Die Berliner Ratehakendichte

Eines gleich vorweg: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um den Versuch die Gattung Mystery Cache verallgemeinert madig zu machen. Dieser Artikel soll die aktuelle Lage am Beispiel der Stadt Berlin analysieren und mögliche Lösungen aufzeigen.

…und täglich werden es mehr!

In den Kommentaren zu meinen Überlegungen bezüglich des Outsourcings von Mystery Caches zeigte ElliPirelli einige Angaben zur Cachedichte auf, die ihre u.a. Homezome mit Seattle verglich. In Seattle zeichnete sich die Lage ab, das der von Zentrum (der Abfrage) aus gesehen 500. Mystery gerade mal 22 Kilometer entfernt lag. Das dies zu unterbieten ist war mir auf Anhieb klar, nicht jedoch das es so deutlich ausfallen würde.

Ich habe mir also bei GC eine PQ gezogen, die mir 500 derzeit aktive Mystery Caches in Berlin zeigt. Das Ganze dann ausgehend von der geografischen Mitte Berlins bei N 52° 30.083, E 13° 24.150. Wie ich es mir schon dachte, die 22 Kilometer wurden unterboten. Bereits 16,78 Kilometer vom Mittelpunkt der Umkreissuche aus gesehen war die 500 erreicht. Die aktuell Deaktivierten mit eingerechnet, käme Nummer 500 sicher noch ein kleines Stückchen näher. Aber nun hatte ich die Daten schonmal vorliegen, da musste auch weiterführend ausgewertet werden.

Ausgehend von der geografischen Mitte Berlins ergibt sich also zunächst dieses Bild:

  • 15 km Radius – 456 Mystery Caches
  • 10 km Radius – 273 Mystery Caches
  • 5 km Radius – 87 Mystery Caches

Beim 15 km Radius ist fast das ganze Stadtgebiet abgedeckt, jedoch fehlen einige Randgebiete, in denen dann noch ein paar echt knackige D5er liegen. Der 10 km Radius repräsentiert ungefähr das, was die meisten Cacher als ihre Homezone bezeichnen, der größte Teil der deutschen Geocacher dürfte dort insgesamt weniger Dosen liegen haben als allein die 273 Mysteries hier in Berlin. Der 5 km Radius ist quasi die heiße Zone für Touristen, hier wollen die Berlinbesucher nicht nur olle T-Shirts als Andenken mitnehmen, sondern zuweilen auch ein paar Caches finden. Visuell* sieht das dann so aus:

Das ist ja schonmal recht imposant. Und ehe jetzt hier jemand damit anfängt Flächenberechnungen durchzuführen und die Abstandsregel so darauf zu projizieren das die maximal mögliche Cacheanzahl berechnet wird – das sieht dann zwar plötzlich ganz toll aus, ist jedoch vollkommen realitätsfern. Denn wenn man Verkehrsflächen, Privatgelände, Gewässer und Telefonzellenstandorte** abzieht, bleibt nicht mehr sehr viel übrig.

Beim 15 km Radius sind es übrigens 236 Mystery Caches, die als Mikro daherkommen, also gleich auch das Klischee vom knackigen Rätsel das zur Filmdose führt bedienen. Nimmt man noch die Cachegröße Other mit rein, dann kommt man auf 261 miniformatige Finaldosen, so oder so – es sind über 50%.

Ganze 72 dieser Mystery Caches kommen mit Difficulty >= 3.5 daher, sind also für Otto Normalverbraucher nur mit Hilfe der studierten Nachbarschaft lösbar, wobei das gerade in Berlin auch auf einen großen Teil der zuweilen deutlich geringer bewerteten Mystery Caches zutrifft. Oftmals ist es ja so, das sich das Rätsel dem Owner recht simpel erschließt, klar, er hat es sich schließlich ausgedacht, derjenige aber der es lösen will versteht nur Bahnhof. Dafür ist dann aber die Nummer 500 der D3.5+, ausgehend von Berlins geografischer Mitte nicht mehr ganz so nah, dafür muß man dann schon 188, 97 km weit fahren.

