LED LENSER® X14: Doppelt leuchtet besser!

Nun bin ich ja in Sachen Geleucht aus dem Hause Zweibrüder kein unbeschriebenes Blatt, die Modelle P5R, M7R und H14 liegen nämlich bei mir im Schrank und sind seit langem zuverlässiger Begleiter bei nächtlichen Geocachingausflügen und allerlei anderen Aktivitäten nach Sonnenuntergang. Da lag es dann natürlich nahe, das Angebot zum Test der neuen LED Lenser x14 anzunehmen. Schließlich hat diese Lampe ja einen ganz bedeutenden Unterschied zu den bisher von mir eingesetzten Modellen: Sie verwendet gleich zwei LED, jede davon mit der von LED LENSER bekannten Reflektorlinse ausgestattet, um so für eines zu sorgen – mehr Licht!

Das Ganze wird dann X-Lens Technology genannt und kann nahezu beliebig viele Linsen dieser Art „überkreuzen“. Diese Technologie sorgt unterm Strich dafür, das sich auf jede Entfernung/Fokussierung ein möglichst homogenes Lichtbild ergibt, ohne die zuweilen entstehenden dunkleren Streifen im Randbereich des Lichtkegels. Im Fernbereich macht sich das besonders deutlich bemerkbar, denn die doppelte Leistung auf einen kleinen Punkt konzentriert sorgt so auch über größere Distanzen für Helligkeit am angeleuchteten Objekt. Im Nahbereich punkten ja LED Lenser Lampen generell durch einen wunderschön gleichmäßigen Lichtkreis, so das hier zumindest zu Beginn nur eine geringe Verbesserung zu erkennen ist. Wenn allerdings die Batterieleistung nachlässt, spielt das Linsendoppel seine Stärke aus, denn die für nachlassende Leistung typischen Ringe im Lichtbild entfallen weiterhin.

   

Die LED Lenser x14 wird zur Abwechslung mal nicht im Kunststoffkoffer geliefert, sondern in einer schwarzen Pappschachtel, was insgesamt gleich viel angenehmer auf „Privatanwender“ wirkt. Der Kunststoffkoffer mit dem bspw. die P5R oder die M7R ausgeliefert werden, macht zwar für reine Technikfans ordentlich was her, wirkt aber eben doch mehr nach grobem Handwerk. Zum Lieferumfang gehört neben einer Bedienungsanleitung inkl. Smartcard (Kurzbedienungsanleitung im Scheckkartenformat) auch ein Gürtelclip, eine Trageschlaufe und ein Satz Batterien bei. Zum Einsatz kommen dabei 4 Batterien der Größe AA. Erfahrungsgemäß dürften aber aus Akkus der gleichen Größe problemlos und ohne spürbaren Leistungsverlust funktionieren.

Wenn man die Schachtel öffnet, dann bekommt man erst einmal große Augen. Denn wenn man Bilder im Internet sieht, hat man ja schon eine gewissen Vorstellung von der Lampe, der erste Anblick lässt dann aber staunen, denn sie wirkt einfach nur riesig. Das ist sie dann aber nicht, erstaunlicherweise liegt sie richtig bequem in der Hand. Und ein wenig zum Zupacken will man ja auch haben. Die flache Form des Lampenkopfes bringt dann gleich einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Modellen aus dem Hause Zweibrüder mit sich: Die Lampe kann nicht so einfach wegrollen. Das ist nämlich bei den durchgehend runden Lampen ohne „Rollstopgnubbel“ ein häufiges Problem. Kaum liegt die Lampe auf einer glatten Fläche, rollt sie auch schon los. Das kann nun bei der X14 nicht passieren.

Der Gürtelclip, den ich bei den anderen Modellen gern als Wegrollsicherung nutze, sitzt bei der X14 ganz besonders stramm, so das ein Verlieren der Lampe nahezu unmöglich sein dürfte. Wie auch bei anderen Modellen ist die Lampe im Clip drehbar, so das man sie auch waagerecht am Gürtel tragen kann. So hat man beim gemütlichen Gehen die Möglichkeit, die Hände frei zu halten und trotzdem Licht zu haben. Einen weniger stabilen Eindruck macht da die Trageschlaufe. Sie wird an einer kleinen Metallöse befestigt, die beweglich an der Lampe angebracht ist. Dabei war es sicherlich eine gute Idee, die Öse mit einer zusätzlichen Hülse zu versehen, allerdings bleibt diese Hülse nicht an ihrem Ort, so das die Befestigungsöse ständig verdreht an der Lampe hängt. Das tut zwar der reinen Funktion keinen Abbruch, sieht aber bei einer sonst enorm hochwertig verarbeiteten Lampe weniger gut aus.

