Naturverträgliches Geocaching

Garmin und die DWJ haben ein Positionspapier veröffentlicht, in dem es um Naturschutz im Allgemeinen und Geocaching im Speziellen geht. Wann genau das nun war, kann ich nicht genau sagen, denn so intensiv wie manch anderer verfolge ich die Webseiten der Firma Garmin nicht und auch mit der Deutschen Wanderjugend beschränken sich meine Berührungspunkte auf opencaching.de, wo die DWJ als rechtlicher Vertreter fungiert, also ganz grob umschrieben etwas Werbung macht und dafür dann die ganzen Anwaltsrechnungen bezahlt, von denen bei einem solchen Projekt nicht wirklich wenige auflaufen.

In diesem Positionspapier sind nun 5 Punkte aufgeführt und näher erläutert, die sich mit Geocaching und Naturschutz befassen:

  • Naturschutzgebiete sind für Caches abseits der Wege tabu
  • Gesetzlich geschützte Biotope sind kein Ort für Caches
  • Baumhöhlen dürfen nicht als Caches genutzt werden
  • Höhlen, auch scheinbar von Tieren unbewohnte, werden nicht mit Caches besetzt
  • Brut- und Setzzeiten sind besonders sensibel und zu beachten

Wie man sieht, alles sehr sinnvolle Punkte, deren Beachtung eigentlich selbstverständlich sein sollte. Aber eben nicht alle Geoccher halten sich daran, sei es wegen der Verlockung eine „ganz besonders tolle und einzigartige Location zu bedosen“ oder sei es auf der anderen Seite die Jagd auf „Punkte“. Würden alle Geocacher diese Punkte beachten, dann würde es deutlich weniger negative Presse geben.

Abschließend heißt es nun in diesem Positionspapier:

Der Deutsche Wanderverband mit der Deutschen Wanderjugend und GARMIN Deutschland GmbH setzen sich für das naturverträgliche Geocaching ein. Sie verpflichten sich, die Inhalte des Positionspapiers in der Öffentlichkeit zu verbreiten und möglichst viele Freunde für das naturverträgliche Geocaching zu finden.

Quelle: garminonline.de

Da finde ich es natürlich schon etwas befremdlich, das manch einer meint, das er die DWJ dafür legitimieren müsse, damit sie „für das Geocaching“ spricht, geht doch aus dem Papier ganz eindeutig hervor das es für Garmin und die DWJ spricht, und beide nur versuchen auch andere von dessen Inhalten zu überzeugen. Kein Wort von „wir sprechen hier im Namen aller Geocacher“ oder ähnlichem. Also anstelle hier einfach nur drauf loszuprügeln, weil die DWJ mit beteiligt ist, sollte man sich das Ding vielleicht doch lieber mal genauer durchlesen und dann dafür sorgen, das wirklich jeder Depp mitbekommt und vor allem versteht was da drin steht, auch wenn damit vielleicht der eine oder andere Geocache ins Archiv wandern, oder manch Punktejäger eben auch mal ein paar Meter laufen muß.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

13 thoughts to “Naturverträgliches Geocaching”

  1. Stellen wir uns mal vor, Groundspeak würde ein Positionspapier „Wandern in Deutschland – naturverträglicher Gebrauch von Wander-/Nordicwalking-Sticks“ veröffentlichen und darin fordern, dass man nicht mit Spitzen über unbefestigte Waldwege läuft und auf hartem Grund die Gummisämpfer aufsetzt, damit es nicht zu lärmt, wenn Horden von >10 Walkern durch’s Grün ziehen.

    Ich vermute mal, dass sich dann dieser Wanderer-Dachverband auf die Füße getreten fühlen würde, wenn ihm da jemand seinen Mitgliedern wohlmeinend Regeln (ob sinnvoll oder nicht) unter die Nase reibt.

