Lost Place Geocaching

Für Leute aus Berlin und Umgebung sind ja die Beelitzer Heilstätten der Inbegriff des „Lost Place mit Tupperdose“. Schon klar, die Location ist endgenial, es gibt unheimlich viel zu erkunden und die Dosen locken obendrein. Ich selbst mag die Heilstätten aber eher wegen ihrer Gebäude, die Caches sind für mich nicht so interessant.

Ich war zwar mal dort, habe die eine oder andere Dose gefunden, aber keine Lust die anderen zu heben. Das liegt in erster Linie daran, das die Listings für diese Caches ein zusammenkopierter Haufen nutzloser Informationen sind, überall steht das gleiche und es wird nicht auf die Besonderheiten etc. der einzelnen Verstecke/Gebäude eingegangen.

Und Geocaching soll ja auch die Geschichte des Versteckes erzählen, das gilt insbesondere für solche Orte wie Beelitz und seine Heilstätten. Gestern nun war ich an einem Lost Place der ganz anderen Art: Er ist nicht nur verlassen, er ist verschwunden. Also ein echter „verlorener Ort“, bei dem nicht nur das Leben sondern auch der Rest verschwunden ist. Okay, ein einziges Häuschen steht noch, der Rest ist lediglich an den Betonfundamenten zu erkennen.

Gemeint ist die ehemalige NVA-Raketenabteilung 1 in Groß Behnitz. Dort liegt ein Cache der schon der anspruchsvolleren Art zuzuordnen ist, ein D-Wert von 3 ist durchaus gerechtfertigt. Da ich an zwei weiteren Caches des Owners schon scheiterte und der letzte Fund dort lange zurückliegt, habe ich im Vorfeld Kontakt aufgenommen und die Suche ein wenig besprochen. Die ursprüngliche Idee des Owners, gemeinsam an die Sache zu gehen, musste verworfen werden, da wir schon allein wegen meines Schichtdienstes kaum übereinkommen.

Aber ein Telefonjoker in der Hinterhand macht die Reise leicht und so ging es los. Insgesamt 2,5 mal musste ich den Telefonjoker zücken, das halbe Mal deswegen, weil ich eigentlich schon gefunden hatte, aber den Fund erst nach Bestätigung wirklich glaubte. Naja, und ein letztes Detail gab es dann auch noch dazu.

Insgesamt kann man diesen Cache wirklich empfehlen. Neben den recht kniffligen Stationen gibt es jede Menge zu erleben, wenn man erstmal die Abgründe dieses längst verlassenen Ortes genauer erkundet. Wobei eigentlich schon allein das Final jede Anfahrt wert ist. Mehr wird aber nun wirklich nicht verraten… 🙂

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “Lost Place Geocaching”

  1. Grad gestern war ich in Beelitz und hatte das auch verbloggt – hast Du ja sicher gelesen. Deine Kritik teile ich übrigens. Die Listings sind recht lieblos, die Petlingen unspektakulär, aber der Weg ist das Ziel. Ich kann mir auch ohne die Geocaches die Gegend anschauen. Trotzdem waren die Geocaches erst mal ein Anreiz sich auf den Weg zu machen.

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