Nächtliche Telekommunikation

Mit dem guten Theodor kann man es ja machen. Jetzt werden ihm sogar noch nächtliche Telefonate in der Parforceheide angedichtet. Wenn der wüsste… Nagut, weiß er aber nicht und so konnte es frohen Mutes losgehen um den Nachtcache „Fontane telefoniert nachts“ (GC1QQ7Q) zu heben. Wie bereits erwähnt brachte mich mic@ auf diese Idee, er war dann nebst Tobi mit von der Partie. Also ein nettes Trio was da nachts im Walde unterwegs war.

Schon auf dem Weg zum Start zeigte sich, das durch die Wärme des Tages, gefolgt von einem satten Regenguß, viel Nebel in der Parforceheide auf uns wartet. Und tatsächlich, zuweilen kämpften wir uns wirklich durch eine ziemlich dicke Suppe. Der Nebel hatte dann allerdings weniger damit zu tun, das wir uns ein wenig verlaufen haben, das lag eher daran das wir ein wenig gepennt haben und einen Hinweis leicht fehlinterpretierten. Aber der kleine Umweg von gerade mal 300 Metern war nicht dramatisch, führte er uns doch zu einem Tradi dort in der Gegend (GC13EH5), der dann eben mal fix zum Nachtcache gemacht und schnell noch gehoben wurde. 😉

Anschließend haben wir nochmal kurz die vorhandenen Hinweise neu gedeutet und kamen auf die richtigen Koordinaten. Weiter ging es ganz ausgewogen, alles war gut zu finden und nicht nur der Nebel wurde immer heftiger, auch das Gras wurde höher und höher und damit einhergehend die Hosen immer nasser. Nagut, ich war das ja gewohnt. Dann aber kamen wir an einen Punkt, bei dem das Gewissen entscheiden musste…

Während wir nach der Station suchten hörte man ein Rehkitz das nach seiner Mutter rief. Klar, im Mai kommen die zur Welt und die erste Woche bleiben sie an Ort nd Stelle. Da wir kurz zuvor schon die Mutter gesehen hatten wussten wir, wir stehen genau dazwischen. Irgendwann fingen auch beide Elterntiere getrennt voneinander damit an dem Kleinen zu antworten. Was nun? So kurz vor dem Ziel will man nicht aufgeben aber der Naturschutz steht ja deutlich über der Tupperdose und ein Risiko für das Kitz eingehen wollten wir allesamt nicht.

Also erstmal Rückzug und nachdenken. Wir entfernten uns ein paar hundert Meter vom Kitz um der Mutter eine Chance zu geben hinzukommen. Nach kurzer Überlegung wurde ein Telefonjoker gezogen, vielleicht konnte der ja den entscheidenden Tipp geben wie wir diese Stelle umgehen können und somit die Rehe nicht unnötig in Stress bringen. Leider half der Joker nicht weiter, er bestätigte lediglich unsere Theorie und so musste eine andere Lösung her.

Gerade wurde laut über einen Abbruch nachgedacht als sich der Nebel immer mehr verzog. Ein gutes Zeichen, obendrein waren inzwischen auch die Rufe des Rehkitz verstummt, was darauf hinwies das die Mutter wieder bei ihm war. Die inzwischen ausreichende Sicht ließ darauf schließen das die Rehe uns gutgenug sehen können und wir bei ausreichend Abstand gut drumherum kommen. Okay, einen einzigen Versuch gaben wir uns.

Und tatsächlich, in einem kleinen Bogen „umschifften“ wir das Rehlager und gingen zügig genug weiter um die Rehe nicht nochmals zu beunruhigen oder unnötig in Streß zu versetzen. Geschafft! Jetzt konnte es ganz gemütlich weitergehen. Eine wirklich grandiose Station hatte zwar leider ihre Wirkung schon verspielt, weil ich sie ärgerlicherweise schon in einem Video gesehen hatte, aber dennoch gab es noch ausreichend zu staunen.

Nach all den Abenteuern kam es dann gleich noch so, das wir fast vergaßen die finale Dose zu suchen und uns im Logbuch zu verewigen. Also gab es den nächsten Umweg: Zurück zum Finale an dem wir inzwischen vorbeigewandert waren und eben dies nachgeholt.

Fazit: Eine wirklich tolle Nachtwanderung mit Stationen äußerst unterschiedlichen Anspruches und einem wahnsinnig tollen Vorfinal. Sehr empfehlenswert! Und obendrein hat dieser Nachtcache, zumindest uns, mal wieder ganz deutlich das Dilemma vor Augen geführt, in dem sich Geocacher befinden: Der Spagat zwischen dem Willen die Dose zu finden und dem respektvollen und vor allem schützenden Umgang mit der Natur.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

2 thoughts to “Nächtliche Telekommunikation”

  1. Hut ab vor dem Reh-Respekt :mrgreen:
    Nö, im Ernst, deine Geschichte zeigt ja, daß wir Cacher auch mitten in der Nacht in der Lage sind, schonend um Wild herumzulaufen, das sollte man auch dem einen oder anderen Jäger zeigen 🙄

  2. die Jäger würden sagen: ist man Nachts nicht im Wald, wären die Rehe völlig ungestört gewesen.
    Gut, dass du das mit dem Video gesagt hast, dann guck ich mir das mal besser nicht an. 🙂

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