OC erklärt: Externe Datenverwendung

Auf einen Anstoß von moenk im grünen Forum hin, werde ich hier mal kurz ein wenig Krempel verwursten, den ich eben auch schon im grünen Forum geschrieben habe. Dies werde ich auch gleich als Anfang für diverse Erklärungen nehmen, denn viele Irrtümer über OC (opencaching.de) sorgen dafür, das sich OC zuweilen recht heftiger Abneigung gegenüber sieht. Völlig grundlos wie ich finde. Thema heute: Die Verwendung von Cachedaten auf Internetangeboten außerhalb der jeweiligen Listingplattformen.

In besagter Diskussion ging es zwar zunächst um die Attraktivität von OC-only-Caches, jedoch driftete die Diskussion wie üblich ab und ging in sinnloses OC-Bashing über. In diesem Fall driftete die Diskussion in eine Richtung ab, die kurz zuvor auch als scheinbare Sensation in einem anderen Blog verwurstet wurde: Die Verwendung der Cachedaten aus der OC-Datenbank auf einer Internetplattform des Deutschen Wanderverbandes. Nun  handelt es sich bei OC, wie ja auch schon der Name verrät, um ein offenes, freies Projekt. Jedermann kann ohne Anmeldung und/oder Registrierung die Cachedaten abrufen und auf die Suche gehen. Lediglich zum online loggen muss man angemeldet sein.

Will nun jemand diese Daten auf seiner Homepage verwenden, so kann er sie über eine XML-Schnittstelle abrufen und weiterverarbeiten. Auch das ist kein Geheimnis, sondern sogar dokumentiert. „Auf den Daten zu sitzen“ wäre ja auch Unfug, widerspräche es schließlich der Natur eines freien Projektes. Somit ist es auch kein Problem, das die Daten bei einem Angebot des Wanderverbandes, der obendrein Dachverband des OC-Betreibers, der Deutschen Wanderjugend ist, auftauchen. Alles im grünen Bereich. Und eine, wie in oben erwähntem Blog gefordert, Liste über die externe Verwendung der Daten ist generell unmöglich, woher soll man auch wissen wer sich alles frei abrufbare Daten holt?

Okay, soweit dazu,kommen wir zurück zur abgedrifteten Diskussion im grünen Forum. Dort wurde dann, eben im Zusammenhang mit der Verwendung der OC-Daten darauf hingewiesen, das GC (geocaching.com) ebenfalls Daten herausgibt. Neben einigen kommerziellen Projekten auch an geocaching.de. Ob sich GC die Weitergabe an kommerzielle Seiten (u.a. hier) bezahlen lässt, entzieht sich meiner Kenntnis, es würde mich nur wundern wenn dem nicht so wäre, die Weitergabe an geocaching.de erfolgt jedenfalls kostenlos. Und eben diese Weitergabe wurde nun kritisiert, wobei obendrein pauschalisiert OC und geocaching.de gleichgesetzt wurden, allein wegen der Tatsache, das sowohl OC als auch geocaching.de die Deutsche Wanderjugend im Impressum haben. Und um jetzt nicht noch einmal alles zu tippen, kopiere ich meine kurze Erklärung zur Sache aus dem grünen Forum hier rein:

Also das ist so: Bei OC, da geht es darum, eine Datenbank zu betreiben, in der Geocaches gelistet sind. Bei geocaching.de geht es darum, das Hobby zu erklären und Hilfen zu geben. Selbst im Team wird da ganz wesentlich zwischen opencaching.de und geocaching.de unterschieden. Weil es eben zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Gehen wir aber weiter und kommen direkt zur Sache mit der Datenweitergabe: Groundspeak gibt nun die Daten aus der eigenen Datenbank an geocaching.de weiter. Denn mit geocaching.de bestehen entsprechende Vereinbarungen und der GS-Gott Bryan himself kümmert sich darum, das die Daten auch regelmäßig ankommen. Das nun in beiden Impressi die gleichen Angaben stehen macht es nicht einfacher, denn eines ist eine Datenbank und eines eine Seite die erklärt. Würde man nun beides zusammenlegen, was durchaus schon oft angedacht wurde, dann gibt es ein riesiges Problem: Denn dann stimmt plötzlich die Aussage es wäre alles das gleiche, was aber fatal wäre, denn die GC-Daten werden ja nicht für OC herausgegeben. Dafür gibt es nämlich keine Verträge. Wird es wohl auch nicht geben, denn OC ist schließlich eine Datenbank, und in die wird GS nicht seine Daten einspeisen, die GS ja nach wie vor an PM verkaufen will. Letzteres ist zwar ein ganz anderes Thema, aber eben der Hauptantrieb dabei.

