syncmytracks

Mehrere Fitnesstracker miteinander synchronisieren

Gestern habe ich ja schon kurz angedeutet, das ich aktuell nach Lösungen suche mit denen man bspw. von Runtastic zu einem anderen Fitnessdienstleister wechseln kann. Grundsätzlich stört mich nämlich an Runtastic die katastrophale unbenutzbare Webseite und die Tatsache, das man mir dort stets und ständig eine Premiummitgliedschaft aufdrängen will und in der App keine Communityfunktionen bereitstehen.

Aus diesem Grunde hab ich mir die Konkurrenten Endomondo und Strava mal etwas genauer angesehen. Soviel kann ich schon verraten, ich werde wohl nicht wechseln, denn auch Endomondo und Strava sind keineswegs eierlegende Wollmilchsäue und für meine ganz speziellen Bedürfnisse hat Runtastic weiterhin die Nase vorn. Dazu aber ein wenig mehr an anderer Stelle. Zunächst sei erst einmal das Thema Synchronisierung behandelt.

Denn auch das hatte ich gestern bereits angedeutet, es gibt eine recht komfortable Möglichkeit, die Daten zwischen den einzelnen Trackern hin und her zu schaufeln. Und diese Möglichkeit kommt in Form einer Android-App daher: SyncMyTracks. Diese App ermöglicht es, die wesentlichen Daten/Aktivitäten zwischen verschiedenen Dienstleistern synchron zu halten, als da wären:

  • adidas miCoach
  • Endomondo
  • Garmin Connect
  • MapMyFitness
  • Nike+ Running
  • Polar Flow
  • Ride with GPS
  • RunKeeper
  • Runtastic
  • Sports Tracker
  • Strava

Ein wenig intensiver habe ich dabei nur Endomondo und Strava beleuchtet. Wichtig ist bei allen jedoch eines: Sofern man ein OpenID-Login, bspw. über Google+ oder Facebook verwendet, muss man sich für seinen Account zusätzlich eine Benutzername/Passwort Kombination zulegen, denn sonst funktioniert die App nicht.

Alles weitere ist relativ einfach. Man richtet sich die verschiedenen Accounts ein und spätestens ab dem zweiten legt man fest, in welche Richtungen SyncMyTracks arbeiten soll. So kann man bspw. auch nur in eine Richtung arbeiten lassen oder eben in beide. Warum? Ganz einfach: Man nutzt bspw. Runtastic für alle flotten Aktivitäten wie Radfahren und Laufen, hat also diese Daten dort liegen. Geht man nun wandern und liest hinterher das GPS in Richtung Garmin Connect aus, so hat man das eine hier und das andere dort. SyncMyTracks kümmert sich um den Rest.

Nutzt man jedoch nur ein Gerät, genügt quasi auch die Übertragung in eine Richtung. Und genau das habe ich getestet. Ich hatte nämlich beim ersten Versuch mit SyncMyTracks das Gefühl, das irgendwas nicht stimmt, da die App unheimlich viele Fehler zeigte. Ich brach also ab und versuchte den Weg mittels Down- und Upload. Den Download erledigte ich dabei mit dem Scriptschnipsel und der Upload erfolgte händisch.

Hier zeigte sich, das Strava die Nase vorn hat, denn dort kann man bis zu 25 Aktivitäten gleichzeitig hochladen. Bei Runtastic sind auch mehrere möglich, die genaue Zahl kenne ich jedoch nicht, Endomondo hingegen lässt immer nur eine Datei zu. Und da wird man bei mehreren hundert Dateien lange Zeit nicht fertig. 😯

Da aber dieser Weg eben trotzdem noch sehr aufwändig ist, kehrte ich zur App zurück. Ein erneuter Versuch mit wesentlich mehr Geduld zeigte, das die Fehler irgendwann in Erfolgsmeldungen umgewandelt werden. Fein. Ich ließ nun alles laufen und am Ende waren von 655 Runtastic-Aktivitäten 509 bei Strava (wobei hier der größte Teil ohnehin durch die Uploads von Hand schon vorhanden waren) und 299 bei Endomondo.