Insgesamt zeigt das aber eines ganz deutlich – solange es die Abstandsregel gibt, muß über eine limitierte Dichte der verschiedenen Cachetypen nachgedacht werden, denn solange für jeden archivierten Tradi oder Multi ein Ratehaken nachwächst kippt das Verhältnis in eine recht ungünstige Lage – neue Geocacher werden kaum mehr Freude daran finden und schnell wieder aufgeben. Wenn aber kein Nachwuchs kommt, dann kommen auch keine neuen Caches und irgendwann sitzen die Owner der Ratehaken recht einsam da: Es gibt dann schließlich irgendwann niemanden mehr der die Dinger suchen will.

Eine Limitierung oder Quotierung der Cachedichte, immer mal wieder ist dabei, so auch in einem Kommentar zum Outsourcing die Rede von einem allgemein verträglichen Verhältnis von 40% Tradi, 40% Multi und 20% Ratehaken, scheint also sinnvoll. Ich schätze mal, das wäre eine durchaus brauchbare Verteilung, wenngleich die Erfahrung gezeigt hat, das 90% der Geocacher auch ohne weiteres auf die Ratehaken verzichten können und somit rein rechnerisch 10% für diese Spezies ausreichen würden.

Klar, manch einer geht dann noch weiter und würde diese Quotierung dann auch gerne auf den Terrainwert und/oder die Notwendigkeit des Einsatzes von speziellen Werkzeugen ausdehnen, aber hehe, lassen wir die Kirche mal vorerst im Dorf und denken über Dinge nach, die nicht nur sinnvoll sind, sondern sich auch umsetzen lassen.

*Screenshots aus QLandkarteGT mit Kartenmaterial von OpenStreetmap
** In Berlin stehen die Chancen wirklich enorm gut, beim Griff unter die Taschenablage einer Telefonzelle eine Filmdose mit Logbuch zu finden. Deshalb ist die Telefonzelle bzw. ihr Standort sozusagen auch ein großes Hindernis für gute Caches.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

27 thoughts to “Die Berliner Ratehakendichte”

  1. Das hat Dir echt keine Ruhe gelassen und ich dachte der Beitrag kommt erst morgen ;). Aber sieht wirklich beängstigend aus 😐

    1. Ich bin heute noch fertig geworden, da sah ich keinen Anlaß das noch einen Tag rauszuzögern. Wer es nicht lesen will, der liest es auch morgen nicht, also was solls. 8)

  2. je weniger Zeit ich zum geocachen habe, um so mehr ärger ich mich inzwischen auch über die mystery-caches.

    Gerade in neuen Städten ist es extrem nervig, wenn sich rund um die Bahnhöfe nur haufenweise mysterys tummeln und man nicht mal eben zwischen zwei Terminen noch die ein oder andere Dose mitnehmen kann.

    Für Berlin hatte ich allerdings mal eine ganze menge zeit und noch immer eine umfangreiche lösungssammlung: http://www.abload.de/img/berlinmysteries9jyv.jpg … 🙂

    1. Jaja, was gäbe ich für diese Sammlung. Das wäre ein ordentlicher Haufen neue Tradis für schöne Nachmittage, vornehmlich die Zeit vor der Nachtschicht, die ja inzwischen entfernungsbedingt cachefrei geworden ist… :ninja:

  3. Ihr tut mir echt leid, zum Glück sieht das hier bei uns aufm Land besser aus :mrgreen:
    Ich schlage folgendes vor:
    Man kennt sich ja untereinander, sei es von Stammtischen oder gemeinsamen Touren.
    Man verteilt einfach die Koordinaten von den Mysterys unterm Volk und schreibt das ganz offen in seinem Log
    Der Owner merkt, das hier irgendwas nicht stimmt und hat kein Bock mehr die Dinger zu legen und/oder archiviert seinen Mist.
    Ich meine wenn ich möchte kriege ich die Finalkoordinaten von allen blauen Fragezeichen im Umkreis von 20 km.

