Die Rückkehr der Reverse „Locationless“ Caches

Mit Veröffentlichung von Opencaching Version 8 wurden sie wieder eingeführt und inzwischen sind auch die ersten aufgetaucht: Reverse Caches, also virtuelle Caches ohne feste Location, die nunmehr als Safari-Caches bezeichnet werden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen eigenen Cachetyp, sondern um virtuelle Caches die mit einem eigenen Attribut als Safari-Cache gekennzeichnet sind.

Bei diesen Caches geht es darum, ein bestimmtes Objekt oder einen bestimmten Ort zu finden, oder eine bestimmte Aufgabe mit geografischem Bezug zu lösen/erfüllen. Wichtig ist dabei, dass die Aufgabe auf jeden fall nach draußen führt, denn so genannte Couch-Potatoes sind definitiv unerwünscht. Im Opencaching-Wiki finden sich zu den Safari-Caches dann auch folgende Regeln:

Reverse bzw. Safari-Caches werden von den Opencaching.de-Nutzungsbedingungen nicht ausdrücklich erlaubt, werden aber akzeptiert wenn sie den folgenden Regeln entsprechen:

  • Es muss eine klar definierte Logbedingung geben, aus der ersichtlich ist, dass der Logger draußen unterwegs war (Logfoto o.ä.).
  • Es müssen Objekte bzw. Punkte sein, deren Standort reproduzierbar ist und über längere Zeit Bestand hat.
  • Die Koordinaten des Standortes müssen bestimmt und beim Loggen angegeben werden.

Darüber hinaus kann der Cachebesitzer weitere Logbedingungen festlegen. Es wird empfohlen, nur ein Fundlog pro Standort zu erlauben.

[Quelle: Opencaching-Wiki]

Unstrittig ist sicher, das die Safari-Caches durchaus dazu verleiten können ganz profane Dinge dafür zu nutzen, sei es ein Dixi-Klo oder die Parkuhr um die Ecke, aber ein Tradi in Form einer „magnetischen Fimldose am fallenden Wasser des örtlichen Gotteshauses“ ist da ja meist noch deutlich weniger kreativ, so dass auch der einfache Safari-Cache wesentlich mehr Spaß machen kann. Immerhin weiß man ja in vielen Fällen auch nicht, wo er einem begegnen wird, was die Freude dann besonders groß werden lässt. Inzwischen wurden aber auch schon einige wirklich tolle Ideen für Safari-Caches umgesetzt.

Beispiele gefällig?

OrtsteilpappbalancierdingsbumsBesonders gut gefallen hat mir da bspw. 'Am Mittelpunkt' (OCFA6F). Bei diesem Safari-Cache geht es darum, den Mittelpunkt des eigenen Dorfes, der eigenen Stadt oder des eigenen Ortsteils zu ermitteln, sich dort zu positionieren und dann Fotos zu machen. Im Log soll dann beschrieben werden, was man vor Ort alles sieht. Die Ermittlung des Mittelpunktes kann dabei sowohl rechnerisch erfolgen, als auch über ein wenig Bastelarbeit. Ich selbst habe seinerzeit die Bastelarbeit gewählt. Und als ich dann online loggen und dabei wie gefordert beschreiben wollte, was ich vor Ort alles sah, stellte ich fest, das die wirklich spannenden Geschichten erst hinter dem zu finden sind was man dort sieht und begann sie zu erzählen. Am Ende stand dann der wohl längste Logeintrag meines Lebens.

Eine weitere nette Idee ist hingegen noch gar nicht mit dem Attribut als Safari-Cache gekennzeichnet. 'Der Laputische Gruß' (OC107A) bringt jedes Log in Bezug zum Vorlog. Dabei soll man sich von seinem Wohnort (oder ggf. auch von der örtlichen Bäckerei aus) zwei Meilen und 500 Meter in exakt die Richtung des Vorloggers bzw. dessen Logkoordinaten begeben und an diesem Ort dann den „laputischen Gruß“ ausführen – ebenfalls in Richtung Vorlogger und ihn damit grüßen. Um die genaue Position festzulegen kann man hier ganz einfach Flopps tolle Karte nutzen und dabei hoffen, das man an einen ruhigeren Ort gehen muss, denn der „laputische Gruß“ ist nicht gerade unauffällig. 😉

