Saisoneröffnung: Spreewaldmarathon 2018

Nachdem ich im letzten Jahr den Spreewaldmarathon als ganz angenehme Saisoneröffnung erlebt habe, ging es auch in diesem Jahr wieder auf die gemütliche 200km-Tour von Lübben nach Lübben. Allerdings, das wurde leider nicht im Vorfeld kommuniziert, war es dann „nur“ 189,72km, denn auf der Strecke gab es eine Umleitung. Aber von vorn.

Nachdem im letzten Jahr fast alle (anderen) Teilnehmer in langen Klamotten angetreten waren und neben den etwas frischen Temperaturen auch ein wenig Regen und Hagel den Sturm begleiteten, der gefühlt fast durchgehend von vorn kam, war das Wetter diesmal ein echter Glücksgriff. Herrlicher Sonnenschein vom Start weg und sehr moderater Wind, der dann aber tatsächlich gern von vorn kam. 😉

Im Startbereich Lübben, kurz vor der Abfahrt

Anders als im letzten Jahr ging es diesmal auch direkt in den Spreewald, da sich die Übernachtung vor Ort nicht wirklich als Vorteil herausgestellt hatte. Parkplätze gibt es in Lübben ausreichend und auch die Bahnverbindungen von Berlin passen bestens. Wobei die für ein wenig Irritation sorgten: Auf der Webseite des Spreewaldmarathon wurde der passende Zug als ausfallend angekündigt. Zwar gab es auf der Seite der ODEG keine entsprechende Meldung, aber auch die Bahn zeigte diese Verbindung nicht an. In letzter Sekunde wurde die Meldung dann aber via Facebook als Falschmeldung enttarnt.

Der Start erfolgte gewohnt unspektakulär. Die Zeit war ran, es wurde kurz herunter gezählt und schon verstopften die Massen der Fahrer die kleine Brücke, die von der Schlossinsel herunter führt. Dieser Flaschenhals ist aber ganz gut, denn so entzerrt sich das Feld ein wenig und man kann anschließend ohne allzu dichtes Feld aus Lübben heraus radeln. Einzig, das man dem Moderator durch diese Zwangspause noch länger zuhören musste, grenzte ein wenig an Körperverletzung. Der hatte nämlich ganz sicher nicht einmal ein Fahrrad im Keller, tat aber so, als wäre er Radsportexperte. Was dafür sorgte, das ihn auch wirklich jeder auf der Startwiese auslachte. Na ja, man kann es ja auch positiv sehen, so war schließlich für ein wenig Unterhaltung vor dem Start gesorgt. 😉

Kurz hinter Lübben gab es das erste Mal einen Haufen Lemminge. Einer bog falsch ab und alle hinterher. Zum Glück bemerkten wir unseren Faux Pas schon nach wenigen Metern. Alles weitere lief dann richtig gut los und selbst an einem Bahnübergang, der sonst oft die Schranken unten hat, kamen wir ohne anzuhalten durch. Die erste Verpflegungsstation war wie üblich die Freiwillige Feuerwehr in Casel-Golzig und auch wenn sie schon recht schnell nach dem Start kommt, sind die Marmeladenbrote hier Pflicht und so hielten wir selbstredend an.

Verpflegungsstation Schlepzig/Hafen Verpflegungsstation Schlepzig/Hafen Verpflegungsstation Schlepzig/Hafen

Die zweite Station, der Hafen in Schlepzig, war eigentlich mein Favorit, denn dort gibt es für gewöhnlich Eierplinsen bis der Arzt kommt. Leider nur nicht diesmal, wenngleich die Plinsen auf dem Plan standen. Aber Brot- und Kuchenbuffett waren üppig genug um dafür zu entschädigen. Nach Schlepzig schlossen wir uns einer Gruppe an, die mit etwas höherem Tempo durchzog. Damit konnten wir unseren Schnitt ein wenig aufbessern, der ja dadurch litt, das wir auch wirklich jede Verpflegungsstation mitnahmen. Und so verließen wir die Gruppe dann selbstredend am Eurocamp in Groß-Leuthen. Wieder war Brot- und Kuchenbuffett angesagt.

Nach Groß-Leuthen kam erst einmal wieder ein kleiner „Verfahrer“, denn der Abzweig war nur mit kleinen blauen Pfeilen auf der Straße markiert, die üblichen Schilder fehlten. Wir waren gerade auf Aufholjagd und die Verfolgten bogen ebenfalls falsch ab. Tja, und wir hinterher. Allerdings bemerkten wir den Fehler wieder sehr schnell und konnten noch fix beidrehen.