Leider ließ sich bei Endomondo keine Information dazu finden, ob die Uploads auf irgendeine Weise limitiert sind. Vielleicht sind auch einige nur zu alt. Mit abschließender Sicherheit kann ich das nicht sagen, jedoch sind zumindest die aktuellsten Aktivitäten vorhanden und das sollte bei einem bloßen Umzug völlig ausreichen. Neue Aktivitäten werden nämlich zuverlässig übertragen.

Diensteauswahl aktive Accounts Im- und Export Einstellungen

Neben der automatischen Synchronisation, für die man Intervalle von 1, 2, 4, 8 und 24 Stunden vorgeben kann, kann man auch mit einer Im- und Exportfunktion gezielt die Daten von einem zum anderen Dienst schaufeln.

Die App kostet aktuell 2,50€, was jedoch für die Arbeitserleichterung die man damit hat nicht wirklich teuer ist. In diversen Aktionen von Amazon und Google Play ist sie mir bisher noch nicht untergekommen, so dass es also nicht viel bringen dürfte, hier auf ein Schnäppchen zu warten.

SyncMyTracks
Entwickler: SyncMyTracks
Preis: 2,50 €

Es gibt auch eine kostenlose Version, die jedoch erlaubt lediglich den Im- und Export, hat also keine Synchronisation dabei und der Export ist auf die letzten 40 Aktivitäten beschränkt.

SyncMyTracks Free
Entwickler: SyncMyTracks
Preis: Kostenlos

Sie ist damit nur dann wirklich brauchbar, wenn man „kurz nach dem Start“ mit wenigen aufgezeichneten Aktivitäten den Anbieter wechseln will.


Update 16.04.2015

Bei Google+ wurde mir noch ein Webservice empfohlen, der ähnliches leistet wie SyncmyTracks. Zwar werden dort (bisher?) nicht ganz so viele Dienste untertützt, jedoch eine sehr interessante Komponente ist dabei. Die Synchronisation mit Dropbox.

Tapiriik

Dies ist eine ganz nette Backuplösung, denn so hat man stets aktuelle GPX- oder TCX-Files seiner Aktivitäten zur Hand und kann diese dann beliebig weiter verwerten. Wer sich die Sache mal genauer anschauen will, das Ganze nennt sich Tapiriik und ist via tapiriik.com zu erreichen.


Update 03.09.2015

SyncMyTracks ist ja nur für Android verfügbar, Nutzer von iOS sehen also in die Röhre. Zwar ist Tapiriik ja auch noch vorhanden, das hilft jedoch nicht, wenn man den „Platzhirsch Runtastic“ synchronisieren will. Mir ist nun aber ein Tool über den Weg gelaufen, das die Synchronisation direkt unter iOS übernehmen kann. RunGap.

RunGap - Workout Data Manager
icon320x320
Entwickler: CTRL-N
Preis: Kostenlos

Ich werde die Tage mal versuchen, einen Tester mit iOS-Hardware zu finden, der dann auch gleich ein paar Screenshots anbieten kann.

Und eine erste Rückmeldung ist gekommen: Wie es aussieht kann RunGap zwar die Daten von etlichen Diensten beziehen, nicht jedoch zwischen diesen Diensten hin- und herschaufeln.


Update 04.09.2015

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Nach dem letzten Update mit dem Hinweis auf RunGap wurde mir ein weiterer Dienst zugetragen, der Fitnesstracker miteinander synchronisiert. Das Ganze nennt sich FitnessSyncer und läuft wie Tapiriik komplett über den Browser. FitnessSyncer ist nur in englisch verfügbar, hat dafür aber einige ganz witzige Funktionen, die über das normale Synchronisieren hinausgehen.

Klar, die Synchronisierungsfunktion ist das Wichtigste und hier werden allerlei Dienste unterstützt. Es handelt sich dabei allerdings weniger um App-basierte Fitnesstracker wie Runtastic, sondern vornehmlich um Dienste die für Hardware-Fitnesstracker wie bspw. den vivosmart von Garmin. Aus diesem Grunde legt FitnessSyncer auch den Fokus auf Werte wie Aktivität, Blutdruck, Kalorienaufnahme oder Schlafverhalten. Eine komplette Übersicht zeigt diese Tabelle.