Bei Opencaching.cz bin ich dann noch über eine tolle Idee gestolpert, die ich dann gleich adaptiert habe: der 'LOCATIONLESS-LIKE CACHE' (OZ017F). Bei diesem Cache muss zunächst eine Landkarte gefunden werden, wie sie zu hunderten an Wanderwegen zu finden sind. Anschließend soll man sich oder sein GPS mit dieser Landkarte fotografieren und die Koordinaten ermitteln. Und dann wird es genial: Als letztes soll man vor Ort einen Logeintrag verfassen, also auf einem Blatt Papier loggen und das auch noch fotografieren. Dieser „echte Logeintrag“ bei einem virtuellen Cache ist wirklich toll, aber da aktuell die Chancen das Opencaching.cz wieder etwas aktiver betrieben und damit attraktiver für die Benutzer wird recht gering sind, habe ich da mal ganz frech „abgekupfert“.

Allerdings habe ich das noch ein wenig erweitert. Um 'Eine Karte am Wegesrand' (OCFCA6) loggen zu dürfen, muss nicht nur eine Landkarte gefunden werden, sondern diese soll sich auch noch in der Nähe einer Sehenswürdigkeit befinden. Fotos von der Karte und der Sehenswürdigkeit sind dann natürlich ebenso obligatorisch wie auch das „Papierlog vor Ort“. Und weil in Deutschland zunehmend Landkarten aufgestellt werden, deren Datenbasis das Openstreetmap-Projekt ist, gibt es noch einen weiteren Safari-Cache zu diesem Thema. Wer eine solche Landkarte findet, der bekommt damit die Logfreigabe für 'Ein Bonus am Wegesrand' (OCFCA7).

Aber eine Dose fehlt ja trotzdem!

Richtig, schließlich sind Safari-Caches ja auch virtuelle Caches. Aber Spaß ist, was ihr draus macht! Und so ist es eben auch beim Geocaching, der eine mag Powertrails mit endlos vielen Filmdosen an der Leitplanke, der andere hat dafür Spaß an solchen Aufgaben. Und die bisherigen Safari-Caches, sofern das Attribut korrekt gesetzt wurde, findet man sie übrigens über diese Suche, zeigen ja schon ganz gut das Potenzial das in ihnen steckt. manche kann man quasi „nebenbei mitnehmen“, andere wiederum erfordern gute Vorbereitung und/oder Teamwork, in jedem Fall ist man draußen unterwegs, da nichts versteckt werden muss, gibt es auch keine Probleme mit Landbesitzern oder gar Naturschutzbedenken und die fehlende Festlegung auf einen exakten Ort verhindert dabei Störungen wie die allseits bekannte „Cacherautobahn“.

Dauerhaft werden Safari-Caches zwar die echten Dosen nicht ersetzen, aber sie sind eine wirklich tolle Ergänzung dazu und gerade die Safari-Caches, die auch etwas Vorbereitung erfordern, sind eine nette Alternative wenn das Wetter keine langen Streifzüge durch die Natur zulässt. Und während andere dann die „Ratehaken der Homezone“ lösen, kann man sich ja auch schon für die nächste Safari präparieren… 🙂

Nachtrag, 03.08.13: Flopp hat auf die Rasche eine Karte gebastelt, auf der alle aktiven Safari-Caches angezeigt werden. 🙂

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

4 Gedanken zu „Die Rückkehr der Reverse „Locationless“ Caches

  1. Das Argument mit der fehlenden Dose braucht mir gegenüber keiner erwähnen, denn die Virtuals, Earthcaches und Webcams bei Groundspeak haben auch keine Dose und werden trotzdem von allen Virtualgegnern fleissig geloggt. Mir jedenfalls gefallen die Safari-Caches sehr gut.

  2. Ich finde die „Dinger“ auch super – insbesondere der von die erwähnte Safari-Cache „Am Mittelpunkt“. Da kann man seiner Kreativität so richtig freien Lauf lassen.

    Ich bin gespannt auf was für Safari-Cache-Ideen die Leute noch kommen werden…

  3. Schade eigentlich, so war das nicht gedacht. Wäre ja blöd, wenn jetzt jeder seine Virtual-Listings recycled und zu Safaris umbaut. Besser ist doch, wenn man sich auf neue Ideen konzentriert und tolle Safari-Caches entwickelt.

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