„Geleucht“ im Test: LED LENSER P5R

Nachdem mir seinerzeit das Glück zuteil wurde, eine LED Lenser M7R frei Haus geliefert zu kriegen und ich mit dem Teil schon so manches Loch in den Wald brennen durfte, habe ich jetzt die Gelegenheit bekommen, ein ähnliches Modell aus dem Hause Zweibrüder Optoelectronics, die LED Lenser P5R zu testen.

Im Gegensatz zur M7R ist die P5R ein echter Winzling, umso überraschender war, das dieser Winzling richtig Dampf macht. Klar, in Sachen Leuchtweite, die ja gern für den allgemeinen Dingsvergleich herangezogen wird, kann sie nicht ganz mithalten, aber wenn man die deutlich geringere Größe mit in Betracht zieht, dann braucht die P5R den Vergleich nicht scheuen. Aber der Reihe nach…

Lieferumfang

Wie auch die M7R kommt die LED Lenser P5R im Kunstoffkoffer daher, der neben Lampe und Akku auch eine Ladehalterung, das Ladekabel, ein Halteband und einen Gürtelclip enthält. In einem separaten Schächtelchen kam dann noch ein Autoladeadapter mit. Dazu gibt es eine Bedienungsanleitung für den ersten Kontakt mit einer solchen Handlampe und, was ich auch von der M7R her schon kannte und mochte, eine Kurzbedienungsanleitung im handlichen Scheckkartenformat. Diese Smart Card kommt im EC-Kartenformat daher und passt somit in jede Brieftasche. Ich selbst habe sie an den Rändern ein wenig beschnitten und dann in eine Visitenkartenfolie laminiert, so ist sie deutlich robuster und hält dem Transport in der „Käschtäsch“ besser stand.

Beim Versand des Paketes setzte Zweibrüder dankenswerterweise auf DPD und ersparte mir dadurch den hier inzwischen schon fast obligatorischen Streß mit der DHL. Die Lieferung ging dabei quasi über Nacht, abends ging das Paket beim DPD ein, über Nacht kam es nach Berlin und am Mittag des Folgetages klingelte der Bote bei mir.

Was kann das Ding?

Wenn man die LED Lenser P5R in der Hand hält, dann macht sie zunächst auf Grund der geringen Größe den Eindruck einer gewöhnlichen Schlüsselbundlampe, kein Wunder bei einer gestreckten Länge von gerade mal 12 Zentimetern. Aber weit gefehlt, denn schon beim Bestücken mit dem mitgelieferten Akku zeigt sich der Unterschied zur preiswerten Konkurrenz. Das Metallgewinde im Boden der Lampe läuft wunderbar geschmeidig und so überhaupt nicht hakelig, wie man es sonst von solchen Gewinden gewohnt ist. Die wirkliche Erleuchtung kommt dann aber beim Einschalten. Klar, man rechnet bei diesem Ding schon mit ordentlich Licht, aber dieser Winzling ist eine erstaunlich helle Taschenlampe.

Zum Glück habe ich mir den früher noch obligatorischen Blick ins Licht zum Test der Leuchtleistung inzwischen abgewöhnt. 😉

Auch wenn die P5R auf den Ersten Blick wie eine P5 mit Akku aussieht, neben der Tatsache das sie wiederaufladbar ist, kommt sie mit mehreren Lichtfunktionen daher. Dazu bedient sie sich der Smart Light Technology, die sonst den Lampen der M-Serie vorbehalten ist. Im Falle der P5R bedeutet das, das neben dem normalen Modus mit voller Lichtleistung auch ein abgedimmter Modus möglich ist und darüber hinaus ein Defense Mode existiert, der mit Stroboskoplicht so manchen Bösewicht in die Flucht schlagen kann.

Um flexibler auf den gewünschten Einsatzzweck reagieren zu können, ist die P5R fokussierbar. So kann man im Nahbereich das Licht sehr gleichmäßig über einen recht großen Bereich verteilen und bei Bedarf fokussiert auf einen Punkt in der Ferne richten. Wie bei Zweibrüder üblich, kommt hier das Advanced Focus System zum Einsatz, das mit einer Kombination aus Reflektor und Linse, der so genannten Reflektorlinse, arbeitet, wobei für die Streuung im Nahbereich nur die Linse zum Einsatz kommt und für den fokussierten Strahl beides genutzt wird.

Die Fokussierung selbst erfolgt ganz bequem durch vor- und zurückschieben des Lampenkopfes. Diese Einhandfokussierung fand ich bei der M7R, vermutlich durch deren Größe bedingt, noch etwas unhandlich, bei der P5R hingegen geht das kinderleicht und ist selbst mit Handschuhen ganz einfach machbar. Mir einer kleinen Drehung kann die aktuelle Fokussierung dann fixiert werden. Auch diese Fixierung (Fast Lock) kann mit nur einer Hand vorgenommen werden.

