Drohende Geocachingverbote?

In der jünsten Zeit mehren sich im Support von opencaching.de/geocaching.de Anfragen, in denen es um die Löschung und das Entfernen von Geocaches geht, die in diversen Waldstücken versteckt sind.  Normalerweise ist das kein Problem, es gibt das allgemeine Betretungsrecht, das in den jeweiligen Waldgesetzen der Bundesländer verankert ist. Geocaching ist damit zunächst auf rechtlich sicheren Füßen. Manch einer argumentiert nun gern damit, das dafür aber das zurücklassen von Müll und Gegenständen im Wald verboten ist. Nun, hier bewegt sich Geocaching tatsächlich in einer gewissen Grauzone, jedoch bin ich mir recht sicher, das so gut wie jeder deutsche Richter hier zu Gunsten der Geocacher entscheiden würde, denn es handelt sich letztlich um Sportziele und nicht um Gegenstände die zum Zwecke der Entsorgung zurückgelassen wurden.

Die Deckelung des Geocaching durch die allgemeinen Betretungsrechte ist nun auch unsere allgemeine Argumentationslinie im Support. Und erfreulicherweise sind diese Argumente in den meisten Fällen überzeugend genug. Viele Beschwerdeführer akzeptieren das nicht nur, sie nutzen den Kontakt auch gleich dazu, sich umfassender über das Geocaching zu informieren und verstehen in vielen Fällen, das der Geocacher und seine Tupperdosen im Walde kein Feind sind.

Nun gibt es aber leider recht viele Leute, übrigens in den seltensten Fällen die tatsächlichen Besitzer der fraglichen Waldstücke, die im Geocaching einen recht jungen Gegner sehen, quasi das letzte hinzugekommene Übel, das nun stellvertretend für alle anderen Über herhalten muß. Es steht außer Frage das auch unter den Geocachern schwarze Schafe sind, sie stellen eben nur einen Querschnitt der Bevölkerung dar, aber gerade in Bezug auf den Wald stehen ganz andere Probleme im Vordergrund. Familien, deren Kinder durch Wildruhezonen lärmen, Menschen die im Wald grillen, Hundehalter, die ihren Hund ohne Leine durch den Wald laufen lassen damit Pfiffi mal „ein kleines Reh jagen kann, in der Stadt geht das ja schließlich nicht“ , alle möglichen illegalen Müllentsorger bis hin zum Jagdpächter, der aus reiner Bequemlichkeit mit dem 4×4 durchs Unterholz bis zum Ansitz donnert.

Nur gibt es eben diese Problemfälle schon recht lange, sie haben quasi ein gewisses Gewohnheitsrecht. Geocaching ist neu. Geocaching muß vernichtet werden!

Ein häufiger Irrtum

Und gerade ind er letzten Zeit mehren sich dann Argumentationen wie bspw. diese hier:

Das Waldbetretungsrecht billigt nur dann das Betreten, wenn keine kommerzielle Absicht dahinter steckt, bzw. die Nutzung des Waldes nicht organisiert ist!! Da die Verstecke im Internet veröffentlicht werden und hier das gesamte Konstrukt organisiert ist, wird die Duldung durch das Waldgesetz stark in Frage gestellt. Kommerziell wird es dann, wenn (wie nicht unüblich) geführte Geocacher mit Gruppen unterwegs sind, die dann zum Beispiel für Equipment und Führung Geld bezahlen müssen.

Das dies absoluter Unfug ist, steht außer Frage, schlimm ist jedoch, das sich die Meinung bezüglich des Veranstaltungscharakters von Geocaching immer weiter verbreitet.

Jemand anderes nennt Paragraphen (hier aus dem entsprechenden Waldgesetz) und begründet die Idee, Geocaching wäre organisiert mit gewissen freizeitbedingten Stoßzeiten am Cache:

Des weiteren ist auch § 37 (2) noch zu erwähnen, dass organisierte Veranstaltungen einer Genehmigung durch die Forstbehörde bedürfen und das Einvernehmen des Grundbesitzers (hier die Gemeinde …*) bedingen. Dieser „Volkswandertag“ am Wochende steht sicher nicht im Einklang mit dem Erholungsgedanke Wald und der Vermeidung von Beunruhigung des Wildes.

