Frisch „gebackene“ Trackables

Mit dem Gedanken hatte ich mich ja schon ein Weilchen getragen, genau genommen seit Februar. Da nämlich schrieb Spike05 darüber, wie er sich mit Hilfe von Schmelzgranulat aus dem Bastelladen eine Kopie für verloren gegangene Geocoins gebastelt hat. Als alternatives Einsatzgebiet dafür gab er unter anderem etwas an, was mir schon beim ersten Blick auf seinen Artikel durch den Kopf gegangen war: Geokrety.

Meine Idee war dabei, anders als Spike05 nicht nur die Trackingnummer auf die Coin zu kriegen, sondern alle wesentlichen Informationen. Somit kam nur farbloses Schmelzgranulat in Frage. Also ab zum Bastelladen und Schmelzgranulat besorgt. Dann noch einen Satz Overheadfolien für den Tintenstrahler und es konnte losgehen. Als Form hatte ich eine runde Ausstechform mit 5cm Durchmesser zur Hand. Das sollte passen.

Zuerst habe ich dann das Inlay entworfen. Den ersten Gedanken, nach einer Idee aus dem grünen Forum neben der Trackingnummer auch kleine Münzen mit einzuschmelzen, verwarf ich für die erste Charge. Hier sollte Quinto die Geokrety zieren. Also schnappte ich mir Office und legte los:

Als Durchmesser wählte ich 4cm, damit in der späteren Coin rundherum noch jeweils ein halber Zentimeter Luft bleibt. Das Ganze habe ich dann auf Overheadfolie für den Tintenstrahler gedruckt. Man kann wohl mit dem Tintenstrahler und etwas Vorsicht auch auf Folie für Laserdrucker drucken, die Folie dafür ist dann wesentlich preiswerter, aber ich wollte hier kein Risiko eingehen, denn durch den Schmelzvorgang wird die Folie nebst Druck ja durchaus heftig belastet und es wäre schade, wenn wegen der falschen Folie nachher das Ergebnis nicht stimmt.

Nun waren alle Zutaten für eine nette Backstunde zusammen: Form, Granulat, Inlays.

Die Zutaten Rohkrety

Den ersten Versuch machte ich nach der Anleitung von Spike05: Etwas Granulat in die Form und das dann einschmelzen. Alles raus aus dem Ofen, kurz abkühlen lassen, Inlay drauf, nochmal etwas Granulat drüber und wieder alles in den Ofen. Das jedoch bedeutete, das die komplette Schmelzdauer doppelt anfällt. Also verband ich beim nächsten Versuch diese beiden Schritte. Ich füllte etwas Granulat in die Form, legte das Inlay drauf und gab noch etwas Granulat obenauf. Und tatsächlich, dieser Weg funktionierte ebenfalls ohne Schäden am Inlay und verkürzte die Produktionszeit um glatte 50%. Eigentlich klar, denn wenn die Folie im ursprünglich angedachten Einsatz ist und lange zeit auf dem OHP herumliegt, dann wird sie ja auch thermisch belastet. Wie dem auch sei, nach dem backen hat man fast fertige Kretycoins:

Fertige Kretycoin Fertige Kretycoin

Bleibt nur noch etwas Feinschliff. Der obere Rand ist produktionsbedingt etwas fransig, aber hier kann mit einer kleinen Feile oder einem Dremel nachgeholfen werden. Die fertigen Kretycoins sind in diesem Fall zwar nicht hundertprozentig rund und  haben kleinere Lufteinschlüsse, aber dadurch sieht man das es sich um Handarbeit handelt und da sind solche Macken durchaus erlaubt.

