Ra(n)dnotizen #91

Ein ziemlich übles Thema ist derzeit mal wieder in aller Munde. Getötete Radfahrer. Nachdem vor nicht allzu langer Zeit der frühere Giro-Sieger Michele Scarponi bei einer Trainingsfahrt verunglückte, hat es nun mit dem Superbike-Fahrer Nicky Hayden und der Profi-Triathletin Julia Viellehner zwei weitere bekannte Sportler erwischt. Und so melden sich jetzt immer mehr bekannte Radsportler, schildern ihre alltäglichen Erlebnisse und appellieren an die Vernunft der Autofahrer. So auch der österreichische Trek Segafredo-Profi Michael Gogl, der sich via Facebook an die Öffentlichkeit gewandt hat.

Ich wende mich heute mit einer persönlichen Bitte an euch. Es kann so nicht weitergehen. Wir Sportler sehen uns immer mehr Gefahr und Aggression im Straßenverkehr ausgesetzt. Brenzlige Situationen sind genauso auf meiner Tagesagenda, wie die unzähligen Kilometer die ich auf den öffentlichen Straßen abspulen muss, kann, darf. Es sterben täglich Leute auf den Straßen und es werden immer mehr Profisportler verletzt oder getötet.

Auch der jüngst veröffentlichte Fahrradklimatest für deutsche Städte spricht eine eindeutige Sprache. So sind sich in allen Städten die Radler weitgehend einig, das Radfahren immer stressiger und gefährlicher wird. Die Verantwortlichkeit ist hierfür im Bundesverkehrsministerium zu suchen, das schön brav alles auf die Kommunen abwälzt und diese dann mal eben mit allen Problemen allein lässt.

Das Bundesverkehrsministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) sieht sein Engagement für den Radverkehr offenbar mit der Förderung der Umfrageaktion schon als vollendet an. „Mit dem Fahrradklima-Test wollen wir den Städten und Kommunen vor allem ein Instrument an die Hand geben, das ihnen hilft, das Fahrradklima vor Ort besser einzuschätzen und Erkenntnisse für ihre Fördermaßnahmen zu gewinnen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann.

Aber es sind nicht nur die Autofahrer im „Alltagsbetrieb“, die immer aggressiver werden, immer öfter schnell und zu dicht überholen, manch einer geht ja noch ein Stück weiter und verübt gezielt Anschläge auf das Leben von Radfahrern. Erst jüngst gab es ja einen Fall, bei dem ich selbst betroffen war, als ein Unbekannter gut 20 Liter Öl auf der Strecke der Leipziger neuseen classics auskippte.

Nach unseren Informationen wurden ca. 20l Öl absichtlich in einer 90Grad Linkskurve ausgeschüttet. Wir sind entsetzt über ein solches Vorgehen, dass absichtliche in Kauf nehmen von Stürzen und Verletzten während des Rennens bedarf schon erheblicher Ignoranz und krimineller Energie. Das selbst Unbeteiligte auch außerhalb des Rennens mit PKW oder Motorrad absichtlich einer Gefahr ausgesetzt und dabei auch hier Menschenleben gefährdet wurden, scheint den Verursacher nicht zu interessieren. Das ein immenser Umweltschaden in Kauf genommen wird ebenso nicht.

Ich berichtete ja schon davon. Und neben solchen „heimlichen“ Anschlägen, die schon genug fassungslos machen, gibt es ja auch noch die ganz offenen Angriffe auf Radfahrer. So erst demletzt in Unterhaching, wo ein Mann ein erst 12 Jahre altes Mädchen erst anhupte, dann absichtlich anfuhr und dem gestürzten und schwer verletzten Kind noch Flüche und Beschimpfungen zukommen ließ, bevor er dann Fahrerflucht beging.

Der etwa 30 Jahre alte Autofahrer hupte demnach erst mehrfach. Dabei schrie er aus seinem schwarzen Pkw das Mädchen an und forderte es auf, mit ihrem Rad zur Seite zu fahren. Die Schülerin aus Unterhaching konnte jedoch laut Polizeiangaben verkehrstechnisch nicht ausweichen.