*Ortsname aus Datenschutzgründen entfernt

Wieder jemand anders beklagt sich, das sich einige Geocacher wie die Raubsäue benehmen, zitiert diverse Waldgesetze, daraus vornehmlich Passagen die das Verhalten im Wald betreffen und schließt dann mit den Worten:

Man sollte sich, da das Geocaching eine organisierte Veranstaltung ist, vorher mit der Forst oder dem Waldbesitzer absprechen. Ausserdem haben jegliche Beschädigungen der Bäume so oder so zu unterbleiben! Aber es ist wie immer, viele Menschen haben kein Problem damit, den Besitz anderer zu nutzen oder gar zu schädigen, aber reagieren empfindlich, wenn man ihnen dazu die Meinung sagt, von der Nutzung ihrer Sachen ganz zu schweigen.

Manch einer meint sogar, es wäre inzwischen sogar per Gesetz zur organisierten Veranstaltung erklärt:

Geocaching ist nach Landeswaldgesetz eine organisierte Veranstaltung und Bedarf der Genehmigung der Forstbehörden.

Nun ist es zum Glück nicht so, allerdings muß man da betonen: Noch nicht!

Die Politik prüft mögliche Verbote

Das Land Niedersachsen ist hier bspw. ein Vorreiter und überprüft bereits, ob und wie Geocaching zur organisierten Veranstaltung zu erklären ist. Sollte es dazu kommen, dann würden all die hier aufgezeigten Gründe schlagartig Hand und Fuß bekommen. Forstgemeinschaften und ähnliches aus anderen Bundesländern würden sofort den Druck auf die eigenen Landesregierungen erhöhen und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis auch in anderen Bundesländern solche Feststellungen getroffen würden.

Also gilt es zunächst, durch positives und umsichtiges Verhalten, nicht zuletzt aber auch durch Kontaktaufnahme mit der Gegenseite dafür zu sorgen, das Mißverständnisse aus dem Weg geräumt werden und Geocaching seinen oftmals negativen Ruf verliert. Interessanterweise geht das nur, der Natur des Geocaching als geheimes und verborgenes Hobby widersprechend, durch intensive Aufklärungsarbeit. Und dazu gehört bspw. auch die bereits von mir angesprochene Zusammenarbeit mit kooperationswilligen Organisationen, vornehmlich aus dem Bereich des Naturschutzes.

Sicherheit durch ausschließliche Nutzung von GC?

Klar, dies alles sind keine wirklichen Neuigkeiten, sogar die aktuellen Anstrengungen des Landes Niedersachsen wurden bereits im grünen Forum angesprochen, dort aber immer nur abgetan und oft auch ignoriert. Diejenigen, die das Problem in der Tat als solches realisieren, suchen sich dann vorrangig Einzelkämpferlösungen. So meinen die Einen,  das GC ein sicherer Hort wäre. So bspw. Neheimer, der in einem Kommentar sagte:

Das ich OC nicht mehr benutze hat eher pragmatische Gründe. OC kann verklagt werden, Namen von Geocachern heraus zu geben, sofern die OC bekannt sind. Vor allem bei Lost Places kann das Probleme geben. Diese sind nun mal, nicht alle legal und da kann es zu Problemen kommen.

Ein großer Irrtum, denn sobald ein Cache in die Zuständigkeit von Groundspeak fällt und deutsche Behörden dort gezielt anfragen, gibt Seattle Auskunft. Fälle wie bspw. bei der Lichtenberger Brücke, wo ein Reviewer kurzfristig das Listing versteckt und damit die Identität des Owners verschleiert hat sind eher die Ausnahme und allgemeiner Konsens ist inzwischen, das jeder Owner für sein Tun gerade stehen muss und nichts mehr gedeckt wird.

Back to the roots? Ebenfalls der falsche Weg!

