OC erklärt: Administrative Jobs

Heute geht es in der Reihe „OC erklärt…“ um die Dinge, die oftmals mit der Reviewertätigkeit bei geocaching.com (GC) verglichen werden. Das alles ist als weiterführende Ergänzung zum Artikel »Unnötige „Selbstanzeigen“« zu betrachten, den ich im OC.de/GC.de Teamblog veröffentlicht habe. Dort habe ich die Sache bewusst einfach beschrieben, in erster Linie um auch bei den technisch weniger versierten lesern möglichst wenig Verwirrung zu stiften. Obendrein fließen hier an dieser Stelle auch persönliche Meinungen mit ein, die so im Teamblog selbstredend nicht passen.

Kommen wir erstmal zum regelmäßigen Vergleich zwischen den administrativen Tätigkeiten und der Reviewertätigkeit bei GC. Im Grunde ist dieser Vergleich absolut unmöglich, denn im Gegensatz zu den Tätigkeiten bei OC ist die Tätigkeit der Reviewer nicht transparent gestaltet, d.h. niemand weiß wie sie genau abläuft. Wenn die mangelnde Transparenz der Reviewervon GC angesprochen wird, dann kommt recht oft alsAntwort ein Hinweis auf die veröffentlichte Warteschlange. Aber mal ehrlich, zeigt so ein Bild wirklich was die so alles tun und treiben? Nein, tut es nicht. Also sind Vergleiche schonmal per se nicht möglich. Was aber möglich ist, ist ein Vergleich der Natur der Tätigkeiten. Beide, sowohl die Mitglieder des OC Teams als auch die Reviewer von GC tun alles in ihrer Freizeit, ohne monetären Gegenwert (Okay, bei den Reviewern gibt es Gerüchte, das da ein kostenloser Premiumaccount drin wäre, aber nichts genaues weiß man ja wie gesagt nicht – mangelnde Transparenz eben!).

Da also nun ein direkter Vergleich nicht möglich ist, können wir uns das also schenken und kommen zu den grundsätzlichen Dingen und Abläufen, denn die werden in den meisten Fällen über- oder unterbewertet. Überbewertet, wenn mal wieder lauthals nach schnellen Aktionen gerufen wird, unterbewertet, wenn alles als deutlich einfacher eingeschätzt wird als es tatsächlich ist. Gerade zu letzterem habe ich später noch ein aktuelles Beispiel.

Die Philosophie von OC ist es, das möglichst wenig Druck von oben kommen soll, der Geocacher ist für gewöhnlich erwachsen genug um sich der Verantwortung bewusst zu sein, die er auf sich nimmt wenn er einen Cache versteckt und dann öffentlich listet. Somit sind auch die Nutzungsbedingungen ganz allgemein gesagt darauf beschränkt, das man sich grundsätzlich an geltendes Recht zu halten hat. Andere Dinge sollten in Eigenverantwortung geregelt werden. Mit dieser Philosophie fährt OC recht gut, denn die Freiheiten die damit einhergehen werden nur in den allerseltensten Fällen und dann auch eher versehentlich oder aus Unwissenheit mißbraucht.

Aus diesem Grund beschränken sich die Möglichkeiten der normalen Admins auch auf Statusänderungen für Caches und Benutzerkonten. Mehr nicht und das ist auch völlig ausreichend. Wie bereits im „OC Blog“ beschrieben, hat ein Cache einen der folgenden Stati: „Kann gesucht werden„, „Momentan nicht verfügbar„, „Archiviert“ oder „Gesperrt„. Als Admin hat man noch einen weiteren Status zur Verfügung: „Gesperrt, versteckt„. Die Zusatzoption „versteckt“ ist jedoch nur sehr selten notwendig, in erster Linie wenn durch das Listing rechtliche Verstöße wie strafrechtlich relevante Texte/Textpassagen oder Urheberrechtsverstöße vorliegen. In diesen Fällen genügt die Archivierung oder Sperrung nicht, da das Listing in diesem Fall ja noch immer zugänglich wäre.

Und ebenso wie jeder Cacheowner selbst, kann nun auf einfachem administrativem Wege nicht mehr gemacht werden, als den Cachestatus anzupassen. Und es kommt noch etwas hinzu. Nicht nur, das lediglich die Änderung des Cachestatus möglich ist, dies ist immer nur dann möglich, wenn der Cache gemeldet wurde. Hierzu steht eingeloggten Usern ein Formular zur Verfügung, mit dem der Cache gemeldet werden kann.