Screenshot von FitnessSyncer.com: Unterstützte Dienste/Tracker

Dabei kann FitnessSyncer noch einiges mehr als nur das reine Synchronisieren. Man hat reichlich Filtermöglichkeiten, mit denen man exakt festlegen kann welche aktivitäten wohin synchronisiert werden sollen. Zu jedem (Quell-)Dienst wird deswegen zunächst mindestens eine Datenquelle angelegt. Es sind auch mehrere möglich, dann eben jeweils mit anderen Filtern. Nach den Quellen legt man Ziele fest. Dies können andere Dienste sein, aber auch das eigene Postfach oder einfach ein Timer, der bspw. bei den Schuhen nach einer vorher festgelegten Laufstrecke eine „Verschleißmeldung“ ausgibt.

Screenshot von FitnessSyncer.com: New Data Source Screenshot von FitnessSyncer.com: New Destination Task

FitnessSyncer ist damit ein recht mächtiges Tool, in das man sich allerdings auch erst einmal hereinfuchsen muss. Ganz kostenlos ist es dann ebenfalls nicht. In der freien Variante können lediglich bis zu 5 Tasks angelegt werden, die Daten im Dashboard werden nur 6 bis 8 Wochen vorgehalten und man kann auch keine „historic syncs“ machen, also bereits vorhandene Daten von den einzelnen Diensten absaugen. Richtig umfassend nutzbar und somit auch erst für den „Umstieg“ von einem auf den anderen dienst geeignet, ist also nur die Pro-Version, die mit 3,99$ im Monat oder 39,99$ im Jahr zu Buche schlägt.


Update 06.10.2015

Beinahe hätte ich noch die Screenshots zu RunGap unterschlagen. Zwar ist ja bereits klar, das man damit keine Synchronisation hinbekommt, sondern lediglich mehrere Dienste unter einem Dach vereint „beackern“ kann, aber manch einen wird es ja möglicherweise interessieren. Hier sind sie nun, vielen Dank an Lutz S. für die freundliche Lieferung!

[picasaView album=’RunGap‘ instantview=’yes‘]

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet.

Kommentare

18 Kommentare zu “Mehrere Fitnesstracker miteinander synchronisieren

  1. Interessant, muss ich mir mal genauer anschauen.
    Ich hatte ja ganz früher neben Runtastic auch andere Dienste probiert, da könnte man die eben auch wieder ’nutzen‘.

  2. Ha, danke für den Tipp! Mittlerweile wird auch movescount unterstützt (Community von Suunto) und somit kann ich auch Runtastic meine Aktivitäten zuschieben. Also theoretisch – ich probiere das gleich mal aus!

  3. Hallo, der SyncMyTracks ist leider nur für Android. Gibt es ein ähnliches Programm für das iPhone? Schon jetzt herzlichen Dank!

        1. Nun denn, ich habe mal etwas gesucht und wurde tatsächlich fündig. Schau Dir mal RunGap an, oben im Artikel habe ich den Link hinzugefügt. Diese App dürfte das iOS-Äquivalent zu SyncMyTracks sein und hat auch Runtastic mit an Bord.

  4. Also, das Programm zieht sich aus den angegebenen App’s die Daten und listet sie dann in der eigenen App auf. Man kann daraus Statistiken erstellen und auch einen Trainingsplan, der aber kostenpflichtig hinzugekauft werden muss und den ich deshalb nicht ausprobiert habe.
    Was die App nicht macht, ist Daten von einer App in eine andere App zu schaufeln und die Daten zwischen diesen beiden App’s zu syncen. Jedenfalls habe ich keine Möglichkeit dafür gefunden. Das war aber ursprünglich mein Ziel.

    1. Das stimmt so nicht ganz. Es ist nur nicht umsonst. Wenn man das „Swag Bag“ kauft, kann man Daten in andere Dienste schieben. Ziemlich einfach. Aber natürlich nicht mit der heutigen Gratismentalität kompatibel.

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