Andere wiederum begrüßen mögliche Verbote sogar, denn sie erhoffen sich davon eines: Die Flut an Neucachern versiegt und Geocaching geht wieder dahin, wo es vor Jahren mal war – in die Heimlichkeit! Das dies absoluter Unfug ist,muß sicher nicht weiter erwähnt werden. Geocaching ist bekannt und man kriegt es auch dann nicht wieder ins Geheime geschoben, wenn man wegen möglicher Verbote in den Untergrund geht. Denn gerade das würde insbesondere diejenigen anlocken, die auch heute schon Geocaching als „cooles Nerdding“ betrachten, „1337“ Kiddies, die sich jetzt schon wie die Axt im Walde benehmen, ohne Respekt vor der Natur im Wildschweinmodus auf die Suche gehen und die dann der Verlockung des Verbotenen kaum widerstehen können.

Mögliche Lösungsansätze

Man kann es also drehen und wenden wie mal will: Die Geocacher müssen langsam mal in die Puschen kommen, müssen intensiv und vor allem aktiv den Dialog mit anderen Interessengruppen wie bspw. regionalen Naturschutzverbänden suchen. Sie müssen positive Werbung für das Hobby machen und was ich für viel wichtiger halte, müssen sich langsam mal ganz intensive Gedanken darüber machen, wie sie es eben schaffen ihre Stimme gemeinsam zu erheben. Das man hierzu aber auch gleich vorweg alle Konkurrenzgedanken und Plattformstreitigkeiten beiseite legen sollte, steht ebenso fest. Die sind nämlich eher kontraproduktiv als zielführend, denn letztlich wollen doch alle nur dasselbe, geocachen. Allerdings muß man sich dabei auch klar machen, das ein intensiver Dialogmit anderen Interessengruppen gleichbedeutend damit ist, das Geocaching offensiv bekannter gemacht werden muß. Nicht in Hinsicht auf das Werben neuer Geocacher, eher in Hinsicht auf gezielte Veröffentlichungen in den Medien.

Die Medien stellen Geocaching oft recht schlecht dar, was im Grunde kein Wunder ist. Bisher gilt es als verpönt, sich den Medien zu stellen und Zuarbeit zu Reportagen zu leisten. So tun das nur Einzelne und oft kommt es dadurch dazu, das Geocaching entweder überspitzt oder völlig falsch dargestellt wird. Das zu ändern liegt aber in der Hand aller, denn Presseanfragen gibt es durchaus genug. Nur werden Reporter dann gern abgeschmettert, mit der Folge das sie sich eben im Sinne der Auftragserfüllung selbst einen Reim auf das bisher gehörte machen. Viele vergessen nämlich das auch Reporter nur ihren Job machen. Nicht jeder ist freier Journalist der sich seine Berichte selbst zusammensucht, die meisten kriegen vom Chefredaktuer den Auftrag und müssen was liefern. Und da wäre es doch im Sinne aller Beteiligten, wenn man die Arbeit der Reporter unterstützt, im positiven Sinne, im Sinne des Geocaching.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

23 thoughts to “Drohende Geocachingverbote?”

  1. Klasse Artikel, wie immer 🙂

    Gerade der Umgang mit den Medien ist mir auch ein Dorn im Auge. Wenn ich z.B. bei Twitter die Avatare mit „No Press“-Overlay sehe, krieg ich auf Deutsch gesagt nen Kotzreiz. Und wenn das dann auch noch mit einem wieder mal schlechten Bericht in der Zeitung oder im TV begründet wird, stelle ich die Frage, warum das denn wohl schlecht war…

    Im Wals hatte ich vor einiger Zeit mal ein Gespräch mit nem Förster, der natürlich mit seinem schweren Geländewagen mitten im Wald stand. Er hätte kein Problem mit Geocaching, solange ich die Wege nicht verlassen würde, nur genau das musste ich schon tun, um an seinem Wagen vorbei zu kommen…

  2. Prinzipiell stimm ich dir da zu, nur am End mit der Zusammenarbeit mit der Presse seh ich es anders. Du magst auch da Recht haben, ich persönlich werde mich aber nie wieder der Presse stellen. Habe einmal für ein Studentenmagazin ein Interview gegeben. Über das Ergebnis habe ich mich dann tierisch aufgeregt, ich wurde unter anderem Kontextlos zitiert was ein ganz falsches Bild darstellte.

