Ra(n)dnotizen #74

Fangen wir heute mal ganz sportlich an. Seit einiger Zeit beobachte ich den Steierer Christoph Strasser, der durch zahlreiche Gewinne von Ultracycling-Events bekannt wurde. So hat er mehrfach das Race Across Amerika gewonnen, ebenso das Race Around Austria. Aufmerksam wurde ich auf ihn, als er hier in Berlin war und auf dem Tempelhofer Feld einen Rekordversuch startete. Dabei ist er dann innerhalb von 24 Stunden fast 900 Kilometer mit dem Rad gefahren. Krass.

Nun ja, jetzt hat er wieder einen Rekord in Angriff genommen. Dabei ging es darum, den australischen Kontinent in weniger als 7 Tagen zu durchqueren. 3.950 Kilometer von Perth bis Sydney sind dabei zu bewältigen gewesen. Und wer Christoph Strasser kennt, der weiß auch, das er das locker zu schaffen in der Lage ist. Und was soll ich sagen, das Ergebnis spricht für sich.

Christoph Strasser hat einen neuen Rekord fixiert: Mit dem Projekt „Weltrekord Down Under powered by owayo“ pulverisierte er nach 3.950 Kilometern die alte Bestmarke um rund 490 Kilometer! Nach einer offiziellen Fahrzeit von 6 Tagen, 10 Stunden und 58 Minuten stellte er von Perth nach Sydney klar einen neuen Streckenrekord auf. Damit ist ihm ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde sicher!

In den ersten Radnotizen des Jahres hatte ich ja die Änderungen erwähnt, die in diesem Jahr so rein rechtlich auf die Radfahrer zukommen, sprich, es gibt einige Änderungen in der StVO. Eine der verwirrendsten Änderungen ist dabei die “Ampelregelung”. So sollte die Änderung eigentlich alles vereinfachen: Wenn es keine Fahrradampel gibt, gilt nur noch die Fahrbahnampel. Bisher galt die ja eher selten, zumeist galt bei Fehlen der Radlerampel die Fußgängerampel.

Das gut gemeint nicht immer gut gemacht ist und warum die neue Regelung an der Radfahrerwirklichkeit ganz weit vorbei geht, beschreibt ein Artikel bei Radverkehrspolitik.de, der die bisherigen Regelungen, von denen je nach Lesart zuletzt gleich zwei verschiedene gültig waren, genau analysiert und vor allem die Neuregelung auf einige echte Beispiele überträgt. Dabei wird klar, dass die Neuregelung echte Probleme aufwirft und unter Umständen sogar richtig gefährlich ist.

Seit dem 1. Januar gelten für Radfahrer an Kreuzungen keine Fußgänger-Signalgeber mehr, Radfahrer müssen und dürfen an vielen Kreuzungen plötzlich die Fahrbahn-Signalgeber beachten. Dumm nur, dass die Straßenverkehrsbehörden davon nichts wissen: Die Fahrbahn-Signalgeber sind teilweise gar nicht für Radfahrer sichtbar, während an anderen Kreuzungen abbiegende Kraftfahrer gar nicht mehr mit geradeausfahrenden Radfahrern rechnen.

Man darf nur hoffen, dass nicht allzu viele Radfahrer diese Änderung bemerken und nach wie vor artig bei roter Fußgängerampel stehenbleiben.

Zugegeben, der Text ist enorm lang, aber die zum Lesen benötigte Zeit allenthalben wert.

Ein ganz anderes Thema dürfte künftig noch recht oft auf der Agenda stehen: Pedelecs. Und ich gebe zu, bis vor einem dreiviertel Jahr war ein Pedelec für mich auch eher ein Fahrrad für alte Leute und schlimmer noch, ein ziemlich häßliches Gefährt. Bis ich dann auf der VELOBerlin sah, das so ein Pedelec durchaus gut aussehen kann. Die Gattin verliebte sich prompt in eines, das wir direkt bestellten.