Soviel also dazu, die GC-Daten würden bei OC auftauchen. Das tun sie eben nicht, denn sie sind bei geocaching.de sichtbar, und das sind trotz gleichem Impressum eben zwei verschiedene Paar Schuhe.

Aber um noch einmal das Thema Datenweitergabe im Allgemeinen und OC-Bashing im Speziellen aufzugreifen, man sieht ja nun, nicht nur OC gibt Daten weiter bzw. macht sie abrufbar. Im Grunde wurde an dieser Stelle die Gesamtdiskussion obsolet, schließlich lag nun auf der Hand, das selbst GC Daten weitergibt, und das wo GC eigentlich ein kommerzielles Projekt ist. Aber weil man ja als eingefleischter OC-Gegner nicht auch gleichzeitig gegen GC schießen kann, wurde die Diskussion dann wirklich bizarr. Nachdem er erwähnte, das eine Plattform, bei der er keinen Einfluß auf die Verwendung seiner Daten* hat, für ihn gestorben sei, und er daraufhin aufden Umstand hingewiesen wurde, das er somit nun normalerweise auch GC den Rücken kehren müsste, entgegnete er, das in diesem Falle ja nicht GC wegen der Weitergabe der Daten böse wäre, sondern OC wegen deren Annahme.

Gehts noch? 😮

Und bevor jetzt jemand wegen zuviel Geschreibe nur überfliegt und wieder nicht versteht, kurz zusammengefasst:

  • opencaching.de, geocaching.de und geocaching.com sind drei unterschiedliche Projekte
  • opencaching.de und geocaching.de haben zwar den gleichen Betreiber, sind aber immer noch unterschiedliche Projekte
  • Cachedaten bei OC sind für jedermann über eine dokumentierte XML-Schnittstelle abrufbar, das ist naturgemäß kostenlos, so wie es sich für ein offenes, freies Projekt auch gehört
  • GC gibt seinen kompletten Datenbestand (exkl. PMO-Caches) an geocaching.de zur Anzeige auf der Cachekarte weiter.
  • GC gibt die Daten auch an kommerzielle Projekte weiter, ob gegen Bares oder nicht ist unklar, es läge jedoch in der Natur eines kommerziellen Projektes, das da Geld fließt.
  • Allein durch die dokumentierte XML-Schnittstelle weiß jeder das seine Daten extern abrufbar sind, stellt er sie bei OC ein, dann muss er auch damit rechnen das sie abgerufen werden.
  • GC gibt die Daten undokumentiert weiter, im Falle geocaching.de um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern über ein Paket via FTP. Das weiß nicht jeder User, also muss man eigentlich auch nicht damit rechnen. Trotzdem passiert es. Sogar an kommerzielle Internetportale, die dann damit Geld verdienen.

Bleibt eine Frage: Wer ist denn nun der Böse? 😉

* Ja, wir reden hier nach wie vor von im Wald versteckten Tupperdosen. Das scheinen viele zu vergessen, wenn sie sich auf OC eingeschossen haben.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

7 thoughts to “OC erklärt: Externe Datenverwendung”

  1. Ich bin froh, das es Dank OC eine nicht kommerzielle Alternative gibt :mrgreen: . So manchen Spaß hatten wir hier schon mit OC, der bei GC einfach nicht möglich ist. Zum Thema Böse halte ich es mit Wilhelm Busch:

    „Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man läßt.“ :angel:

    Grüße aus Bingen Sturnus Canus aka Grauer Star

  2. Den schon länger diskutierten Ansatz des verteilten Geocachens auf Blogs wo man dann mit Kommentaren loggt wäre mal etwas was OC den Durchbruch bringen könnte. Listings in Blogs würden dann als externe Listings geführt und dort geloggt als Kommentar. Das wäre wohl der Moment wo ich meine Geocaches bei GC archiviere.