Ihren Angaben zufolge fuhr der Pkw-Fahrer daraufhin vorsätzlich mit seiner rechten vorderen Fahrzeugseite in ihre linke Fahrradseite. Dadurch stürzte sie schwer. Beim Vorbeifahren schrie der Fahrer in Richtung des gestürzten Mädchens, beleidigte sie und setzte seine Fahrt in unbekannte Richtung fort, meldet die Polizei.

Ein Kind! Mit dem Auto angegriffen! Da kriegt man echt Puls, diesem Typen sollte man auf Lebzeiten den Führerschein abnehmen, denn das er für das Führen eines Kraftfahrzeuges nicht geeignet ist, hat er ja sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Auch Unfälle mit ruhendem Verkehr wurden gerade erst ein wenig beleuchtet. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat auf Basis der eigenen Unfalldatenbank eine Studie erstellt, die sich mit dem so genannten Dooring befasst. Dieser Studie zufolge ist bei jedem 14. Unfall zwischen Radlern und Autos die plötzlich geöffnete Autotür schuld und jeder 5. dieser Fälle endete mit einer tlws. schweren Kopfverletzung für den Radler.

Oft geschehen diese Unfälle dort, wo es keine separate Radverkehrsführung wie Schutzstreifen oder Radfahrsteifen gibt, also an „normalen“ Straßen, an denen der Radfahrer direkt am parkenden Verkehr vorbei fahren muss. „Parkende Fahrzeuge stellen grundsätzlich ein Risiko für Radfahrer dar. Das muss bei allen Infrastrukturplanungen berücksichtigt werden“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Bei der Anlage von Fahrradstraßen sollten deshalb grundsätzlich keine parkenden Autos zugelassen werden. Neben auf der Fahrbahn befindlichen Radfahr- oder Schutzstreifen sollten ebenfalls keine Parkflächen ausgewiesen werden. Wo diese schon vorhanden sind, muss ein mindestens 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen markiert werden.

Das Problem ist wohl nur, das keiner dieser durchaus vernünftigen Vorschläge tatsächlich Umsetzung finden wird. Parkflächen sind in Deutschland ja nicht nur kostenlos, sondern auch heilig und zusätzliche Sicherheitsflächen von der Fahrbahn abzuknapsen kommt in Autofahrerdeutschland ebenfalls nicht in die Tüte.

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Kommen wir mal zum Gegenteil gefährlicher Radwege in Deutschland. Es gibt ja auch noch so genannte Protected Bikelanes. Und dann gibt es, in Ottawa, sogar eine „Protected protected bikelane„. Die Mackenzie Bike Lane befindet sich vor der US-Botschaft, was die ohnehin schon geschützte Strecke gleich noch einmal zusätzlich absichert. 😉 Aber nicht nur das, die beidseitig stehenden Poller sind mit LED versehen, die wiederum aus Akkus gespeist werden, die von kleinen Solarpanels geladen werden.

A little nugget I didn’t know is that the bollards have LED lights built in, powered by solar panels in the bollards. I thought that is a very neat gesture. You don’t have to go there at night to see the lights though. Simply put a sweater or a spare pair of spandex shorts on the solar panels, wait for a few seconds and the lights come on (they will be faint during the day).

Eine wirklich geniale Sache und wenn man den Gag mit der zusätzlichen Sicherung durch die US-Botschaft mal außen vor lässt, ein Bauwerk das durchaus Vorbildcharakter hat. Übrigens: Auch wer des angelsächsischen weniger mächtig ist kann sich den Artikel auf Hansonthebike.com anschauen, dort gibt es nämlich auch allerlei Fotos.

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Dann war da noch die Sache mit dem Fahrradschloß, die ich letzte Woche erwähnt habe. Ein Kommentator meinte, das Litelock wäre tatsächlich eine feine Sache, geht allerdings nicht wirklich auf meine Überlegung ein, ob das Ding auch wirklich lang genug ist, um ein Fahrrad auch an einer Laterne zu sichern. Allerdings wurde ich im Zusammenhang mit neuen Schlössern auf eine weitere Kickstartergeschichte aufmerksam, das tex—lock.

