GC Premium getestet

Da sich der anstehende Urlaub aller Voraussicht nach in erster Linie unter anderem dadurch auszeichnet, das ein Internetanschluß durch Abwesenheit glänzt, bin ich gezwungen alle möglichen Touren schon vorab zu planen und vorzubereiten. Schließlich ist Nordhessen rappelvoll mit Dosen und die eine oder andere davon soll gefunden werden.

Also dachte ich mir, das dies eine wunderprächtige Gelegenheit wäre, mal die Premium-Mitgliedschaft bei geocaching.com auszuprobieren. Jeder Besitzer eines Garmin-GPSr kann damit 30 Tage kostenlos in den Genuß kommen. Also pro Gerät, versteht sich.

Als Premium-Mitglied stehen einem einige Funktionalitäten zur Verfügung, die man mit einem „normalen“ Account nicht hat. Unter anderen gehören dazu die Möglichkeit Bookmarklisten zu erstellen, bei der Suche bestimmte Cachetypen auszublenden, einzelne Dosen zu ignorieren und so genannte „Pocket Queries„, bei der nach bestimmten Mustern Caches zusammengesaucht werden können. Obendrein kann man sich über neue Dosen in einem vorgegebenen Bereich per Mail informieren lassen.

Letzteres, und die Funktion „Caches along a route“ interessierten mich für den Urlaub besonders, versprachen sie doch die Möglichkeit, selbst eine größere Anzahl Touren im Handumdrehen auszuarbeiten und komplett fertig zu planen. Also plante ich dann mal los. Pocket Query gestartet, gewünschte Cachetypen, Startkoordinaten und Menge eingegeben und schwupp kam per Mail ein GPX-File mit den Dosen und eines mit den zugehörigen Wegpunkten (Parkplätze, etc.). Okay, das sieht ja schonmal gut aus, aber was ist mit den Listings?

Die Routenfunktion wollte noch nicht, da hat Groundspeak während meines Testes umgestellt, anstelle wie früher eine Route als KML-File hochzuladen kann man sie inzwischen direkt via Google Maps planen und dann die passenden Dosen suchen lassen. Die Route erstellen ist kein Problem, nur die Suche nach naheliegenden Dosen funktioniert noch nicht. Also hier auch kein Test, aber der ist sowieso hinfällig, denn auch die Pocket Queries taugen nur sehr bedingt.

Wie schon gesagt hat man nun ganz fix ein GPX-File mit diversen Wegpunkten. Schön, aber das war es auch schon. Ich nehme für gewöhnlich GCTour um eine Tour zu planen. Das ist ein Greasemonkeyscript, welches mir u.a. eine zusätzliche Schaltfläche auf die Listings zaubert mit denen ich die Dose einer Tour hinzufügen kann. In der Kartenansicht besteht diese Möglichkeit ebenfalls.

Und da setze ich an. Ich schaue mir auf der Karte die ungefähre Route an und sehe auch die dort wartenden Dosen. Klar, ein Filter wie man ihn als Premium-Mitglied hat ist fein, aber nicht unbedingt notwendig. Nun kann man die Tour ganz gemütlich den vorhandenen Dosen anpassen und diese mit einem Klick zur Tour hinzufügen.

Anschließend wird über die Funktion „Tour drucken“ alles zur Tour zusammengesucht was man braucht. Auf Wunsch auch Spoiler, Spoilerfotos und eine frei wählbare Anzahl der letzten Logs. Bilder, Texte und Logs lassen sich dann vor dem eigentlichen Druck per Mausklick wieder entfernen, so man sie für unnötig erachtet. Anschließend drucken und fertig ist eine feine Tourenliste mit allen nötigen Infos zu den geplanten Dosen. Nur noch die Wegpunkte herunterladen (oder direkt auf den GPSr laden) und es kann losgehen.

Vergleiche ich nun den Zeitaufwand, so benötige ich für die Planung einer gemütlichen Tagestour mit ungefähr 10 Dosen mit GCTour knapp 5 Minuten, mit Pocket Queries ungefähr 2. Bei GCTour habe ich alle relevanten Informationen zu den geplanten Dosen inkl. letzter Logs zur Verfügung und kann in aller Ruhe losfahren, auf einer Route die wirklich passt. Bei Pocket Queries habe ich alle Wegpunkte auf dem GPSr und muss eine vorher festgelegte Route immer wieder verlassen und neu aufsuchen da ja die Route vorher feststand und nicht variabel an die vorhandenen Dosen angepasst wurde.

Fazit:

Als „gewöhnlicher“ Geocacher braucht man keine Premium-Mitgliedschaft. Mit entsprechenden Tools ist man deutlich komfortabler und preisgünstiger auf der Suche nach der Dose.

