Feisty Fawn rennt!

UbuntuxNachdem ich beim Upgrade von Dapper Drake auf Edgy Eft die Kommandozeilenmethode via apt-get verwendet habe, nahm ich diesmal die GUI-Methode mit Hilfe des Updatemanagers. Feisty Fawn lockte schon seit geraumer Zeit, also nahm ich das heutige Erscheinen zum Anlass, sofort umzustellen. 🙂

Allerdings lief das Upgrade nicht ganz ohne Probleme ab. Nach dem Upgrade konnte das System nicht neu gestartet werden, da bis auf / keine Partition eingehängt werden konnte. Also habe ich in einem Terminal ein Pseudo-Homeverzeichnis für mich angelegt und mich dann damit angemeldet. Somit konnte ich wenigstens eine grafische Oberfläche starten und nach dem Fehler suchen.

Der Fehler lag in den Datenträgerbezeichnungen. Mit Ubuntu 6.10 wurde vom bisher üblichen /dev/hdax auf die Platten- bzw. Partitions-ID umgestellt. Da das aber bei mir Probleme hervorrief, habe ich /etc/fstab wieder ins alte Format versetzt. Und da lag nun der Hund begraben. Jetzt bei Ubuntu 7.04 heißen die Partitionen nicht mehr /dev/hdax, sondern /dev/sdax. Also fix die /etc/fstab geändert, Neustart, fertig! Insgesamt lief das Upgrade, abgesehen von den Problemen im Anschluß wie folgt ab:

Vorgehensweise:

  1. Administrationsterminal öffnen (alternativ ein normales Terminal und dort mit „sudo -s“ dauerhaft die Konsole an root übergeben)
  2. update-manager -c -d“ eingeben
  3. Der Updatemanager startet und sucht nach neuen Distributionsversionen. Dabei findet erUbuntu 7.04 Feisty Fawn.
  4. Auf „Upgrade“ klicken und los gehts. Zunächst wird /etc/apt/sources.list ganz automatisch auf die neue Version, in diesem Fall Feisty, umgestellt. Dann werden aktualisierte Pakete gesucht.
  5. Danach gibt es kein zurück mehr, wer jetzt auf „Aktulisieren“ klickt, muss das durchziehen bis zum bitteren Ende
  6. Zuerst werden alle Paketeheruntergeladen.
  7. Während der Installation der Pakete kommt es zuweilen zu Nachfragen, falls irgendwelche Konfigurationsdateien geändert werden sollen. Hier muss man halt selbst entscheiden ob die ersetzt oder beibehalten werden sollen. Hat man die jeweiligen Dateien bisher nicht geändert, dann kann getrost ersetzt werden. Ist man sich unsicher, behält man eben die bisherigen bei. Ebenso werden zwischenzeitlich einige Dienste, sofern verwendet, neu gestartet, damit diese Dienste die geänderten Pakete verwenden. Bei mir waren das Fetchmail und Spamassassin.

Der Download der ca. 980 MB Pakete lief mit 30 Minuten recht zügig durch, selbst ein nebenbei auf einem anderen Rechner im Netzwerk laufender Radiostream tat der Geschwindigkeit keinen Abbruch und auch nebenbei surfen war machbar. Nur sollte man dafür eben einen anderen Rechner als den zu aktualisierenden nehmen. Ist aber eigentlich selbstverständlich. 🙂

Was auf sonst noch zu beachten ist:

  • Beim Upgrade kann es, sofern der nVidia-Grafiktreiber verwendet wird, zu Problemen kommen. Also sollte hier vorher ein anderer Treiber geladen werden. Ich selbst habe vom obligatorischen ati-Treiber auf den radeon umgestellt und dies mal einfach so belassen. Probleme gab es dabei nicht. Aber eben gerade bei nVidia sollte man da höchst vorsichtig sein und während des Upgrades lieber den Standardtreiber einsetzen.
  • Falls man Paketquellen von Drittanbietern verwendet, so werden diese vor dem Upgrade deaktiviert. Diese muss man also nach dem Upgrade wieder aktivieren, da sonst für die daraus bezogenen Programme keine Aktualisierungen mehr gefunden werden.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

31 thoughts to “Feisty Fawn rennt!”

  1. Wenn Du Edgy ganz normal installiert hast, und keine Änderungen in der /etc/fstab vorgenommen hast, dann dürfte es absolut keine Probleme geben.

