Ein Freibrief für Trolle

Im Rahmen der kürzlich aufgetauchten Sockenpuppen-SBA habe ich selbstredend auch direkt bei Groundspeak nachgefragt, was man dort von solchen Aktionen hält. Erwartungsgemäß gab man mir zu verstehen, das man Sockenpuppen zwar eigentlich nicht will, aber solange sie konstruktive Beiträge und Logs schreiben einfach toleriert. Irgendwie fand ich das schon recht seltsam, schließlich bin ich zahlender Kunde und finde, das es schlechter Stil von Groundspeak ist, anderen zu erlauben die zahlende Kundschaft unter dem Deckmäntelchen der Sockenpuppe mit unberechtigten SBA-Logs anzuscheißen.

Ich erklärte auch, aus welchem Grund ich die SBA für unangebracht halte: Es ging in dem Fall ja um inzwischen(!) nicht mehr erlaubte Links zu einer konkurrierenden und kommerziellen Geocachingplattform, nämlich OC. Da die Entfernung der Links eine zwischenzeitlich notwendig gewordene Wartungsmaßnahme des Listings darstellt, wäre eben ein NM-Log angebracht und vor allem richtig gewesen. Ich erklärte Groundspeak nun, das ich kein Problem mit dieser Regel hätte und die Links auch bereits entfernt sind, einzig die Erwähnung der Tatsache das die Caches auch bei OC gelistet sind habe ich belassen. Und Groundspeak meint dazu:

This is understood. We are simply stating that it is preferred not to have those mentions on cache pages. If you choose to keep it, please be mindful that it may make this cache a target for other such comments or logs.

Auf gut Deutsch: Auch wenn es erlaubt ist ohne die Verwendung von Links und Werbebannern auf ein paralleles Listing bei anderen Plattformen hinzuweisen, es wird empfohlen darauf zu verzichten, tut man es doch, dann muss man eben damit rechnen das die Trolle über das Listing herfallen und seltsame Kommentare und Logs schreiben. Groundspeak wird nichts dagegen unternehmen. Auch nicht, wenn man zahlender Kunde ist.

Also los liebe Trolle und Sockenpuppen, jetzt habt ihr von ganz oben die Erlaubnis eurem feigen Tun nachzugehen… 👿

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Und für diejenigen, die sich immer so fürchterlich schwer damit tun, zwischen mir als Privatperson und mir als Mitglied im Team der konkurrierenden und kommerziellen Geocachingplattform zu unterscheiden: Dieser Artikel wurde von mir in meiner ‚Funktion‘ als Privatperson, Geocacher und zahlendem Kunden der Firma Groundspeak geschrieben. So.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

6 thoughts to “Ein Freibrief für Trolle”

  1. Warum stehe ich nur diesem dämlichen Verein von Anfang an höchst kritisch gegenüber? 🙄

    Emailkontakt mit Groundspeak hat immer eine besondere Dilbertkomponente. Ich bin mir sicher der CEO heißt Dogbert. Oder ist eine dieser niedlichen Kreaturen in Rot.

  2. Unfassbar… Wofür gibt man eigentlich das Geld für den Premium-Account aus? Nur für 2, 3 zusätzliche Features? 😮

    btw: Ich habe die Links nach OC aus meinen Listings noch nicht entfernt. Und wenn einer meckert: Herrje, es sind halt handwerkliche Fehler unterlaufen, so what? 🙄

  3. Was erwartest Du für 30$p.a. – mehr als ein paar zusätzliche Abfragefeatures für die Datenbank ist da nicht drin. Und die habe ich bis heute noch nicht mal vermisst 🙂

    1. @Steingesicht: Mir geht es eigentlich weniger um die Qualität des Kundendienstes oder der Leistungen die man fürs Geld bekommt. Mich ärgert der Umgang mit den Kunden. aber die Geocacher scheinen da irgendwie besonders schmerzfrei zu sein, denn wo anders könnte man sich das nicht mit seinem weltweit zweitgrößten Markt, und der ist Deutschland ja nunmal zweifelsohne nach den USA, erlauben. Aber die Geocacher lassen das ja mit sich machen… 🙁

  4. Ich wäre ja für einen ordentlichen Kundendienst gern bereit, 120USD/Jahr zu bezahlen. (Und das wäre dann eigentlich noch zu billig. Überlegt mal, was anderswo Vereins- oder Parteimitgliedschaften kosten, wo „was geboten wird“.)

  5. Das überrascht Dich jetzt doch nicht wirklich, oder?
    Der einzige Weg, der vielleicht etwas bringt wäre ein feedback, dass Sockenpuppen-Accounts zu löschen sind, an den Start zun bringen. Wenn dieses feedback vom zweitgrößten Markt massiv unterstützt würde, müssten sich die Herrschaften wenigstens Gedanken dürber machen. So ticken die, denke ich. Eine einzelne Mail beantworten sie mit Süßholz und sinnfreiem Geseier.

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