Das tex-lock soll aus allerlei Hightech-Fasern hergestellt werden, die bisher schon in der Automobil-, aber auch in der Weltraumbranche Anwendung finden. Es soll so widerstandsfähig wie Stahl sein und bei niedrigen Temperaturen seine Festigkeit sogar noch erhöhen. Also maximale Sicherheit bei minimalem Gewicht. Klingt sehr interessant und wenn man sich den fulminanten Erfolg bei Kickstarter – es wurden knapp 280.000 anstelle der angepeilten 50.000 Dollar eingesammelt – anschaut, dann sehen das recht viele Leute so.

Im August dieses Jahres soll das Schloss ausgeliefert werden. Preislich ist es mit ca. 180 € für das Doppelpack (kurz und lang) sogar im unteren Segment. Zumindest was die Sicherheitsliga betrifft, in der das Schloss ja spielen soll. Die wirkliche Schwachstelle sehe ich dabei im Verschluss selbst, denn der ist nicht aus Textilfasern, sondern es handelt sich dabei um ein einfaches Vorhängeschloss, das allerdings sehr sicher sein soll. Wie dem auch sei, ich finde es echt spannend und werde das im Auge behalten und, sofern es frei verfügbar ist, möglicherweise auch eins kaufen. Für die Stadt ist das ja eine feine Sache, schon allein weil ich das Schloss im Rucksack transportiere und da Gewicht eine wesentliche Rolle spielt.

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Okay, einen hab ich heute noch. Die Sexkolumne – Ja, sowas gibt es tatsächlich! – der Süddeutschen Zeitung hat sich der Radfahrer angenommen. Und stellte dabei fest, das Radfahrer trotz (vermeintlich?) häßlicher Helme den besseren Sex haben.

Wissenschaftler der amerikanischen Urologen-Vereinigung haben gute Nachrichten für Radfahrerinnen und Radfahrer. Bisher dachte man zum Beispiel, Radfahren würde das Risiko von erektilen Dysfunktionen und Harnwegsinfekten erhöhen. Aber das stimmt gar nicht: Radfahrer haben nicht signifikant mehr urologische Probleme als andere. Noch aufsehenerregender ist jedoch: Radfahrerin und Radfahrer haben den besseren Sex. Diese Erkenntnis wird jeden überraschen, der schon einmal in einem Fahrradladen ein Streitgespräch über Ritzelwartung anhören musste, und jeden, der den Verfasser dieser Zeilen mit Fahrradhelm gesehen hat.

Die amerikanischen Urologen konnten sich das übrigens nicht erklären, die Kolumne hingegen tut es. Also allerlei kurzweilig lesen zum Thema Fahrrad fahren und Sex. Oder so. 😉

Tweet der Woche: Inkompetenz im Fahrradalltag

Allerlei liegengebliebene Links

Da es kaum zu schaffen ist alle (oftmals kommentierenswerten) Fundstücke hier in den Radnotizen redaktionell zu „verwursten“, gibt es hier noch eine kurze Übersicht über weitere Artikel zum Thema Radverkehr. Dabei handelt es sich meist um kleinere, lokale Meldungen oder Dinge, die hier in ähnlicher Form schon zu Sprache kamen und nicht unbedingt noch einmal aufgewärmt werden müssen. Einen Klick dürften die meisten davon dennoch wert sein.

