Die dritte Koordinate

Jetzt sag mal einer, beim Geocaching kann man nichts erleben. Heute kam es mal wieder ganz dicke. Aber von vorn. Heute stand ein Besuch der Gärten der Welt im Erholungpark Marzahn auf dem Plan, gemeinsam mit einem Kollegen wollte ich dort die aktuell blühenden Blümchen digitalisieren. Im Anschluß daran sollten noch fix vier Dosen im benachbarten Wuhletal gehoben werden. Vier deshalb, weil damit die 500 Funde vollzählig waren.

Die ersten drei gestalteten sich recht einfach und ohne Zwischenfälle. Als Nummer vier hatte ich den Kienberg-Cache (GCE416) auf dem Plan. Da sich dieser auf der Route genau auf der anderen Seite des Berges befand, wurde erstmal der Gipfel „gestürmt“ und dort ein Päuschen eingelegt.

Nach der Pause ging es zum Cache. Aber was sah ich im Erlebnisgebiet? Waldarbeiter. Verdammt, ausgerechnet das noch! Aber bei näherem hinsehen stellten sich die vermeintlichen Waldarbeiter als alte Frau heraus, die damit beschäftigt war, Wurzeln auszugraben. Ich ging näher um zu prüfen ob der Cache dennoch gefahrlos erreichbar ist, als sie meiner gewahr wurde und damit anfing ihr Treiben zu erklären. Sie müsse die wilde Clematis bekämpfen, das sei ein Übel das alle Berliner Parks und Wälder heimsucht und eben diese zerstört. Leider sei sie nur allein, denn sie hatte wohl schon alle möglichen Ämter angeschrieben aber keines wollte sich des Problems annehmen.

Ihre vorsichtige Schätzung sagte, das sie wohl 10 Jahre nach Wurzeln graben müsse. Allein am Kienberg. Naja, Sprung in der Schüssel, größer als der Grand Canyon, aber egal. Der Cache sollte gehoben werden und die Vor-Ort-Inspektion zeigte ein freies Suchgebiet, die alte Frau war weit genug weg. Also wollte ich weiter aber sie fing mit dem nächsten Thema an, sie wollte nämlich noch den Grund für ihren kranken Rücken erklären. Nein, nicht die dauernde gebückte Haltung beim Wurzelgraben, die Russen und die Amerikaner sind schuld.

„Wissen Sie, das ist ja nicht wegen dem Bücken, das kommt, weil die Russen immer runterschießen. Und die Amerikaner ja auch. Da oben, aus der dritten Koordinate, nicht? Kennen Sie doch, die dritte Koordinate, oder? Das ist in der Ozonschicht. Da haben die Amerikaner einen kompletten Verband stehende Luftwaffe stationiert. Und die Russen auch. Die schießen dann immer aus Spaß herunter, auf alles was sich bewegt. Deswegen auch mein kaputter Rücken, die haben da schon öfter getroffen.“

Nunja, bisher war es mir ja gelungen die Fassung zu wahren, jetzt war ich drauf und dran laut loszulachen, also suchte ich eilends das Weite. Der Cache selbst avancierte damit dann fast zur Nebensache, wann hört man auch schon solche Sachen. Allerdings ist es so aber auch ganz nett, denn somit hat der Jubiläumscache eine wirklich erzählenswerte Geschichte, wenn das mal nichts ist… 🙂

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “Die dritte Koordinate”

  1. Noch lachst du, aber wenn die Russen dich mal treffen, dann, ja DANN Freundchen lache ICH! Lustig ist das nämlich garnicht!

  2. Hihi, mich hätten beim Aufstieg zum Cache fast zwei Downhillradler über den Haufen gefahren, beim Abstieg kamen sie mir von unten entgegen und bedankten sich, dass ich zur Seite ging. Naja, war ja auch besser für meine Gesundheit… 😉

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