Wer aber nur hinter seiner Statistik her ist, dem kann so eine Premium-Mitgliedschaft schon helfen, kann man ja dann per Pocket Queries die Suche auf 1/1er Filmdosen eingrenzen und somit mal eben über 100 Dosen am Tag begrabbeln. Ebenso bringt die Premium-Mitgliedschaft Vorteile für FTF-Jäger, schließlich kann man sich per Notification über neue Dosen informieren lassen und diese dann noch in der Nacht der Veröffentlichung aufsuchen. Aber für die Planung schöner Touren braucht es kein Premium. Das Geld ist dann besser in einer Tüte Eis angelegt, die man gemütlich nach einem schönen Wandermulti auf der Parkbank schleckt, während Horden von Powercachern gehetzt vorbeirennen um die hundertste Filmdose des Tages zu finden.

Aber zugegeben, auch positiv kann so eine Premium-Mitgliedschaft genutzt werden, mit Hilfe von Ignore-Listen kann man nämlich ganz gemütlich all die sinnlosen blauen Fragezeichen und die gefühlten 3 Milliarden Filmdosen ausblenden und sieht nur noch „ordentliche“ Caches…

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

13 thoughts to “GC Premium getestet”

  1. Mit CaAlARo – Caches Along A Route kann man sich auch entlang einer Route die Caches raussuchen lassen. Die Liste dann ab in den Cachewolf und die Tour kann losgehen…

  2. GSAK unter Linux? Nicht wirklich. Obendrein ist es ja nicht wirklich toll, wenn man neben dem Browser, der mit einem kleinen Script eben das alles kann, noch weitere Software zum verwursten der GPX zu verwenden.

  3. In der Tat kann man sich mit vielerlei Tools und Erweiterungen die Funktionen von einer Premium Mitgliedschaft nachbauen bzw. verbessern. Obgleich man so nicht direkt die Funktionen nutzt, startet man hierdurch genau die gleichen Anfragen an den Server, wobei viele Tools nichts anderes tun, als für dich die einzelnen Websites aufzurufen und die notwendigen Daten herunter zu ziehen.

    Da Groundspeak bei Abfragen und Zusammenstellungen direkt auf seine Datenbank zugreift, belastet dies die Website nicht und nützt daher allen.

    Man sollte die Premium Mitgliedschaft also nicht nur als Gebühr für zusätzliche Tools sehen, sondern als Beitrag, damit das ganze System am Laufen gehalten wird. Und dafür ist der zu entrichtende Obulus sicher nicht zu hoch.

    1. Hmm, Datenbankanfrage bleibt Datenbankanfrage, ob ich den Webserver nun darum bitte das zu tun oder ob er es von sich aus tut. Somit wird da auch nichts entlastet, eher im Gegenteil, eine PQ die mir 500 Dosen raussucht erzeugt deutlich mehr Last auf dem Server als ein Tools das mir die Infos zu 10 oder 20 Dosen einsammelt.

      Naja, und wie das System läuft, sieht man ja in den letzten Tagen, da war GC ja recht oft unerreichbar.

  4. Wir planen unseren Urlaub nicht nach cachen sondern passen das Cachen dem urlaub an. Wie geht das Greasmonkey Skript mit 2000 Caches um die man Offline haben muss? Da sind ein paar PQ und GSAK und HTML Export wirklich genial. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Seit dem drucke ich nix mehr aus, alles paperless …

  5. 2000? Also ich will schon noch Urlaub machen! Wenn an 10 Tagen im Urlaub eine nette Wanderung geplant ist, bei der zwischen 5 und 10 Dosen gehoben werden sollen, dann kommt man auf genau 10 schnelle Tourzusammenstellungen, die einsfixdrei erledigt sind. Ohne GSAK und dergleichen. Obendrein würde mir GSAK nix nützen, erstens in Ermangelung an Windows und zweitens schleppe ich bis auf den GPSr und ein PMR keine großartige Technik mit auf Tour, seit der Handheld in einem Weiher gestorben ist, ist mir das zu teuer…

  6. nehmen wir den Müritzurlaub letztes Jahr. Das Gebiet umfasst ca. 50 mal 50km, zusätzlich noch optional den Schweriner Raum und die Hinfahrt. In 4 Tagen haben wir glaube ich auch nur 30 Dosen gesucht, aber wir wussten doch vorher nicht a) wo wir wohnen werden und b) wohin wir jeweils fahren wollen. Mit den 2000 Caches im Gerät sind wir Ultraflexibel und können somit genau dahin fahren wohin wir wollen. Als Knecht von Papier und 10 Ausdrucken könnte man niemals flexibel seine Tagestouren Planen.

    1. So gesehen mag das stimmen, aber ich habe eben ein paar Touren geplant, da ich weiß wo ich ein Zimmer haben werde (Ein echter Beamter plant so etwas! *gg*) und demzufolge auch weiß wohin es mich im Umland verschlagen wird. Alles was an umliegenden Dosen zu finden ist wird auch auf den GPSr geladen, dann eben ohne Listings und Hints. Braucht man ja auch nicht. Wird halt nicht alles gefunden, in den meisten Fällen sind die verschwundenen Dosen sowieso Filmdosenmikros die keinen wirklichen Verlust darstellen.