Im Laufe der Zeit fuhr ich auch mal so ein Ding Probe und war vom Fleck weg begeistert. Was soll ich sagen, inzwischen habe ich für den Alltagsgebrauch selbst eins. In meinem Fall ist es ein Rennrad, das mir noch immer bei jeder Fahrt ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Aber es lässt viele Leute auch immer wieder fragen: Du und ein Pedelec? Ja wie kommt denn das? Und so fragte dann auch das Magazin Pedelecs & E-Bikes nach, was denn die Gründe dafür wären, auf den Kauf eines Pedelec zu verzichten. Und auch dort wurde eben das Rentnerimage angeführt, ganz klarer Hauptgrund ist jedoch der Preis.

Trotzdem stört sich die Mehrheit unserer Leser noch am hohen Preis der Pedelecs. So geben 45 Prozent (293 Stimmen) an, dass sie deshalb bis jetzt noch kein E-Bike oder Pedelec gekauft haben. Wir finden, dass es inzwischen Modelle für nahezu jeden Geldbeutel gibt. Neue und qualitativ hochwertige Pedelecs sind inzwischen auch deutlich unter 2.000 Euro verfügbar.

Ob man nun unter 2.000 Euro wirklich ein “qualitativ hochwertiges” Pedelec bekommt, sei mal dahingestellt. Ich kann es jedenfalls nicht wirklich beurteilen, weiß aber, das sich auch bei höherem Preis die Anschaffung durchaus lohnt. Und so sehen es wohl auch andere, wenn während Pedelecs & E-Bikes fragte, warum man vom Kauf Abstand nimmt, stellte die Zeit demletzt fest, das sich Pedelecs ganz prächtig verkaufen. Es war gar von einem neuen Wirtschaftswunder die Rede. Und erklärt in diesem Zusammenhang, das der Preis kaum eine Rolle spielt.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 535.000 E-Bikes verkauft, berichtet der Zweirad-Industrie-Verband, und während der Radmarkt insgesamt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres “auf hohem Niveau stabil blieb, halfen vor allem E-Bikes der Branche beim Wachsen”. Vierzigmal mehr E-Bikes als Elektroautos fahren auf deutschen Straßen, und anders als bei den Autos schrecken hohe Preise hier kaum jemanden ab …

Tja, so unterschiedlich können die Meinungen sein. 😉

Die hohen Verkaufszahlen bewirken übrigens noch etwas anderes. Nämlich ein spürbares Ansteigen der Unfallzahlen mit Pedelecbeteiligung. Natürlich hat die Presse wieder ganz lustig draufgeschlagen, denn ein “Pedelec-Unfälle in Deutschland so häufig wie noch nie” oder ein “46 Menschen sterben auf dem E-Fahrrad” klingt ja wesentlich “toller” als ein “Unfallstatistik für Pedelecs passt zu aktuellen Verkaufszahlen”. Und genau das wird es wohl am Ende nur sein. Sagt übrigens auch, nebst Hinweis auf die steigende Zahl älterer Radfahrer, die Unfallforschung der Versicherer.

Das Pedelec ist nach Angaben des Leiters der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, nicht gefährlicher als ein gewöhnliches Fahrrad. Grund für die zunehmende Zahl an Unfällen sei auch, dass immer mehr solcher Fahrräder verkauft würden. Zudem führen durch die Elektrounterstützung wieder mehr ältere Menschen Rad.