    Mein persönliches Fazit, Kommt Presse, gehe ich.

  3. Das mit den Medien ist immer ein schwieriges Thema. Ich weiß dass es ein paar gute Berichte gibt, bei denen sich Mühe gegeben wurde, aber die sind eben rar.

    Die meisten Anfragen sind dann aber überwiegend nur auf die Efffekthascherei aus und die Berichte werden dann auch meist so. Selbst wenn man sich bereit erklärt zu helfen, hat man ja leider wenig Einfluss auf das wirkliche Endprodukt, welches dann doch anders wird, als man gedacht hat.

    Ich kenne das aus anderen Bereichen, vor allem im TV, da macht der Schnitt eben eine Menge aus und stellt es dann genau gegensätzlich dar.

    1. Klar, mir ist durchaus bewusst das die Medien immer mit viel Sensibilität behandelt werden müssen.Aber die Medien sind eben nur ein Teil, auch in der Politik muß unser Interesse vertreten werden. Die Medien bringen Geocaching ins Selbstverständnis der Bevölkerung, für die politische Seite ist jedoch der Dialog mit den direkt betroffenen Interessengruppen notwendig – und eben die Unetrstützung durch große Verbände wie bspw. eben die Naturschutzverbände.

  4. Den Artikel kann ich so nur unterschreiben. Wie es funktionieren kann, sieht man in Mecklenburg Vorpommern, wo Caches mit Genehmigung der Naturschutzbehörde sogar nach Waldarbeiten von den Arbeitern wieder hinterlegt werden.

    Beim Umgang mit der Presse gilt vor allem eins: Auch hier den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Da man im Nachhinein nicht viel Einfluß hat, muß man eben VORHER entsprechende Ansagen loswerden – der arme Reporter von N24 jedenfalls durfte sich seitenweise meine Einwände, Befürchtungen, Erklärungen und Weiteres anhören bzw. anlesen, BEVOR es zum Dreh kam. Aber dafür bin ich bis heute mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden. 🙂

    Man kann vergangenen Zeiten nicht mehr nachjammern – es wird nie mehr so, wie es mal war. Entweder, wir machen das Beste daraus, oder wir suchen uns ein anderes Hobby.

  5. Jeder Geocacher macht Schaden, wenn auch nur ganz wenig.
    Aber der stete Tropfen höhlt den Stein.
    Wo gesucht wird, da sieht es eben auch becached. Und sei es, dass dort eben einfach nur alles Plattgetrampelt ist, weil man zum Loggen/Lesen ja irgendwo stehen muss und das nicht direkt auf dem Weg tun wird.

    Und die Menge an Zigarettenkippen, Kinderriegel-Verpackungen und Bierflaschen, die ich in den letzten Monaten an Stellen gesehen habe bei denen sie definitiv ausschließlich von Cachern stammen können sagt mir: Die Reklame mit CITO&Co mag ja ganz toll sein, aber die Realität sieht anders aus. Da laufen inzwischen wohl ausreichend viele Cacher herum, die auch auf der Autobahn die Kippen aus dem Fenster schnippen…

    Ich kann die Waldbesitzer schon verstehen, die sagen „Waldbetretungsrecht hin und her, aber die Geocacher sind immer an den gleichen Stellen, somit ist das faktisch eine Form des ‚organisierten Auftretens‘, und das entspricht dem, was der Gesetzgeber meint, als er die ‚Genehmigungspflicht von Veranstaltungen‘ formulierte“.

    -jha-

    1. Das sich etliche Geocacher tatsächlich wie die Raubsäue benehmen steht völlig außer Frage. Nicht umsonst habe ich schon oft angemahnt, das wir uns der Problematik „Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit gegenüber Neucachern“ stellen müssen. Aber das wurde und wird ja regelmäßig als lächerlich abgetan. Viele stehen über den Dingen und sehen immer nur sich selbst. Und dieses realitätsferne Verhalten ist nun Schuld daran, das die Luft enorm dünn für uns wird. Das Kind liegt eben tatsächlich schon im Brunnen und wir müssen retten was zu retten ist. Ich habe nur die Befürchtung, das dies kaum jemand einsehen wird. Zumindest niemand von denen, die mit ihren Blogs und ähnlichem tatsächlich eine breite Masse erreichen.