  3. Woraus schließt Du, daß die Daten von Groundspeak „verkauft“ oder auch nur zur Verfügung gestellt werden?

    Das Alter und die Unvollständigkeit der Daten bei Viabono lassen nicht auf eine offizielle Weitergabe der GS Daten schließen. Das sieht für mich eher nach einer illegalen PQ Verwurstung aus, da auch PMOs zum Teil drin sind. (Und einiges an archivierten…)

    Gruß, Elli

    1. @Grauer Star: Weise gesprochen! 🙂

      @mo-cacher: Die dezentrale Lösung über Blogs würde aber vermutlich zu totalem Chaos führen. Nicht jeder liest jedes Blog und somit ist immer schwer festzustellen, ob irgendwo schon etwas liegt. Nachher kommen dann gleich 20 leute auf die Idee, bspw. Kirche XY zu bedosen. Das wäre dann auch Unfug, auch wenn für manchen die Vorstellung eines „Powertrails einmal ums Gotteshaus“ ganz verlockend klingen mag… :w00t:

      @ElliPirelli: Da einfach nur PQs zu verwursten werden die kaum machen, so etwas kann sich weder Viabono noch i-Ventions erlauben. Ich vermute mal, das da einfach nur ein Snapshot des GC-Datenbestandes ausgeliefert wurde, also anders als bei geocaching.de kein Vertrag über regelmäßige „Lieferungen“ besteht.

  4. opencaching.de? Ach ja, das gibts ja auch noch. Schade eigentlich, dass dort nur wenige Caches im Vergleich zu geocaching.com gelistet werden. Ich übertrage meine Caches via ocprop nach opencaching.de.

    Auf die Idee, die Listings per XML in mein Blog einzubinden, bin ich bisher noch nicht gekommen. Aber ein dezentrales Vorhalten von Listings erachte ich auch als wenig sinnvoll. Oder soll jeder Blogger seine eigene Geocaching-Plattform sein? Ich denke nicht.

    Die offenen Standards von opencaching.de gefallen mir aber auf jeden Fall, lasst uns diese Plattform mal pushen 😉

  5. Folgendes kann man noch ergänzen:

    1. Es darf jeder für sich (oder Kumpels) privat die Daten von OC abrufen (wie oben geschrieben), um damit auf Cachetour zu gehen.

    2. Wer die Daten von OC.de auf seiner Webseite wieder veröffentlichen möchte (privat oder kommerziell), fragt vorher bei OC.de nach und bekommt hierfür auf Basis einer Einzelvereinbarung die Erlaubnis. Wer damit Unsinn anstellen möchte, bekommt keine Erlaubnis. Das ist bisher aber noch nie vorgekommen – ansonsten wäre das XML-Interface nicht mehr ohne OC-Login zugänglich. Freie Datenbank bedeutet nicht ohne Regeln. Bei der Anfrage ob die Daten verwendet werden, machen wir dann auch unsere Position deutlich, was erlaubt ist uns was nicht – zum Beispiel müssen die Daten von OC.de regelmäßig aktualisiert werden, damit u.a. Löschungen wegen Urheberrechtsverletzungen zeitnah auch auf andere Seiten im Opencaching-Netzwerk übertragen werden.

    3. Eine Liste welche Seiten Daten von Opencaching.de verwenden wäre wirklich nett – wie geschrieben ist das aber in der jetzigen Form (ohne Zugangsbeschränkung) nicht machbar.

    4. Das OC die Daten weitergibt ist nicht dadurch gerechtfertigt das es irgendeine XML-Doku gibt, die noch nie großartig bekannt gegeben wurde. Es ist dadurch gerechtfertigt, dass es in den Nutzungsbedingungen von OC.de verankert ist:

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    Für das Verstecken von Geocaches, die auf Opencaching.de veröffentlicht werden sollen, gilt grundsätzlich:
    (…)
    * Der Besitzer des Geocaches erlaubt ausdrücklich, dass die unveränderte Beschreibung des Geocaches auch von Dritten kostenfrei veröffentlicht werden darf.
    (…)
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