    1. Ich glaube weniger das sich dann irgendwelche Wanderverbände geärgert fühlen, schließlich sind es lediglich „Empfehlungen“ und keine Regeln mit irgendwelcher Verbindlichkeit. Aber ich sag ja: Erstmal genau lesen, das spart einen Haufen Aufregung. 🙂

  2. Noch sind es „nur“ Empfehlungen. Das sowas kommt war absehbar. Das ist der Preis dafür, wenn so ein Hobby aus dem Nischendasein kommt, plötzlich populär wird und dadurch unter den Aktiven auch die Anzahl der Deppen steigt, die sich nicht zu benehmen wissen. Attraktiver war geocaching sicher, als es noch nicht in aller Munde war und man es mehr oder weniger im verborgenen betrieben hat.
    Eine ähnliche Entwicklung konnte man vor ein paar Jahren vor allem an der Küste beobachten, als das Lenkdrachenfliegen populär wurde. Die Zahl der Aktiven stieg sprunghaft an, der Platz wurde knapp, die negativen Vorfälle häuften sich. Die Folge: Flugverbotszonen und starke Reglementierungen zum Schutz der Allgemeinheit vor den Deppen, die sich selbst wichtiger nehmen als alles andere um sie herum.
    Ich hätte nichts dagegen, wenn die Popularität und die mediale Aufmerksamkeit vom geocaching möglichst bald wieder abebbt.

  3. Und damit es eben Empfehlungen bleiben, sollte man ernsthaft darüber nachdenken sie auch zu beachten. Denn tut man das weiterhin nicht, dann kommen solche „Verbotszonen“ mit Sicherheit.

  4. So sieht das aus. Ich bin da nicht sonderlich optimistisch. Zumal bei der derzeitigen Regelungs- und Überwachungswahn unseres Staates. Dem kann so ein Hobby, bei dem es um geheime Verstecke und verborgenes Handeln geht nicht gefallen. Aber das weicht hetzt etwas vom Thema des Beitrags ab, stelle ich grad fest. 🙄
    Der Umweltaspekt alleine ist schon problematisch genug. Wenn man früher mit der Jugendgruppe auf Nachtwanderung mal ´nen Reh aufgescheucht hat, war das noch unproblematisch. Wenn jetzt aber auf einmal alle darin ´nen Kick suchen nachts durch den Wald zu toben, dann schon. Es wird jedenfalls schwieriger vernüftige Caches zu legen. Die Vorstellung immer nur die Dose hinter der Parkbank zu heben ist auf die Dauer nicht gerade attraktiv.

    1. Klar, nur Leitplanken (auch vertikele aus Holz) will niemand haben. Aber dennoch ist es ja möglich, beim Legen eines Caches schon ein wenig darauf zu achten das man ihn nicht direkt ins Naturschutzgebiet wirft.

      Bei Opencaching kam vor gar nicht allzu langer zeit eine entsprechende Beschwerde eines Landkreises an, die allerdings fehlgeleitet war, denn der betreffende Cache war nur auf GC gelistet. Dennoch hat das OC-Team zu vermitteln versucht, der Owner jedoch hat sich quergestellt und darauf bestanden, das sein Cache dort liegenbleibt und weiterhin jeder durch einen geschützten Uferstreifen trampelt. Dort ist wohl inzwischen durch den Landkreis ein Betretungsverbot ausgesprochen. Und dabei hätte man einfach nur den Cache ein Stück umlegen brauchen.

      Wie man sieht, ein wenig umdenken und ein wenig Beachtung des Naturschutzes kann am Ende dafür sorgen, das allen Beteiligten geholfen ist. Nur bis es dahin kommt, ist es eben noch ein langer Weg, der sicher auch nicht kürzer und einfacher wird, wenn man der DWJ vorwirft den Pressesprecher spielen zu wollen (was übrigens ganz andere tun, indem sie fremde Nachrichten zusammenaggregieren und das dann karnevalistisch aufbereiten und durch Abstimmungsmöglichkeiten suggerieren es wäre eigener Content) oder Äpfel mit Birnen vergleicht (siehe oben von Johann den Nordicwalkingvergleich)… 😥

  5. @Schrottie: Ich habe genau gelesen!
    Diese „Empfehlungen“ kommen in Form eines „Positionspapiers“.

