Draußen getestet: Das Icefox™ Thunder Smartphone

Passend zum Urlaub, bei dem es reichlich in die Natur gehen sollte – Paddeln, wandern und mountainbiken standen auf dem Programm! – bekam ich die Gelegenheit, das Icefox™ Thunder Qualcomm Quad Core IP68 Handy auf Herz und Nieren zu prüfen. Fein, verspricht doch der chinesische Hersteller Icefox ein wasser- und staubdichtes Smartphone, das obendrein auch sehr robust, also stoßfest sein soll. Also ganz genau der richtige Begleiter für alle Outdooraktivitäten. Was dann nicht klappte, war die Sache mit den geplanten Outdooraktivitäten, denn nach dem Stunt mit dem MTB und dem darauf folgenden Krankenhausaufenthalt war etwas Zurückhaltung angesagt. Aber raus ging es trotzdem, schließlich war die Schulter gebrochen und nicht die Füße.

Das Icefox™ Thunder kommt ohne viele Schnörkel daher, es wird in einem einfachen Pappkarton geliefert und zum Lieferumfang gehören:

  • das Smartphone selbst
  • ein Akku
  • ein Ladegerät (bestehend aus USB-Kabel und Netzteil)
  • ein Headset
  • ein Stylus für kapazitive Displays
  • und das Benutzerhandbuch.

Darüber hinaus findet man ein kleines Tool zum Öffnen der Rückseite und, was gerade in Hinsicht auf die dauerhafte Wasserdichtheit wichtig ist, Ersatzverschlüsse für Kopfhörer- und USB-Anschluss nebst Schrauben dafür. Das Smartphone selbst ist von hause aus mit Android 4.3 ausgestattet und kommt mit einem Qualcomm MSM8212 (1.2 GHz Quadcore) daher. Ein Gigabyte RAM und vier Gigabyte ROM, von denen 2.3 GB für den Benutzer zur Verfügung stehen sind nicht wirklich die Welt, jedoch kann hier mit Speicherkarten bis 32 GB aufgerüstet werden. Das Display ist mit 4″ (WVGA 480×800 LCD) ausreichend groß, jedoch kommt hier das etwas ältere Corning Gorilla Glass zum Einsatz, das unter extremeren Bedingungen im Test seine Schwächen zeigte. Kameras sind zwei an der Zahl verbaut, eine mit 8 Megapixeln auf der Rückseite, eine mit 0.3 Megapixeln auf der Frontseite. 

Insgesamt sind die Spezifikationen zunächst im unteren Bereich angesiedelt, jedoch relativiert sich das wenn man sich den Zweck des Thunder vor Augen hält: Hier hat man ein robustes Gerät für den Outdooreinsatz am Start, da sind technische Spitzenleistungen eher zweitrangig. Obendrein kann es mit zwei SIM-Slots punkten, die gerade bei den für dieses Smartphone denkbaren Einsatzbereichen durchaus wichtig sind. Ebenfalls wichtiger sind im Outdooreinsatz auch Punkte wie Wasserdichheit, Staubdichtheit und Stoßfestigkeit, alles Dinge mit denen das  Icefox™ Thunder aufwarten kann.

Das Icefox™ Thunder kommt ziemlich schwer daher, was aber der “Panzerung” geschuldet ist. Wie ein Treckerreifen ist das Gerät ummantelt und damit vor allen gröberen Stößen und Schlägen geschützt. Dennoch wirkt es nicht zu schwer, so dass man es auch über einen längeren Zeitraum ermüdungsfrei in der Hand halten kann. An der Rückseite befindet sich eine stabile Öse, an der man das gerät auch mittels Kordel an der Kleidung oder Ausrüstung befestigen kann, so dass ein Verlust praktisch ausgeschlossen ist. Alle Schalter, insbesondere der Ein-/Ausschalter sind groß genug und stehen ausreichend aus dem Gerät heraus und ermöglichen in Kombination mit dem mitgelieferten Stylus somit eine problemlose Bedienung selbst mit Handschuhen.

Ich hatte das Icefox™ Thunder nun vorwiegend als GPS-Ersatz im Einsatz. Dabei wird insbesondere der Akku gefordert, der mit 2930 mAh ganz ordentlich bemessen ist. Das verhältnismäßig gering auflösende Display dürfte da kaum der große Akkufresser sein und so verspricht der Hersteller mit diesem Akku Standby-Zeiten von 360 Stunden mit einer und 120 Stunden mit zwei SIM-Karten. Diese Zeiten sind durchaus realistisch und selbst exzessiver GPS-Gebrauch kann dem Akku nur wenig anhaben. Ich habe es geschafft, mit 5 Stunden GPS-Laufzeit gerade mal 18% Akku zu verbrauchen. Im Vergleich zu man Premium-Smartphone eine durchaus respektable Leistung.