Ansonsten ist aber auch weiterhin ein Kommentar zum Thema aus dem Oktober 2015 gültig, den ich an dieser Stelle ebenfalls empfehlen möchte.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist bei diesem Thema übrigens auch mal wieder dabei und hat das Projekt “Pedelec statt Auto – aber sicher!” ins Leben gerufen, bei dem es vornehmlich darum gehen soll, das Pedelec als umweltbewusste und gesunde Alternative zum Auto ins Spiel zu bringen. Dummerweise geschieht dies nicht ohne verschiedentliche Hinweise, das Pedelec fahren wohl auch ziemlich gefährlich sei, weshalb man nun – gerade als älterer Verkehrsteilnehmer – an irgendwelchen Kursen teilnehmen soll.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Aspekt Verkehrssicherheit: Um den möglichen Risiken, die mit dem Pedelec-Fahren sowie der stetig wachsenden Zahl von E-Radnutzern verbunden sind, zu begegnen, entwickelt das Projekt gemeinsam mit Experten ein bundesweit verfügbares Schulungs- und Kurskonzepts für Radfahrlehrer zur verkehrssicheren Nutzung des E-Rades.

Böse Zungen würden jetzt natürlich behaupten, das die älteren Radler wohl eher deshalb angesprochen werden, weil sie es sind, die sich die Teilnahmegebühren für solcherlei Kurse leisten können. Aber das wäre natürlich eine böse Unterstellung, immerhin wird dieses Projekt ja sogar mit Bundesmitteln gefördert. Kommerzielles Interesse kann also ganz sicher nicht Triebfeder dieser Geschichte sein. 😉

Einen habe ich aber noch zum Thema Pedelec. Denn während die Einen noch eine besondere Gefährlichkeit der elektrounterstützten Velos daherfabulieren, geben die anderen Gas und denken darüber nach, Pedelecs gezielt zu fördern. In diesem Fall gehen wir nach Sachsen, wo auf dem – Achtung: Paywall! – Freiberger Obermarkt eine Tankstelle für Pedelecs erreichtet werden soll.

Eine, wie ich finde, enorm tolle Idee, denn die Möglichkeit, sein Pedelec in der Stadt aufzuladen, erhöht die Reichweite um einiges. Schließlich muss man ja nur eine Strecke schaffen. Darüber hinaus ist es rund um Freiberg auch nicht gerade plattes Land, weshalb man so auf den Fahrradtourismus ein wenig ankurbeln möchte. Auch wenn man sich der technischen Schwierigkeiten durchaus bewusst ist.

Da sich bei Elektrofahrrädern – ähnlich wie bei E-Autos – noch kein Standard durchgesetzt habe, so Schneegans weiter, müssten verschiedene Lademöglichkeiten angeboten werden. Voraussichtlich würden daher eine Art “Schließfächer” installiert: “In den Boxen können die Radler ihre Akkus laden, während sie zu Fuß die Stadt erkunden.” Der Stadtwerke-Chef sei nun gespannt, ob das Angebot weitere E-Bike-Touristen nach Freiberg lockt. “Uns fehlt natürlich eine Rollbahn, wie sie beispielsweise das Elbtal für Dresden ist”, weiß Schneegans. “Aber mit einem Elektroantrieb werden auch die Berge ringsum flacher für den Radfahrer.”

Ein weiterer Dauerbrenner ist ja das Thema Helmpflicht. Also eigentlich ist schon das Thema Fahrradhelm an sich ein Dauerbrenner, gibt es doch glühende Verfechter und absolute Gegner. Ich persönlich trage generell einen Fahrradhelm, finde aber auch, das es letztlich jeder für sich selbst entscheiden sollte. Bei T-Online wurde das Thema Helmpflicht aktuell wieder aufgegriffen und drei Gründe für und drei Gründe gegen eine Helmpflicht aufgeführt.

Ob es nun wirklich nötig ist, dieses polarisierende Thema immer wieder aufzuwärmen, sei dahingestellt. Im Grunde kann man den Artikel – und eigentlich auch die gesamte Helmpflichtdiskussion – auf den letzten Absatz eindampfen, denn der erklärt das wirkliche Problem.

Das Grundproblem löst eine Helmpflicht nicht: das gefährliche Nebeneinander von Autos und Fahrrädern auf der Straße. Eine Verbesserung könnte eine Verkehrsinfrastruktur darstellen, die nicht nur auf das Auto setzt – und damit auch die gesellschaftliche Akzeptanz von nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern stärkt.