Die P5R im Einsatz

Wie schon erwähnt, durch die geringe Größe bedingt ist die P5R ganz gemütlich mit einer Hand bedienbar. Wer es nicht gewohnt ist, wird allerdings mit dem am hinteren Ende angebrachten Schalter seine Probleme haben, denn trägt man die Lampe am langen Arm, also mit dem Lampenkopf in Richtung Daumen, dann kommt man nur schwer an den Schalter. Aber das kleine Ding ist schnell gedreht und dann kann komfortabel geschaltet werden.

Schade finde ich, das im laufenden Betrieb nicht durch kurzes Antippen des Schalters zwischen voller und reduzierter Leuchtleistung gewechselt werden kann. Man muss sich also vor dem Einschalten entscheiden, welchen Modus man verwenden möchte. Auch der stromsparende Modus mit reduzierter Leistung fordert etwas Übung: Zweimal antippen und einmal schalten – das alles innerhalb einer Sekunde. Hat man sich jedoch an die Bedienung erstmal gewöhnt, geht das alles kinderleicht.

Im Außeneinsatz selbst zeigte sich die P5R als echter Durchhalter, ganz so, wie man es von einer microcontroller-gesteuerten LED-Taschenlampe auch erwartet. Beim normalen Nachts-durch-den-Wald-wandern reicht die reduzierte Leistungsstufe nebst aufgezogenem Fokus vollkommen aus. Damit kriegt man nach Herstellerangaben bis zu 7 Stunden Leuchtdauer hin. Da man die Lampe aber zwischendurch auch mal für die Fernerkundung verwendet und damit die volle Leistung nutzt, reduziert sich das entsprechend. Aber selbst im Mixbetrieb macht der Akku locker 5 Stunden mit.

Und auch nach längerem Gebrauch bleibt das Lichtbild der P5R sehr gleichmäßig. Während bspw. die M7R bei nachlassender Akkuleistung im fokussierten Zustand einen dunklen Ring im Lichtbild bekommt, zeigte die P5R keinerlei Schwächen. Beim Test im dunklen Stadtpark habe ich auch ein wenig fotografiert. Dummerweise hatte ich ein für Nachtaufnahmen eher ungeeignetes Objektiv dabei, so das die Bilder leicht unscharf geworden sind, aber man kann ja trotzdem ganz gut erkennen wie sich der Winzling geschlagen hat.

Der Gürtelclip mit der drehbaren Lampenaufnahme lässt sich übrigens auch anderweitig verwenden. Da er für Gürtel bis 6 Zentimeter Breite gedacht ist, passt er auch ganz bequem an den Schulterriemen eines Rucksacks. Und so kann man ihn dann dort auf Schulterhöhe anbringen, die Lampe einstecken und nach vorn drehen. Noch kurz auf die richtige Höhe justieren und schon hat man beim Laufen beide Hände frei. Klar, eine Kopflampe ist da wesentlich komfortabler, aber wenn man gerade keine dabei hat, dann ist das schon eine gangbare Lösung.

Grüner Anspruch durch wiederaufladbaren Akku

Die LED Lenser P5R erhebt den Anspruch auf äußerste Umweltfreundlichkeit. Klar, sie wird mit einem wiederaufladbaren Akku betrieben, so das kein Batteriemüll anfällt, der bei nicht fachgerechter Entsorgung grundwasserschädigend auf Mülldeponien landen kann.

Das Aufladen des Akkus geschieht dabei mittels Floating Charge System. Dabei kommt eine Ladehalterung zum Einsatz, die entweder liegend oder an die Wand montiert verwendet werden kann. Das mitgelieferte Ladekabel wird dabei mittels Schraubmechanismus in der Ladehalterung verankert und die Lampe selbst dockt mit Hilfe eines Magnets an. Somit gibt es keine frickeligen Stecker die abbrechen und/oder verschmutzen können. Magnet dran, Strom geben, Ladung läuft – insgesamt also eine nicht nur weitgehend verschleißfreie, sondern auch echt bequeme Sache. Eine Diode zeigt dabei an, wann der Akku vollständig geladen ist.

Für unterwegs nimmt man das Ladekabel dann einfach aus der Ladehalterung heraus und kann es auch ohne diese verwenden. Der Magnet ist stark genug um sich auch unter ungünstigen Umständen an der Lampe festzuhalten. Dabei besteht die Möglichkeit, das Ladekabel bei Bedarf auch an das Autoladegerät anzuschließen. Und wem Netz- sowie Autoladegerät nicht reichen, der kann das Ladekabel dank USB-Anschluss auch direkt am Notebook oder PC anschließen und die Lampe darüber laden.

