Lebkekse (1)

Ich habe heute mal ein wenig in alten Usenet-Postings gewühlt. Dabei fiel mir eine kleine Geschichte in die Hand, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Dabei ging es darum, das in der T-Online-internen Newsgroup t-online.talk.allgemein (kurz: t-o.t.a) von Monika erwähnt wurde, das sie zu Weihnachten immer Lebkuchen backt. Da mich interessierte wie selbstgebackene Lebkuchen schmecken habe ich mir von ihr das Rezept schicken lassen und den Selbstversuch gewagt.

Da in t-o.t.a alle gespannt waren, wie mein Selbstversuch denn genau ausgegangen ist, habe ich ihn komplett dort gepostet. Dazu sei zu sagen, das ich verwegener Weise Anfang September die Lebkuchen backen wollte und somit ein wenig Probleme bei der Zutatenbeschaffung hatte. Das Ganze war übrigens im Jahre 2000, seit dem sind die Lebkekse der Renner jeder Weihnachtszeit. Nun aber zum ersten Teil der Geschichte, der zweite Teil aus dem November 2001 kommt morgen:

From: "Maik Bischoff"
Newsgroups: t-online.talk.allgemein
Subject: Live aus der Backstube
Date: Wed, 06 Sep 2000 16:29:19 +0200
Message-ID: <8p5rd0.3vvjm5t.1.t.o.t.a@bischiweb.de>

Und heute ein kleiner Bericht zun Thema: ‚Wie backe ich Lebkuchen? oder Was ist das bloß?‘

Heute habe ich es endlich geschafft, das Projekt:Lebkuchen in Angriff zu nehmen.

Also nix wie in den Supermarkt und eingekauft. Ist gar nicht so leicht, bei den vielen kleinen Tütchen in der Backzutatenabteilung das richtige zu finden, aber man kann ja fragen und eine nette ältere Dame hat dann eifrig geholfen.

Eigentlich gab es fast alles, bis auf zwei Ausnahmen: Lebkuchengewürz und runde Backoblaten. Allerdings waren eckige Oblaten da. Zwar 15×20cm, aber man die Dinger ja auch zerschnippeln.

Jetzt fehlte nur noch das Lebkuchengewürz. Also noch drei weitere Märkte und einen Gewürzladen abgeklappert: Nix zu finden. Aber egal! Zimt tuts bestimmt auch! Da wollen wir uns ja mal nicht so haben. [gehtebennixübereinfallsreichtum]

Schnell ab nach Hause und ab gehts mit dem Backen.

Und bereits jetzt taucht die erste Frage auf: Wie zum Henker schafft man es, die magarine mit den Eiern schaumig zu rühren, wenn man kein elektrisches Handrührgerät sein eigen nennt? Ach ja, die Magarine wird ja auch in der Mikrowelle weich! Also Mikrowelle an, Magarine rein, weich gemacht, Eier reingehauen und alles durchgerührt. Ging ja jetzt prima.

Als nextes sollte ‚mit Backpulver gesiebtes Mehl‘ rein. Haha, selten so gelacht: Kein Sieb vorhanden! Also behelfsmäßig das mehl in eine Schüssel, backpulver drauf und mit dem Schneebesen darin gerührt bis es so aussah, als ob nun alles recht gleichmäßig verteilt war.

Das Zeug nun auf das Eier-Magarine-Gemisch und fleißig weitergerührt. Nachdem noch das halbe Kilo brauner Zucker seinen Weg in diese Pampe gefunden hatte brach erstmal der Schneebesen ab. Grmpf! Was nun? Eine intensivere Suche in diversen Kochutensilien förderte nun einen Löffel mit Loch (keine Ahnung wie das Ding richtig heißt) zu Tage. Der macht auch den Eindruck, als ob er stabil genug wäre. 🙂

Nun noch die Nüsse und den vanillinzucker rein und alles sah sehr gut aus (wobei gut sehr relativ ist, denn eigentlich sah es nun aus wie Grütze mit Pickeln). Fehlt nur noch das Orangeat und das Zitronat. Im Fleischwolf zerkleinern fiel wegen ‚ist-nicht‘ aus, also den Tipp von Monis Schwester mit dem Mixer probiert. Naja, gut ein Achtel wurde auch etwas zerkleinert, der Rest klebte dann irgendwo im Mixer und nichts tat sich mehr.

[Moni, kannst Deiner Schwester sagen, ihr Tipp taugt nix] 😉

Aber egal, kommt das Zeugs eben so mit rein. Bein letzten Umrühren erwies sich dieses ‚Löffel-mit-Loch-Dingsbums‘ dann doch nicht so stabil wie erwartet. Aber so kurz vor dem Ziel wird nicht aufgegeben, also mit den Händen rein und alles nochmal durchgewurschtelt.

Nun den Teig (?) auf die zerschnippelten Oblaten packen. Allerdings mußte erst mal Platz fürs Backblech geschaffen werden, denn die Backerei hatte sich inzwischen über die ganze Küche verbreitet.

Einen halben Zentimeter Platz am Rand lassen, damit der Teig noch verlaufen kann?
Gar nicht so einfach. Also einfach irgendwie raufgepackt und die erste Fuhre ab in den Ofen. Nach 5 Minuten war die komplette Unterseite der Lebkuchen^WDinger total verbrannt. Zu dumm, wenn man beim Gasherd die unterste Schiene nimmt. Nebenbei kamen auch leichte Plastegerüche auf. Upps, da lag ja noch ne Pfanne im Ofen! Grmpf!

Der nächste Versuch, diesmal auf der obersten Schiene förderte tatsächlich etwas scheinbar ganz brauchbares zu Tage. Aber: Was war das bloß? Nach Lebkuchen sah es nicht gerade aus! Wer weiß, vielleicht ist das bei selbstgebackenen immer so. Nach weiteren 4 Backdurchgängen waren dann am Ende 48 von diesen Dingern fertig.

Man sollte sich wundern, zwar sahen sie weder aus wie Lebkuchen, noch schmeckten sie so, aber richtig lecker waren sie trotzdem.

Fazit: Lebkuchen backen ist dann zwar doch nicht meine Stärke, aber das Rezept für diese Teile werde ich behalten und bei Gelegenheit nochmal sowas backen! 🙂

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

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