    Lieben Gruß

    Sebastian

  4. Beide Blogbeiträge sind für mich „Jammern auf hohem Niveau“…sorry. Wenn ich Deine Fundzahl ansehe, dann hast Du bestimmt in Deiner Homezone auch schon die grünen und gelben Dosen gefunden. Wieviel waren das im Vergleich?

    Und wieviele Tradis und Multis gibt es in Berlin? Bitte eine analoge Darstellung zu der obigen!

    Versetzt Euch bitte bei Gelegenheit oder mittels PQ zurück ins Jahr 2005, dann lasst Euch die verfügbaren Dosen damals anzeigen und vergleicht das mit der heute vorhandenen Cachedichte!

    Gruß
    Christoph

  5. Naja, Mysteries sind Tradis/ Multis für Leute die auch gern mal den Kopf anstrengen. Schon mal was von „Erweitung des Horizontes“ bzw. „cachen bildet“ gehört??

    Es gibt genauso viel Filmdosen-Mysties wie Tradis. Was soll das ständige Mysterie-gebashe?? Ich hoffe und denke, dass es nie zu solche einer Qutenreglung kommt. Falls doch: Bitte Tradi/ Mysterie = 50/50, da mir zu langen Multis die Zeit fehlt.

  6. @Christoph: Tradis und Multis stehen hier nicht zur Debatte, das schrieb ich aber auch. Meine Fundzahlen haben übrigens nicht nur ausschließlich mit Berlin zu tun, vieles davon ergab sich im Urlaub, in Gegenden wo man auch als Tourist ohne stundenlange Vorarbeit cachen gehen kann. Außerdem geht es hier nicht um meine Fundzahlen, sondern um das Lagebild das sich einem Neucacher ergibt.

    @wallace&gromit: Link wird korrigiert.

    @rs-sepl: „Mystie-Gebashe“? Du hast offenbar direkt nach dem Topic mit dem Lesen aufgehört. Schade eigentlich, das hätte nämlich möglicherweise Deinen Horizont erweitert…

    BTW: Filmdosentradis sind ebenfalls ein Problem, aber das ist ein vollkommen anderes Thema und zunächst zweitrangig, denn die sind ja trotzdem für die Mehrheit der Cacher findbar.

  7. Für die meisten Caches fände ich eigentlich die Einführung einer „Halbwertszeit“ sinnvoll, nach deren Ablauf der Cache automatisch archiviert wird. Es ist doch fast immer so, dass innerhalb der ersten paar Wochen die „Locals“ zuschlagen (im Fall von Mysteries: sofern sie das Rätsel lösen können). Später „tröpfeln“ dann nur noch vereinzelte Funde (von Neucachern, Touristen, Homezonefreicachern,…).

    Rein aus Interesse:
    Wie sieht die Dichte denn bei Tradis und Multis aus?

    Grüße
    Flopp

  8. @Christoph: Wieso?

    @Flopp: Eine Halbwertzeit muss ja nicht wirklich sein, was liegt, das liegt eben. Und zum Thema Tradi- und Multidichte habe ich ja Christoph schon gesagt – darum geht es hier nicht. Nur soviel: Gerade bei den Tradis müsste da gleich noch in Pißeckenmikros und brauchbare Tradis getrennt werden. Nur ist das eben eine vollkommen andere Baustelle. Hier geht es um Mystery Cache und welche Probleme im Zusammenhang mit ihnen auftauchen und wie man die Probleme im Interesse aller lösen könnte. Das letzte Wort dazu spricht sowieso Groundspeak.

  9. @ schrottie: Nee, ich habe den Text und den vor einigen Tagen durchaus gelesen. Der Grundtenor ist (so habe ich es verstanden, bitte korregier mich): 1.) Ich habe keinen Bock meine Lebenszeit vorm PC zu verbringen, sondern will den schnellen Tradi für Zwischen durch 2.) Das Die Finalkoords von Mysties sich dem Rätsel/Wikipedia-Unwilligen nicht darbieten, ist er frustriert, wenn er mal eine eigene Dose legen will 3.)Es sollen Mysties outgesourct (tolles Wort) werden bzw. eine fixe Qute etabliert werden. Alles richtig soweit?

