Seltsame Aufregung…

Oder: …viel Lärm um nichts!

Komisch, da richtet eine kommerzielle Bude ein Geocaching-Event aus und wagt es, für viele einige Extra-Gimmicks Geld zu verlangen. Und schlagartig geht ein Aufschrei durch die Geocaching-Szene, das sowas ein absolutes NoGo wäre, das es Betrug wäre, nicht regelkonform und sowieso schon fast ein Angriff das Geocaching im Allgemeinen und den Weltfrieden im Speziellen.

Leute, denkt mal ein wenig nach: Ihr kauft alle wie nix gutes Premium-Mitgliedschaften, lasst Euch also von Groundspeak Eure eigenen(!) Caches verkaufen, und dann regt ihr Euch auf, wenn auf einem Event ein paar Angebote am Rande auch Geld kosten? Wie paranoid ist das denn?

Also, immer locker durch die Hose atmen, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird und selbst wenn das Event ganz offenbar schon jetzt als SBA-Rekord(*) in die Geschichte eingehen wird, am Ende werden ja doch wieder alle hinrennen, und sei es nur um hinterher zu meckern wie schlecht doch eigentlich alles war, wie kommerziell orientiert und überhaupt.

Und irgendwann ist alles verpufft und dann kommt auch wieder etwas neues, etwas worüber sich jeder aufregen kann und auch diese Sau wird wieder durchs Dorf getrieben. Nur ändern tut keiner etwas. Schade eigentlich. Die Doppel-O-Agenten, eigentlich eine echte Nummer in Sachen Geocaching, haben da einen ganz guten Vorschlag gemacht, einen Vorschlag wie der Kommerzialisierung des Hobbies entgegengewirkt werden kann, unter anderem heißt es da:

3. Entziehe Groundspeak das Monopol.
Die Franzosen haben es vorgemacht: Ein Großteil der bei geocaching.com gelisteten Caches in Frankreich stammt vermutlich nicht von Franzosen, sondern von Touristen oder Fremdarbeitern aus Großbritannien oder Deutschland. Die Franzosen haben ihre eigene Plattform für ihre Kistchen: cistes.net
Es schadet Groundspeak nicht, wenn Du Deine Caches dort archivierst. Im Gegenteil, denn das würde deren Ressourcen schonen und letztlich nur die anderen Spieler behindern. Aber warum sorgst Du nicht dafür, dass opencaching.de zur deutschen Geocaching-Plattform Nr. 1 wird und damit zur ernsthaften Konkurrenz für Groundspeak?

[Quelle: doppel-o-agenten.de]

Das spricht mir irgendwie aus dem Herzen, obwohl ich selbst da dann schon wieder dunkle Wolken am Himmel aufziehen sehe, denn mit Sicherheit würde sich auch da wieder etwas finden lassen, das genug Potenzial hat um zum handfesten Skandal zu werden. Klingt arg pessimistisch, ist aber leider so…

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

14 thoughts to “Seltsame Aufregung…”

  1. Noch peinlicher finde ich, dass Garmin einen eher mittelmäßigen „offenen Brief“ verfasst und schwups, alles ist wieder in bester Butter!
    Diejenigen, die vorher von Gegenevents schwadroniert, die markigsten Protest-Logos gemalt und mit Teufel und ewiger Verdammnis gedroht haben, sagen jetzt „oh, Garmin respektiert uns jetzt, sie haben uns einen Brief geschrieben! Lasst uns zum Event gehen und uns vertragen!“
    Vergessen alle grundsätzliche Kritik an solchen Mega-Events…

    Anyway: Die Sache mit den Geocaching-Masters bleibt:
    Da soll man 99 Euro bezahlen, um an einem Hotdog-Wettessen teilzunehmen und hinterher bekommt man einen Pokal als „German Gourmet Master“.
    Macht sich bestimmt schön in der Vitrine. Nur wirklichen Gourmets genüber sollte man das besser nicht erwähnen, um nicht ausgelacht zu werden.
    Was dort als „Cachen“ bezeichnet wird hat mit dem landläufigen Geocaching so viel zu tun wie Vogelschießen auf dem Schützenfest mit Jagdausübung.

  2. Das ist die Pareto-Verteilung – vermutlich gehörten 80% der Geocaches nur 20% der Geocacher. Diese 20% sollten mal endlich in den Quark kommen und ocprop benutzen, dann wäre das Thema erledigt.

    1. Naja, OCProp ist nur der Anfang, denn es überträgt ja nur das zu OC, was zuerst bei GC existiert. Wenn diese Art Anfang allerdings in der Endkonsequenz dazu führt, das die Archive bei GC voller werden und die Pflege der Listings in erster Linie bei OC läuft, dann ist schon ein großer Schritt getan.
      Dazu muß aber zunächst die Akzeptanz von OC gesteigert werden. Mal sehen wie lange es dauern wird bis wir das neue Design umgesetzt haben, allein das wird sicherlich einen guten Anschub leisten (und schicker als GC sieht es sowieso aus). 🙂

  3. Du stellst das etwas falsch dar. Nicht die Kosten an sich haben die Aufregung verursacht, sondern dass im Listing bis vorgestern nichts davon zu lesen war. Da hatte das Event aber schon über 500 Anmeldungen. Bei einer Premium-Mitgliedschaft weiß ich *vorher*, wie viel sie kostet und was genau ich dafür bekomme. Auch kaufe ich damit nicht meine Caches, die kann ich auch ohne PM abrufen. Ich kaufe eine Dienstleistung, die mir die Suche nach Caches und deren Transfer aufs Gerät erleichtert.

