Euroeyes Velothon Berlin 2017

Letztes Wochenende gab es in Berlin mal wieder jede Menge Grund zum bitterlich weinen. Zumindest für diejenigen, die unbedingt am Sonntag mit dem Auto durch die Stadt kutschen müssen, anstatt mit der Familie ins Grüne zu fahren. Obwohl, die meisten Jammern in den Kommentarspalten der Zeitungen und Netzwerke vermutlich einfach nur, weil es so viel Spaß macht und hatten selbst nicht die geringste Einschränkung. Wer weiß…

Aber zum Thema. Es war mal wieder Velothon in der Stadt. Und eigentlich wollte ich in diesem Jahr gar nicht mehr antreten, denn im Grunde ist der Velothon in Berlin eine ziemlich langweilige Geschichte. Langweilig deshalb, weil man kaum Publikum hat, man radelt durch eine Geisterstadt. Und nachdem ich letztes Jahr in Hamburg bei den Cyclassics erleben durfte, wie toll es ist, mit jeder Menge Publikum zu fahren, war Berlin abgeschrieben. Aber ein Kollege überredete mich zur Teilnahme… (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #94

200 Jahre Fahrrad. In der letzten Woche war es nun soweit. Am 12.06. jährte sich die erste öffentliche Fahrt des Karl Drais in Mannheim zum 200. Mal. Rund um dieses Jubiläum gab und gibt es allerlei Veranstaltungen, in denen der Siegeszug des Fahrrades gefeiert wird. Und als würde plötzlich auch die Hölle einfrieren, legt ausgerechnet der ADAC, oberster Beschützer des mobilen Individualverkehrs, eine 180° Wende hin. Und erklärt, das eine bessere Radverkehrsinfrastruktur mit deutlich mehr Raum für Radler auch den Kfz-Verkehr beschleunigen kann.

Nun scheint sich eine überraschende Kehrtwende abzuzeichnen. Ausgerechnet der ADAC argumentiert plötzlich für mehr Fahrradstreifen auf den Straßen. Während Autofahrer in vielen Städten ungehalten auf den zunehmenden Radverkehr auf den Straßen reagieren und die mit gestrichelten weißen Linien abgetrennten Fahrradstreifen immer wieder zum Zankapfel der Lokalpolitik werden, kommt Deutschlands größter Automobilclub mit 19 Millionen Mitgliedern zu der überraschenden Feststellung: „Neue Radwege oder Fahrradstreifen bremsen Autofahrer gar nicht aus.“

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Ra(n)dnotizen #93

Bewegung an frischer Luft, das ist für viele Menschen der Antrieb, sich aufs Fahrrad zu setzen. Das die Luft oftmals aber gar nicht so sehr frisch ist, weiß jeder der in der Großstadt unterwegs ist. Kilometerlange Staus, tauende Autos die mit laufendem Motor in den Straßen stehen, da kann ja auch kaum saubere Luft aufkommen.

Und um am Beispiel Berlin mal ein wenig abzuschweifen: Oft, oder sogar zum größten Teil, sind es die Pendler, die da in Stau stehen und die Luft in der Stadt verpesten. Aufs Land sind sie übrigens recht oft der frischen Luft wegen gezogen. Aber das ist wiederum eine ganz andere Sache. Also zurück zum Fahrrad selbst. Bei Utopia.de bin ich da über eine Sache gestolpert, die sich zunächst nach jeder Menge Budenzauber anhört. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #90

Eins gleich vorab: Die Leipziger neuseenclassics stehen vor der Tür bzw. fanden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Ra(n)dnotizen schon statt. Ich mittendrin und somit ist die freie Zeit in dieser Woche vornehmlich fürs Training reserviert. Man möge mir also verzeihen, das es diesmal etwas knapper wird. 🙂

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Jawoll, es geht doch. In Berlin-Kreuzberg ist gerade ein Logistikunternehmen dabei sich zu etablieren, das auf Cargobikes setzt. Dicke Dreiräder mit Elektrounterstützung ermöglichen es dabei, bis zu 250 Kilogramm Ladung zu transportieren. Ich rede ja schon lange davon, das es innerstädtisch Unfug ist, alle Transporte mit Transportern oder gar LKW zu erledigen. Alles was über wirklich große Lasten hinaus geht, schafft so ein Cargobike viel besser. Und es ist vor allem auf die kleinen Mengen zu transportierender Güter zugeschnitten, von denen wir in der Stadt reden. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #89

Beginnen wir gleich mal mit einer Leseempfehlung, und zwar einer dringenden. Wie so oft bei Radverkehrspolitik.de handelt es sich dabei um jede Menge Buchstaben, man muss also etwas Zeit mitbringen, die es sich aber durchaus zu investieren lohnt. Dabei geht es um eine Buchbesprechung. Wait, what?! Ja, eine Buchbesprechung. Das Buch um das es dabei geht wurde von keinem geringeren als Wolf Wegener verfasst, dem langjährigen Vorsitzenden des ADAC Berlin/Brandenburg.