      Und wenn dann tatsächlich etwas getan wird, dann ist das Geschrei ebenfalls groß, man erinnere sich an das so genannte „DWJ Positionspapier“. Alle haben laut „Oh weh“ geschrieen, verlangt das die DWJ gestoppt werden müsse, die sich ja als böser „Sprecher aller Geocacher“ aufführe. Und weswegen? Wegen eines Stück Papiers, das ein paar wichtige Grundregeln noch einmal erklärte und gut lesbar für Newbies in der Schachtel neuer GPSr steckte. Das tat keinem weh, klärte aber so manchen auf. Nur hat das große Geschrei dafür gesorgt, das diese im Grunde gute Aktion versandete.

      Komisch eigentlich, Rudelcachen erfreut sich in weiten Kreisen großer Beliebtheit, aber sobald in der Gemeinschaft mehr als nur ein bischen Punktesammelei erfolgen soll, ist von Vereinsmeierei die Rede und es wird geblockt und gemauert. Mit den jetzt sichtbaren Folgen.

      Ich wage mal die Theorie aufzustellen, das heute manches einfacher und unkomplizierter wäre, wenn das Gros der Geocacher schon vor längerer Zeit erkannt hätte, das die Heimlichkeit vorbei ist und offensive Aufklärungsarbeit geleistet worden wäre. Blöd ist halt nur, das uns „hätte, könnte, wäre, würde“ jetzt nicht wirklich weiterhilft. Und klar, auch das Topic hier ist recht überzogen gewählt, aktuell steht noch kein tatsächliches Verbot ins Haus, aber gerade die Vorgänge in Niedersachsen können das jederzeit bewirken. Wenn da niemand aufklärend tätig wirdund etwas Lobbyarbeit in unserem Sinne leistet…

  6. Erstmal Vorweg,

    ein schöner Artikel der sehr schön zusammen fasst was ich schon seit einiger Zeit höre und mitbekomme, auch habe ich einen Förster im Bekanntenkreis, der netter Weise viele Informationen weiter gibt. Der hat wie viel andere Förster auch keine Probleme mit Geocaching (solange es am Boden bleibt und nicht in „seine Bäume“ geht, aber das ist schon wieder ein weitergehendes Thema). So sehen es aber viele Seiner Kollegen auch, diejenigen die „Probleme“ mit dem Geocaching haben sind primär die Jäger und nun muss man sich nur 2und2 zusammen zählen um zu wissen wieso…
    Auch da gab es schon genug Berichte/Informationen drüber, was uns immer noch fehlt sind Möglichkeiten das wieder gerade zu rücken, was passieren würde wenn Geocaching zu einer kommerziellen Veranstaltung erklärt wird, kann sich jeder ausmalen, plötzlich wird jeder Cache im Wald gesetzwidrig und wir hätten eine starke Einschränkung unseres Hobbys. Wünschenwert wäre es wenn jeder Cache mit dem Eigentümer abgestimmt werden würde, aber ich denke das ist utopisch, so sollten wir aber zumindest im Wald möglichst naturverträglich cachen und dazu müßen wir die „iPhone – Cacher“ erreichen, die mal was von Geocching gehört haben, sich mal eben eine App aus dem Store holen und dann ohne wirklich zu wissen was Sie tun Cachen gehen. By the way – auch einige alte Cacher sollten Ihr handeln nochmal überdenken und vielleicht Qualität vor Quantität setzen und hier wäre in meinen Augen ein „back to the roots“ angebracht.
    Vielleicht sollte man ab und an mal mit einem „Neuling“ los gehen und Ihm so einige Sachen vermitteln die ein „APP“ nicht vermittelt, wie z.B.: „Wenn Du Dich dem Cache näherst, leg das Navi beiseite, schau Dich um und überlege wo Du den Cache verstecken würdest. Beschädige weder den Cache, noch das Versteck, oder die Umgebung und lege den Cache nach dem Found genau so wieder hin, wie Du Ihn gefunden hast…. “ Mir fielen da noch viele Sachen ein und ich kann mich auch daran erinnern, das man früher ab und an mal mit Neulingen los gegangen ist nur um Sie ein wenig in das Hobby ein zu führen und weil die Info’s im Netz eher verstreut und schwer zu finden waren.
    Vielleicht sollten wir noch eine Seite machen, wo all dies kurz und knackig zusammengefasst wird… Überlegungen in die Richtung hatte ich schon, aber mir fehlt ein wenig die Zeit das im Großen um zu setzten.

