#Fahrradalltag in Berlin und Deutschland

Nachdem der Berliner Politiker Steffen Burger via Twitter seinem Unmut darüber Luft gemacht hatte, das er von einem Autofahrer zunächst zu dicht überholt und dann als Reaktion auf eine Beschwerde darüber verfolgt und zusammengeschlagen wurde, machte das von ihm dafür genutzte Hashtag #fahrradalltag die Runde. Radfahrer aus ganz Berlin und Deutschland begannen damit, auf Twitter ihr tägliches Erleben zu veröffentlichen.

Schlimm ist daran eigentlich, das wohl jeder Radfahrer die meisten dieser Tweets aus eigenem Erleben nachvollziehen kann. Sie zeigen in aller Deutlichkeit, wie weit man in Deutschland noch von der Akzeptanz des Fahrrades als Verkehrsmittel entfernt ist. Was nicht zuletzt auch der Politik zugeschrieben werden kann, die ja nach wie vor dem Automobil den Vorrang gibt – selbst dann, wenn wie bspw. in Berlin eine durchaus brauchbare Radverkehrsstrategie vorhanden ist.

Ich habe einfach mal einige dieser Tweets herausgesucht, die quasi auch von mir stammen könnten, geben sie doch auch meinen eigenen #fahrradalltag wieder. Da wäre erst mal die ganz allgemeine Aussage zu diesem Thema im Angebot:

Ebenfalls Alltag, wenn man absolut unzumutbare, unbenutzbare Radwege ignoriert und zur eigenen Sicherheit lieber auf der Fahrbahn unterwegs ist:

Und um beim Thema Radweg vs. Fahrbahn zu bleiben, viele Autofahrer haben die Novellierung der StVO im Januar komplett verschlafen und wissen nicht, wann ein Radfahrer überhaupt auf der Fahrbahn fahren darf bzw. ob ein Radweg, oder das was wie einer aussieht, überhaupt benutzungspflichtig ist. Und so wird allein bei Vorhandensein von einigen roten Farbklecksen auf dem Boden angenommen, der Radler müsse dort, und nur dort fahren. Der angesprochene Januar ist übrigens der aus dem Jahre 1998. 😉

Beinahe schon Tagesgeschäft für mich: Mit dem Rennrad ganz flott unterwegs, trotzdem wird gehupt und gedrängelt. Hier in Berlin-Spandau sind es übrigens in erster Linie Autofahrer aus dem Umland, denen ein Radler mit 30 bis 35km/h als dringend anzugreifendes Hindernis erscheint. Merkt man als Radler die Stoßstange direkt am Hinterrad, gefolgt von Hupen und Überholen mit weniger als 50 cm Abstand, dann hat das Fahrzeug hierzugegend in fast jedem Fall ein HVL-Kennzeichen. Das aber nur als gefühlte Unmutsstatistik am Rande…:

Eben diese gefühlte Statistik passt auch zu folgendem Szenario:

Da könnte ich mich stundenlang und mit wachsender Begeisterung aufregen. Warum tun einige Menschen so etwas? Vor und hinter mir 100 bis 150m lang zwei absolut leere Spuren. Und der PKW, gern auch mal ein LKW, kommt von hinten an, überholt mit wenigen Zentimetern (hupt in aller Regel dabei) und wirft mich beim Einscheren fast vom Rad. Völlig ohne Not. Der hätte also eine komplette Spur für sich allein. Unfassbar dieses Verhalten.

Da sind Oma und ihr Pfiffi fast schon etwas, über das man auch mal schmunzeln und problemlos auch ein Auge zudrücken kann… 🙂

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)