Fliegerhorst Schönwalde

Bei Schönwalde im Havelland befindet sich ein höchst interessanter Lost Place: Der ehemalige Fliegerhorst der Wehrmacht, der anschließend noch von der GSSD genutzt wurde. Die Start- und Landebahn ist schon fast komplett mit Gras überwachsen, der große Hangar ist nicht mehr ganz regendicht und auch sonst ist der Verfall schon gut fortgeschritten, aber Freunde verlassener Orte kommen da voll und ganz auf ihren Geschmack.

Entstanden ist der Flupgplatz Schönwalde 1934 als das Reichluftfahrtministerium das Gelände im Teufelsbruch als Standort dafür auswählte. Die vollständige Flugplatzgeschichte kann man im Vimudeap, dem Virtual Museum of Dead Places, nachlesen. Auf den Flugplatz, der mir bis dato noch völlig unbekannt war, bin ich, wie sollte es auch anders sein, beim Geocaching gestoßen.

Allerdings liegt dort kein umfangreicher Multi sondern „nur“ eine kleine Dose auf dem Flugfeld. Und da man von dort aus dem großen Hangar sehen kann, wurde meine Neugier geweckt und ich machte mich auf den Weg um das alles etwas genauer zu erkunden.

Der Zahn der Zeit und das Wetter haben schon ordentlich am Hangar genagt, das Dach ist eigentlich nur noch ein Gerippe an dem wenige Fetzen hölzerner Platten hängen. Bei Wind sollte man also vorsichtig sein, es könnte noch etwas herabgefallen kommen.

Neben dem großen Hangar befinden sich noch diverse Kasernengebäude auf dem Gelände. Klar, wenn man sich anschaut wieviele Einheiten hier zuweilen stationiert waren, dann weiß man das da einiges gebraucht wurde. Zusätzlich sind noch diverse Wohnblöcke vorhanden, die offenbar von den Russen für Offiziersfamilien errichtet wurden. Ein Schwimmbad gibt es wohl auch, da bin ich heute aber leider nicht vorbeigekommen, denn das Heizhaus weckte zunächst mein Interesse.

Der Zugang zum Heizhaus war verrammelt und mit einem Hinweisschild versehen, das auf die dort lauernden Gefahren hinwies. Aber nach einer kurzen Klettereinlage war es möglich auch einen Blick ins Innere zu werfen. Anders als in der Kaserne Vogelsang waren hier alle Kessel demontiert.

Als ich nun zu Hause noch ein wenig Tante Guhgel nach diesem Flugplatz befragt hatte, habe ich mich schon ein wenig geärgert, das die Expedition nicht intensiver durchgeführt wurde. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so wird wohl in diesem Sommer noch ein Besuch in Schönwalde auf dem Plan landen…

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

7 thoughts to “Fliegerhorst Schönwalde”

  1. Beeile Dich mit dem untersuchen – die Offiziersunterkünfte sind vor ca. 2 Wochen plattgemacht worden. Das ganze Gelände soll jetzt vermarktet werden. B-Plan existiert, Quadratmeterpreis ca. 28 EUR

    Wenn Du auf dem Rollfeld stehst findest Du hinter dem von dort aus gesehen rechten Hangar den ehemaligen Sportplatz, direkt hinter dem befindet sich das „Schwimmbad“ – ist ein offenes 25-m-Becken mit Freilandduschen und extra Gebäude mit Umkleiden. Nicht wundern, auf dem Sportplatz stehen manchmal Pferde, die ehemalige Turnhalle (klein, Basketballfeldgröße) wird gelegtentlich als Offenstall genutzt.

  2. Hallo,ihr Fliegerhorst-Gucker!
    Ich interessiere mich schon seit Jahren für die Ein-und Zweifamilien -Häuser an der Straße.Sind die mit dem Abriß gemeint? Das wäre schade.Da müßte man ein Museum einrichten.

  3. Den Cache fand ich auch echt doof. 🙁
    Nach eine Paintballrunde, genau am anderen Ende des Flugplatzes (hinter den Offiziershütten), sind wir dort noch schnell vorbei den Cache heben und waren mehr als enttäuscht. Auf dem Rückweg haben wir uns etwas verlaufen und sind knapp 10km durch den Wald gelatscht, nachts um elf. Hehe, die Trackaufzeichnungen vom Garmin waren große klasse hinterher. 😀

    Zum Glück bei dem Umweg noch am Cache „Excalibur“ vorbei gekommen, der war wiederum ganz gut gemacht.

  4. hallo,
    für einen väterlichen Freund möchte ich ein mögliches Wiedersehen arangieren.
    Es handelt sich um Kameraden des ehemaligen „Flieger-Ausbildungs-Bataillon, oder Regiment 11 „Jahrgang 23 aus Schönwalde.
    Kennt jemand noch Lebende dieser Truppe ?
    Für Infos wäre ich sehr dankbar.
    MfG.
    m. Fellerhoff

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