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Die Ra(n)dnotizen bei FacebookRa(n)dnotizenDie Ra(n)dnotizen sind ein einmal wöchentlich erscheinendes Sammelsurium von Meldungen rund um das Fahrrad. Dabei geht es oft um den Radverkehr in Berlin, aber auch um kurioses oder bemerkenswertes aus anderen Städten. Hast auch Du ein Fundstück zum Thema Fahrrad, dann bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Die Ra(n)dnotizen sind ebenfalls als RSS-Feed verfügbar.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

5 thoughts to “Ra(n)dnotizen #91”

  1. Wir Sportler sehen uns immer mehr Gefahr und Aggression im Straßenverkehr ausgesetzt.

    Naja, die Radsportler, die mir begegnen, sind häufig ein Teil der Aggresivität im Straßenverkehr, die vor lauter Zahlenwerten und deren Verbesserung Rücksichtnahme und Entspanntheit vergessen. Ich wüsste ja gerne, ob die Sportler, wenn sie mit dem Auto vom Training zurück fahren oder im Alltag, dann auch so Auto fahren.

    1. Mir sind bisher selten Radsportler untergekommen, die wirklich aggressiv unterwegs sind. Dazu eignet sich so ein Rennrad ja auch selten, denn niemand wird seine, oft mehrere tausend Euro teure, Rennmaschine irgendwelchen nicht kalkulierbaren Gefahren aussetzen. Was also genau meinst Du? Mach Deine Aussage doch also mal an ganz konkreten Dingen fest und verallgemeinere nicht.

      Ich selbst fahre übrigens mit dem Rad zum Training, also nicht mit dem Auto zurück. Aber selbst wenn ich privat im Alltag das Auto nutze, dann fahre ich exakt so, wie es vorgeschrieben ist. Was mir a) ziemlich oft Hupkonzerte einbringt, denn 95% der anderen Autofahrer zeigen nur selten Verständnis dafür, das man innerorts nur 50, zuweilen sogar nur 30 fährt und b) die Gelegenheit gibt, den Verkehr aus der Perspektive der Autofahrer zu beobachten. Und auch da sehe ich Aggressivität eher beim Autofahrer und selten beim entspannten Radler.

      In einigen Bezirken in Berlin, gerade in Mitte oder Kreuzberg, wirken Radler zwar auf den ersten Blick recht rasant und oft auch „lebensmüde“, aber solange man sich als Autofahrer streng an die StVO hält, geht das auch an einem vorüber und man sieht, das auch diese Radler eher vom Autoverkehr als von ihrer eigenen Fahrweise gefährdet werden. Ich habe irgendwann einmal, leider habe ich den Links verbummelt, eine ganz gute Kolumne gelesen, in der die Gesamtsituation mal betrachtet und festgestellt wurde, das viele Verkehrsverstöße von Radlern in direktem Zusammenhang mit der Aggressivität der Autofahrer stehen. Entweder sind sie direkte „Notwehrreaktionen“ (scheinbar unkontrollierte Spurwechsel, fahren mitten auf der Fahrbahn) oder Fluchtverhalten (Gehwegradeln).

      1. Ich habe ja extra „häufig“ geschrieben, damit klar wird, dass ich nicht alle meine. Es ist, um auf deine Frage zu antworten, ein Gesamtpaket, dass bei mir den Eindruck hinterlassen hat. Ein paar Aspekte: Ein Punkt ist die Wahl ungeeignete Trainingsorte, also z. B. in Naherholungsgebieten am Wochenende, stark frequentierte Bahntrassenwege. Wenn das dann noch Gruppen sind, wirkt es nochmal anders. Hinzu kommt eine sehr – sagen wir mal – offensive Fahrweise von der ich mich genauso gestresst fühle wie von drängelnden Autofahrer*innen.Ich habe da den Eindruck, man fährt seine Rechte konsequent aus und scheucht alles weg, was stört. Und dazu gehört selbst ich. In dem, wie sich insbesondere die Gruppen bewegen, liegt für mich meist was sehr verbissenens und unentspanntes. Ich glaube nicht, dass das einem Punkt liegt wie enges Überholen sondern es ist ein Gesamtpaket. Wie gesagt, es geht darum, dass es so auf mich wirkt.