    Da steht nicht „Tipps für Geocaching-Owner“.

    Und diese Empfehlungen wurden auch nicht über die üblichen Wege der Community überbracht (blaues Forum, grünes Forum, frequentierte Blogs). Ist ja nicht so, dass die Geocacher sich im Netz verstecken und sich der Kommunikation verweigern würden.

    Nein, dieses Positionspapier wurde über die Presse gespielt.
    Als ob einer maximalen Öffentlichkeit unter die Nase gerieben werden soll „Wir finden nicht toll, was die Geocacher da veranstalten, seid gefälligst rücksichtsvoller, so wie wir!“

    Und das ist in meinen Augen Foulspiel.

    1. @-jha-: Das sehe ich völlig anders. Die Grundaussage liegt eher in „Schaut, egal was die anderen sagen, Geocacher nehmen Rücksicht auf die Natur!“. Aber das vollständig ohne irgendwelche Ansprüche, schon gar nicht mit dem Anspruch „für alle“ zu sprechen.

      Und mal ehrlich: Wenn etwas über blaues (in Deutschland kaum wahrgenommen) oder grünes (gern Trollforum genannt) Forum kommt, dann wird es auch nicht in der Community kommuniziert, sondern eher zerfleddert bis nichts mehr übrig ist. Schließlich will dann jeder tolle Hecht seine Höhlen- oder Baumcaches verteidigen und/oder pseudolegalisieren, nur weil sie ja eben „voll cool im Trend“ sind. Ergo ist es verständlich, das derartige Positionspapiere eben nicht vorher durch die ganzen Diskussionsmühlen geschickt werden.

      Obendrein sagt ja schon der Name Positionspapier aus, das es sich um die Position, den Standpunkt, des Herausgebers handelt, der damit eben für sich spricht.

      @diltigug: Naja, so krass muss man das nicht sehen, denn schließlich darf man nicht vergessen, das die Öffentlichkeit die durch die DWJ erreicht wird, eine andere ist, als die, die mit dem Handy loszieht um mal eben „das Geocachdingsda“ auszuprobieren. Die werden eher durch negative Presse angelockt, schließlich klingt es für die recht verlockend an einem „Spiel“ teilzunehmen, das auch mal für Polizei sorgen kann. Ergo: Nicht am Ziel vorbei, sondern eben genau die richtige Zielgruppe getroffen. Aber eben die muss es jetzt nur noch begreifen…

  6. @jha
    „dieses Positionspapier wurde über die Presse gespielt.“
    Da haben wir das weitverbreitete Problem der Medienkompetenz. Von Seiten des DWJ will man gutes und erreicht das Gegenteil: Eine breite Öffentlichkeit wird auf geocaching aufmerksam und sagt sich, das probieren wir mal aus. Ergebnis: noch mehr Deppen in der geschützen Walachei.
    Garmin kann eine breite Öffentlichkeit nur recht sein, die wollen schließlich Geräte verkaufen.

  7. Ich hatte auch den Eindruck da pissen sich einige an, geben an sich an der Art und Weise zu stören, tatsächlich kommt es mir vor als hätten sie mit den Empfehlungen oder meinetwegen auch Regeln direkt ein Problem. Tatsächlich sehen das einige Geocacher mit dem Naturschutz wohl nicht so eng, ich bin auch schon dumm angemacht worden weil ich auf Wunsch eines Försters in einem Wald ein SBA geloggt habe. Und nein, das Thema ist nicht auf meiner Todo-Liste für den Cachetalk.

  8. Das Profilierungspapier ist vom Inhalt her nicht schlimm und auch nichts neues. Das Problem ist die forcierte Veröffentlichung über die DPA etc., denn so werden wieder neue Geocaching-Artikel generiert, die zudem nicht wirklich einen positiven Ton haben. Das ist das wahre Übel und eigentlich auch eine richtige Frechheit!

  9. Pingback: Geocaching Blog

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