      Aber deswegen sagte ich ja auch schon oben im Fazit: Für mich ist es nichts, wem es egal ist ob er mal eine Dose nicht findet der braucht ebenfalls kein Premium. Wer aber die Statistikpunkte sammelt, für den ist das schon etwas. Und wer sich selbst auf etliche Tools angewiesen sieht, für den mag es auch etwas sein. Es geht aber eben, und das ist ja letztlich der Punkt, auch ohne ganz gut.

  7. Eine Datenbankabfrage bzw. eine Generierung über die Website erzeugt sicherlich mehr Last als eine Abfrage seitens Geocaching.com, die direkt auf die Datenbank gefahren wird. In diesem Fall muss weder eine Website noch sonstwas aufgebaut werden, sondern es werden lediglich die reinen Daten zusammengestellt. Die Geschwindigkeit kannst du ja selbst nachvollziehen oder schafft es ein anderes Tool innerhalb von ein paar Minuten die Daten von über 100 Caches zusammenzustellen?

    Ich gebe dir aber Recht, dass es mit deiner Methode deutlich angenehmer ist, die Daten zusammenzustellen und auch ich nutze Geoscout, der anhand eines PocketQueries die noch fehlenden Daten (Spoilerbilder, etc.) auf den PocketPC lädt. Ich hatte mich bewusst dafür entschieden, hierfür eine PM abzuschließen, um meinen Beitrag zu leisten.

    1. Du bist Dir jetzt aber sicher das Du weist wer da auf dem Server was macht? Die Auslieferung von Webseiten und deren vorheriges Erzeugen geht zu Lasten des Webservers. Die Daten selbst kommen vom Datenbankserver. Das was nun den Geschwindigkeitsunterschied ausmacht ist eben nur die Tatsache das einmal Daten direkt vom Webserver ausgeliefert werden.

      Betrachte ich mich aber nun als Platzhirsch und will den ganzen Kuchen für mich, dann muss ich halt dafür sorgen das da ein entsprechend dicker Rechner als Behausung für den Apachen (einfach mal vorausgesetzt, die benutzen einen guten[TM] Webserver) steht. Schau Dir mal OC an, da wurden die Kapazitäten zu eng und mit einer kurzen Spendensammlung urde es geregelt. Da gibt man gern einen Obolus für, denn auf diese Weise kommt es der Community direkt zu Gute. Eine Überweisung an GS kommt der Community wohl kaum zu Gute, da wird nur jemand noch dicker und fetter als er ohnehin schon ist.

      Aber das ist dann alles wieder eine ganz andere Sache um die es hier gar nicht geht, hier geht es nämlich darum, das die PM eben für Otto-Normal-Cacher absolut unnötig ist.

  8. Jep, die Auslieferung der Websites übernimmt der Webserver, der die Daten der Caches aus einem Datenbankserver zieht. Da die vielen lustigen Tools aber nicht über eine direkte Datenbankschnittstelle oder API auf den Datenbankserver gehen, greifen alle munter auf den Webserver zu und verlangsamen diesen durch ihre Zugriffe für alle anderen User.

    Ich gebe dir Recht, dass sich GC.com gerne wie ein Platzhirsch verhält und sie dringend an der Infrastruktur arbeiten sollten, damit die Seite wieder schneller läuft. Ein Vergleich von OpenCaching zu GC.com im Bezug auf eine Erweiterung der Kapazität greift meiner Meinung nach zu kurz. Überlege mal, wieviele Leute auf die jeweiligen Sites zugreifen. Bei OpenCaching sind es in jedem Fall deutlich weniger als bei GC.com. Schlussendlich verfolgen beide Sites unterschiedliche Finanzierungsformen, GC.com eben die Kommerzielle.

    Für den Ottonormal Cacher reichen die „normalen“ Funktionen definitiv aus. Wenn es jedoch an die Erstellung von Pocket Queries, etc. geht, kommt man um erweiterternde Tools nicht herum und behilft sich eben damit, dass man die PM mit nachgebauten Lösungen umgeht. Und genau dieser Sache stehe ich eben kritisch gegenüber, wenn man hier nicht einmal bereit ist, dafür dann was zu bezahlen. (Man sollte nicht vergessen, dass es sich hierbei um nur 1,79 € im Monat handelt.)

  9. Bin ich Otto Normalcacher, oder muss ich zahlen ?
    Ich fahre alle 14 Tage mit dem Rad 5 Stunden auf CacheTour (gcVote > 3 Sterne). Dabei mache 5 bis 10 Caches.

    Das Raussuchen der Qualitaetscaches (ob das stimmt ist hier nicht die Frage) im Umkreis von 30 km dauert ueber 1 Std. Das liegt daran, dass es weder bei GC noch bei gcTour eine Filterfunktion fuer gcVote (oder andere Bewertung) gibt.

    Als PM koennte ich alle Caches im Umkreis zumailen lassen und mit GSAK nach gcVote filtern (glaube ich jedenfalls).

    😎 😎

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