Für mich neu ist ebenfalls die Fast Lock Funktion für den Lampenkopf/Fokus. Wo bei anderen Modellen der komplette Lampenkopf nach der Fokussierung verdreht werden musste um ihn festzustellen, bringt die X14 einen Verriegelungsmechanismus mit, der besonders einfach und vor allem wie die Fokusänderung mit nur einer Hand zu bedienen ist. Die Fokussierung selbst läuft dabei, wie für LED Lenser Lampen bekannt, ganz praktisch mit nur einer Hand indem der Lampenkopf mit dem Daumen verschoben wird. Trotz der Größe läuft das relativ einfach, aber immer noch schwer genug um auch wirklich ganz fein dosiert den Fokus verändern zu können.

Bevor es ans „Eingemachte“ geht, noch kurz ein paar Worte zur Smartcard. Wie bei Produkten aus dem Hause Zweibrüder üblich liegt eine Kurzbedienungsanleitung im Scheckkartenformat bei, die man bequem in der Brieftasche mit sich führen kann und so bei Bedarf immer schnell nachschauen kann. Da ich die Lampen immer in einem Rucksack habe, ist auch die jeweils dazu gehörende Smartcard dabei.  Diese wiederum ist laminiert, damit sie nicht gleich als zerfledderter Papierklumpen endet. Das Laminieren ist jedoch bei der X14 nicht mehr möglich, denn die Smartcard ist aufklappbar. Das dürfte allerdings nicht anders machbar sein, denn ganze drei Lichtprogramme, acht Lichtfunktionen und zwei Energiemodi passen einfach nicht auf eine Seite. Das ist zwar schade, aber schon allein durch die Fülle der abzubildenden Funktionen gibt es dafür keinen Punktabzug. 😉

Kommen wir zu den Funktionen. Am wichtigsten wären hier zunächst die beiden Energiemodi. Mit diesen Grundeinstellungen wird das Energieverbrauchsverhalten der Lampe eingestellt. Man hat die Wahl zwischen „Energy Saving“ und „Constant Current“. Beim „Energy Saving“ wird im Benutzungsverlauf immer mehr Energie zurückgenommen, die Lampe also nach und nach schwächer, was aber unterm Strich für eine länger Lebensdauer der Batterien sorgt. Die Funktion „Constant Current“ hingegen lässt die Lampe mit konstant hoher Leistung laufen, die dann aber nahezu auf einen Schlag endet. Nun muss aber niemand Angst haben, ganz plötzlich im Dunkeln zu stehen. Knapp 5 Minuten vor dem Ende meldet sich die Lampe mit Blinksignalen (im Abstand von 10 Sekunden) und macht somit auf den nahenden K.O. der Batterien aufmerksam. Das nennt sich dann übrigens Low Battery Message System ist ein Teil der Smart Light Technology, die auch bei dieser Lampe zum Einsatz kommt.

Die acht Lichtfunktionen stehen je nach gewähltem Lichtprogramm voll oder in Teilen zur Verfügung.Im Programm „Easy“ hat man die Wahl zwischen normaler und gedimmter Beleuchtung. Also ungefähr das was ich persönlich nutze. Im Programm „Professional“ hat man zusätzlich noch eine Blinkfunktion, die automatische gabe des internationalen Notsignals  SOS durch Morsezeichen und ein Stroboskoplicht zur Selbstverteidigung zur Verfügung. Letzteres ist jedoch nicht nur für den professionellen Einsatz interessant. Auch Normalverbraucher können das nutzen, man denke nur an Frauen im Schichtdienst, die nachts durch schlecht beleuchtete Parkhäuser müssen. Dem Zweck der Selbstverteidigung dient übrigens auch das dritte Programm, „Defense“. Hier wird direkt beim Einschalten der Lampe in den Stroboskopmodus geschaltet und die Lampe wird zur Abwehrwaffe.

Das Schalten der Lampe erfolgt wie gewohnt über einen Knopf am Ende der Lampe. Aber anders als von anderen Modellen gewohnt schaltet sich die X14 erstaunlich leicht, ganz anders als man bei ihrer Größe und ihrem Gewicht erwarten würde. Der leichtgängige Knopf ist somit auch verantwortlich dafür, das sich die verschiedenen Modi deutlich einfacher wechseln lassen als bei anderen Lampen.

