Runtastic vs. Strava vs. Endomondo

Nach den Tipps zum Massenexport von Runtastic-Aktivitäten und zur Synchronisation zwischen verschiedenen Fitnesstrackern bin ich ja noch die bereits versprochene Erklärung schuldig, warum ich wohl bei Runtastic bleiben werde und was in meinen Augen bzw. für meine ganz persönliche Nutzung die wesentlichen Unterschiede zwischen Runtastic, Strava und Endomondo sind. Dabei werde ich aber auch nicht auf den kompletten Funktionsumfang eingehen, wer sich dafür interessiert, der ist direkt bei den Anbietern deutlich besser aufgehoben. 😉

Für mich ist grundsätzlich folgendes wichtig: Es muss eine Android-App vorhanden sein, die Strecke sollte sauber aufgezeichnet werden, eine nette Stimme soll mir zwischendurch wichtige Dinge ins Ohr flüstern, die Herzfrequenz soll überwacht und ausgewertet werden und am Ende mag ich gern eine halbwegs nette Übersicht zur Aktivität. Außerdem will ich die Aktivitäten bestimmten Strecken zuordnen können (aber nicht müssen) um hier einen schnellen Vergleich bei regelmäßigen Trainingsstrecken zu bekommen.

Runtastic, Strava oder Endomodno - Wer hat die Nase vorn?

Die App für Android bringen alle drei mit und irgendwann vor grauer Zeit nahm ich Runtastic, da mir das als einziger Tracker bekannt war. Es dauerte nicht lange und ich kaufte mir auch die Pro-Version, um neben der Aufzeichnung auch Auto-Pause und Sprachcoach dabei zu haben. Dies ist nämlich in der kostenlosen Version nicht enthalten. Und da kommt der erste wirkliche Kritikpunkt an Runtastic: Die App bringt nur wenige Funktionen mit, wirklich brauchbar wird sie erst, wenn man 4,99€ hinlegt, was für eine App nicht wirklich wenig ist.


Aber nicht nur das, will man nun auf der Webseite (die wie bereits erwähnt eine echte Katastrophe ist) auch noch ein paar nette Features nutzen, darf man wieder löhnen. Das ärgerte mich und als ich irgendwann mal bei Google+ die Sache zur Sprache brachte, wurde mir zunächst Endomondo ganz dringend empfohlen.

Ich probierte das allerdings nur recht halbherzig, denn schon als die App dabei versagte, sich mit meinem Herzfrequenzmesser zu verbinden, war die Sache gestorben. Im Rahmen des Winterpokals bei MTB-News kam nun immer wieder Strava in den Fokus. Die App von Strava bestand den “Herzfrequenzmesserverbindungstest” auf der Stelle und somit wurde die Sache umgehend recht interessant.

Ich schaute mir Strava also etwas genauer an. Schön sind dort ja zwei Dinge ganz besonders: Einmal kann man seine Trainingsgeräte, in meinem Falle ein Mountain- und ein Roadbike, hinterlegen und den Aktivitäten zuordnen und darüber hinaus kann man so genannte Segmente festlegen. Segmente sind Streckenabschnitte, die dann bei erneutem befahren/-laufen mit den anderen Werten verglichen werden. Öffentliche Segmente anderer Sportler werden dabei automatisch mit angezeigt.

Auch beim Import von Daten hat Strava ganz klar die Nase vorn. Während Endomondo jeweils nur den Upload einer einzigen GPX-Datei zulässt, können bei Strava bis zu 25 genommen werden. Bei Runtastic kann man ebenfalls mehrere nehmen, hier kenne ich jedoch nicht die genaue Anzahl. Aber während man bei Runtastic direkt nach dem Upload nur in einem sehr engen Zeitfenster die Sportart ändern kann, bleiben die Importe bei Strava komplett zur nachträglichen Bearbeitung offen.

Strava - Aktivität nach dem Import bearbeiten

Nun ist das aber nicht wirklich das Killerargument, denn so sehr oft importiert man ja nun keine neuen Aktivitäten. Viel wichtiger ist die alltägliche Nutzbarkeit mittels App und die spätere Auswertung. Endomondo hat ja hier mangels Verbindung zum Brustgurt ohnehin verloren, dennoch habe ich mir die Sache zumindest online genauer angeschaut, um dann vielleicht davon überzeugt zu werden, das es sich lohnt hier etwas hartnäckiger mit der App zu kämpfen.

Zum Vergleich der Ansicht auf der Webseite habe ich mal meine regelmäßige Trainingsrunde nach Potsdam dahergenommen. Die Screenshots zeigen also alle die gleiche Tour. Aufgezeichnet wurde sie mit Runtastic und dann mittels GPX-Upload zu Strava und mittels SyncMyTracks zu Endomondo geschoben.

Runtastic Strava Endomondo

Alles in allem kann man die Ansicht von allen durchaus anbieten. Es werden neben einer Karte die wesentlichen Eckdaten des Trainings aufgelistet und man kann Notizen hinzufügen. Schön bei Endomondo und Strava ist dabei, das man der Aktivität auch einen Namen geben kann. Runtastic und Endomondo zeigen darüber hinaus auch schöne Graphen an, die Streckenprofil, Geschwindigkeit, Zeit und Herzfrquenz anzeigen.

