Die lange Suche nach dem perfekten Sportkopfhörer

Manch einer wird es ja in den sozialen Netzwerken mitbekommen haben, ich war lange auf der Suche nach dem perfekten Kopfhörer für sportliche Aktivitäten. Es begann damit, das meine heiß und innig geliebten Philips SHE9005A ein Problem bei Regen hatten. Während ich mit dem Mountainbike durch den verregneten Grunewald fuhr, kam Regenwasser in die Fernbedienung und es wurde beim Smartphone fortwährend die Google-Sprachsuche aktiviert.

Also musste Ersatz her und der sollte dann auch gleich regensicher sein. Nach einigem Hin und her schaffte ich mir dann die Jabra Rox Wireless an. Diese Dinger hatten einen tollen Klang und die Fernbedienung war obendrein regendicht. Allerdings zeigte sich dann schnell ein Nachteil: Sie saßen nicht wirklich fest im Ohr. Wenn man normal geht, ist alles im Lot, sobald man jedoch schneller wird oder gar Fahrrad fährt, rutschen sie immer wieder aus dem Ohr.

Sennheiser PMX 686G Sportkopfhörer

Es musste also doch etwas anderes her und just zu diesem Zeitpunkt begab es sich, das Oneplus, der Hersteller meines Smartphones, ein neues Headset vorstellte. Das Ding wollte ich haben, jedoch weigerte sich der Shop aus unerfindlichen gründen, mir so ein Ding zu verkaufen. Ich stellte aber mit etwas suche fest, das die Dinger baugleich mit den JBL Synchros E10 waren und orderte dann eben einfach die.

Die E10 hatten ordentlich Bums, waren superleicht und saßen auch ganz stabil im Ohr. Leider nicht auf lange Zeit. Denn bei längeren Trainingsfahrten mit dem Rennrad zeigte sich, das sie nach etwa einer Stunde nicht mehr sehr fest im Ohr saßen. Immer wieder musste man sie nachdrücken und der nervte schon enorm. Mir kam die Idee, einfach mal nach Bügelkopfhörern zu suchen. Da sie aber kompatibel mit einem Fahrradhelm sein mussten, kamen nur Modelle mit Nackenbügel in Frage.

Ich stieß auf die Adidas PMX 680. Die hatten zwar keine Headsetfunktion und auch der Player ließ sich damit nicht bedienen, aber da ein drehbarer Lautstärkeregler vorhanden war, probierte ich das Ding aus. Klanglich gab es nichts zu meckern, die PMX 680 werden, das verrät auch schon der Name, von Sennheiser hergestellt. Die fehlende Headsetfunktion störte nicht, denn ich telefoniere beim radeln ohnehin nur ungern. Und die fehlende Playersteuerung stellte, so die Theorie, auch kein Problem dar. Einfach Player starten und Lautstärke runterdrehen. Beim Start des Trainings dann einfach die Lautstärke anpassen.

Allerdings war das nur Theorie und blieb auch dabei, denn der Lautstärkeregler deckte nicht den kompletten Lautstärkebereich ab. Das war blöd und so ging das Teil zurück. Allerdings hatte der PMX 680 einen ganz tollen Vorteil. Es ist kein „echter“ In-Ear, sondern eher ein In-Ear-Light, bei dem einfach ein bequemer Stöpsel in der Ohrmuschel sitzt und die Musik nach vorn abstrahlt. Das ist deutlich bequemer als die In-Ears, bei denen man oft zu sehr von Umgebungsgeräuschen abgeschirmt ist. Außerdem war ich vom tollen Klang angefixt, also konentrierte sich die weitere Suche auch Sennheiser-Kopfhörer.

In den Focus geriet der Sennheiser PMX 685i Sports. Die sind zwar für iOS, also war abzusehen das auch hier so einiges nicht funktionieren dürfte, aber das sollte in erster Linie die Tastenbelegung sein. Und die kann man ja unter Android auch selbst anpassen, Headset Button Controller machts möglich.