Schwein am Spieß

In Straupitz war der nächste Verpflegungspunkt und hier gab es dann auch endlich die ersehnten Eierplinsen. Und Schwein am Spieß. Damit hätte ich nun echt nicht gerechnet. Die Schlange dort war aber auch entsprechend lang. Nur hielten wir gebratenes Schweinefleisch zu diesem Zeitpunkt nicht für die geeignetste Ernährung, weshalb wir es dabei beließen, uns Eierplinsen und Obst einzuverleiben, bevor es dann wieder weiter ging.

Hinter Straupitz wurde es dann auch voll auf den Straßen. Die Bewohner der Region kennen den Spreewaldmarathon ja inzwischen und wissen, das an diesem Wochenende jede Menge Sportler unterwegs sind. Leider wussten das weder die Leute aus der Berliner, noch die aus der Dresdener Region. Und die kamen, ob des schönen Wetters, in Massen in den Spreewald. Und waren enorm aggressiv. Selten habe ich erlebt, das größere Radlergruppen derart oft, schnell und eng überholt wurden. Das es da nicht zu jeder Menge Toten und Schwerverletzten gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Hier muss der Veranstalter wohl noch nachbessern und künftig deutlich umfangreicher mit Schildern auf die Radfahrer hinweisen.

Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro
Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro
Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro Die Strecke aus Sicht meiner am Lenker befestigten GoPro

Und gleich das nächste Problem gab es auf diesem Abschnitt. Ich hatte mir einen GPS-Track der Strecke heruntergeladen und auf mein Edge gespielt. Und nachdem wir uns nun schon zweimal kurz verfranst hatten, hatte ich nun auf Kartenansicht umgestellt um die Strecke im Auge behalten zu können. Immerhin waren wir nun weitgehend allein unterwegs und damit war die Chance, einen eventuellen Verfahrer schnell zu bemerken, eher gering. Nun gab es aber eine Umleitung wegen einer Baustelle, was weder kommuniziert, noch im kurz vor der Veranstaltung aktualisierten GPS-Track hinterlegt war. Damit ging es dann im Blindflug nach Lieberose weiter. Ärgerlich. Diese Umleitung sorgte dann auch für die Verkürzung der Strecke. Auch hier sollte der Veranstalter künftig ein wenig nacharbeiten. Aber gut, wir haben es ja „überlebt“. 😉

Sahnetorte

Nach Lieberose ging es direkt weiter nach Burg, wo für uns nur ordentlich Kuchen auf dem Programm stand und es war schon fast als Glücksfall einzuschätzen, dass die große Sahnetorte erst auf dem Tisch kam, als wir schon genug gegessen hatten. Ich wäre sonst ernsthaft Gefahr gelaufen, zuviel davon zu vertilgen und hätte damit die Weiterfahrt ernsthaft in Gefahr gebracht. Und so blieb es dann beim Staunen und Fotografieren, bevor wir uns auf den Weg zur letzten Station vor dem Ziel begaben.

Die war dann in Lübbenau, wo am dortigen Spreewelten-Bad wieder etwas Warmverpflegung in Form von Suppen auf uns wartete. Und während wir hier im letzten Jahr fast nichts mehr bekamen, war in diesem Jahr ausreichend vorhanden und wir konnten ordentlich futtern. Hinterher gab es dann noch ein Eis und es ging weiter auf den letzten Abschnitt bis zum Ziel.

Der war flott erledigt und führte diesmal weniger über Landstraßen als im letzten Jahr, soll heißen, wir kamen über allerlei Deichwege nach Lübben rein, was landschaftlich, aber auch fahrerisch deutlich besser war. Einen Schreck gab es dann aber noch. Die Gurke sollte doch gold sein?! Irgendwie hing diesmal ein Blatt an der Gurke, das eher bronze wirkte. Aber die junge Dame, die uns die Gurkenmedaille umhängte schwor Stein und Bein, das es die goldene wäre. Was man bei genauerem hinsehen aber dann auch erkannte.

Wir hatten am Ende dann also 189,72km auf der Uhr, die wir in 6 Stunden und 34 Minuten Bewegungszeit hinter uns gebracht haben, was einen Schnitt von 28,9km/h bedeutet. Deutlich flotter also, als im letzten Jahr. An dieser Stelle sei auch noch einmal auf den Bericht zum letzten Spreewaldmarathon verwiesen, bei dem es dann auch noch ein Video gibt. Auf das habe ich diesmal verzichtet, da es ja nicht wirklich andere Bilder gegeben hätte.

Und falls jetzt jemand über die komischen Zeichen gestolpert ist, ich benutze Strava vornehmlich via App. Und da gibt es ja so allerlei lustige Symbole, die nur leider nicht immer Unicode-gerecht sind, weshalb dann im Browser lustige Karos zu sehen sind. So hier sieht das eigentlich aus…:

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

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