        1. Hmm, Aggressivität kann ich da in keinem Fall erkennen, aber lass mich mal auf die einzelnen Punkte eingehen.

          Nehmen wir die Wahl des Trainingsorts. Das ist ohnehin eine sehr schwere Sache und ich weiß, das sehr viele Rennradler tatsächlich versuchen, auf stark frequentierte Strecken zu verzichten, eben weil es dort ja auch kreuzgefährlich für Radler ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, das genau das nicht immer möglich ist. Es gibt eben nur sehr wenige wirklich brauchbare Strecken, die von Radlern genutzt werden können ohne mit dem motorisierten Verkehr in Konflikt zu kommen. Hier in meiner Ecke wäre das nächste der Fläming-Skate. Aber der bedeutet für mich 100km und eine Stunde Fahrt mit dem Auto. Eine Strecke. Das wiederum halte ich für unzumutbar bzw. nicht verhältnismäßig. Darüber hinaus trifft ja die Kategorisierung „Naherholungsgebiete am Wochenende“ genau den Nagel auf den Kopf. Die Ausfahrt mit dem Rennrad ist ja genau die Erholung und hier sehe ich also eher den Autofahrer in der Pflicht, wenn er selbst ins Naherholungsgebiet fährt, das er dann besondere Rücksicht auf andere Erholungssuchende nimmt und ihnen vor allem genau den Freiraum einräumt, den er dann ja auch für sich haben möchte.

          Rechte konsequent ausfahren, alles wegscheuchen. Hmm, wegscheuchen geht ja schonmal nicht, niemand wird sich und sein Fahrrad gegen 2 Tonnen Stahl mit über 100 PS einsetzen. Im Gegenteil. Das Rechte konsequent ausgefahren werden, insbesondere das man auch mal in der Mitte der Fahrbahn radelt, liegt in aller Regel daran, dass man anderenfalls einfach von der Straße gedrängt wird. Ich selbst habe derzeit mal wieder eine Anzeige laufen, weil mich einer mit seinem Auto ins Bankett gepresst hat. Die Aussicht, das er auch wirklich bestraft wird, tendiert gegen null. Ich hingegen hätte da echt draufgehen können. Wie hätte ich es verhindern können? Richtig, durch fahren in der Mitte der Fahrbahn. Aber genau das wollte ich am 1. Mai vermeiden – siehe „Wahl des Trainingsortes, frequentierte Strecken, Naherholungsgebiete“. Ist man nun in der Gruppe unterwegs, dann vergessen gerade Autofahrer oft folgendes: Die Gruppe ab 15 Mann gilt als geschlossener Verband. Der darf generell zu zweit nebeneinander fahren und sollte dies auch tun. Letzteres weil der Verband nur als ganzes überholt werden darf. Und da ist es eher mal geschafft, 20 Radler in Zweierreihen zu überholen, als eine gestreckte Reihe von 20 hintereinander radelnden Rennradfahrern. Das solche Gruppen dann, und hier könntest Du vermutlich auch mal etwas „verbissenes und unentspanntes“ hineininterpretieren, zuweilen verhindern das überhaupt jemand überholt, liegt wieder im Eigenschutz begründet. Denn nichts ist schlimmer als ein Autofahrer, der nicht peilt das so eine Gruppe ja in aller Regel mit 30 und wesentlich mehr km/h unterwegs ist, das Überholen nicht schafft und dann mit dem Brecheisen in die Gruppe einschert.

          Man sieht, da ist nichts wirklich aggressives. 🙂

          Und mal ehrlich, wer am Wochenende auf dem Weg ins Naherholungsgebiet ist, der sollte doch eigentlich die Ruhe weg haben und problemlos auch mal einen oder zwei Kilometer hinter der Radlergruppe aushalten…

  2. Also mir ging es um das Verhältnis gegenüber anderen Radfahrer*innen und den Fußgänger*innen. Aggessives Auftreten gegenüber Autofahrern überlassen wir mal Rasmus und Co. Und Naherholungsgebiete liegen hier nicht 100 km weit entfernt, sondern um die Ecke oder nur wenige km entferrnt und sind entsprechend mit Kindern, Hunden, „normalen“ Radfahrern etc. bevölkert. Das sind z. B. alte Bahntrassen. Die sind aber viel zu eng für Trainigsfahrten an Sommerwochenden.

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