Ist der Cache gemeldet, dann taucht er im Adminpanel auf und jeder Admin kann darauf zugreifen. Und bevor Fragen kommen, nein, es wird keinerlei Alarm dadurch ausgelöst, es werden keine Mails verschickt und auch sonst wird niemand informiert. Aber keine Sorge, regelmäßig, mehrmals am Tag, schaut jemand nach und kümmert sich um aktuelle Meldungen. Für gewöhnlich dauert es, natürlich in Abhängigkeit von der Tageszeit, nur wenige Minuten bis sich jemand der Meldung annimmt.

In der Übersicht sieht der jeweilige Admin, welcher Cache gemeldet wurde und von wem dies geschah. Der Admin ist übrigens der einzige der die Identität des Meldenden kennt. Das sollte er auch, denn schließlich kann es ja sein das Rückfragen an den Meldenden nötig sind. Der Owner jedoch erfährt nicht wer den Cache gemeldet hat. Dies wird bewusst so gehandhabt, damit der Meldende nicht zum Buhmann wird. Das ist übrigens ein deutlicher Unterschied zu GC, wo man einen öffentlichen NM oder SBA loggen muß. Und genau das tun viele nicht, aus Angst dann Ärger zu bekommen oder gar bei den lokalen Geocachern in Ungnade zu fallen.

Hat man sich eine Cachemeldung geöffnet, ist der Cache noch immer für die weitere Bearbeitung gesperrt. Zunächst muss man sich die Meldung als Bearbeiter zuordnen. So kann jedes Teammitglied die Meldungen bearbeiten, die er selbst bearbeiten kann und die restlichen Meldungen den passenden Teammitgliedern überlassen. Ist dies geschehen, kann man loslegen. Wie man in der Grafik sieht, die Möglichkeiten sind tatsächlich beschränkt. Jedoch ist das vollkommen ausreichend, denn mehr als reine Statusänderungen sind für gewöhnlich nicht notwendig und wenn doch, dann sollte dies durch den Dialog mit dem Owner geregelt werden. Denn solange der Owner aktiv ist und Interesse an seinem Cachelisting hat wird er auch auf Emails vom Team reagieren und  notfalls auch gemeinsam über mögliche und/oder nötige Änderungen nachdenken und diese dann selbstständig durchführen.

Somit ist sichergestellt, das nichts wirklich über den Kopf des Owners hinweg entschieden wird. Istd er Owner jedoch inaktiv und hat offenbar kein Interesse mehr an Cache und Listing, dann kommt sowieso nur die Archivierung in Frage, und die ist ja möglich.

Eines wird nun aber recht deutlich, und das habe ich ja auch schon in meinem Artikel im Teamblog betont: Ohne Aktion, keine Reaktion. Ohne Cachemeldung, keine Admintätigkeit. Und das ist gleich in zweierlei Hinsicht wichtig. Einmal wäre es der Ersatz der Meldung durch ein Log. Wenn man ein Log vom Typ „Bemerkung“ schreibt, dann liest das zwar jeder der das Cachelisting aufruft und auch der Owner bekommt eine Mail dazu, jedoch wird anders als beim SBA bei GC kein Admin darüber informiert. Somit ist die Aussage „Ich bin es leid ständig Notes zu loggen, wenn die Admins doch nicht eingreifen!“ recht fehl am Platze, denn wie man sieht kommen die Notes nicht bei uns an. Sicher, wir nehmen auch stichprobenartige Überprüfungen vor, jedoch müsste es schon sehr mit dem Zufall einhergehen, wenn unter vielen Tausend Listings ausgerechnet das erwischt wird, in dem gerade erst eine entsprechende Bemerkung geschrieben wurde.

Zweitens ist es problematisch, das uns oft an anderer Stelle Wegpunkte zugeworfen werden. Wer sich die Mühe macht und die Wegpunkte als Argument gegen OC herauszusuchen, der dürfte letztlich weniger Arbeit damit haben wenn er einfach den cache meldet, anstatt den Wegpunkt irgendwohin zu kopieren und dann ausufernd die Mißstände daran zu beklagen – oft ohne genaue Begründung. Denn wenn es heißt „Arbeite mal Wegpunkt XYZ ab!“, wenn es also nichts wirklich Ofensichtliches ist, können wir hier also wenig ausrichten.