    Übrigens hier die Statistik für Dresden (Umkreis 10km): 196 Mystries, 223 Multis, 185 Tradis. Davon ich noch nicht gefunden 74/116/42.

    Ihr Mysteriehasser seht das viel zu eng: Mysties, die innerhalb einiger Minuten von jedem Menschen gelöst werden können und das gute, meistens leernt man was dabei. Der Rest ist entwerder eine Herausforderung oder man lässt es.

  10. Mist, eine Editfunktion wäre toll.

    Noch was: Bei uns kommen in der Tat fast nur Mysteries raus, die werden aber dankbar angenommen und das Final ist fast immer gut. Tradis gab schon nee Weile nicht und die, die raus gekommen sind, sind unter aller Sau. Zum Glück wird den owner das in den Logs sehr deutlich gemacht.

  11. @rs-sepl: Hier die Korrektur:

    zu 1.) Nein, es geht nicht um den „schnellen Tradi zwischendurch“. Es geht darum, den Cache draußen zu suchen, sei es bei einem kleinen Spaziergang, sei es bei einer längeren Wanderung. Ein Rätsel mag zwar gut und schön sein, dann sollte es aber auch vorhanden sein, sprich, beim Blick ins Listing erkennbar. Und lösbar sollte es sein, auch ohne Hochschulstudium diverser Fachrichtungen. Denn genau das ist eine ganz andere Geschichte, ein anderes Hobby und sollte das auch bleiben.

    zu 2.) Ja, das ist exakt eines der Probleme. Schlimm ist dann, wenn es einem auch noch so geht wie mir und man vom Owner des Ratehakens verhöhnt wird, man solle den ollen Mikro mit 10 Stunden Vorarbeit am Rechner doch einfach suchen gehen und dann die eigene Dose legen.

    zu 3.) s/sollen/könnten

    Zur Lösbarkeit: Nicht umsonst habe ich hier ausschließlich Berlin als Bleistift gebracht, denn hier gibt es offenbar eine Art Wettkampf, wer denn den noch schwierigeren Mystery rausbringt. Wenn sich das Rätsel offenbart und lösbar ist, dann haben vermutlich nur wenige etwas dagegen, denn dann ist es eben ein Cache wie viele andere auch. Und das kommt dann wieder auf die Bemerkung von Christoph, der da meinte wir sollten doch mal eine 2005er PQ ziehen. Ratehaken aus dieser Zeit waren fast alle lösbar. Der Irrsinn, man schaue sich einfach nur mal überall wo noch etwas davon zu finden ist die Diskussion zu „Lost in Space – GC1ZK73“ an, nimmt aber in der letzten Zeit immer bizarrere Formen an, so das ich es eben für sinnvoll halte schon jetzt intensiv darüber zu reden, bevor das Kind in den Brunnen fällt.

    Und noch zur Annahme durch die lokalen Geocacher: Auch hier kommen eben fast nur noch (heute ist wohl die große Ausnahme, ich sollte öfter mal über das Thema schreiben *gg*) Ratehaken raus. Und auch hier werden die gut bis sehr gut angenommen – durch die Handvoll Rätselfreunde. Der Rest bricht halt eine Runde ins Essen und macht die Dinger dann mangels Alternativen. Auch ich habe schon etliche davon gemacht und komischerweise keine Freunde gewonnen, wenn ich mokiert habe das nach 3 Wochen Rätselmarathon inkl. Installation diverser kommerzieller Steganografiesoftware ein PETling im Hinweisschild einer Wohnungsbaugesellschaft lag. Andere wieder waren bei diesem Ding höchst begeistert – aber eben weil sie das Rätsel (welches IMHO nicht ganz ToU-konform ist) eben toll fanden. Das Rätsel! Die Dose war denen egal, die war dann nur noch das fehlende Stück um den „Punkt“ zu kassieren. Und genau das ist die Intention der meisten Logs bei Ratehaken: Das Zweithobby wurde wunderbar bedient, ein Punkt bei GC kam dann auch noch heraus. Nur das ist dann eben genau das, was Flopp schon anmerkte. Die Ratefreunde gehen sofort los und suchen das Teil, danach bleibt es mehr oder minder sinnlos liegen. Weil eben keiner hingeht. Die Ratefreunde sehen das positiv, aus benannten Gründen, und der Rest schreibt nichts negatives, denn wie sollte man das auch tun, wenn man die Dose nicht gesucht/gefunden hat.