    In diesem Sinne,
    Jörg

    1. @JoFrie: Eine solche Seite existiert im Grunde mit geocaching.de bereits. Nur fehlen die Leute, die das auch mit entsprechenden Artikeln aufbereiten. Geocaching.de ist unbestritten die Haupteinstiegsplattform für „Neucacher“, leider ist die ToDo-Liste aber enorm lang und viele schrecken vor Mitarbeit zurück, weil eben die DWJ im Impressum steht…

  7. Ich muss dir bei deinem Artikel „leider“ auch zustimmen. Wir hatten letztes Wochenende eine Begegnung mit einem wutentbrannten Jagdpächter bei dem jegliche Kommunikation scheiterte. Die vorgefertigte Meinung war so starr, dass er sich einfach vollkommen im Recht fühlte.
    Wir sind nun mal zur Zielscheibe geworden und das kann man wohl auch schwierig wieder umkippen.
    Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, dann wird die Regelungswut der Landesbehören auch uns treffen. Dein Vorschlag zur Öffentlichkeitsarbeit finde ich gut. Wir sollte die Kooperation suchen und uns nicht noch mehr Feinde machen.

    Leider wundert mich das Ganze nicht. Es wird immer gefährlicher, illegaler und wagemutiger. Der ganze T5-Hype macht mir da auch ein wenig Sorgen.

  8. Aus eigener Erfahrung weiss ich: Presse ist nicht immer fair, offen, ehrlich, aber worüber beklagen sich eigentlich Leute, die weitgehend anonym manchmal grenzwertig legale Dosen legen und gezielt über das Internet publizieren, um dann echte Probleme auszusitzen? Geocaching als Geheimbund war gestern …

    Wir müssen proaktiv zusammenarbeiten mit den Medien in Form von qualifizierten und ehrlichen Berichten, dabei offen sein Probleme gezielt anzusprechen und abzustellen. Wenn man dann für ein SBA Log nur massiv beleidigende und hochgradig unsachliche eMails erntet weiss man, dass „wir“ davon noch meilenweit weg sind. Besonders auch in unserer Selbstwahrnehmung.

  9. Die neuen Gegebenheiten erfordern einfach ein Umdenken – auf allen Seiten. Nicht alles, was immer gut war, ist es jetzt zweifelsohne immer noch – da muß man so ehrlich sein; und nicht nur anderen gegenüber, sondern vor allem auch sich selbst gegenüber die notwendigen Konsequenzen ziehen.

    Sowas fängt immer zu Hause an!

    So haben wir jetzt schweren Herzens die hochgelobte und von uns sehr geliebte und aufwändige „Lemuria“ Reihe archiviert, weil sie einfach mal in heiklem Gelände, sprich naturschutzrelevant lag. So lange da jährlich 30 Leute hingestapft sind, war das kein Problem. Aber die steigende Frequentierung und auch die Sensibilisierung bezüglich dieses Themas durch bereits erfolgte Zusammenstöße mit entsprechenden Obrigkeiten hat uns das Ganze nochmal durchdenken – und schlußendlich archivieren lassen.

    Vielleicht gibts da irgendwann mal eine Neuauflage – dann aber so, daß das Wegegebot nicht übertreten (im wahrsten Sinne des Wortes! ;)) werden muß.

  10. Sehr schön geschrieben.
    ganz unschuldig sind manche Cacher sicherlich nicht, manche benehmen sich wie sonstwas. Ist es so schwer ein bisschen seinen Verstand einzusetzen? Es gibt mittlerweile sehr viele Infos und Tipps im Internet oder man fragt einfach Leute, wenn man neu ist und manche Dinge nicht weiß/wissen kann.
    Medien ist ein Thema für sich. Nicht immer wird alles richtig dargestellt, aber es sind auch teilweise echt gute Berichte darunter. Aufklärungsarbeit ist jetzt glaube ich angesagt.

