Geolieferservice

Ja, es gibt sie noch. Die Geocacher, die ganz hilfsbereit und selbstlos anderen helfen, anderen einen wirklich netten Gefallen tun und ihm damit auch noch Arbeit abnehmen. So einen habe ich hier ganz in der Nähe wohnen. Aber von vorn…

Vor einiger Zeit wurde bei einem meiner Caches (OC773DGC1MG9N) gemeldet, das die Öffnung des Versteckes durch unsachgemäßes Grabbeln arg gelitten hatte. Ja nee, is klar. Eine Öffnung wo man reingreifen und die Dose nehmen kann reicht nicht, manch einer will da mit dem ganzen Körper rein, also muß die Öffnung entsprechend angepasst werden.

Wie dem auch sei, der Cache war nun ganz offenbar schuldig daran, das da nach und nach eine Bushaltestelle abgerissen wurde. Obendrein war das ein Mikro, also nur eine Filmtüddeldose für den schnellen „Punkt“ und somit gab es kein Vertun – Ab ins Archiv damit!

Die Dose selbst sollte noch einige Zeit bleiben, da ich anderenfalls die Gefahr sah, das Leute mit älteren PQ da doch noch suchen gehen und nun der armen Bushaltestelle das Letzte geben. Es kann ja eben vorkommen das jemand versehentlich die Koordinaten eines archivierten Caches dabei hat, nur sind das dann oft auch diejenigen, die dann mit aller Gewalt den Punkt haben wollen. Aber gut, das ist dann wieder ein ganz anderes, abendfüllendes Thema.

Auf jeden Fall ergab es sich zum Zeitpunkt der Archivierung das jemand vorhatte dorthin zu düsen. Er war sowieso in der Nähe und dachte sich, das er den Cache schnell auf dem Weg „mitnehmen“ kann. Schnell schrieb er mir eine Mail und bot an die Dose zu bergen. Hmm, passt, dann kommen zwar die Brechstangencacher mit veralteter PQ wirklich zu spät, aber gerne doch. Das war es und ich legte die Akte gedanklich beseite.

Gestern schneite dann ein ganz interessantes Fundlog bei einem anderen Cache (OC6FE4GC1J8HW) herein. Darin war unter anderem das hier zu lesen:

Die Runde ist tiptop in Ordnung und auch das Final tadellos. Trotzdem könnte es nicht schaden wenn der Owner in nicht allzu ferner Zukunft mal den Final kontrolliert.

PANIK!

Wenn ich was nicht mag, dann ist es irgendein Problem mit meinen Dosen. Ich muß da hin. Gleich. Schnell! Nein, erstmal den Blutdruck wieder runterfahren. Es soll ja alles in Ordnung sein, alles andere hätte mich auch gewundert, schließlich war ich kurz zuvor am Cache und habe alles kontrolliert. Aber was zum Henker war da jetzt gemeint? Der erste Gedanke war, das ihm dort diverse Los aufgefallen waren, die online nicht verzeichnet sind.

Das kommt jedoch bei diesem Cache öfter vor, viele machen mit ihren Kindern die Runde, tragen sich brav ins Logbuch ein und lassen das Onlinelog aus. Keine Ahnung warum, ist eben so. Und vor ein paar Tagen erst beobachteten wir eine ganze Horde Kinder, bewaffnet mit Schreibkladden und Schatzkarten, die sich offensichtlich auf die Suche machen wollten (und es erfolgreich taten).

Aber nun wollte ich es wissen und düste ohne Umschweife zum Cache. Das geht auch ganz fix, schließlich habe ich dazu nur knappe 300 Meter Fußweg. *gg* Am Cache angelangt fand ich alles in bester Ordnung vor, nur in der Dose lag etwas Merkwürdiges:

Nanu? Was ist denn das? Ganz fix wurde das ominöse Tütchen aufgerissen wie ein Westpaket und ist staunte nicht schlecht als ich den Inhalt sah:

Damit hatte ich ja nun wirklich nicht gerechnet und war erstmal baff. Da hatte sich ja jemand was wirklich tolles einfallen lassen, hatte ich doch eigentlich erwähnt das die Dose auch problemlos entsorgt oder irgendwo anders verwurstet werden kann. Im Grunde genommen wäre das ja auch nur recht und billig gewesen, denn er hatte einst einen legefertigen Mikro im Geocache Haveldüne (OC4DEFGC17XBC) hinterlassen, dessen ich mich dann bemächtigte (also des legefertigen Mikros, nicht des Caches wo er drinlag) und ihn ganz in der Nähe deponierte (OC6FE8GC1J4DW).

So, nun habe ich genug mit langen Reden über archivierte und nicht archivierte Geocaches und allerlei anderes rund um gelegte und geschenkte Dosen philoso(ph|f)iert, was ich eigentlich sagen wollte ist folgendes:

Lieber Sturmreiter, auch an dieser Stelle vielen Dank für die wirklich nette Überraschung!

P.S. Jetzt muß ich nur mal wieder die Zeit finden und das Logbuch scannen

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

4 thoughts to “Geolieferservice”

  1. Krass. Ich hab den gesammten Text gelesen und einfach mal gar nix verstanden. Welcher Cache wurde jetzt wo von wem und wann archiviert, dann aber doch geborgen und archviert. Und welcher war dann doch nicht okay und dann wieder doch, weil der gerettete, archivierte darin lag. Ich bin absolut planlos. 😉 Vielleicht muss man dabei gewesen sein.

    1. Das ist doch ganz einfach: Ein Cache wurde archiviert, dessen Dose abgeholt und in einem weiteren, der nach wie vor existiert, abgelegt. Und dann ist da noch ein weiterer, der nur in einer noch anderen Dose lag, dort herausgeholt und dann neu ausgelegt wurde. Also ein Cache im Archiv und drei weiterhin aktiv. Und alles recht umständlich erklärt und im Grunde wollte ich eigentlich nur „Danke“ sagen.

      Alle Klarheiten beseitigt? :w00t:

  2. Mir machte die T-Wertung eher Probleme… aber jetzt hab ich die Verständnis-Klippen erklettert und kann mich getrost ins „Hab’s verstanden“-tal abseilen. :mrgreen:

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