    Neu ist vor allem die Einbindung von Desktop-Effekten, eine verbesserte Desktopsuche und diverse Änderungen, die vor allem Hardwareerkennung und vereinfachte Einbindung alternativer Treiber betreffen. Aber was rede ich da, schau einfach mal hier. 🙂

  2. Das Ganze da oben wäre ja auch für einen Linux-Dummy wie mich brauchbar, wenn…
    …ja wenn Du noch kurz aufschreibst, wie man sich im Terminal ein Pseudo-Homeverzeichnis anlegt und mal eben fix den Grafiktreiber umstellt.

    Ich hab nämlich die fstab editiert, um div. andere Linuxe und Windows einzubinden und natürlich die xorg.conf komplett umgeschrieben, wegen Nvidia und TV-out.

  3. Wenn Du in der fstab UUIDs verwendest, dann ist das absolut unproblematisch und wird weiterhin funktionieren. Und die Änderungen in der xorg.conf ganz einfach zurücknehmen, zumindest was den Abschnitt „Device“ betrifft. Dann sollte alles klappen. Okay, man kann auch ganz einfach versuchen mit geladenem nViaida-Treiber den Spaß zu machen, Probleme sind ja nicht die Regel sondern eher die Ausnahme.

  4. Nee, ich habe natürlich keine UUIDS genommen. Ich habe viele Partitionen und das war mir zu kompliziert. Ich weiß gar nicht, wo ich diese UUIDS herbekomme. Aber ich sehe schon, wenn Du noch ein bisserl weitermachst, wage ich mich doch dran 🙂

  5. Nö:

    /dev/hda1: TYPE=“ntfs“
    /dev/hda5: TYPE=“ntfs“
    /dev/hda8: UUID=“64a1db14-d5b1-4a67-8f30-4af2014f7668″ TYPE=“swap“
    /dev/hdb1: UUID=“0fb5f1a4-4a7c-4606-aa41-f309a44ac1a5″ SEC_TYPE=“ext2″ TYPE=“ext3″
    /dev/hdb5: UUID=“92014062-edad-410d-80d6-b2bffc24bb7d“ TYPE=“swap“
    /dev/hda3: UUID=“98b80ab0-8cd4-4828-8c8b-6be407043bba“ SEC_TYPE=“ext2″ TYPE=“ext3″

  6. Hmm, manchmal hat blkid tatsächlich Probleme dabei, NTFS-Partitionen zu erkennen. Bringt

    sudo tune2fs -l /dev/sda1

    etwas? Alternativ kann auch

    lshal -t

    Auskunft bieten, da muss man aber ordentlich in der Ausgabe suchen und die UUID mit der Kristallkugel zuordnen, was aber bei nur einer fehlenden UUID kein Problem ist.

  7. eben 🙂
    Da kam das raus:

    tune2fs 1.39 (29-May-2006)
    tune2fs: No such file or directory beim Versuch, /dev/sda1 zu öffnen
    Kann keinen gültigen Dateisystem-Superblock finden.

    lshal sagt:

    pci_1106_571_ide_0_0
    storage_serial_VNVD02G4GZHZRT
    volume_uuid_5C18F5D718F5B05E
    volume_part2_size_1024_0
    volume_uuid_98b80ab0_8cd4_4828_8c8b_6be407043bba
    volume_uuid_A4ACD856ACD82518
    volume_uuid_45F6_CF47
    volume_part7_size_3142024704
    volume_uuid_64a1db14_d5b1_4a67_8f30_4af2014f7668
    pci_1106_571_ide_0_1
    storage_serial_672123341870
    volume_uuid_0fb5f1a4_4a7c_4606_aa41_f309a44ac1a5
    volume_part2_size_1024
    volume_uuid_92014062_edad_410d_80d6_b2bffc24bb7d

  8. Ja, hab Dich wieder rausgekratzt. Einen Kommentar davon nehme ich gleich noch raus, muss ja nicht doppelt sein, nur wollte ich das nicht über das Akismet-Panel machen.

    Also scheint auch lshal nicht so ganz verwertbare Ergebnisse zu bringen. Hast Du inzwischen mal

    ls /dev/disk/by-uuid -al

    probiert?

  9. ls /dev/disk/by-uuid -al bringt:


    insgesamt 0
    drwxr-xr-x 2 root root 160 2007-04-20 11:24 .
    drwxr-xr-x 5 root root 100 2007-04-19 08:13 ..
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-19 06:13 0fb5f1a4-4a7c-4606-aa41-f309a44ac1a5 -> ../../hdb1
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-19 06:13 5C18F5D718F5B05E -> ../../hda1
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-20 11:24 64a1db14-d5b1-4a67-8f30-4af2014f7668 -> ../../hda8
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-20 11:24 92014062-edad-410d-80d6-b2bffc24bb7d -> ../../hdb5
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-20 11:24 98b80ab0-8cd4-4828-8c8b-6be407043bba -> ../../hda3
    lrwxrwxrwx 1 root root 10 2007-04-19 06:13 A4ACD856ACD82518 -> ../../hda5

  10. Seltsam das. Also bliebe nur eine Möglichkeit: Upgrade durchführen und später die NTFS-Platte in der fstab von hdaX auf sdaX ändern. Das sollte eigentlich funktionieren.