  12. Je mehr Mysterie-Cache published werden, bei denen ich nach ca. 30min Kopfzerbrechen keinen Ansatz habe, je voller wird meine Ignore-Liste. 🙄

  13. schon bei 7km schlägt in münchen (mitte marienplatz) das limit von 500 zu :sick: dabei sind dann solche „perlen“ wie GC1GE9W als bonus zu m-v – auf den einen ungelösten mehr oder weniger kommts dann auch nicht mehr an
    :angel:

  14. @bvtch: Naja, die im Osten haben schon immer etwas mehr gemeckert 👿
    *SCNR*

    Aber komm, die Fragezeichen haben doch immerhin den deutlichen Vorteil, dass man ihnen auf den ersten Blick ansieht, dass man sie ignorieren kann (wenn man denn möchte).
    Für Tradis an Ecken gegen die das Bahnhofsklo sauber ist gibt es hingegen keinen so guten Filter.

    Eine weitere Frage ist doch: Wieviele „schöne“ Tradis/Multis werden durch Mysteries blockiert? Lieber ein interssantes Rätsel, dass einen dann an einen nicht sooo tollen Ort führt als ein Owner der meint, man müsse seinen Tradi würdigen, da er diesen doch direkt unter seinem Balkon plaziert hat … :w00t:

    Überseh ich das eigentlich, oder hast du auch eine Statistik, wieviele Tradis bzw. Multis es im gleichen Gebiet gibt?

    (In Hamburg sieht es nicht so viel „besser“ aus (hey, ich mag Mysteries, nicht das Gerüchte aufkommen). Wo ihr auf 500 kommt, kommen wir auf etwa 400. Allerdings sind da recht große Flächen Wasser/Hafen sowie schon ziemlich Landwirtschaftliches Gelände (z.B. Vier und Marschlande) drin. Da ist die Cachedichte geringer – für alle Arten Caches. Und hier sieht es eigentlich schon ewig so aus …)

    Mal ein Schnellvergleich mit Google Earth für Berlin: Rechtechkiges Gebiet mit 447 Caches: 118 Mystery, 136 Multi, 186 Tradi, 7 Andere. So schlimm ist das doch gar nicht, ca. 1/4 Mysteries ist doch eine Quote die ok ist. Heißt es doch im Umkehrschluss, dass ein Mystery Hasser immer noch 3/4 aller Caches machen kann. Gibt es denn einen Grundsatz der sagt, dass man als Cacher ein Anrecht darauf hat mindestens X Prozent aller Caches mögen zu müssen?
    Wenn ja: Ich fordere eine extra Plattform für lieblose Tradis! 😛

    1. Ja nee mic@, das mag zwar bei dem dort angesprochenen Cache so gewesen sein, das mag zwar in einigen wenigen Fällen stimmen, aber ansonsten ist das mit Sicherheit nicht der Antrieb der Leute, olle Ratehaken in die Gegend zu pflanzen. Es ist also nur eine Erklärung, schlüssig ist anders. Die aktuelle Entwicklung in Berlin zeigt doch eines ganz klar – Es gibt drei Arten Mysterylegern:

      1. Der „herkömmliche“ Mysteryleger: Legt ganz normale Fragezeichen, beim Blick ins Listing findet man ein Rätsel, das kann mit kurzer Recherche oder sogar ohne gelöst werden.

