Минск – Lost Place in der City

Mitten in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam ist ein Lost Place zu finden. Zwar kommt man nicht rein, aber drumherum und als Freund solcher Orte konnte ich nicht davon ablassen. Gemeint ist das ehemalige Terassenrestaurant „Минск“ auf dem Brauhausberg, das zu DDR-Zeiten das Restaurant schlechthin war, nur oftmals kaum bezahlbar.

Und wer es sich leisten konnte, der musste oft sehr lange warten, denn „Westler mit Devisen“ wurden, typisch für die damaligen Zeiten, bevorzugt behandelt. Klar, die Kellner gaben ihr Trinkgeld logischerweise lieber im Intershop aus als in der Kaufhalle.

Heute ist das „Минск“ nurmehr eine Ruine in der Stadt, von Vandalen heimgesucht steht es auf exponiertem Platz mit feinster Sicht auf den Potsdamer Huptbahnhof, nur überschattet durch den „Kreml“, den Sitz des brandenburgischen Landtags und früher Sitz der SED-Bezirksleitung und davor die Reichskriegsschule.

Schade eigentlich, denn die Lage bietet sich ja eigentlich geradzu an, da fragt man sich doch, weshalb sich kein Investor findet der das Ding wieder aufbaut und dort erneut ein Restaurant ansiedelt. Aber okay, wer weiß wie die Bausubstanz inzwischen aussieht, wenn nur noch ein Abriß in Frage kommt, dann ist schon klar warum sich niemand dafür interessiert…

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

2 thoughts to “Минск – Lost Place in der City”

  1. Die Sache mit dem Investor ist doch die gleiche wie beim Müggelturm, erst kommt keiner und es verfällt zu stark und wenn dann einer kommt, wirds obendrein abgerissen um was Neues zu bauen.

  2. Bezüglich der Sanierung von DDR-Altbauten (d.h. auch einen Investor zu finden) gibt es vielerlei Probleme:
    Einerseits die oftmals NOCH IMMER unkgeklärten Eigentumsverhältnisse und andererseits die DDR-Bausubstanz: durch den systembedingten Mangel ist nicht alles Beton, was nach Beton ausschaut, da wurde oft reingekippt, was übrig war, außerdem wurde vieles mit Asbest verseucht und viele VEB-Bauteile sind heute nicht mehr erhältlich oder ohnehin unbrauchbar, so dass Fenster, Sanitär- und Elektroinstallationen, Heizungen, so ziemlich alles eigentlich, ersetzt werden muss – da kann ein Gebäude noch so viel Charme haben – wenn es letztlich teurer ist, aus dem Altbau einen Rohbau zu machen, als abzureißen und ein neues Gebäude zu bauen, dann ist die betriebswirtschaftliche Antwort schnell gefunden (zumal wenn das Gebäude so alt eigentlich auch noch nicht ist und der Denkmalschutz keine Rolle spielt).

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