  11. Ja. Aber bei mir war es ja auch das Problem mit den fehlenden Laufwerken. Einzig /dev/hda1 wurde als solches erkannt und dann gestartet. Bootmanager kann damit umgehen und startet den gewählten Kernel von der passenden Partition. So hatte ich bspw. bis vorhin, als ich die fstab auf UUIDs umgestellt habe, neben den ganzen /dev/sdaX auch eine /dev/hda1. Denn also solche wurde die von Grub gestartet und Feisty konnte sich quasi nicht wehren. :angel:

    Abgesehen davon: Der Bootmanager wird vom BIOS aufgerufen, also stellt das alles kein Problem dar, denn das BIOS schaut, unabhängig von den Bezeichnern, immer auf der ersten Platte nach.

  12. Ich hab grad mal in die menu.lst geschaut. Die wurde durch das Upgrade nur dahingehend verändert, als das Feisty, sprich der neue Kernel, eingetragen wurde. Und selbst dieser Eintrag sieht so aus:

    title Ubuntu, kernel 2.6.20-15-generic
    root (hd0,0)

    Daran sieht man, das Grub eben nicht irgendwelche Bezeichner oder UUIDs verwendet, sondern die Platten nach ihrer physischen Lage benennt. Also würde, selbst wenn bspw. zunächst das /home nicht erkannt würde, Windows noch immer starten. Es wird ja auf der physischen Platte gesucht. Ist bei Dir bspw. Windows auf der allerersten Partition, dann wäre es eben auf (hd0,0) und würde auch von da geladen werden. Da kann also nichts schiefgehen.

    Die Zuordnungen der fstab werden ja erst dann interessant, wenn der Kernel das Dateisystem einhängen will. Und dazu wird dann die fstab verwendet. Sind hier alle wesentlichen Partitionen schon per UUID eingetragen, funktioniert alles. Und das ist ja bei Dir der Fall. Einzig für den Zugriff auf die Windowspartition von Linux aus wird ein entsprechender Eintrag benötigt. Ist das nicht nötig, dann kannst Du so loslegen und brauchst nichts ändern. Alternativ kannst Du dann auch unter Feisty nach der UUID der Windowspartition suchen und sie nachträglich in die fstab eintragen.

  13. Wie sieht’s denn bei Dir zeitlich aus?
    Ich kann ja parallel mit dem anderen Rechner noch online gehen, falls was schiefgeht. Wann bist Du daheim, daß ich jemanden zum virtuellen Händchenhalten habe? 🙂

  14. Alle Anwendungen beenden und dann im Terminal:

    sudo update-manager -c -d

    Der Rest ist selbsterklärend. 🙂

    BTW: Im Zweifelsfall bin ich im #junkie-chat erreichbar…

  15. Erst lädt er zwei Dateien, dann 77 und dann kommt:

    Failed to fetch http://archive.canonical.com/ubuntu/dists/edgy-commercial/main/binary-i386/Packages.bz2 Unterprozess bzip2 ist mit einem Fehlercode zurückgekehrt (2)
    Failed to fetch http://archive.canonical.com/ubuntu/dists/edgy-commercial/main/binary-i386/Packages.bz2 Unterprozess bzip2 ist mit einem Fehlercode zurückgekehrt (2)

  16. Entferne mal Edgy-Commercial aus Deinen Paketquellen, bzw. deaktiviere es in der Paketquellenverwaltung (System – Administration – Software-Quellen – Software von Drittanbietern). Immerhin sollen ja auch keine Edgypakete geladen werden, sondern die von Feisty. Das wird dann automatisch geändert, nur Drittanbieterquellen sollten deaktiviert sein.

  17. Erstmal ganz lieben Dank für Deine Hilfe! 🙂

    Bei mir hat das Herunterladen und Einspielen der Pakete viel länger gedauert, vermutlich waren dann doch mehr Downloader am Werk 🙂
    Das Ding ist auch sofort weich gestartet, aber nur mit „nv“-Treiber. Bis jetzt sind alle Versuche, einen anderen Treiber zu verwenden, kläglich gescheitert.

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