Und genau hier kommt der Moment, in dem Strava verliert: Die Auswertung der Herzfrequenz ist eine kostenpflichtige Zusatzleistung. Und da nutzt es auch nichts, das Strava als einziger solch nette “Widgets” für die eigene Webseite bereitstellt:

Das ist zwar ein tolles Gimmick und insbesondere für Blogger genial, die viel von ihren Touren berichten, aber meine Schwerpunkte liegen woanders und die Herzfrequenzauswertung ist da ganz oben mit dabei. Das liegt einfach darin begründet, das ich als so genannter “Hochpulser” ohnehin auf recht hohen Touren laufe und deshalb ganz gezielt in Herzfrequenzbereichen trainiere. Und da sind entsprechende Auswertungen einfach unabdingbar.

Und was soll ich sagen, auch Endomondo will zusätzliche Taler sehen, wenn man Herzfrequenzzonen ausgewertet bekommen möchte. Für mich steht damit also schon an dieser Stelle fest, das ich bei Runtastic bleiben werde. Allerdings lasse ich mal eine Weile die Synchronisation via Syncmytracks laufen, vielleicht fällt ändern sich ja irgendwann meine Bedürfnisse und dann ist es gut, bereits alles am Start zu haben. Und gerade das “Widget” von Strava ist ja möglicherweise mal ganz interessant zu nutzen. 🙂

Optisch finde ich übrigens die Auswertung bei Endomondo am gelungensten und Strava weiß mit den Segmenten ein endgeniales Feature an den Start zu bringen. Empfehlung? Hmm, wer viel im Blog über seine Aktivitäten berichtet, wird an Strava kaum vorbei kommen, wer eine echt einfach zu bedienende App will ist vermutlich bei Endomondo ganz gut aufgehoben. Bei beiden muss man halt nur etwas löhnen um Herzfrequenzzonen zu nutzen. Und wer zumindest vor einer Einmalzahlung für die Pro-Version der App nicht zurückschreckt, der bekommt bei Runtastic wohl das beste Gesamtpaket. Man muss dann eben nur bei Benutzungs der Webseite ganz hart im nehmen sein… 😀

Nicht ganz unerwähnt sollte dann noch eine Funktion von Runtastic sein, die Communityfunktion. Hier kann man seine Aktivitäten live tracken lassen. So kann entweder jedermann oder nur “Freunde” live sehen wo man gerade trainiert und dabei allerlei Anfeuerungen zuschicken, die dann direkt von der App ausgegeben werden. Gleichzeitig ist diese Funktion auch ein großen Manko der App, denn um seine Freunde anzufeuern, muss man zwingend die Webseite benutzen. Hier wäre es sehr fein, wenn das auch über die App ginge.

Und hier noch die Links zu den Apps, jeweils zu Google Play und zum Apple Appstore.

Runtastic (die kostenlose Version für alle Sportarten, es gibt wie gesagt auch spezialisierte Apps und zuweilen auch Pro-Versionen mit höherem Funktionsumfang):

Runtastic Laufen & Fitness App
Entwickler: Runtastic
Preis: Kostenlos+

Strava

Strava GPS Laufen & Radfahren
Entwickler: Strava Inc.
Preis: Kostenlos+
Strava GPS Laufen & Radfahren
Entwickler: Strava, Inc.
Preis: Kostenlos+

Endomondo

Endomondo - Laufen & Gehen
Entwickler: Endomondo.com
Preis: Kostenlos+
Laufen, Radfahren und Gehen mit Endomondo

Soweit ich das aktuell sehe, gibt es Strava ausschließlich für Android und iPhone, Runtastic und Endomondo stellen ihre  Apps auch für Blackberry und Windows Phone zur Verfügung. Bei den Pro-Versionen von Runtastic lohnt es sich, ein wenig Geduld aufzubringen. Diese sind nämlich regelmäßig bei diversen Aktionen dabei und können dann für einen deutlich günstigeren Preis oder sogar kostenlos abgestaubt werden.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

4 Gedanken zu „Runtastic vs. Strava vs. Endomondo

  1. Bei Strava kann man doch aber nach HF auswerten? Einfach beim Ride links auf “Analyse” klicken, da hat man ebenso schöne Datenkurven wie bei den beiden Konkurrenten…

  2. Du hast leider nicht erwähnt wie es mit der Genauigkeit der erfasst Strecken aussieht?
    Laut einigen Tests im Netz soll hier wiederum Runkeeper und Endomondo mit am akuratesten sein. Runtastic schnitt da eher schlecht ab, was wohl auch damit zu tun hat das der Intervall wie oft GPS abgefragt wird mit am längsten ist.

    Bei mir hat Endomondo nach 6Km einfach aufgehört weiter aufzuzeichnen. Vermutlich irgendwas mit der “Auto Pause” Funktion aber genau weiss ich das auch nicht (bin da gerade mit dem Support in Verbindung). Dafür sind natürlich viele Features sogar in der kostenlosen Variante bei.
    Also ich bin ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht von den Apps.. werde auch mal noch Strava und Runkeeper testen. Ich meine die Teile sollen ja keine Quantenmechanik berechnen sondern einfach nur genau die Strecke aufzeichnen 😉

    1. Die Genauigkeit der Aufzeichnungen variiert und ist wohl auch von Smratphone zu Smartphone unterschiedlich. Da kann man wohl so ziemlich alle Meinungen finden. Ich selbst habe mich bspw. oft bei Runtastic über die Autopause geärgert, die viel zu träge in den Pausenmodus und viel zu flott wieder rausging und somit zuviel Bewegungszeit aufzeichnete.

      Letztlich ist es doch aber so, dass es beim Hobbysportler nicht wirklich auf 20 oder 30 Meter Unterschied in der Streckenaufzeichnung ankommt und wohl auch ein paar Sekunden Zeitfehler unkritisch sind.

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