Obendrein müßte man dann den Cache erst selbst heraussuchen, selbst eine Meldung schreiben, dann die Meldung aufrufen, übernehmen und bearbeiten. Und mal ehrlich: Bei den Reviewern von GC wird man nicht müde, deren ehrenamtliches Engagement zu loben und darauf hinzuweisen das ja alles auch Arbeit macht und man deshalb Geduld haben solle, wenn es mal etwas länger dauert. Von den OC Admins hingegen wird dann sogar erwartet, das sie die Arbeit anderer obendrein übernehmen. Ziemlich zweifelhaft, nicht wahr?

Insgesamt sollte aber nun eines recht klar geworden sein – in erster Linie ist der Owner in der Pflicht. Er ist es, der sich um seinen Cache und sein Listing kümmern muss, er ist es, der auf Änderungen vor Ort reagieren muss und er ist es, der letztlich den größten Einfluß auf die Qualität der OC-Datenbank hat. Und das ist der Punkt, in dem die Arbeit oder vielmehr die Möglichkeiten der OC Admins eben oft überschätzt werden. Viele Leute vermuten, das auch im Listing etwas geändert werden kann, dies merkt man am häufigen Ruf nach Änderungen bei Cachetypen. Aber wie ich oben schon schrieb, hier soll keine administrative Keule geschwungen werden, hier soll im Dialog mit dem Owner eine Änderung bzw. Verbesserung herbeigeführt werden, der Admin also eher anleitend und beratend zur Seite stehen anstatt ihm diverse Dinge aufzuzwingen.

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Unterschätzung unserer Arbeit, die ich wie eingehend erwähnt anhand eines aktuellen Beispieles erklären werde. Wie man bis hierher sieht, ist alles mit relativ wenig Arbeit verbunden, zumindest solange alles korrekt läuft (Meldung, Übernahme, Bearbeitung, Abschluß). Nun kam es in der letzten Zeit ja des Öfteren zu massiver Kritik oder vielmehr Hetze gegen OC, so dass sich manch einer dazu berufen fühlte, seinem (IMHO absolut unberechtigtem) Unmut auf besonders kreative Weise Luft zu machen. Er selbst hatte AFAIR irgendwas zwischen 20 und 30 Caches bei OC gelistet. Die nahm er nun alle daher und benannte sie um. Als neuen Namen wählte er den URI eines Blogbeitrages, der sich massiv gegen die Deutsche Wanderjugend  richtete. Anschließend warf er eine Mail direkt bei mir ins Postfach, ich möge doch bitte seinen Account und seine Caches löschen.

Klingt recht einfach, ist es aber nicht. Wie man ja oben sieht, kann der Cache erstmal nicht gelöscht werden. Das geht ausschließlich durch direkten Datenbankeingriff, der aber a) nur durch die Serveradmins möglich ist und b) recht kritisch ist, wenn im Listing auch Logs Dritter enthalten sind. Da nun aber die Cachelistings umbenannt waren und der verwendete URI zu einem Artikel führte, der in ehrrührender Weise Unwahrheiten über OC im Allgemeinen und die Deutsche Wanderjugend im Speziellen enthielt, musste gehandelt werden. Das bedeutete, das jedes Listing einzeln aufgerufen, der Cache selbst gemeldet, die Meldung übernommen und der Cache gesperrt und versteckt werden musste. Es begann also eine nicht enden wollende Klickerei durch die Instanzen bis alles soweit verschwunden war. Von den Caches blieb ja ausser dem Titel und den Logeinträgen nichts mehr übrig. Da wir die Logeinträge retten wollten, haben wir uns entschieden den Cachenamen auf „gelöscht“ zu setzen, was nochmal zusätzliche Arbeit – diesmal direkt in der Datenbank – nötig machte.

Eine weitere Problematik tat sich damit dann aber ebenfalls auf: Die Änderung der Cachenamen wurde vom Owner vorgenommen, bevor er den größten Teil der Logs dieser Caches auch noch löschte. Und somit bekam dann jeder der einen dieser Caches geloggt hatte die Meldung, das sein Log bei Geocache „http://blablabla“ gelöscht wurde. Die Kombination aus unbekanntem Cache und URI in der Cachebezeichnung ließ nun einige aufschrecken: Mißbraucht da jemand meine Emailadresse die bei OC hinterlegt wurde? Glücklicherweise fragen die meisten OC-User zuerst nach und so konnten wir größeren Schaden durch erklärende Mails abwenden. Aber das vermeintlich „schnelle Löschen von Benutzeraccount und Cachelistings“ forderte auf diese Weise mehrere Mannstunden – am Wochenende. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle, auch von meiner Familie die dadurch zusätzlich auf mich verzichten musste!