Das Buch mit dem Titel „Deutschland schafft das Auto ab“ will dabei nach Aussage des Autors mit „Vorurteilen gegen und Fehlinformationen über das Automobil“ aufräumen, will „vor einem ideologisch geführten Kampf gegen die Mobilität, der nicht zuletzt die Freiheit der Menschen einschränkt und die Kraft der deutschen Wirtschaft unterminiert“ warnen. Nun, dieses Vorhaben ist durch eine ziemlich beschränkte Sichtweise geprägt und wird im Artikel ganz genüßlich auseinandergenommen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #88

In Berlin-Kreuzberg läuft ja schon seit letztem Dezember eine Aktion, die tatsächlich begrüßenswert ist. Und die gern auch bundesweit Schule machen darf. Es werden, an drei ausgesuchten Straßen, Radwegparker konsequent umgesetzt.

Erkämpft hat die Sonderaktion der Polizei ein einzelner Bürger: Andreas Schwiede, vielen als Falschparkeraktivist bekannt (auf Twitter als @poliauwei unterwegs). Gerasch spricht von einem „Abkommen“ mit Schwiede. Ausgewählt wurde die Ecke Duden-/Katzbachstraße und Großbeerenstraße, weil dort vermutlich meist Anwohner die Radstreifen als Parkplatz missbrauchen. Ziel der auf einige Monate befristeten Aktion sei es, einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, sagt Polizeidirektor Gerasch. Sprich: Wer einmal die hohen Abschleppkosten zahlen musste, parkt beim nächsten Mal korrekt.

Normalerweise wimmelt die Polizei bei entsprechenden Meldungen ja gern ab, da für den ruhenden Verkehr die Ordnungsämter zuständig sind. Was im Fall zugeparkter Radwege jedoch falsch ist, denn ein zugeparkter Radweg stellt eine Verkehrsgefährdung dar, deren Beseitigung tatsächlich in der Zuständigkeit der Polizei liegt. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #85

Beginnen wir doch zur Abwechslung mal mit guten Nachrichten, denn genau diese hat es am letzten Donnerstag gegeben. Berlin wird sein Radgesetz bekommen. Zwar nicht exakt in der Form, in der es durch die Initiative Volksentscheid Fahrrad entworfen wurde, dieser Entwurf diente allerdings als Grundlage für die Arbeit einer Dialoggruppe aus Vertretern von Senat, Initiative, ADFC und BUND.

Und genau diese Dialoggruppe hat sich nun darauf geeinigt, das Berlin als bundesweit erstes Land ein eigenes Radgesetz bekommt. Dabei ist geplant, den Radverkehrsanteil in der Umweltzone, also innerhalb des S-Bahnringes auf 30%, in Gesamtberlin auf 20% zu steigern und die Anzahl der Verkehrtoten auf null zu senken. Umgesetzt werden soll das unter anderem durch, wie man auf zeit.de lesen kann, durch verschiedene Maßnahmen. (mehr …)

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Ra(n)dnotizen #84

Fangen wir mit den schlechten Nachrichten an. In Berlin wurde mal wieder ein Radfahrer getötet. Wieder mal bog ein LKW ab, wiedermal fuhr der Fahrer obwohl er nicht alles sah und wieder einmal lag am Ende der Radfahrer tot auf der Straße. Damit wird fast nahtlos an 2016 angeknüpft, wo ganze 17 Radfahrer allein in Berlin getötet wurden.

Wenn man nun aber denkt, es würde sich deshalb etwas ändern, dann irrt man gewaltig. Zwar hat der rot-rot-grüne Senat Kraft seiner Koalitionsvereinbarung versprochen, bis zum März 2017 ein Mobilitätsgesetz auf den Weg zu bringen, das in weiten Teilen das Radgesetz der Initiative Volksentscheid Fahrrad beinhaltet und somit Radfahrer schützen soll. Und der März ist nun vorbei. Einzig die Politik hat nicht geliefert. Grund genug, darüber nachzudenken, ob und wie man auch die Politik haftbar machen kann. Haftbar für die vielen toten Radfahrer. Mit genau diesem Thema befasst sich ein Gastkommentar in der taz. (mehr …)

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