Hessische Dosen: T-Wert

Jeder Geocache hat zwei Bewertungen – Die Schwierigkeit (D) und das Terrain (T). Dabei wird dann in 0.5er Schritten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Die Schwierigkeit soll eine Aussage darüber treffen wie schwer der Cache zu finden ist, der Terrainwert sagt aus, wie leicht oder eben schwer er erreichbar ist. Die Schwierigkeit ist wirklich immer im Auge des Betrachters, was für manchen wirklich eine harte Nuss darstellt ist für den nächsten recht einfach. Hier gilt: Ungefähr wirds schon passen.

Wichtiger ist hingegen der Terrainwert. Der sagt ja viel darüber aus ob man selbst überhaupt zum Cache kommt. Allerwichtigste Faustregel dabei ist: Ein Terrainwert von 1 sagt dem Rollstuhlfahrer das auch er zum Cache kommt. Das ist nicht unerheblich, gibt es schließlich auch behinderte Geocacher und die müssen sich ja nun ganz besonders auf solche Werte verlassen. In Berlin bspw. klappt das recht zuverlässig. T 1 ist mit dem Rolli erreichbar,  5 mit Kletter- oder Tauchausrüstung und alles dazwischen  passt vom Verhältnis her recht gut. Nicht so in Hessen.

Der gemeine Hesse hat seine ganz eigene Art den Terrainwert für seinen Cache festzulegen.  Je nachdem wo er seinen Heimatbereich hat wird die 1 anders angesetzt. Wohnt er bspw. in einem Dorf auf einem Berg, dann ist direkt neben dem Gipfelkreuz Terrain 1.5. 1 wäre knapp 4 Meter unterhalb des Gipfels, wo noch ein Trampelpfad ist. Schließlich ist er schon als Kind dort rauf, und was er als Kind geschafft hat, das schafft jeder.

So hatte ich bspw. das Vergnügen nach einem Cache mit Terrainwert 1 zu suchen, der mir einiges abverlangte. Zunächst musste ein Graben überwunden werden. Dieser Graben war knapp 1 Meter breit und einen halben Meter tief. an der einzigen passierbaren Stelle waren die „Wände“ des Grabens lehmbedeckt und klitschenass. Also war ein Sprung Pflicht. Dieser Sprung musste aber mindestens 1.5 Meter weit gehen, sonst wäre ich gnadenlos „abgeschmiert“. In der Landezone ging es ebenso rutschig weiter – auf dicken Baumwurzeln.

Die Hose war hinterher vollkommen ruiniert, ich selbst pitschenass und dreckig bis zum Kragen, ein Knie, die Schultern, der Rücken und beide Arme taten höllisch weh und ich brach die Suche ab. Jaja, ich verstehe, Terrain 1. Klar, der Owner hat da bestimmt schon als kleines Kind gespielt… 😎

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

4 thoughts to “Hessische Dosen: T-Wert”

  1. Du sprichst mir aus der Seele – 20 km auf dem Urwaldsteig fast alles 1,5 T – obwohl man zu keinem weniger als 3 km laufen muss und das im Mittelgebirge, bergauf/bergab und nur auf schmalen Pfaden… und das ist nur eines von vielen Beispielen – insbesondere T1 haben viele hier nicht verstanden. Eine Treppe steigen müssen, kann nicht T1 sein, wenn keine Rollstuhlrampe dabei ist.

  2. Ich hätte da auch noch 2 Links anzubieten die gut zum Artikel passen :angel:

    http://tinyurl.com/mbxpby
    http://www.die-reviewer.info/cacherating.php

  3. Nur leider funktioniert der Bereich zwischen 1 und 5 in Berlin nicht wirklich gut. Wer hier ab T2 ohne Fahrrad, Klappleiter oder mindestens einen weiteren Helfer loszieht, wird oft genug enttäuscht sein, dass er an die Dose nicht herankommt.

  4. Und andererseite beschweren sich die Sucher bei einer meiner Dosen, die halb über einem Bachlauf hängt, und vorher knapp 4km Multi durch den Wald bedeutet, das T3,5 zu hoch wäre…

    Naja, man muss nicht alles verstehen! 😕

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