Ra(n)dnotizen #37

Fahrradstadt Hamburg?

Im Hamburg hat man, ebenso wie auch in Berlin, die Idee, Fahrradstadt zu werden. Nur deutlich ambitionierter als in Berlin, wo man sich bekanntlich darauf ausruht, eine Radverkehrsstrategie entwickelt zu haben, diese aber nicht umsetzt. Nachdem es auch in Hamburg zunächst recht gemächlich anging – wie eigentlich überall – haben die Grünen in der Bürgerschaft nun vor, endlich „Butter bei die Fische“ zu geben und zu liefern.

Soweit ist das alles natürlich begrüßenswert, was mir aber besonders gefällt, ist ein Video das der Hamburger Senat in diesem Zusammenhang veröffentlicht hat. Immerhin muss davon ausgegangen werden, das so manche Straße zu einer Fahrradstraße umgewidmet wird, und hier erklärt man schon im Vorfeld genau, wie so eine Fahrradstraße funktioniert. Denn die Erfahrung hat ja gezeigt, das es zuweilen bis zu 20 Jahre dauert, dass solche Dinge zu einer breiten Masse der Betroffenen durchdringen. Wann ein Radfahrer auf der Fahrbahn fahren darf, weiß ja bis heute nur ein Bruchteil der Autofahrer. Über 18 Jahre nach Novellierung der StVO1

Landesbetrieb Radverkehr?

Der Berliner Senat bekommt aktuell jede Menge Gegenwind, denn der erwähnte Stillstand in Sachen Radverkehr zwang Berlins Radler zu Notwehr. Der Volksentscheid Fahrrad wurde auf den Weg gebracht. Was dort gefordert wird, also quasi einfach nur eine fahrradfreundliche Stadt, das dann aber presto galoppi, gefällt dem Senat, der im letzten Jahrhundert festhängend voll und ganz auf den Autoverkehr fixiert ist, so überhaupt nicht.

Und was macht er nun? Er will einen Landesbetrieb einrichten, der Berlin für den Radverkehr fit macht und so moch in letzter Sekunde den Volksentscheid abwenden soll. Nun ja, soviel sollte sicher sein: Das wird nicht geschehen. Der Volksentscheid Fahrrad wird durchgezogen. Daran wird hektischer Pseudoaktionismus des Senats nun auch nichts mehr ändern.

Abgezählt

Und nochmal Hamburg. Allerdings mit einer eher fragwürdigen Aktion. An der Hamburger Außenalster steht eine Fahrradzählstation, an der man a) ganz gut ablesen kann (oder können soll), wie viele Fahrräder schon daran vorbei sind, die b) aber wohl nicht wirklich sonderlich genau arbeitet. Rot-grün fordert nun, noch mehr solcher Stationen in Hamburg aufzustellen.

Nun ja, so ein Ding kostet 30.000 Euro, ist also nicht wirklich zum Sparpreis zu haben. Und wenn es dann nicht einmal genau zählt, dann wäre es doch besser, das Geld woanders in die Fahrradinfrastruktur zu stecken. Sicher muss gezählt werden, schon allein um den Ausbau der Infrastruktur auch wirklich bedarfsgerecht durchführen zu können. Aber das geht auch deutlich preiswerter.

1 Bei dieser Novellierung wurde auch die Möglichkeit geschaffen, Fahrradstraße einzurichten. Traurig eigentlich, dass auch deren Einrichtung mal eben fast 20 Jahre auf sich warten ließ. Einzig die ebenfalls damit möglich gemachten Schutzstreifen kamen relativ schnell.
Die Ra(n)dnotizen bei FacebookRa(n)dnotizenDie Ra(n)dnotizen sind ein einmal wöchentlich erscheinendes Sammelsurium von Meldungen rund um das Fahrrad. Dabei geht es oft um den Radverkehr in Berlin, aber auch um kurioses oder bemerkenswertes aus anderen Städten. Hast auch Du ein Fundstück zum Thema Fahrrad, dann bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Die Ra(n)dnotizen sind ebenfalls als RSS-Feed verfügbar.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)