Ra(n)dnotizen #66

Themen: (1) Die Berliner Koalitionsvereinbarung steht (2) Grüne Welle für Autofahrer (3) Der Autominister im Interview (4) Wohin mit den S-Pedelecs? (5) Autofreie Innenstadt (6) Tweet der Woche: Schutzstreifen (7) Allerlei liegengebliebene Links

Die Berliner Koalitionsvereinbarung steht

Nun denn, das lässt definitiv hoffen: Der kommende rot-rot-grüne Berliner Senat hat seine Koalitionsvereinbarung unterschrieben und was findet sich tatsächlich darin? Genau, weite Teile des Berliner Radgesetzes, das durch die Initiative Volksentscheid Fahrrad auf den Weg gebracht werden soll.

So will man bis zum Frühjahr 2017 – also recht kurzfristig – ein Mobilitätsgesetz verabschieden, das eben die wesentlichen Forderungen der Initiative übernimmt. Wenn die Vorhaben tatsächlich so umgesetzt werden oder am Veto der Opposition scheitern, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall ist ganz offen erkennbar, das sich die Grünen hier positiv durchgesetzt haben und auch die SPD erkannt hat, das man eben nur mit zukunftsweisenden Verkehrskonzepten Wahlen gewinnen kann.

Ra(n)dnotizen

Grüne Welle für Autofahrer

Nein, eine Forderung soll das ganz sicher nicht sein. Immerhin gibt es sie, die grüne Welle für Autofahrer, ja schon an jeder Ecke. In der Tube bin ich nun über ein Video gestolpert, das eben genau diese grüne Welle mal aus Sicht eines Radfahrers betrachtet. Der Radler fuhr dabei mit 20-25 km/h über 12 Ampeln. Während Autos die komplette Strecke bei grün fahren können, musste der Radler an 8 Ampeln anhalten, während sie ihm meist „direkt vor der Nase“ auf rot geschaltet wurden. Zwei weitere Ampeln waren gelb und gerade mal 2 hat er bei grün erwischt.

Der Autominister im Interview

Peter Ramsauer ist ja allgemein als Autominister bekannt. Velomotion.de hat ihn nun zum Interview gebeten, um mal zu schauen, wie er eigentlich zum Fahrradverkehr steht. Selbstredend wurde er dabei auch gefragt, ob er selbst auch mal mit dem Fahrrad unterwegs ist und was er denn so für ein Fahrrad fährt.

Was soll ich sagen, die Antwort ist so dermaßen vorhersehbar gewesen: Dienstlich, also in Berlin, ist keine Zeit dafür. Aber privat in Bayern fährt er natürlich auch Rad. Immer brav mit der Familie auf einem „Mehrzweckrad“. Und immer mit Helm. Also genau die Antwort, die wohl 99% aller Politiker auf diese Frage geben.

Ansonsten kam im Interview nicht wirklich viel herum, vornehmlich weichgespültes Blabla. Nur niemanden verärgern, nur keine Aussagen treffen, auf die man später festgenagelt werden kann.

Wohin mit den S-Pedelecs?

Ich selsbt stand ja auch eben erst vor der Frage: Pedelec oder S-Pedelec? Letztlich habe ich mich für das Pedelec entschieden, und zwar aus einem recht einfachen Grund. Mit dem Pedelec darf ich in der stadt auch auf Radwegen und in Parks fahren, während ich mit dem S-Pedelec generell auf die Fahrbahn müsste und somit deutlich weniger Verkehrswege zur Verfügung habe. Was blöd ist, denn schon auf meinem Arbeitsweg fahre ich ein ganzes Stück am Spreeufer entlang, wo ein S-Pedelec nicht fahren darf.

Nun, in der Zeit wurde nun die Frage aufs Tapet gebracht, ob man S-Pedelecs nicht auch auf Radwegen erlauben sollte. Und diese Frage ist durchaus berechtigt, immerhin ist ja auch ein S-Pedelec ein Fahrrad. Wenngleich ein recht flottes. Und dieses Fahrrad wird nun durch die Behandlung als Kleinkraftfahrzeug eingeschränkt. Diese Einschränkungen thematisiert auch das Blog „Radfahren in Stuttgart“ und beschreibt dabei recht gut, weshalb es ein Fehler ist, das S-Pedelec vom Radweg zu verbannen.

Autofreie Innenstadt

Oslo hat da eine recht mutige Idee. Bis zum Jahr 2019 soll das Stadtzentrum autofrei werden. Das nun gleich die üblichen Verdächtigen aus der Wirtschaft den Niedergang heraufbeschwören, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden. Das ist ja immer so. Nur, was soll genau passieren? Einen richtigen Plan gibt es wohl noch gar nicht, jedoch wird man wohl das Radwegenetz massiv ausbauen (müssen) und die Einwohner für Dinge wie Carsharing begeistern.

Und das autofreie Zentrum bis 2019 ist da nur der Anfang, bis 2030 soll der Autoverkehr in der gesamten Stadt um 30% reduziert werden. Und letztlich ist Oslo auch gar nicht so allein damit, auch andere Städte planen, den Autoverkehr massiv zu reduzieren. NUr deutsche Städte tun sich, aber wer hat da auch etwas anderes erwartet, recht schwer damit. Die „heilige Kuh Automobil“ darf eben in Deutschland auch dann nicht geschlachtet werden, wenn alle ersticken. 🙁

Tweet der Woche: Schutzstreifen

Allerlei liegengebliebene Links

Da es kaum zu schaffen ist alle (oftmals kommentierenswerten) Fundstücke hier in den Radnotizen redaktionell zu „verwursten“, gibt es hier noch eine kurze Übersicht über weitere Artikel zum Thema Radverkehr. Dabei handelt es sich meist um kleinere, lokale Meldungen oder Dinge, die hier in ähnlicher Form schon zu Sprache kamen und nicht unbedingt noch einmal aufgewärmt werden müssen. Einen Klick dürften die meisten davon dennoch wert sein.

Die Ra(n)dnotizen bei FacebookRa(n)dnotizenDie Ra(n)dnotizen sind ein einmal wöchentlich erscheinendes Sammelsurium von Meldungen rund um das Fahrrad. Dabei geht es oft um den Radverkehr in Berlin, aber auch um kurioses oder bemerkenswertes aus anderen Städten. Hast auch Du ein Fundstück zum Thema Fahrrad, dann bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Die Ra(n)dnotizen sind ebenfalls als RSS-Feed verfügbar.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)