      2. Der Wettkampfhirsch: Beteiligt sich am aktuellen Run auf den kompliziertesten und beklopptesten Ratehaken. Das Rätsel ist eigentlich keines, denn ein Rätsel besteht ja zunächst aus einer klaren Aufgabe. Die aber gibt es da nicht. Hauptsache D5, Hauptsache knackiger als alles andere. Fragt mal jemand nach, bittet um einen Tipp, wird nur gelacht und der „dumme Idiot“ verhöhnt.

      3. Der Newbie: Der sieht in seinem Umfeld zwischen den ganzen Filmdosen nur noch Ratehaken aufpoppen. Seine ersten 5 Dosen sind Mikros, die entweder unter der Telefonzelle oder in der Pißecke liegen. Danach meint er, das man als „erfahrener Geocacher“ keine Tradis mehr legt, sondern eben Ratehaken. Er sieht es ja nicht anders. Also legt er einen Ratehaken. Der erste D2, danach merkt er entweder das es einfach genug davon gibt und wird wieder vernünftig, oder er mutiert zu Typ 2.

      Typ 1 ist eine aussterbende Rasse, Typ 2 hat Berlin aktuell fest im Griff und Typ 3 läuft in den meisten Fällen Gefahr Typ 2 zu werden, was Typ 2 dann eben noch mehr verankert.

      Und um nochmal auf die „schlüssige Erklärung“ zurückzukommen: Du kennst die Infokette, Du weißt genauso gut wie ich wer hier in der Stadt mit wem tut, wer die Rätsel knackt und wer hinterher alles im Fahrwasser folgt. Glaubst Du ernsthaft, das dabei dann die Natur geschützt wird, nur weil ein Ratehaken vor den Cache hängt? Ich glaube nicht nur wir beide wissen das dies anzunehmen einfach nur grober Unfug ist, genauso wie die Owner der Ratehaken.

      BTW: Innerhalb des Berliner Ringes sind 28,8% aller aktiven Caches Ratehaken. Und wenn man jetzt mal über den Tellerrand der Berolina (Wieso eigentlich hat der Stammtisch als Namen den Funkrufnamen der Berliner Polizei? *gg*) hinausschaut, dann stellt man fest, das es deutlich weniger als diese fast 30% der Geocacher sind, die Ratehaken mögen. Und wenn man eben unbedingt in Berolinakreisen bleiben möchte, dann sollte der Stammtisch auch mal soi genutzt werden, wie anderswo auch. Da machen sich die Geocacher nämlich gemeinsam Gedanken zur aktuellen Entwicklung und versuchen ausgleichend gegenzusteuern. Klar, in diesem Fall wird dann gern wieder mit den „Kasseler Gotteshäusern“ argumentiert, die waren sicherlich ein Griff ins Klo, aber dennoch bietet sich die Berolina an um auch so etwas zu diskutieren. Aber nein, man tauscht kurz Infos zu den aktuell veröffentlichten Ratehaken und geht dann zur Tagesordnung – abschließender NC – über und Friede seiner Asche. Und am nächsten Tag geht es dann los, und man legt den Xten „Cacher sowieso hat 1000 oder 2000 Funde“-Cache. Einen Ratehaken natürlich, scheißegal ob derjenige dem das Ding gewidmet ist, die Teile überhaupt mag. „Ist eben gerade in“… 🙁

  15. Interessante Diskussion.
    Eigentlich ist es doch ganz einfach: Sinn und Zweck von Geocaching, im Besten Sinne von Dave Ulmer, ist eine schöne, interessante Location zu finden, dort eine Dose hinzulegen, ein Log-Buch und Kram rein zu tun (!!!), das zu veröffentlich und andere suchen das.
    Wenn jedoch Sinn und Zweck ist lediglich ein Rätsel zu lösen, um zu einer uninteressanten Stelle geführt zu werden, dann hat das mit Geocaching rein gar nichts tun.
    Wenn ich Rätsel lösen möchte kaufe ich mir ne Rätselzeitung, da gibt es jede Menge drin. Und wer auf Rätsel steht, soll doch in einen Rätselclub gehen …

    Ist des Rätsel jedoch der Zugang zu einer super Location, oder einen schönen (!) Multi, ist das völlig ok. Aber 99% der Mysteries erfüllen das nicht.

