches an Synagogen ebenso extrem kritisch, an der Feldsteinkirche im havelländischen Dorf hingegen wesentlich entspannter. Aber eines steht definitiv fest: Behördengrundstück ist Behördengrundstück. Und wenn es eines ist, das eben den ganzen Tag lang „bewundert“ wird, dann fallen Geocacher, die naturgemäß recht auffällig unauffällig sind eben besonders auf.

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