Geocaching in Spandau

Schon komisch, was man einst als nettes „Feature“ von GPS-Geräten angesehen und mal eben ausprobiert hat, kann schon zu einem echten Fieber werden. Nachdem wir gestern auf Pilzsuche waren, zeigte das Garmin unterwegs ein paar Caches an, die wir dann doch noch loggen mussten. Eine gute Bekannte die dabei war, wurde augenblicklich von Fieber „Geocaching“ gepackt.

Also ging es heute wieder los. Das Team „Schrottie“ ist demzufolge jetzt ein Dreierpack und nachdem wir gestern vier Caches loggen konnten, sollte heute diese Zahl ebenfalls erreicht werden. Letztlich sind die Caches hier so dicht an dicht, das dieses Unterfangen auch wirklich durchführbar sein sollte. Der Start verzögerte sich zwar und die Dunkelheit drohte, dennoch konnten wir unsere Wanderung rechtzeitig antreten und die Chancen standen gut.

Herbstfarben

Zunächst musste der Weg von der Spandauer Wilhelmstadt in Richtung Grunewald bewältigt werden, ein Weg der uns wieder einmal die Schönheit des Herbstes vor Augen führte. Nummer eins brachte uns zu einem Sendemast und war ganz fix gefunden, ebenso wie Nummer zwei am britischen Kriegsgräberfriedhof. Beim ersten Cache wurde neben dem eigentlichen Ziel auch ein Stift an seperater Stelle versteckt, allein dieses Versteck ist es wert den Weg auf sich zu nehmen.

Der Kriegsgräberfriedhof hingegen ist eine der wirklich unbekannten Sehenswürdigkeiten in Berlin, allein durch seine landschaftliche Lage ist er immer einen Ausflug wert.

Nachdem wir nun zwei „Caches geloggt“ hatten ging es weiter in die Region „nördlich der Heerstraße“. Wer sich hier nicht auskennt, der weiß das dort ein Olympiastadion, eine Waldbühne und jede Menge Sportstätten sind. Mit eben diesem Wissen sind auch wir dorthin. Aber weit gefehlt: Es gibt richtig viel Natur vor Ort.

Da wo sonst ein Sondenplatz des Erdgasspeichers Spandau das „Ende der Welt“ anzeigte, geht es tatsächlich in ein wunderbares Waldgebiet rund um Murellenberg und -schlucht, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Schnell war Nummer drei des heutigen Tages gefunden und im Team wurde die Route zu Nummer vier beraten. Schließlich befanden wir uns, obwohl nur 400m Luftlinie vom Wohnort befindlich, in absolut unbekanntem Terrain.

Schnell stellte sich heraus das wir vermutlich den falschen Weg eingeschlagen hatten, denn nach einigem Treppengesteige entfernten wir uns mehr vom Ziel als das wir uns näherten. Also schnell umgedreht und einen anderen Weg versucht. Dieser führte zwar nicht direkt zum Ziel, jedoch brachte er uns an das Ende eines Zaunes, der uns bis dahin den Weg zum Ziel verwehrte.

Schlüsselband-Cache Berlin

Fortan ging es querfeldein, durch dichtes Unterholz, über umgestürzte Bäume, steil bergab, wilde Pfade entlang, gratwandernd dem Pfeil auf dem GPS-Kompaß folgend. Und dann waren wir im Zielgebiet. Bei 8m Genauigkeit des GPS kann ein Wald mit vielen toten Bäumen zur echten Herausforderung werden, dieser stellten wir uns.

Lohn aller Mühen war ein wirklich ansehlicher Cache, voll mit netten Andenken vorheriger Finder. Auch das Logbuch ließ Platz für reichlich Einträge und so konnten wir uns mit vielen Worten für das nette „Großstadtabenteuer“ bedanken. Bisher war das für uns, micro-gewöhnte Neulingscacher, der wirklich genialste Fund, der auch gleich mit einer umfangreichen Fotosession bedacht wurde.

Sonnenuntergang

Der nun folgende Rückweg zeigte uns, das wir bei besserer Ortskenntnis (unserer direkten Nachbarschaft!) vermutlich wesentlich weniger Zeitaufwand gehabt hätten. Egal, der Tag war absolut gelungen, immerhin haben wir als Geocaching-Anfänger unsere Funde auf „zweistellig“ gehoben und nebenbei eine wirklich erholsame Wanderung in direkter Nähe zum Wohnort absolviert. Auch Mutter Natur bot auf einigen Streckenabschnitten herrliche Schauspiele und somit Fotomotive.

Alles in allem ein rundum genialer Tag, der die vielbeschworene „Sucht“ zum Geocaching garantiert gefördert hat.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

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