    Und zu Opencaching: Die Plattform ist definitiv nicht die große Alternative und Lösung aller Probleme. Im Endeffekt ist es nichts weiter als Groundspeak mit anderem Anstrich und dem Unterschied, dass nicht Jeremy Irish den Kurs bestimmt, sondern die Wanderjugend. Denn auch die engagieren sich nicht aus reiner Selbstlosigkeit für Geocaching, sondern weil sie als Verein das Ziel verfolgen, sich selbst bekannter zu machen. Und noch mehr Bekanntheit ist, wie ich vor einiger Zeit selbst schon mal verbloggt habe, das Gegenteil von dem, was dem Hobby Geocaching in der Form, wie wir es noch kennen, zuträglich ist.

    1. Ich vermute mal, das Du Dich mit OC noch nicht wirklich auseinandergesetzt hast. Das die DWJ das Ganze deckelt hat nicht wirklich etwas damit zu tun, das sie auch den Kurs bestimmt. Sie übernimmt lediglich die rechtliche Vertretung, und da kann ich Oliver voll und ganz verstehen, das er das nicht allein zu übernehmen gewillt ist.

  4. Das ganze wurde als Geocaching-Event gestartet, bekam später das MEGA-Logo. Von Kosten stand nix im Listing, und steht es bis heute nicht.

    Erst als einige Cacher das Kleingedruckte auf der Event-Website gelesen haben, wurden auf dieser die Kosten aufgeführt. Wenn ich also ein paar popeligge Caches auf dem Gelände von Zeche Zollverein (Weltkulturerbe!) heben möchte, soll ich für die Listings plötzlich 15 Euronen latzen? Nee, ohne mich!

    Da ändert auch die Stellungnahme von Garmin nix dran, auch nicht die Tatsache, dass man die Cache-Listings inzwischen kostenlos bekommt.

    „Die schönsten Caches verbleiben nach dem Event auf dem Gelände“ heißt es. Was soll das heißen? Kann ich die anderen, scheinbar nicht so schönen Caches nicht im Netz loggen? Ich warte lieber ab, was nach dem Event übrig bleibt, und mache mal ne schöne Radtour dahin. Denn ich bin nicht so scharf auf das MEGA-Icon in meiner Statistik, und auch nicht auf ein paar mögliche FTFs.

    Noch was zu OC: Von meinen 271 Founds sind ganze 37 auch bei OC gelistet, allerdings gibt es hier im Umkreis von 20 km auch einige OC-only-Caches. Und meine Caches sind auch bei OC gelistet, doch leider gibt es einige Bekannte, die ihre Caches bei OC nicht mehr pflegen. Ein bei gc.com schon archivierter Cache ist bei OC noch suchbar… Ich denke, da sollte man die Owner sensibilisieren. Denn wenn da Caches als aktiv gelistet sind, die definitiv nicht mehr da sind, verärgert und vergrault das die User.

    1. Ja logisch, die Pflege der Listings muss schon passen, aber wenn OC als primäre Cachedatenbank verwendet wird, dann klappt das schon. 😉

      Was allerdings die 15 Euronen für die Listings in der Zeche betrifft: Member-only-Caches bei GC sind letztlich nichts anderes, nur teurer, und da jammert ja auch keiner wegen dem Geld. Es wird eben einfach über den großen Teich überwiesen und dann wird das ganze als „Beitrag für die Serverinfrastruktur die ja alle nutzen“ schöngeredet.

      Allerdings ist Deine Einstellung, da konsequent fernzubleiben schon in Ordnung, nur werden das wenige tun. Jetzt, kaum da Garmin sich für den Unfug in einem Brief entschuldigt sind ja die meisten wieder voll mit dabei und rufen Hurra…

  5. Member-only-Caches sind mir bisher noch keine untergekommen, und wie Carsten oben schon schreibt, sind die 30 $ im Jährchen für eine Dienstleistung. Ich finde, nicht zu teuer für ein paar zusätzliche Features. Aber auch da kann und soll jeder drüber denken, wie er mag.

    Die Stellungnahme von Garmin ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nur kann Garmin eigentlich noch nicht mal was dafür, da die nicht der Veranstalter sind. Von letzterem erwarte ich eine Stellungnahme, und vor allem eine Entschuldigung für den Versuch, die Geocaching Gemeinde zu verarschen.

  6. Ich suche immernoch ein Programm für die Gegenrichtung. Also „Listing bei OC fertig machen und dann zu GC herüberkopieren“.
    (Dann könnte ich mir z.B. das HTML-Gefuddel „von Hand“ sparen)

  7. Wie oben bereits geschrieben resultierte die Aufregung daraus dass die Kosten im Listing nicht einsehbar waren.
    Wenn ich bei einem Event ein Will Attend logge gehe ich davon aus, dass ich mich für die im Listing angegebene Veranstaltung anmelde.
    Ich hätte auch kein Problem mit den 15€ Kosten die ja jetzt wegfallen aber sie müssen einfach angegeben werden.
    Da man davon ausgehen kann dass nicht alle der bisherigen Will-Attend-Logger sich dieser Kosten bewußt waren, war es die einzig sinnvolle Lösung das alte Listing gleich zu sperren.
    beim Neuanmelden liest sich das jeder nochmal durch und dann weiß er Bescheid.
    So ist die Aktion fair und transparent. Leider sticheln immer noch einige herum.
    Wer so wie ich enttäuscht ist muss ja nicht hingehen. Kritisieren kann man das neue Listing eigentlich nicht mehr.

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