Denkt also bei solchen Aktionen immer daran, dass ihr zwar uns im Team damit erstmal Arbeit macht und und damit eure Launen aufzwingen könnt, die wahren leidtragenden sind aber die anderen Geocacher, die die Caches gefunden haben, da ihre Logs dann aus dem Zusammenhang gerissen werden und damit eigentlich nichts mehr wert sind. Wir haben vollstes Verständnis dafür, wenn jemand nicht mehr bei OC aktiv sein möchte – dann aber bitte mit einem sauberen, sportlich fairen Abgang!

Soviel also zum Thema Unterschätzung der anfallenden Arbeiten. Aber egal, ich denke mal, das nun hinreichend geklärt sein sollte, was alles durch die Admins gemacht werden kann und vor allem auf welche Weise es funktioniert. Einzig auf eine weitere Adminfunktion bin ich nicht weiter eingegangen, sie ist aber in einem Satz erklärt: Auf Wunsch kann durch einen Admin ein Benutzerkonto deaktiviert werden. Ein Klick und der Benutzer ist deaktiviert und seine Cachelistings werden automatisch gesperrt. So einfach geht das natürlich nur, wenn der Benutzer ganz normal die Deaktivierung beantragt, solche Spaßvögel wie der eben beschriebene erfordern natürlich wesentlich mehr, eben das oben beschriebene Prozedere.

Fassen wir kurz zusammen:

  • »Ohne Aktion, keine Reaktion!« – bevor sich ein Admin bei OC an einem Listing „vergreifen“ kann, muß der Cache gemeldet werden.
  • Das Melden eines Caches, aus welchen Gründen auch immer, erfolgt nach außen anonym, so dass der Meldende im Gegensatz zum öffentlichen (NM-/SBA-)Logverfahren bei GC keinerlei negatives Echo zu erwarten hat.
  • Der Weg, durch eine „Bemerkung“ im Cachelisting auf Mißstände aufmerksam zu machen ist falsch und erreicht vor allem keinen Admin, und wenn doch, dann eher durch Zufall.
  • Admins haben lediglich die Möglichkeit, den Status eines Cachelistings zu ändern, alles andere kann und soll ausschließlich vom Owner selbst erledigt werden, der Admin wird in solchen Fällen maximal anleitend und beratend tätig.
  • Anders als bei GC werden administrative Eingriffe also ganz bewusst möglichst selten vorgenommen, vorrangig soll der Owner selbstbestimmend über sein Listing entscheiden.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “OC erklärt: Administrative Jobs”

  1. Einfach klasse, deine OC-Serie. Da kann ich mich nur wiederholen 🙂

    Eigentlich ist es ja ganz einfach, sich in OC zurecht zu finden. Das Problem, welches die meisten scheinbar haben, ist die Fixierung auf GC. Nach dem Motto: „Das geht doch bei GC auch so, warum klappt das hier nicht?“ Klar, Umdenken ist angesagt, aber so schwer ist das doch nicht…

    btw: Lässt sich der Feed im OC-Teamblog nicht auf Fullfeed umstellen?

  2. Der Feed im OC Teamblog ist absichtlich gekürzt, das hat auch einen ganz speziellen Grund. Wenn allerdings alles so klappt wie ich es mir vorstelle, dann kann ich den Feed da bald auf komplette Länge umstellen. Ich hab den Feed vom OC Teamblog mal wieder auf volle Länge umgestellt. 😎

  3. feiner Artikel, ich hatte so wie oben beschrieben einen Cache per Bemerkung „gemeldet“ weil ich den Cache melden Knopf nicht kannte.
    Ich vermute mal da wird dann jemand für mich den richtigen Weg eingeschlagen haben, aber jetzt kenne ich den auch.
    Beim cachen merke ich keinen Unterschied ob es ein GC, OC, NC oder TC ist, weil ich die in GSAK einlade und dann aufs Oregon schiebe. Da sind dann alle in der Geocache Abteilung drin.

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