Eines werde ich aber noch testen: Da ja das Ladekabel mit einem USB-Stecker versehen ist, haben logischerweise Netzteil und Autoladegerät die dazu passende Buchse. Das bedeutet letztlich, das man bspw. an das Autoladegerät auch ein beliebiges anderes USB-Kabel anklemmen kann, bspw. um unterwegs das GPS-Gerät mit Strom zu versorgen. Dazu muss ich aber erst herausfinden, welche Spannung das Autoladegerät liefert.

Fazit

Mit der  LED Lenser P5R hat man eine Outdoor-Taschenlampe an der Hand, die für jede Eventualität als Immerdabei-Hosentaschenlampe herhalten kann. Trotz der geringen Größe und des damit verbundenen geringen Gewichtes liegt sie gut in der Hand und macht ganz gewaltig Licht. Die verschiedenen Lichtprogramme lassen sich mit etwas Übung ganz schnell und einfach schalten. Die (nach Herstellerangabe) 175 Meter Leuchtweite bei fokussierter Lampe und frisch geladenem Akku sind recht beachtlich, erst recht wenn man sie ins Verhältnis zur Größe der Lampe setzt. Die Leuchtdauer reicht für normale Ansprüche mehr als aus und selbst wenn die Nachtwanderung mal etwas länger dauert, dann bietet sie genug Reserven um noch beleuchtet in die Zivilisation zurück zu finden. Mit einem unverbindlich empfohlenen Preis von 99 € ist die Lampe zwar nicht gerade preiswert, dafür bekommt man aber auch viel Licht geliefert – und das wiederaufladbar mit doppelter Leuchtdauer im Vergleich zum herkömmlichen Batteriemodell. Das reichliche Zubehör rundet die Sache dann ab und rechtfertigt sicher auch den Preis.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 thoughts to “„Geleucht“ im Test: LED LENSER P5R”

  1. Juhu! Die nächste Runde Trigami-Reviews wird eingeläutet.
    Dieses ist das erste? Die üblichen Verdächtigen werden jetzt bestimmt wieder reihum nachgetrudelt kommen und die von Zweibrüder gewünschten Marketingbegriffe noch geschickter in den Text eingeflochten bekommen.

    1. Johann, es ist schon echt erstaunlich wie enorm berechenbar du bist. So wusste ich schon vor dem Schreiben dieses Artikels das Du diesen Kommentar schreiben würdest, ja fast den Wortlaut konnte ich vorhersagen. Ich möchte Dir dazu mal eines sagen: Niemand, aber auch wirklich niemand ist gezwungen den Artikel zu lesen. Nicht einmal Du. Und um Dir die Sache noch zu erleichtern, sind die gewünschten Marketingbegriffe nicht nur im Text, sondern schon in der Überschrift eingeflochten. Dies hat für Dich den enormen Vorteil, das Du schon an der Überschrift erkennst, das es sich um „die nächste Runde“ handelt und Du so darauf verzichten kannst, das alles zu lesen. Darüber hinaus erspart es Dir viel Zeit, denn so musst nicht extra jeden Artikel aufrufen um dann erst im Fließtext zu merken, das es sich um ein bezahltes Review handelt. Und wenn das bis dahin noch immer nicht klargeworden ist, dann helfen die ersten beiden Wörter im Artikel – Trigami Review – ganz sicher weiter. Demzufolge musst Du dann auch keine weitere Zeit darauf verwenden, in einem Kommentar aller Welt zu erklären das Dir solche Reviews nicht gefallen. So wie bei der „letzten Runde“, als ja irgendwann fast jeder Review mit einem entsprechenden Kommentar von Dir garniert war.

      Sollten aber die Begriffe „Test“ und „LED LENSER P5R“ im Topic nicht ausgereicht haben, um Dir schon im Vorfeld die vermutlich unendlichen Qualen des Lesens zu ersparen, weil es ihnen möglicherweise an Aussagekraft fehlte um auch Dich darüber zu informieren das es sich um einen Testbericht zu einer Taschenlampe handelt, dann möchte ich mich in aller Form bei Dir dafür entschuldigen. Das habe ich so nicht gewollt und ich werde zukünftig sorgsamer bei der Auswahl der Überschriften in meinem Blog vorgehen.

      Falls ich aber komplett daneben liege und Du einfach nur einen Kleinkrieg mit der Firma Zweibrüder Optoelectronics ausfechten möchtest, dann sei doch vorzugsweise so nett und mache das direkt mit Zweibrüder aus und behellige nicht die am Review beteiligten Blogger. Vielen Dank für die zukünftige Beachtung!

  2. Danke für den informativen Test der Lampe.

    Ein noch dickeres Danke für die Replik auf den sinnfreien Kommentar von -jha-, dem in seiner Prägnanz nichts hinzuzufügen ist.

    Bis bald im Wald!

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