Geocacheverwaltung für Linux

Unter Geocachern gilt ja GSAK als das Tool schlechthin für die Verwaltung von Geocaches. Soweit passt das auch, GSAK ist wohl recht mächtig und was ich bei meinen leider sehr beschränkten versuchen gesehen habe, macht schon echt was her. Nun hat GSAK aber einen ganz bedeutenden Nachteil: Es erfordert MS Solitaire. Und das habe ich hier nur in einer virtuellen Maschine zur Verfügung. Dort hastte ich es einst auch zu Testzwecken installiert. Dumm nur, das ich ewig nicht so richtig zum Testen kam und als es endlich soweit war, meinte GSAK ich hätte es schon über hundert Tage genutzt und bei jeder Kleinigkeit kam ein so genannter NAG-Screen, nervende Wartezeit also, der dann für geschlagene 2 Minuten zu sehen war bevor es weiterging.

Als Linuxer ist man ja nun sowieso den Komfort freier Software gewohnt und bevor man da Geld für ein paar Bytes ausgibt, will man diese Bytes auch ausführlich genug testen, was ja nun unter den gegebenen Umständen kaum mehr möglich ist. Also ging die Suche nach einer Alternative weiter. Vor einigen Monaten hatte ich mir dazu schon einmal OpenCacheManager angeschaut, was auf den ersten Blick echt gut aussah, auf den zweiten aber nicht wirklich praktikabel war. Es war zu langsam und vor allem bammelte es sich immer wieder beim GPX-Export auf. Naja, und die mangelnde Unterstützung für opencaching.de war dann das absolute Ausschlußkriterium.

Mit Version 0.22 hat sich da nun jedoch einiges geändert: Nicht nur das inzwischen auch OC unterstützt wird, auch reichlich Filtermöglichenkeiten sind jetzt vorhanden. OpenCachemanager läuft auch mit großen Datenbanken enorm flott und der bisher problematische GPX-Export funktioniert fehlerfrei.

Mit Version 0.22 ist es nun auch möglich ZIP-Archive zu importieren, so spart man sich das Entpacken der PQ vor dem Import. Man kann zwar leider noch keine kompletten Verzeichnisinhalte einlesen (und nach dem Import löschen) lassen, aber das wird sicher auch noch kommen.

Die GPS-Anbindung funktioniert ebenfalls fehlerfrei, dabei können dann nicht nur Caches auf allerlei Gerätetypen übertragen werden, sondern auch die Karte im Programm selbst auf die aktuellen GPS-Daten zentriert werden. Zum Übertragen der Caches verwendet OpenCacheManager eben so wie auch GSAK die freie Software GPSBabel. Beim Transfer auf den GPS-Empfänger kann auch gleich festgelegt werden wieviele Wegpunkte übertragen werden, welche Symbole sie bekommen und in Abhängigkeit vom verwendeten Gerät, ob Logs und Attribute mit übertragen werden sollen.

Ebenso sehr angenehm ist die Anbindung an QLandkarte GT, so kann man also die aktuelle Cacheauswahl direkt in QLandkarteGT anzeigen lassen und dort ggf. mit der Tagebuchfunktion weiterverarbeiten, was gerade bei der Vorbereitung umfangreicher Touren recht komfortabel ist.

Für Benutzer von Ubuntu gibt es übrigens fertige Pakete, so das die Installation denkbar einfach ist. Einzig bei 64bit-Systemen wird gemeckert, denn es gibt nur 32bit-Pakete. Diese laufen aber auch auf dem 64bit-Ubuntu. Dazu muss dann die Installation einfach mittels

sudo dpkg --force-architecture -i opencachemanager_0.22.7-1_i386.deb

erzwingen. Und schwupp wird alles installiert. Zu finden ist OpenCacheManager dann übrigens im Anwedungsmenü unter "Sonstige -> OCM Geocache Manager".

Insgesamt kommt OpenCacheManager zwar sicher noch nicht an den riesigen Funktionsumfang von GSAK heran, aber für den normalen Hausgebrauch ist es inzwischen schon ein echt tolles Tool. Aber mal ehrlich, auch wenn umfangreiche Makrofunktionen zuweilen ganz komfortabel sind – in den meisten Fällen will man doch nur aus ein paar PQ bestimmte Caches ausfiltern und dann auf den GPS-Empfänger schieben. Und dafür extra eine virtuelle Maschine starten um GSAK zu benutzen nervt da nur. Besonders dann, wenn es auch wirklich gute Alternativen gibt, die zudem nativ unter Linux ihren Dienst verrichten. Ich für meinen Teil hatte ja schon ins Auge gefasst, ein paar Dollar für GSAK auszugeben, das jedoch habe ich nun wieder verworfen denn OpenCacheManager  bietet alles was ich brauche.

Und selbst die von vielen geliebte Statistik lässt sich unter Zuhilfenahme von GCStatistic erstellen: Mit einem Klick wird eine GPX-Datei mit allen Funden erstellt, die dann in GCStatistic weiterverarbeitet werden kann… 8)

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

11 thoughts to “Geocacheverwaltung für Linux”

  1. Sieht gut aus. Installiert hab ich es mir. Werde es mal ausgiebig testen.
    Danke für den Interessanten und hilfreichen Artikel. :cheerful:

  2. OCM ist wirklich ein recht gutes Programm. Muss man sagen.
    Das Problem mit der Geschwindigkeit beim GPX Import hab ich leider selbst grad bei meinem Schulprojekt…
    Aber sonst Top. OCM läuft fix und gut. Werd ich sicher nicht toppen 😀

  3. Danke für den Tipp.
    Das Package wollte unter Debian Squeeze erst nicht installieren, aber mit

    dpkg –ignore-depends=ubuntu-system-service -i opencachemanager_0.22.7-1_i386.deb

    hat´s dann geklappt. Werde das ganze mal testen, sieht aber schon mal ganz gut aus.

    PS
    GSAK läuft (einigermassen) mit WINE

    Gruss
    Dirk

  4. Klasse! Bin zwar pers. exzessiver GSAK-Nutzer, aber meine bessere Hälfte braucht noch was eigenes und da wir hier fast nur Linux nutzen, war das ein super Tipp!

    PS. Sicher noch an einigen Stellen arg ungewohnt und es sind durchaus noch einige Sachen zu verbessern, aber es tut grundsätzlich seinen Job, wie es soll.

    Danke & Gruß
    Chilihead68

  5. Pingback: iPhone-Bande
  6. Ich habe das GEochoaching immoment auch für mich gewonnen 😉 zwar nicht mit linux, sondern mit nem android handy aber wirklich interessante sache.

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