Howto: KretyCoins aus Schmelzgranulat herstellen

Damit ich nicht noch mehr Anfragen per Email erhalte, in denen ich zu Einzelheiten bezüglich der KretyCoin-Bäckerei befragt werde, ist hier für alle Interessierten mal kurz eine genauere Erklärung, garniert mit ein paar Erfahrungswerten und so. Damit sollte jedermann/-frau ganz schnell zum erfolgreichen Kretybäcker werden können.

Das Backen der KretyCoins geht nämlich im Grund recht einfach, der Materialeinsatz hält sich durchaus in Grenzen und selbst gebastelte Dinge machen sowieso viel Freude. Und für die Herstellung der KretyCoins aus Schmelzgranulat benötigt man weder sonderlich viel Geschick noch großartige Bastelerfahrung. Die Sache ist nämlich wirklich einfach. Also los!

Zutaten

  • Bedruckbare OHP-Folie – Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden, ruhig eine qualitativ hochwertigere Folie nehmen, Billigheimer rollen sich unter Hitzeeinwirkung gern ein.
  • Schmelzgranulat – Schmelzgranulat gibt es in jedem gut sortierten Hobby- bzw. Bastelgeschäft, alternativ kann aber auch Amazon damit dienen. Eine 200g-Packung kostet um die 4 Euro und reicht je nach Größe für 20 bis 25 Coins.
  • Plätzchenausstechform – Vorzugsweise runde Formen, man kann aber auch variieren und andere Formen verwenden. Neben der runden form habe ich bspw. mal eine Teddybärenform genommen, auch das sah ganz witzig aus.
  • Backpapier, Backblech, Backofen – Klar, oder? Wir wollen schließlich backen!

Vorbereitung

VorbereitungBevor das lustige Backen beginnt, muss klar sein wie die Coins später aussehen sollen. Dazu entwirft man in einem Zeichen-, Grafik- oder Officeprogramm seiner Wahl das Design um es dann auf die OHP-Folie zu drucken. Ich selbst nutze LibreOffice Draw und die Vorlagen für 5cm KretyCoins können hier heruntergeladen werden. Der eigenen Phantasie und Kreativität sind hier eigentlich keine Grenzen gesetzt, lediglich die Größe muss passen. Dabei ist zu beachten, das rund um den Einleger mindestens ein halber Zentimeter Platz bleibt, damit die Coin später richtig dicht ist. Die Einleger werden passend zugeschnitten und der Backofen auf 190°C vorgeheizt. Hier ist natürlich die Herstellervorgabe zu beachten, falls das Granulat andere Temperaturen erfordert.

Und daran denken: Vorab genug neue Geokrety unter http://geokrety.org/register.php angelegen, denn schließlich müssen sollten die Trackingnummern ja mit auf den Einleger gedruckt werden!

Backstunde

Die erste Lage SchmelzgranulatUm nun die Coins zu backen kommt Backpapier aufs Backblech, die Struktur des Papiers sorgt später dafür, das die Unterseite nicht glasklar wird und somit die Coin etwas edler wirkt. Darauf kommt die Ausstechform und die wird nun mit einer Lage Schmelzgranulat befüllt. Eine Schicht von ungefähr 3mm sollte es sein und ganz wichtig: Möglichst gleichmäßig verteilen! Umso gleichmäßiger/ebener hier gearbeitet wird, umso weniger Luftblasen gibt es später!

Auf diese Lage kommt der Einleger, möglichst mittig, und anschließend eine erneute Schicht Schmelzgranulat. Diese Schicht muss einfach nur alles bedecken, man muss sie nicht auf biegen und brechen glatt ziehen, das passiert bei dieser Schicht später allein und wenn man hier zu sehr herumwerkelt, läuft man nur Gefahr den Einleger zu sehr zu verschieben. Das war es schon, jetzt kann die ganze Sache in den Backofen.

Der Backofen sollte möglichst nur mit Unterhitze betrieben werden! Anderenfalls läuft man Gefahr das sich der Einleger auch bei guter Folie wellt/einrollt. Kommt nämlich zuviel Hitze von oben, wird die obere Schicht Schmelzgranulat zu flüssig und die Folie kann sich einrollen. Bei Unterhitze hingegen wird die obere Schicht schnell genug zu einer zähen Masse um das einrollen zu verhindern, zerfließt aber dennoch ausreichend um hinterher eine glatte und gleichmäßige Oberfläche zu bilden.

Nachbehandlung

Fertig gebacken!Genaue Backzeiten sind schwer zu benennen, jedoch liegt es immer zwischen 15 und 25 Minuten. Das kommt ganz auf die Menge Schmelzgranulat, also die dicke der Schichten an. Man sieht jedoch wann sie fertig sind, einfach warten bis die Oberfläche glatt ist. Dann können sie raus und kurz abkühlen. Am besten nimmt man dazu das Backpapier mitsamt Coin(s) vom Backblech und legt es auf eine kalte Oberfläche. Wenn die Coins ein wenig abkühlen, hört man es leicht knacken. Das Knacken verrät dabei, das sich die Coin jetzt aus der Form löst. Also raus mit dem Ding und die nächste Fuhre vorbereitet.

Nun muss nur noch entgratet werden. Fertigungsbedingt sind nämlich einige mehr oder weniger spitze bis scharfe Grate am oberen Rand zu finden. Diese Grate bekommt man entweder mit Schleifpapier oder einem beliebigen Schleifwerkzeug weg. Wen jetzt noch stört, das der geschliffene Rand etwas rau ist, der kann den Rand entweder mit einer Heißluftpistole glätten oder die Coins noch einmal kurz in den Ofen schieben. Letzteres bewirkt aber, das die durch das Backpapier angeraute Unterseite glatt und glasklar wird, also auch eine deutliche optische Veränderung in Kauf zu nehmen ist!

Verpackung

Verpackte KretyCoinsGrundsätzlich können die KretyCoins nun so auf die Reise gehen wie sie sind. Allerdings sieht es besser aus, wenn sie verpackt sind. Ich nehme dazu kleine ZIP-Tütchen und packe neben der Coin auf gleich noch einen Beipackzettel dazu. Auf diesem Beipackzettel wird kurz erläutert das es sich um Geokrety handelt, was Geokrety sind und das man sie ohne Registrierung/Anmeldung loggen kann. Aber auch die Bitte, den Geokret nur dann mit zunehmen wenn man ihn auch wirklich loggen will ist mit aufgedruckt. Meine Vorlage dafür kann man hier herunterladen, gedruckt und gefaltet passt sie gut in Laminierfolien im Kreditkartenformat.

Und das war es auch schon, wie man sieht, es ist keine Zauberei. Auch ohne großartige Bastelerfahrung kann man sich an die Produktion der KretyCoins mit Schmelzgranulat wagen.

Maulwurf präsentiert: KretyCoins aus eigener Herstellung

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

9 thoughts to “Howto: KretyCoins aus Schmelzgranulat herstellen”

  1. Wie haltbar ist das Material eigentlich? Ich wollte daraus einen Schluesselanhaenger machen, aber wenn das all zu zerbrechlich ist wuerde sich das nicht unbedingt anbieten, da sonst der Ring zu leicht ausbricht. Was kannst Du dazu sagen? 🙂

  2. Das hält ziemlich stabil. Wenn da ein Schlüsselring durch soll, dann muss das Loch dafür halt ausreichend groß bzw. auch das Material an der Stelle nicht dünner als 5mm sein. Dann hält es aber. Ist halt ganz normaler formfester Kunststoff.

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