Regensburg unter Wasser…

…oder wie wir zu Katastrophentouristen wurden. 🙁

Seit einigen Jahren fahren wir im Herbst in die Oberpfalz in den Urlaub. Nicht nur das wir da inzwischen so einige Leute kennen, die man ja hin und wieder mal besuchen will, auch ist die Gegend sehr schön und ganz besonders die Stadt Regensburg hat es uns angetan. Sie gehört wohl zu den schönsten Städten Europas. Was wir aber nie geschafft haben, war die für Regensburg typische „Strudelfahrt“ an der Steinernen Brücke, denn immer wenn wir vor ort waren, war der Fahrbetrieb inzwischen eingestellt. Dieses Jahr sollte es im Sommer hingehen und so stand fest, wir machen diese Fahrt.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Das Hochwasser. Klar, die Medien berichteten, aber hier vornehmlich von Deggendorf und Passau, die ganz besonders schlimm betroffen waren, Regensburg wurde da noch gar nicht weiter erwähnt. Anfragen bei freunden sagten, das wohl alles klappen müsste und bisher die Lage noch sehr ruhig sei. Okay, also nichts wie hin. Vor Ort sah es dann allerdings ganz anders aus. Nicht nur das wir kaum einen Parkplatz fanden, da viele Parkmöglichkeiten in Donaunähe gesperrt waren, auch war die komplette Innenstadt deswegen verstopft.

Wir fanden aber dennoch irgendwann einen Platz in einem Parkhaus und los ging es. Ab zur Donau. Dort angekommen war der Schreck erstmal groß. Überall Hochwasserschutz und die Donau, die sonst herrlich blau und gemütlich daherfließt war ein gewaltiger brauner Strom. Wenn man in „Friedenszeiten“ die Einheimischen reden hört oder die Wasserstandsmarkierungen vergangener Jahre sieht ist es ja das Eine, aber selbst so ein Hochwasser zu erleben ist schon eine ganze andere Hausnummer. Irgendwie wirkte das alles sehr bedrückend, obwohl wir ja im Grunde nicht direkt betroffen waren.

Umso erstaunlicher ist dabei, wie gelassen die Regensburger damit umgingen. Klar, die Bewohner des Wöhrd, die damit beschäftigt waren ihre Keller auszupumpen, sahen schon sehr besorgt aus, aber kaum das man ein paar Meter vom Wasser entfernt war, ging das Leben seinen üblichen Gang. Man ist es halt gewöhnt das die Donau zuweilen über die Ufer tritt und arrangiert sich damit. Und so konnte man, während der Scheitel der Flut nur wenige Meter entfernt vorbeizog, in den Straßencafés sitzen und die Seele baumeln lassen. Schon komisch, wie dicht Chaos und Gemütlichkeit manchmal beieinander sind…

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Das die geplante Strudelfahrt dann ins sprichwörtliche Wasser fiel, muss ja nicht extra erwähnt werden, oder? 😉

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

3 thoughts to “Regensburg unter Wasser…”

  1. Hey 🙂
    Oh, das sieht echt alles nicht gut aus :-/

    Mal eine Frage zu den Bildern:
    Mit welchem Programm fügst du sie zu einem HDR zusammen? Und gibt es da ein paar Einstellungen die du besonders bevorzugst?

    Lg,
    Malte

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