Erstaunlich ist dabei, das auch von gänzlich unerwarteter Seite das Thema Helmpflicht ins Spiel gebracht wird. Und das von einer Seite, die durchaus einflussreich ist. Die Rede ist von Wilfried Kretschmann, dem ersten grünen Ministerpräsidenten in Deutschland. Würde man zunächst annehmen, dass gerade ihm die Förderung des Radverkehrs am Herzen liegen und ihm klar sein sollte, dass eine Helmpflicht durchaus das Potenzial hat, viele wieder vom Fahrrad weg zu bekommen, nimmt er etwas über eine Viertelmillion Euro an die Hand. Um eine mögliche Helmpflicht zu prüfen.

Sollte uns ausgerechnet vom ersten und bisher einzigen grünen Ministerpräsidenten in Deutschland der Killer für den Radverkehr in Form einer Helmpflicht drohen? Schon öfter hat sich Winfried Kretschmann als Freund einer Helmpflicht geäußert. Jetzt wurde zusammen mit der Landesregierung in Thüringen ein Gutachten für 260.000 Euro in Auftrag gegeben, das bei passendem Ergebnis die Grundlage für einen entsprechenden Antrag im Bundesrat bilden soll.

Ziemlich geniale Töne hört man derweil aus der Stadt Bamberg. Dort hat man sich den Volksentscheid Fahrrad zum Vorbild genommen und sagt, dass man auch in Bamberg locker schaffen kann, was in der Hauptstadt möglich ist. Und so haben sich einige Bamberger zusammengetan und den Radentscheid Bamberg ins Leben gerufen, der das Berliner Vorbild als Bürgerbegehren auf kommunaler Ebene nach Bamberg transportieren möchte.

Das Team des Radentscheid Bamberg tritt in große Fußspuren, denn der Volksentscheid Fahrrad in Berlin ist schon jetzt ein voller Erfolg und die dortigen Initiatoren haben Großartiges geleistet. Die Bundeshauptstadt wird fahrradfreundlicher, weil klare inhaltliche und zeitliche Vorgaben geschaffen wurden. Dies haben wir uns für die Weltkulturerbestadt Bamberg zum Vorbild genommen. Wir wollen mehr Radfahrende, die gut gelaunt durch die „Traumstadt der Deutschen“ fahren und dabei vor allem eines hautnah erleben: ein sicheres Miteinander.

Da drücke ich dem Team des Radentscheid Bamberg mal alle Daumen, dass ihr Vorhaben erfolgreich ist!

Apropos Berlin. Berlin war neulich mal wieder einen Lacher wert. Die Stadt, arm aber sexy, hatte sich beim Bundesumweltministerium um Fördergelder für ein Projekt beworben, mit dem die Schönhauser Allee in Pankow umgestaltet werden soll. Weniger Parkraum für Autos, mehr Platz für Fußgänger und Radler, so die Idee. Andere Städte hatten da wohl deutlich bessere Ideen und waren wohl auch zu deutlich mehr bereit, so dass Berlin nun eher spärlich bedacht wurde.

Mit rund 27 Millionen Euro fördert das Bundesumweltministerium in einer ersten Stufe den “Klimaschutz im Radverkehr.” Während die Stadt Kleve sich über einen Zuschuss in Höhe von knapp 4,3 Millionen Euro freuen kann, muss sich Berlin mit 385.000 Euro begnügen.

Richtig gut schnitten übrigens auch Cargobike-Projekte ab. Auch die profitieren von der Förderung durch das Bundesumweltministerium.

Tweet der Woche: Wo ein Q ist…

Allerlei liegengebliebene Links

Da es kaum zu schaffen ist alle (oftmals kommentierenswerten) Fundstücke hier in den Radnotizen redaktionell zu “verwursten”, gibt es hier noch eine kurze Übersicht über weitere Artikel zum Thema Radverkehr. Dabei handelt es sich meist um kleinere, lokale Meldungen oder Dinge, die hier in ähnlicher Form schon zu Sprache kamen und nicht unbedingt noch einmal aufgewärmt werden müssen. Einen Klick dürften die meisten davon dennoch wert sein.

