Revierförsterlicher Segen

Es gibt ja so Momente, da ist man doch schon schwer erstaunt, wie sich manch „Newbie“ in Sachen Geocaching ins Zeug legt. So sind bspw. hier bei mir in der „Homezone“ in der letzten Zeit 5 neue Caches aufgetaucht, die von jemandem gelegt wurden der bisher gerade mal 3 Funde „auf der Uhr“ hat. Diese Caches waren zunächst 3 Tradis (OCA1B6, OCA1E9, OCA100) und ein Multi (OCA188), die von unspektakulär bis wirklich toll einzustufen sind. Tja, und dann tauchte ein weiterer Multi (OCA21B) auf. Ärgerlicherweise fanden wir den nicht, wir scheiterten dabei gleich vom Start weg.

Nun wusste ich aus vorherigem Emailverkehr mit dem Owner, das dieser doch eher ungeeignete Technik verwendete, ein Autonavigationsgerät ist eben eher bedingt zum Einmessen eines Caches geeignet, und somit vermutlich nicht so ganz genaue Koordinaten im Listing hatte. Als er dann auch gleich leicht panisch reagierte und eilig versuchte das Listing zu korrigieren, bot ich ihm an, die Runde einfach mal gemeinsam anzugehen und dabei alles einzumessen. Meckern kann schließlich jeder, Neulingen helfen ist allerdings deutlich zielführender.

Gesagt, getan, wir trafen uns nun um das gemeinsam anzugehen. Zur Runde selbst nur soviel, sie traf insgesamt meinen Geschmack, ein schöner Wandermulti eben, der mit 7,5 Kilometer Gesamtstrecke (inkl. Rückweg) auch für ungeübtere Geocacher zu schaffen sein sollte. Auch die Stationen waren nicht ganz so arg im Off wie zunächst angenommen. Auf was ich eigentlich hinaus will, ist aber etwas ganz anderes.

Im Gespräch stellte sich heraus, das beim Erstellen des Listings gesehen hat, das der Cache möglicherweise in einem Schutzgebiet liegen könnte. Zwar kein Naturschutzgebiet, aber eben ein Schutzgebiet und somit galt es, sich Gedanken zu machen. Also kontaktierte er zunächst den zuständigen Revierförster. Mit diesem suchte er dann die einzelnen Stationen und das Finale auf. Der Förster gab dann sein Okay für den Cache. Aber nicht nur das. Eine der Stationen liegt am Rand eines frei begehbaren Bahnabschnittes einer stillgelegten Eisenbahnstrecke. Diese Strecke, die ehemalige Bötzowbahn, teilt den Spandauer Forst in zwei Teile und ist auf einem größeren Abschnitt zwar eingezäunt, jedoch trotzdem begehbar.

Bötzowbahn

Also nahm er auch hier entsprechende Kontakte zum Eigentümer auf. Man sollte es kaum glauben, auch hier wurde der Cache oder vielmehr dessen Stage genehmigt, nur mit der Bitte im Listing darauf hinzuweisen, das man sich eben möglichst vorsichtig bewegen soll.

Respekt!

Somit hat er alles vom Start weg richtig gemacht. Hier sollten also fortan trotz Besuchen durch Geocacher keine bösen Stimmen laut werden, selbsternannte Blockwarte oder Natursheriffs haben keine Argumente mehr und eben die oft gescholtenen Förster haben die Sache höchstselbst „abgesegnet“. Im Umkehrschluß zeigt das aber auch, das es sich lohnt den Dialog zu suchen und auf diese Weise mögliche Konflikte schon im Vorfeld zu vermeiden. Klar, nicht jeder Förster ist dazu bereit, ebensowenig jeder Jäger oder alle anderen Waldnutzer. Aber einen Versuch ist es allemal wert, erst recht wenn es so positiv ausgeht wie in diesem Falle.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

9 thoughts to “Revierförsterlicher Segen”

  1. Ich bin beeindruckt. Ein sehr schönes Beispiel für ein friedliches Miteinander. „Wie es in den Wald schallt…“

  2. Wow! Super.

    Die Suche des Dialogs ist wirklich etwas, was unbedingt gemacht werden sollte. Ein „Nein“ als Antwort sollte hier jedoch ebenso akzeptiert und nicht ignoriert werden. 😕

    Auch wenn’s schwer fällt! 😡

    Schön, ich hoffe du hast ihn gelobt. :wub:

  3. Super.
    Wäre das nicht auch ein Fall für unsere Positivliste – in der lesen u.a. auch Jäger und Förster ?

    http://www.geoclub.de/viewtopic.php?f=109&t=41698

    Gruß zappo

  4. na, aber sicher sollte das in die Positivliste! Und auch beim nächsten netten „Biergespräch“ weiterverbreitet an Naturschutzaktive (Forst & Co.).
    Ich nehme das mit! Klasse!

    1. @mo-cacher: Mittwoch? Die Berolina, oder? Da werde ich wohl eher nicht zugegen sein, ich bin da bis Abends arbeiten und habe hinterher sicher keine Lust auf Events. Also ein andermal…

  5. Sehr schön, das Beispiel zeigt das es geht, man muß halt nur wirklich mal los die Kommunikation mit den entsprechenden Stellen suchen. Denke auch das Förster an sich da noch etwas aufgeschlossener als die Jagdpächter sind.Falls man mal ein Nein kassiert sollte dies aber auch akzeptiert werden und man sich vielleicht eine andere Stelle für den Cache suchen.
    Gruß,
    Jörg

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