Hose runter?

Der Tellerdreher hat eine recht interessante Frage gestellt, die ich zunächst als Kommentar beantworten wollte. Aber da ich da wohl etwas zu ausführlich wurde, packe ich es hier herein, gibts eben einen Trackback. 😉

Macht bloggen transparent? Nein!

Schließlich hat man es ja selbst in der Hand. Wieviel Privates will ich preisgeben? Was verheimliche ich lieber?

Und ich denke mal, das die allerwenigsten Blogger wirklich ihr Blog dazu nutzen um sprichwörtlich „die Hose runterzulassen“.

Anstelle der Transparenz tritt bei vielen Blogs eher Karin Harrassers These der „Archive des schwebenden Urteils„, da ja aktuelle Themen öffentlich aus privater Sicht beleuchtet werden und somit durch den unbedarften Leser schnell der Eindruck einer fundierten Meinung entsteht, die er dann „as is“ übernimmt, ohne darüber nachzudenken.

Also sage ich mal, wir sollten uns als Blogger weniger Gedanken darüber machen ob wir zuviel von uns preisgeben, sondern eher darüber, ob wir der Verantwortung die mit einem Blog einhergeht gerecht werden, der Verantwortung denen gegenüber, die Meinungen und Worte zu schnell ohne Prüfung übernehmen und weiterverbreiten. Denn genau hier droht das „schwebende Urteil“.

Mario Sixtus schreibt dazu:

Ein einzelnes Weblog ist so aufregend oder langweilig wie die Person, die es schreibt. In ihrer Gesamtheit entfaltet die Blogwelt aber eine explosive Publikationsmacht. Unternehmen, Politiker und Journalisten haben diese bereits zu spüren bekommen.

Diese drei Sätze verdeutlichen die Verantwortung die man übernimmt, wenn man ein Blog betreibt, nur zu deutlich. Also:

Hosen runter, aber immer mit dem nötigen Fünkchen Verstand!

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)