  11. Du sprichst mir aus dem Herzen. Habe heute einen Reporter / Chefredaktuer meiner Gegend an der Tel.-Leitung gehabt. Er will über Geocacher berichten. Erst habe ich ablehnen wollen, werde aber Morgen der Termin wahrnehmen, um unser angekratztes Image hoffentlich etwas geraderücken zu können – Soweit dies Thema werden sollte.

    Wir brauchen positive Presse und nicht Berichte über uns. Wir müssen heraus aus der Anonymität und der scheinbaren Heimlichtuerei. Du hast völlig recht mit Deiner Auffassung.

    Gruß aus Dillenburg

    TeamSchroeder

  12. @Schrottie
    Nein Du erreichst mit geocaching.de nicht alle und vor allem nicht die neuen Cacher die mit Ihrer iPhone App oder ähnlichen Sachen Cachen gehen. Die gehen vielleicht noch auf Geocaching.com und vielleicht verirren sich auch einige auf geocaching.de, aber wenn Du die wirklich erreichen willst mußt Du andere Wege gehen.
    Da die Idee schon einige Zeit vor sich hin köchelt und ich inzwischen sogar das ok der Reviewer und aus Seattle habe wird es Zeit demnächst mal etwas weitergehend aktiv zu werden. Folgendes schwebt uns vor, wir wollen eine Seite schaffen, wo es eine Art Wettbewerb geben wird und zwar wer erschafft den schönsten Tradie/Multi/Mystery (ähnlich der Geokur) – der Wettbewerb läuft immer ein Jahr und am Ende wird der Gewinnner einige nette Preise einheimsen können. Natürlich sollte man, wenn man teil nimmt die Seite mit Logo in seinem Listing verlinken. 😉
    Zusätzlich zu diesem Wettbewerb wird die Seite dann noch kurz einige erläuternde Worte zum Wettbewerb haben, was dann auch das Thema Geocaching an sich anschneidet. Wenn da genügend Cacher mit machen, dann wird dies sicher früher oder später jedem ein Begriff sein und auch die Neucacher werden da früher oder später durch die Erwähnung im Cachelisting drüber stolpern.
    Sicher kann man zusätzlich noch Seiten wie Geocaching.de aufpeppen und dort mehr Informationen weiter geben, oder man verlinkt jetzt schon das Cache wiki – http://www.cachewiki.de/wiki/Hauptseite in seinen Caches.

    Wer bei unserer Aktion mitmachen will, kann sich gerne bei mir melden (info@taschenlampen-papst.de), momentan brauchen wir Leute mit Webprogrammierung Erfahrung und wer Kontakt zu Sponsoren hat…

    Gruß,
    Jörg

    1. Glaub es oder nicht, aber gut 80%+ aller Neucacher aus dem deutschen Sprachraum landen irgendwann auf geocaching.de bzw. finden darüber erst zum Cachen. Die paar Zufalls Eifon-Äpp-Juser sind da eher zweitrangig. Ich merke es ja im Support von oc.de/gc.de ganz deutlich, jeder der im Internet nach Infos zu dem sucht was er gehört hat (oder auch zu seiner tollen neuen Äpp) landet bei gc.de. Und damit hat geocaching.de eine enorm hohe Reichweite. Seattle stellt nicht umsonst die Cachedaten für gc.de bereit, die wissen genau das da deutlich über 80% der zahlenden Kunden herkommen.

