Geocaching im Nationalpark Müritz

Ich hatte es ja schon einmal kurz angedeutet: Die Verwaltung des Nationalpark Müritz trat mit der Deutschen Wanderjugend in Kontakt, um problematisches Geocaches im Nationalparkgebiet zu besprechen. Da Jörg Bertram, der sich sonst um Anfragen kümmert die direkt bei der DWJ auflaufen, nicht greifbar war, wurde die ganze Geschichte zu uns in den Support von opencaching.de/geocaching.de weitergeleitet.

Bei dieser Anfrage ging es um eine Cacheserie, die vorwiegend mit dem Paddelboot zu machen ist. Im Grunde ist das kein Problem, zumindest wenn sich die Caches an Brücken oder ähnlichem befinden. Nun musste aber für einige Caches auch angelandet werden. Und das außerhalb ausgewiesener Rastplätze. Exakt das ist jedoch laut Nationalparkverordnung verboten. Verständlich, denn sensible Uferzonen müssen geschützt bleiben und niemand kann sich davon freisprechen, bei Anlandungen mit dem Paddelboot gewisse Schäden zu verursachen.

Schön war jedoch, das der Vertreter der Nationalparkverwaltung zunächst klarstellte, das er dem Geocaching sehr positiv gegenübersteht. Ebenso stellte er klar, das ihm nicht daran gelegen ist, jetzt das Geocaching generell zu verbieten. Sein vorrangiges Anliegen war der Dialog zwischen Nationalpark und Geocachern, einerseits natürlich um die problematischen Geocaches entfernt zu bekommen, andererseits aber auch um gemeinsam Lösungen zu finden, wie auch weiterhin Geocaches im Nationalpark versteckt werden können, dann aber eben unter Beachtung des Naturschutzes und der geltenden Nationalparkbestimmungen.

Und diese gemeinsame Lösung ist nun auf dem besten Weg. Der Owner der betroffenen Caches hat die problematischen Exemplare vorläufig deaktiviert und will sich nun nach neuen, mit der Nationalparkordnung konform gehenden Verstecken umsehen. Die Nationalparkverwaltung hat hierzu ihre Bereitsschaft zu Mitarbeit und Hilfe signalisiert. Obendrein haben wir der Nationalparkverwaltung angeboten, auch zukünftig vermittelnd zur Seite zu stehen, auch dann, wenn wie in diesem Falle eigentlich Groundspeak zuständig wäre, da die betroffenen Caches auschließlich bei geocaching.com gelistet sind. Und dieses Angebot wurde dankend angenommen.

Somit sind es nun schon zwei deutsche Nationalparks, die nicht gleich pauschal gegen das Geocaching vorgehen, sondern es schon allein wegen seiner naturerzieherischen Wirkung begrüßen und auf ihren Gebieten ermöglichen. Eine Sache die ganz und gar nicht selbstverständlich ist, kosten doch schließlich schon die Gespräche/Verhandlungen viel Zeit, von Ortsterminen in kritischen Fällen mal ganz zu schweigen. Ich hoffe nur, das diese beiden Beispiele Schule machen und auch andere Nationalparks bei möglichen Problemcaches zunächst den Dialog suchen.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 thoughts to “Geocaching im Nationalpark Müritz”

  1. Wir haben ja hier am Edersee auch einige Caches, bis jetzt hat sich noch keiner gemeldet, dass es ihnen nicht passt. Hoffen wir, es bleibt so dabei.
    Nur ist die Wartung aufwendig, einige haben wenig Zeit, die Caches zu warten und man kommt auch nicht so schnell an diese heran.
    Finde es toll, was die an der Müritz so für GC sich interessieren. Ist doch klar, das zieht u.a. Besucher heran. Da will ich u.a. auch noch mal hin.

    1. Klar, der touristische Aspekt darf nicht außen vor bleiben. Und das gilt sicher für den Edersee noch mehr als für die Müritz, die ja eher ein reines Wassersportgebiet ist. Am Edersee hingegen sind eher Wanderer zu finden, und die gibt es unter den Geocacherndoch etwas reichlicher. 8)

      A pro pos Edersee: Ich hab ja gerade mal ein wenig die Cachekarten begutachtet – da sind ja reichlich Caches „nachgewachsen“, ebenso wie rund um Frankenberg. Schade, das wir nur zwei Tage Zeit haben.

  2. Also eine solche, konstruktive zusammenarbeit von Nationalparksverwaltung und Geocachern finde ich echt klasse. Ich habe irgendwo mal von einem Erstlingswerk im Wald gehört, das mit dem zuständigen Förster abgestimmt war.

    Ich denke mal, dass auf diese Weise unser Spaß beim Caches ebenso gewährleistet ist, wie der Schutz der Natur. Da gibts nur eins: Beide Daumen hoch! 😎

Kommentare sind geschlossen.