    Nur, alles Lamentieren wird nichts nützen, solange man diese Problematik bei Groundspeak selbst nicht erkennt. Und eine Quotierung ist wohl völlig daneben. Es bliebe nur eine Ausquartierung wie seinerzeit mit den Locationless nach Waymarking.

    Mike

    1. @mike_hd: Ob ein Mystery nun Geocaching ist oder nicht, steht uns eher nicht zu beurteilen zu, aber es stimmt schon, ein Mysteryowner zwingt den anderen förmlich sein Zweithobby auf und völlig unbenommen davon ob die Raterei nun Geocaching ist oder nicht, in den Augen der meisten hat es eben wirklich nichts damit zu tun, schließlich sollte beim Geocaching, und das ist ja für die meisten die Hauptintention erst damit anzufangen, der Focus im Freien liegen.

      Allerdings wird das Outsourcing nicht kommen, das wurde mir ja schon von Groundspeak bestätigt. Allerdings stehe ich nach wie vor mit Groundspeak im Dialog, man hat dort inzwischen auch verstanden das es, zumindest lokal in Deutschland, ein Problem ist und denkt nun über Lösungsmöglichkeiten nach. Allerdings erhofft man sich bei Groundspeak Meinungen und Meldungen aus der Community, was aber da drüben kaum ankommt wenn niemand von denen die deutschsprachigen Blogs und Foren liest (und versteht).

      Jedoch habe ich bei Groundspeak einen weiteren Ansatz gebracht, der wohl auch auf offen Ohren stoßen könnte: Die Sensibilisierung der Reviewer.

      Heutzutage drücken die ja offenbar einfach nur noch schnell auf den Publish-Knopf, dann kommt im grünen Forum wenigstens Lobhudelei und niemand meckert mehr. Früher jedoch wurden viele Rätsel noch hinterfragt, sie sollten schlüssig und lösbar sein. Und hier müssen die Reviewer in erster Linie von Groundspeak dazu angehalten werden, wieder genauer hinzusehen. Und das betrifft unter anderem auch die strikte Einhaltung der ToU, die ja letztlich auch solche Caches verbieten, die nur mit zusätzlichem finanziellen Aufwand zu machen sind. Und nein, damit meine ich keine Kletterausrüstung und ähnliches, wer so etwas hat benutzt es auch anderweitig, wer so etwas nicht hat geht die entsprechenden Caches nicht an. Aber wenn bspw. für einen Mystery allerlei Software, dazu noch zuweilen kommerzielle, benötigt wird, die dann zuweilen sogar noch ein kostenpflichtiges Betriebssystem wie Windows erfordert, dann ist der Cache eben sehr wohl nur mit zusätzlichem finanziellen Aufwand zu machen.

      Achten aber nun die Reviewer ganz genau darauf das alles passt und vor allem ToU-konform ist, dann fallen viele dieser „Ich-schaffe-das-fettere-Rätsel-als-Du“-Mysteries weg und das Interesse daran geht auf das Maß zurück, das eben als normal betrachtet werden kann und es stellt sich über kurz oder lang wieder ein ausgewogenes Cachetypenverhältnis ein, das im Sinne aller ist.

  16. @Schrottie: Ich glaube, ich bin Typ 4. Mein „goodbye geocaching.com“ hatte ich absichtlich so kompliziert gestaltet, weil es mein Abschiedscache bei gc war und eben etwas Besonderes werden sollte. Danach hatte ich von Mysteries die Nase voll, bin aber nochmal rückfällig geworden, um einen geplanten Nightcache per gc-Abstandsregel zu schützen, und um den Ort nicht zu verraten, wurde es eben wieder ein Mystery.
    Als Lösungsansatz kann ich nur empfehlen, sich per GoogleWave zu verbünden.
    Das MBT (Mystery Buster Team) hat dadurch ja schon etliche Mysteries entschärft 🙂

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