      Eine Seite mit einem Wettbewerb halte ich hingegen für problematisch. Klar, auch hier freut sich Seattle, es ist ja mal wieder kostenlose Werbung für GC, aber wenn schon am Anfang der Wettbewerb steht, und sei es auch mit solch noblen Zielen, dann bleibt es trotzdem nur ein Wettbewerb und wohin der führt, wissen wir beide ganz gut. Der einzige Vorteil den ich in einer weiteren Informationsseite sehe ist der, das damit die Trefferstreuung für recherchierende Geocachinggegner höher wird und diese damit quasi an mehreren Stellen positiv informiert werden können. Wenn allerdings ein Wettbewerb im Vordergrund steht, dann helfen auch positive Erklärungen und Aufforderungen an die teilnehmer nicht aus, wer Argumente gegen das geocaching sucht, wird den Wettbewerb finden und nicht den Aufruf zum naturerhaltenden/-schützenden Verhalten und ähnlichem.

  13. Das es in Zukunft mehr KOnflikte geben wird ist klar. Aber gesetzliche Verbote halte ich für kaum durchsetztbar. Wie soll den Unterschieden werden zwschen Wandern auf Wanderwegen, welche meist auch im Internet veröffentlicht werden und Geocache. Der Rothhaarsteig wird z.B. auch kommerziel über Tourist Infos vermarktet. Mountainbiker benutzen GPS Geräte für ihre Touren und veröffentlichen sie auch im Netzt.
    Wie soll das ein Gesetz verarbeiten. Ausschließlich GC Caches? Grundsätzlich alles was im Titel Geocaching trägt?
    So einfach ist das gar nicht zu verbieten. Erst recht nicht so, dass es den gerichtsfest wird.

  14. Klasse Artikel! Du sprichst mir wirklich aus der Seele.
    Um zu zeigen, daß das bei uns nicht nur leeres Gerede ist, hier mal ein Link zu der Homepage des Kreisjagdverbandes Biberach mit einem Bericht über eine Diskussionsrunde, wo wir mit ein paar Cachern eingeladen waren. Aufgrund des positiven Feedbacks werden wir nun auch weiter machen und diese „Vorträge“/Diskussionen auch in anderen Hegeringen/Kreisjagdverbänden führen. Vielleicht ist dies der gewünschte Ansatz zu einer intensiveren Zusammenarbeit und diese Art der Kommunikation könnte Schule machen.
    Aber hier einmal der Link: http://www.kjv-biberach.de/?dispatch=…#2618

  15. So etwas hört man gern. Zeigt es doch, das sachlicher Dialog durchaus zielführend ist. Man sieht dabei auch gleich, das die Selbstwahrnehmung einzelner Personengruppen im direkten Gespräch viel differenzierter ist und man eher eingesteht, das nicht alle brave Kinder sind:

    Nachdem die geo-cacher ihr Hobby vorgestellt hatten, äußerten die Jäger ihre Wünsche zum wild- und jagdfreundlichen Verhalten im Wald. Hierbei wurde deutlich, man mit etwas Rücksicht aufeinander recht unproblematisch nebeneinander den Wald nutzen kann. Beide Seiten gestanden die Existenz von schwarzen Schafen in eigenen Reihen ein.* Als gute Basis für einen harmonisches Miteinander wurden Kontaktadressen ausgetauscht…

    * Hervorhebung von mir

    Allein das ist oft ein guter Ansatz. Bliebt letztlich nur zu hoffen, das so etwas Schule macht. Zum einen, das auch andere Geocacher dadurch mal drüber nachdenken mit den angeblichen Gegnern zu reden, zum Anderen aber auch das hier die Erkenntnisse der KJV „nach oben“ und in andere Verbände weitergegeben werden.

  16. Ich habe am Montag einen Termin mit einem Journalisten einer Wochenzeitung. Vorher habe ich ausdrücklich drauf bestanden, daß absolut nichts über den Cache und seine Verstecke berichtet wird, auch Fotos davon sind verboten. Das war für ihn Ehrensache, denn davon würde das Hobby ja leben. Ich habe ihn angeboten, einen meiner Multicaches mit meiner Hilfe zu machen, damit er voll in der Materie drin ist. Nur was er selbst erlebt hat, kann er so nachvollziehen, daß er einen positiven Bericht schreiben kann.

    Mal sehen was draus wird, bleibe aber trotzdem skeptisch. Nehme meinen eigenen Cache, damit ich selbst Schuld bin, wenn was schief geht. Kann das gegenüber fremden Caches nicht verantworten.

    Sylvia

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