Das GPS reagierte dabei stets sehr flott und zeigte im direkten Vergleich mit einem Garmin Oregon 550 keine Schwächen in Sachen Genauigkeit. Zum Einsatz kam Locus Free und nach Start des Smartphone ohne SIM-Karte(n) – die Positionsbestimmung musste also auf Netzwerke und dergleichen verzichten – hatte das Icefox™ Thunder nach knapp 20 Sekunden die exakte Position ermittelt.

Um mal zu sehen wie das Smartphone aus Schmutz und Wasser reagiert, musste es sich einem kleinen Härtetest stellen, bei dem es einen kurzen Abstecher in die Erde unternehmen und danach eine Dusche über sich ergehen lassen musste.

Hier zeigte sich auch die bereits erwähnte Schwäche des älteren Gorilla-Glass, denn der Ausflug ins Erdreich brachte einen netten Kratzer ins Glas. Grundsätzlich sehe ich das aber eher unproblematisch, denn zum Einen sind Kratzer auf einem Outdoor-Smartphone nicht wirklich selten oder schlimm und zum anderen dürfte kaum jemand sein Smartphone auf diese doch eher robuste Art und Weise behandeln.

Beim Display fiel mir dann auch eine weitere Schwäche auf. Es ist nicht sonderlich hell, was allerdings unproblematisch und wohl auch im Sinne der Akkulaufzeit sein dürfte, obendrein hat es aber auch nur einen recht engen Blickwinkel, sobald man etwas weiter seitlich ist, ist nichts mehr zu sehen. Es ist also quasi ein reines 1-Mann-Display. Allerdings dürften sich nicht zuletzt durch den geringen Speicher gemeinsame Videoabende am Handy in Grenzen halten und im Wald hat man ja in aller Regel auch etwas anderes zu tun als in größeren Gruppen auf ein kleines Display zu starren.

Eine letzte Schwäche, aber ebenfalls eher eine aus der Kategorie “Luxusproblem” ist das Headset. Bringt es zum telefonieren noch hinreichende Qualität, ist Musik damit eher ein Graus. Aber auch hier gilt: Wer sein Smartphone als MP3-Player benutzt, der hat zumeist sowieso bessere Kopfhörer und im Outdooreinsatz dürfte Musik auch nicht unbedingt zu den Dingen gehören, die man als unbedingt notwendig erachtet.

Fazit
Man muss sich zunächst freimachen, freimachen von all den Vergleichen potenter Smartphones die mit immer schnelleren Prozessoren und größeren Speichern daherkommen. Man muss sich ganz klar den Einsatzzweck dieses Smartphones vor Augen halten und wenn man nur auf eben diesen achtet, dann stellt man fest das man mit dem Icefox™ Thunder genau das Gerät an die Hand bekommt, das man dafür braucht. Es ist handlich und trotzdem robust. So robust, das man es auch mal auf recht fiese Art und Weise schleifen kann und trotzdem gibt es nicht auf. Die zwei SIM-Slots sind eine Tolle Sache, insbesondere dann, wenn man beruflich viel draußen ist – und da zählt zum Beispiel selbst die Baubranche in den Outdoorbereich – und neben der privaten auch eine dienstliche SIM-Karte hat.

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Hier können beide in ein Gerät das den Anforderungen im Freien durchaus gewachsen ist. Ein dicker Akku sorgt für eine ausreichend lange Laufzeit selbst bei Verwendung als GPS-Gerät und somit ist das Icefox™ Thunder der ideale Begleiter für alle die gern draußen unterwegs sind.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 Gedanken zu „Draußen getestet: Das Icefox™ Thunder Smartphone

  1. Abdeckung für USB kann ich bei staub- und wasserdicht nachvollziehen, aber bei der Kopfhörerbuchse wäre das ja eigentlich nur optional. Sony hat da keine Abdeckung und bekommt es auch dicht.
    Bei Outdoor mit viel Dreck, macht die Abdeckung natürlich Sinn.

    Muss zum Laden dann immer die USB-Abdeckung ab? Wie lange bleibts dann dicht? Gibts da Erfahrungswerte?

  2. Die Abdeckung wird weggeklappt, logisch. Sonst ginge ja der stecker nicht rein. Allerdings macht sie einen ziemlich robusten Eindruck, so dass sie wohl auch nicht so schnell abbrechen wird (wobei ja wie erwähnt auch Ersatz mitgeliefert wird). Grundsätzliche Erfahrungswerte sind schwer, dazu reichte die Testwoche nicht wirklich aus. 🙂

  3. Andere Hersteller bieten auch alternative Lösungen zum Laden (Induktion, Magnetanschluss), daher die Frage. Das Abbrechen sehe ich auch weniger als Problem, aber durch das ständige Öffnen/Schließen kann die Dichtigkeit an den Auflageflächen schon leiden.

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