Mücken, Dosen und reichlich Natur

Vor einiger Zeit verkündete Klecka Gandalf in seinem Blog das er eine so genannte Keimzelle gelegt hat. Nun gibt es ja so etwas auch hier in Berlin und da liegen wahrlich keine Zierden ihrer Art, so das ich solchen Keimzellen grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberstehe. Klar, wenn da eine Kiste voller Filmdosen liegt und diese Filmdosen im umliegenden Waldland versteckt werden sollen, dann kann eigentlich nicht viel bei herauskommen. Im Rahmen der Diskussion in Kleckas Blog kam dann eine Keimzelle beiLeipzig zur Sprache und ich schaute mir die Sache mal auf der Karte an.

Irgendwie sah es schon interessant aus, im Urlaub war ich sowieso in der Gegend, also könnte man ja mal hinschauen und dann direkt mit Berlin vergleichen. Ich kontaktierte ein paar Bekannte um mal zu horchen ob von deren Seite aus Interesse bestünde. Dem war so, jedoch hatte nur einer am geplanten Termin Zeit. Und so trafen wir uns dann gestern mit Surrogard in der Nähe von Schkeuditz um die dortige Keimzelle (GC10NRF) genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gleich der erste Cache war wirklich gut gemacht, da wurde die Filmdose nicht einfach nur in den Wald geworfen, sondern richtig „gehandwerkert“. Und das zeigte sich bei einigen, ich schätze mal ungefähr 50% aller Dosen die wir gestern fanden. Die 50%  passten insgesamt dabei auch auf die Stimmen zu pro und kontra solcher Keimzellen. Wie auf den Screenshots zu sehen, sind wir vornehmlich am Waldrand entlang und zwischendurch immer mal wieder in den Wald hinein, erst der Rückweg ging dann einmal quer durch.

Am Waldrand

Die Dosen die am Waldrand lagen waren dabei meist fernab von befestigten Wegen, dafür aber oft in den meisten Fällen auch mit etwas handwerklichem Schnickschnack versehen. Und, und das ist das wichtigste, umso weiter die Dose vom Weg entfernt war, umso schöner war es vor Ort. Und das ist dann ja letztlich wichtiger als die Dosengröße: Location, Location, Location.

Kleiner Weiher

Und so war es die meiste Zeit eine nette Wanderung, die uns abwechselnd durch den Wald oder über Felder führte, wobei wir die Felder bevorzugten, denn im Wald wimmelte es nur so von Mücken und Brennesseln. Auf unserer Wanderung legten wir dabei in 7 Stunden 15 Kilometer zurück und fanden 28 Dosen. 2 weitere Dosen wollten sich nicht finden lassen, einige haben wir absichtlich liegen gelassen, da sie einfach zu tief im Wald lagen, den wir gegen Ende unserer Wanderung wegen der schon erwähnten Mücken und Brennesseln, aber auch wegen zunehmender Erschöpfung durch die enorme Hitze  lieber mieden.

Deichpanorama

Die letzten Dosen lagen dabei dann direkt am Waldweg und da zeigte sich dann der oben schon erwähnte Unterschied: Es waren eben „in den Wald geworfene“ Filmdosen die jegliche Vorurteile gegen solche Keimzellen nur zu gut bestätigen. Insgesamt lässt sich aber folgendes Fazit ziehen: Solche Keimzellen bergen durchaus das Potenzial für gute Dosen, wenn man sich denn Mühe gibt. Leider dürfte aber eben je nach Zugänglichkeit der Keimzellenumgebung auch mehr oder weniger „Müll“ dabei herauskommen. Im Fall der Leipziger Keimzelle bescheren die weiter abseits gelegenen Dosen ein äußerst angenehmes Wandererlebnis, während die zentral im Wald an den Wegen befindlichen Dosen eher primitives Statistikfutter sind. Aber ganz anders als die Berliner Keimzelle (GC1A714), bei der auch die Punktejäger in kurzer Zeit viele Dosen sammeln können, muss man bei der Leipziger Keimzelle durchaus etwas für die Funde tun, denn motorisiert oder selbst mit dem Fahrrad kommt man hier nicht weit.

Deichpanorama

Einen ganz enormen Nachteil hat es aber durchaus, zumindest wenn man wie ich gern grundsätzlich jede Dose individuell loggt: Es macht einen Haufen Arbeit die ganzen Logs zu tippen, so dass sich manches Log dann doch nur auf zwei bis drei Sätze beschränkt. Naja, allemal besser als irgendwelcher dahingerotzter Copy&Paste-Müll ist es ja trotzdem noch… *g*

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

2 thoughts to “Mücken, Dosen und reichlich Natur”

  1. Nun, um ehrlich zu sein, was die Logs von Serien angeht, logge ich lieben mit C&P. Das geht schneller und kann auch ordentlich sein. Ich habe auch lieber ein vernünftiges C&P-Log (für eine Serie) als zehn Variationen von „mal schnell geloggt“.

    Aber gut, ich habe gestern auch individuell mit „schnell gefunden“ geloggt, aber wer mitten im Wald eine Filmdose lieblos an eine Leitplanke klebt, hat es nicht anders verdient.

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