Die Ra(n)dnotizen bei FacebookRa(n)dnotizenDie Ra(n)dnotizen sind ein einmal wöchentlich erscheinendes Sammelsurium von Meldungen rund um das Fahrrad. Dabei geht es oft um den Radverkehr in Berlin, aber auch um kurioses oder bemerkenswertes aus anderen Städten. Hast auch Du ein Fundstück zum Thema Fahrrad, dann bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Die Ra(n)dnotizen sind ebenfalls als RSS-Feed verfügbar.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 Gedanken zu „Ra(n)dnotizen #74

  1. Die neue Ampelregelung ist nicht so klar, wie viele meinen. Liest man sich §37 mal genau durch, so enthält er eine dicke Überraschung. Zitat §37 Abs. 2 Nr. 6:

    (1) Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten.
    (2) Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr zu beachten.

    Die Überraschung verbirgt sich in den einleitenden Worten von Satz 2: “Davon abweichend”. “Davon abweichend” besagt sehr deutlich, dass das zuvor Geschriebene nicht gilt, in diesem Fall auf Radverkehrsführungen. In die Praxis umgesetzt bedeutet das: Auf Radverkehrsführungen gilt die Ampel für den Fahrverkehr nicht, sondern es gelten die speziellen Lichtzeichen für den Radverkehr und zwar ohne Ausnahme. Eine Regelung für den Fall “es gibt keine Ampel für Radfahrer” kennt die StVO nicht. Bzw. nicht mehr, denn die Regelung für diesen Fall wurde zum 1.1.2017 abgeschafft.

    Damit richten sich Radfahrer auf der Fahrbahn nach der Ampel für den Fahrverkehr. Diese können sie auf Radverkehrsführungen ignorieren und sich ausschließlich nach den speziellen Lichtzeichen für den Radverkehr richten.

    So schön und einfach diese Lichtzeichenregelung ist, so wenig kann ich empfehlen, sich streng danach zu verhalten. Zu viele Kreuzungen wären für den Radverkehr nur unzureichend abgesichert. Zudem teilen viele nicht die gleiche Meinung, wenn es um die Interpretation von Satz 2 geht. Also fahrt umsichtig und besteht nicht auf euer Recht.

    1. Richtig, nach dem Wortlaut muss man auf Radverkehrsanlagen tatsächlich ausschließlich Fahrradampeln beachten, alle anderen gelten nicht. Allerdings gibt es da immer noch das Problem, das der exakte Wortlaut selten das wiedergibt, was tatsächlich gemeint ist. Und es gibt sicher irgendwo eine kommentierte Fassung, die dann auch erklärt was wirklich gemeint ist. Sprich, man sollte sich besser nicht auf den Wortlaut berufen… 😉

      Aber ja, grundsätzlich hast du Recht. Wobei die Sache mit all ihren Haken ja auch auf Radverkehrspolitik.de ganz gut erklärt ist. 🙂

      1. Die Kommentare zur StVO, auf die von Juristen gerne verwiesen wird, kommen von Experten des Verkehrsrechts. Im Fall von §37 Abs 2 Nr 6 kommen diese Experten zu dem Schluss “Sehr klar ist die Rechtslage […] nicht”. Die vielen Diskussionen rund ums Thema bestätigen das 🙂

        In den Bundesratsdrucksachen findet man weitere Erläuterungen. Diese sind aber widersprüchlich. So wird die Ampel für den Fahrverkehr zwar als Hauptampel bezeichnet. Doch es wird auch gesagt, dass diese Ampel “am langen Arm einer T-Kreuzung” nicht gelten soll. Das gibt der Paragraph aber nicht her.

        Es ist alles sehr konfus. Ich empfehle, die Spielräume nicht “mit Gewalt” auszunutzen und umsichtig zu fahren.

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