Headset Button Controller
Headset Button Controller
Entwickler: Christoph Kober
Preis: 2,29 €

Erstaunlich war, das auch die Headsetfunktion den Eindruck machte, zu funktionieren. Fein, der richtige Hörer schien gefunden und die Gattin war so begeistert davon, das sie auch gleich einen haben wollte. Der kam dann einen Tag später an und mit ihm neues Ungemach: Telefonieren war doch nicht möglich. Hatte einer der Teilnehmer kein Headset, so funktionierte es, hatten beide das Headset auf, kam nur schnarren durch. Das war ärgerlich, denn auch wenn die Headsetfunktion nicht erforderlich ist, wenn sie schon vorhanden ist, dann soll sie auch komplett funktionieren und nicht nur halb.

Ein wenig hatte ich auch gegeizt, denn das Äquivalent für Android war gleich doppelt so teuer. Unverständlich, sind es doch eigentlich die Apple-User, die gern mal einen Taler mehr auf den Tisch legen, ohne dafür echten Mehrwert zu bekommen. Aber nun war mir das egal, nachdem ich so viele Kopfhörer ausprobiert hatte, wollte ich endlich den richtigen bekommen. Und so orderte ich den Sennheiser PMX 686G. Der ist nun ausdrücklich für Android, sollte also absolut keine Probleme machen.

Tatsächlich, alles funktionierte und der Klang ist erste Sahne. Aber nanu? Da legt man 85€ für Kopfhörer hin und Sennheiser schafft es nicht, ein paar Ohrpolster mit in die Packung zu legen? Okay, Luxusprobleme, denn die Polster sind nur bedingt erforderlich. Ich habe einfach eine Familienpackung davon bei Amazon bestellt und fertig.

Und endlich war es soweit: Der wirklich perfekte Sportkopfhörer war gefunden! Klanglich ist er ein Kracher – Sennheiser eben – und auch sonst erfüllt er alle Anforderungen: Die Fernbedienung ist regensicher, der Kopfhörer sitzt auch bei 4 Stunden langen Trainingsfahrten durchweg fest und sicher. Ganz ohne zu drücken bleibt er stabil an seinem Platz. Da er kein „echter“ In-Ear ist, nimmt man auch Umgebungsgeräusche sehr gut wahr, was ja auch eine Bedingung dafür ist, das Ding im Straßenverkehr benutzen zu dürfen. Zwar werden ab ungefähr 25 bis 28 km/h die Windgeräusche etwas intensiver hörbar, aber nicht wirklich störend.

Das soll nicht heißen, das die anderen Kandidaten schlecht wären, klanglich sind sie allesamt ganz oben mit dabei, nur passen sie eben nicht zum Einsatz beim Sport. Die Jabra Rox sind nach wie vor meine Favoriten, wenn ich zu Fuß unterwegs bin und für den „Hausgebrauch“, also in erster Linie Voicechats, sind die JBL E10 die Kopfhörer meiner Wahl. Aber auf dem Bike, da sind es ganz klar die Sennheiser PMX 686G.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “Die lange Suche nach dem perfekten Sportkopfhörer”

    1. Kann ich nicht sagen, denn ich laufe ja nicht. Würden meine Knochen auch gar nicht mitmachen. Jedoch kann ich ein wenig vermuten: So sicher wie die sitzen, werden die auch beim Laufen bombenfest halten. Egal ob lockeres Jogging oder heftiges Trailrunning. Aber wie gesagt, das ist wild umhervermutet. 🙂

  1. Kann ich echt nur so unterschreiben! Sennheiser ist echt verdammt schwer zu schlagen. Wer aber auf On ear Kopfhörer steht sollte sich meiner Meinung nach einen Bose Soundlink Kopfhörer zulegen. Ansonsten Top Artikel wie immer 🙂

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