Und wie schlägt sie sich im Einsatz? Das obige Foto zeigt die X14 und die M7R im direkten Vergleich. Mangels echter Lampenteststrecke habe ich einfach mal ein wenig den Garten ausgeleuchtet, aber auch da sieht man schon ganz gut die Unterschiede. Unten, der Lichtkegel der X14, ist deutlich satter als der obere von der M7R und ganz deutlich werden die Unterschiede im „Zielgebiet“. Die nächsten 4 Bilder zeigen dann die X14 allein im Einsatz, einmal wieder im Garten und dann noch einmal auf dem Waldweg davor. Natürlich können so einfache Fotos nicht wirklich die echte Lichtsituation vor Ort abbilden, aber zumindest lassen sie ganz gut erahnen was die X14 zu leisten im Stande ist.

   

Wie aber kann nun so ein Licht- und Funktionsmonster genutzt werden? Den Gebrauch als Selbstverteidigungswaffe habe ich ja bereits erwähnt. Im professionellen Bereich kann die Lampe aber ebenso Verwendung finden, man denke nur an Wachdienste und dergleichen. Leider liegt keine Bescheinigung vor, das die Lampe EX-geschützt ist, sonst könnte ich mir auch den Einsatz im Bereich der Feuerwehren vorstellen, wo ja naturgemäß enorm gute Lampen benötigt werden.

Und sonst? Für was man auch immer eine Lampe braucht, durch die relativ kompakte Bauform passt sie in fast jede Tasche und so kann sie eben immer dort zum Einsatz kommen, wo man Licht braucht. Viel Licht, denn mit rechnerischen 450 Lumen Lichtstrom bei frischen Batterien und einer Reichweite von 350 Metern wird es schon reichlich hell in der Nacht. Natürlich muss man nicht die volle Leistung nutzen, nicht umsonst gibt es ja die Lichtprogramme, aber dennoch ist es ja immer gut zu wissen, das man könnte wenn man wollte, das man noch genug Reserven hat.

Für mich persönlich ist es ja ohnehin in aller Regel der Bereich Geocaching, und für den ist sie allerbestens geeignet. Denn während hierzulande die Reflektoren von Nachtcaches recht nah beieinander liegen, stehe ich bspw. in Bayern regelmäßig vor dem Problem das man ohne eine wirklich reichweitenstarke Lampe aufgeschmissen ist. Aber nicht nur die Reichweite, auch das gleichmäßige Licht im Nahbereich sind beim nächtlichen Geocaching recht hilfreich. Ebenso ist so eine Lampe ein guter Begleiter am Tage, wenn es bei der Erkundung von Lost Places auch mal in Kellerräume oder Bunkeranlagen geht. Ohne gute Lampe bekommt man hier schnell Probleme.

Denkbar sind aber auch weitere Einsatzbereiche. Bspw. – Don’t do this at home, kids! 😉 – als Lichtersatz an Fahrrad oder Mofa. Zumindest wenn man mit dem Mountainbike in der Dämmerung durch den Wald fährt, ist gutes Licht durchaus nicht zu unterschätzen. Die Lampe mit etwas Tüddelband aka Panzertape am Lenker befestigt und los. Das dann folgende Lichterlebnis will man ganz sicher nie mehr missen. Direkt am Fahrradhelm befestigt hat es dann sogar den Vorteil, das man immer genau dort das Licht hat, wo man gerade hinschaut. Allerdings muss dann, sobald man öffentliches Straßenland erreicht, wieder auf das handelsübliche Licht umgeschaltet werden. Ihr wisst schon, die StVO!

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Man sieht also, es gibt beinahe unendlich viele Einsatzgebiete für eine solche Lampe, die Grenzen setzt dabei nur die eigene Phantasie…

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe.

Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet.

Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

4 thoughts to “LED LENSER® X14: Doppelt leuchtet besser!”

  1. Durch den ovalen Lampenkopf hat man jetzt endlich bauartbedingt das Problem nicht mehr, das mich bei allen LED LENSERN nervt. Mir rollen die Teile immer weg, wenn ich zwei Hände brauche. Ich weiß nicht, wie oft meine P14 und meine M6 deshalb schon von der Motorhaube oder vom Tisch gefallen sind.

  2. Die Taschenlampe leuchtet echt richtig gut! Ich war beim Test sehr fasziniert von Ihrer Leuchtkraft!

    Schöner Testbericht, Maik.

    Grüße
    Toni

  3. LedLenser sind einfach genial. Hab mir mal ne billige Nachmache gekauft und dann mal verglichen. War wie Kerzenlicht mit einem Halogen-Fluter zu vergleichen. Das Problem mit dem Wegrollen hatte ich auch schon oft. Oval ist also wirklich praktisch.

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