Kretycoins

In den nächsten Tagen werde ich mal schauen was sich so alles an alten Münzen finden lässt, dann wird noch eine weitere Fuhre produziert. Mal schauen ob das was wird. Wer bis dahin diese Version hier nachbacken möchte, der darf gern das Inlay übernehmen, so wie es ist oder in abgewandelter Form. Als Dokumentvorlage für jedes ODF-kompatible Office kann es hier heruntergeladen werden, als fertige Zeichnungsdatei zum Import in andere Officeprogramme hier. Die dabei verwendete Schriftart für den Trackingcode ist Komika Hands, wie man sie aus diversen Comics kennt. Diese Schriftart kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

10 thoughts to “Frisch „gebackene“ Trackables”

  1. Schön 🙂 Das einzige Problem, was ich dabei sehe, ist die Tinte des Tintenstrahldruckers – die bleicht nämlich schnell draußen aus (was ich zu meinem Leidwesen schon selbst erleben musste, als ich noch Tintenpisser benutzt habe).

    Wenn Du willst, komm vorbei (wenn die Renovierung der Wohnung endlich fertig ist), ich kann Dir das auf meinem Farblaser ausdrucken.

  2. Ich denke mal, da sich die Krety ja meistens in irgendwelchen Taschen oder dunklen Caches befinden, dürfte die Gefahr des Ausbleichens eher gering sein. Immerhin ist das ja in Kunststoff eingegossen und hat recht wenig UV-Kontakt. 😎

  3. Sehr schick die Coins. Die Ecken und Kanten hab ich auch mit dem Dremel bearbeitet, diese können nämlich ganz schön scharfkantig sein. Ich muß mal schauen, irgendwo hab ich noch Overheadfolien, dann werd ich mal den Backofen wieder anschmeißen. :mrgreen:

  4. Moin Schrottie!

    Danke für den Blogbreitag.
    Sieht echt gut aus! Ich glaube, dass muss ich auch mal probieren! :mrgreen:

    Zum Thema ausgleichen:
    Man könnte es ja so wie Schrottie machen, nur das man den Trackingcode mit der Handy und einem Wasserfesten, schwarzes Folienstift schreibt. Der sollte eigentlich viels aushalten! 😉

    Wieviel hat denn alles zusammen gekostet, also Folie, Granulat und co.?

  5. So teuer ist das gar nicht. Das Schmelzgranulat kostet im Schnitt 4 Euro für 200 Gramm, damit kriegt man dann ungefähr 25 solcher Coins hin. Die Folie kostet ein paar Cent und die Druckerfarbe ist kaum zu rechnen. Ich hatte das nebenbei mal überschlagen und kam dann inkl. Gasverbrauch für den Backofen und fiktivem „Macherlohn“ auf knappe 30 Cent Herstellungskosten pro Stück.

  6. Wie funzzt das Ganze, wenn man zusätzlich zur Folie noch Metall (z.B. Alu) mit in den Taler einbetten möchte?
    Das wird ja, logischerweise, auch mit warm. Sackt das durch die Masse oder bleibt das in der Position wie gedacht? 😮

  7. Hallo miteinander und Grüsse aus der Schweiz! Hab Euren Blog mit Interesse verfolgt und kann aufgrund meiner Erfahrungen noch folgendes anfügen: Damit die Ränder ohne Schleifprozedur „schöner“ werden: Die Coins einfach nach dem entformen noch einmal ein paar Minuten ohne Form auf einem Blech in den Ofen schieben. Funktioniert auch mit einem Heissluftfön.

    Sollten die Coins auf der Unterseite matt sein, liegt das am Backpapier oder der Antihaft-Beschichtung des Bleches. Abhilfe verschafft ganz einfach Aluminiumfolie. Die ist wunderbar glatt und somit entstehen keine hässlichen, matten Stellen.

    Münzen oder anderweitige, starre Materialien mit einzuschmelzen würde ich unterlassen. Das Problem ist, dass das Schmelzgranulat beim Erkalten zusammenzieht und die Münze o.ä, eben nicht, daher dann auch die Risse. Musste schon fertige Platten schrotten weil ich die Idee hatte, Spiegelteile mit einzuschmelzen!

    Viel Spass beim Experimentieren!

    lg, kreativum.ch

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